Die 6 s tmarken

Schweden.

Jllustriertes

NPM Handbuch der Postfreimarkenkunde

gleichzeitig

Beibuch zum Permanent-Sammelwerk in losen Blättern Hugo Krötzsch Ausführliche Abhandlungen über Postfreimarken

mit besonderer Berücksichtigung der Herstellungsweisen, Auflagehöhen, Echtheitsmerk- male, Probedrucke, Neudrucke, Markenfälschungen,

Entwertungen und deren Fälschungen

Zweiter Teil

Schweden

ED f

au; U rg

LEIPZIG 1908 Verlag von Hugo Krötzsch & Co.

Alie Rechte vorbehalten.

Druck von C. G. Naumann in Leipzig.

Die Postmarken

Schweden 1855-1905

Nach amtlichen Quellen herausgegeben von Sveriges Filatelist-Förening Für das Deutsche bearbeitet von Hilmer Djurling und Rudolf Krasemann

'lir “ce

2%

VOrFWOort.

ls ist von vielen Seiten der Wunsch geäußert worden, eine ildeutsche Ausgabe der im Jahre 1905 anläßlich des 50jährigen Jubiläums der schwedischen Postwertzeichen von Sveriges Filatelist-Förening herausgegebenen Denk- schrift „Sveriges Frankotecken 1855 1905!) zu veranstalten, um dieses Werk auch allen denen nutzbar zu machen, die nicht der schwedischen Sprache mächtig sind.

Wir fühlen uns veranlaßt, an dieser Stelle zu erwähnen, daß das dieser Arbeit zu Grunde liegende schwedische Original seine Entstehung dem einmütigen Zusammenwirken von Mitgliedern unseres Vereins mit der Kgl. schwedischen Generalpostdirektion verdankt.

Besonderer Dank dafür gebührt dem 7 Herrn Generalpostdirektor J. E. von Krusenstjerna, dessen großes Interesse an der Sache sowie die bereitwilligste Ueberlassung amtlichen Materials seinerseits die Veröffentlichung des Werkes in erster Linie ermöglichten. Das sich mit der Bewerkstelligung des Ganzen befassende Komitee bestand aus den Herren: Konsul Sixten Keyser, 1. Präsident des Vereins, Universitätsprofessor Albert Lindström und Bankbeamter Hilmer Djurling, Redakteur der Svensk filatelistisk Tidskrift. Für die Untersuchungen, die dem schwedischen Original zu Grunde liegen, sowie für die Bearbeitung des Materials haben sich Herr Postinspektor Ernst Oberg und Herr Eisenbahnsekretär N. V. B. Holmberg, der erstere für den postalischen, der letztere für den. philatelistischen Teil, besondere Verdienste erworben.

Die Bearbeitung der deutschen Ausgabe lag in den Händen der Herren Hilmer Djurling und Rudolf Krasemann. Letzterer hat insbesondere den schwedischen Text ins Deutsche übertragen,

I) Sveriges Frankotecken 1855—1905. En minnesskrift vid de svenska frimärkenas 50-ärs jubileum, utgifven af Sveriges Filatelist- Förening. 4°, 322 Seiten, 8 Portr., 326 Illustr, 5 graph. Tafeln. 1905. Stockholm. Preis gebd. Mk. 13.50.

vI Einleitung.

im Einvernehmen mit der Leitung des Vereins die deutsche Ausgabe durch übersichtliche Tabellen ergänzt und ihr die von der schwedi- schen Festschrift in vielen Punkten mit Rücksicht auf den praktischen Gebrauch abweichende Form gegeben. Das nach dem im Verein vorhandene Material verfaßte und neu hinzugekommene Kapitel über Fälschungen hat im hauptsächlichen Herrn Hilmer Djurling, teilweise Herrn Rudolf Krasemann zum Bearbeiter.

Stockholm, im Sommer 1908. Sveriges Filatelist-Förening,

Einleitung.

Im Anschluß an das von Sveriges Filatelist-Förening im Vorwort Gesagte erwähnen wir, daß es unser Bestreben war, die deutsche Bearbeitung dem praktischen Gebrauche des Philatelisten soviel als möglich anzupassen, von welchem Gesichtspunkte aus der philatelistische Teil des schwedischen Originals zum größten Teile wortgetreu ins Deutsche übertragen wurde, während der postalische eine Zusammen- fassung der für philatelistisches Wissen wesentlichsten Punkte bildet; ein Kapitel über Fälschungen, das in „Sveriges Frankotecken“ aus gewissen Gründen weggelassen wurde, ist der deutschen Bearbeitung beigefügt worden.

Bei dem weit größeren Interesse für Marken gegenüber den Ganzsachen erstreckt sich die deutsche Buch-Ausgabe nur auf erstere, doch werden in der „Deutschen Briefmarken-Zeitung“ auch die Ganz- sachen in nächster Zeit folgen.

Hilmer Djurling, Stockholm. Rudolf Krasemann, Upsala.

Land und Leute in Schweden.

Das Königreich Schweden (Sverige) umfaßt die größere, die Osthälfte der Skandinavischen Halbinsel, 447,862 qkm., mit ca. 6000000 Einwohnern und wird im Nordwesten und Norden von Norwegen, im Osten von Finnland, .dem Bottnischen Meerbusen und der Ostsee, im Süden und Südwesten von der Ostsee, dem Oresund, dem Kattegat und dem Skagerak begrenzt und erstreckt sich von 55° 20° 18“ bis 69° 21“ nördl. Breite und von 11° 6‘ bis 24° 10‘ östl. Länge von Greenwich. Das Klima ist fast durchwegs gemäßigt, und nur im Norden Sommer ausgenommen rauh und kalt, Die Einwohner sind mit geringer Ausnahme Schweden, die dem germanisch-skandi- navischen Volksstamm angehören (im Norden ca. 20000 Finnen und 6000 Lappen, beide mongolischer Herkunft). Die Hauptausfuhr- artikel sind Holz, Eisen und Kupfer.

Die Staatsform bildet die Erbmonarchie mit einem König an der Spitze, dessen Macht durch die Gesetze und den Reichstag begrenzt ist. Seit Einführung der Briefmarken regierten: Oscar I. bis 1859, Karl XV. von 1859—1872, Oscar II. von 1872—1907. Der gegen- wärtig regierende König ist Gustaf V. (seit 8. Dez. 1907).

Inh&kt.

Seite Der erste Vorschlag zur Einführung der Freimarken in Schweden 1

Die Entwicklung der schwedischen Post bis zur Zeit der Postreform und der Einführung der Freimarken

Die Einführung der Freimarken in Schweden . . . . IE Erste Freimarkenbestellung der schwedischen Post A Die Entwicklung des Freimarkensystems in Schweden . . . . .12 Einiges über Herstellung der schwedischen Freimarken.. . . . . 14 Die Ausgaben der schwedischen Postmarken

Beim ark on ne ee ee 20 1855—1858. I. Emission. Skilling-banko-Marken . . 21 1858 1872. II. Öre-Marken imWappentyp 26 1862. Braune kokalmarke; "iı.1. u: 21229 1862—1872.1II. Emission. Marken im Löwentyp . . 30

1872— 1900. IV. Marken im Ziffertyp. 1872—1877. 1. Serie. Gezämt 14. . . .32 Schraffierung der Ziffertypmarken 33 1877—1886. 2. Serie. Gezähnt 3 . . .40 Fehldruck 20 tretio Öre. . . . 42

1896-1900. 3. Serie. Posthornserie Gez.13 47

10 Öre na auf 12 und 24 Öre .

1892. 4. Serie. Zweifarbiger Buche Gezähne ia nr...’ 2

1891. V. Emission, Kupferdruckmarken. Gez.13 51 Freimarkenheft für 5 u. 10 Öre-Marken 57 1 Skilling banco, schwarze Lokal- marke. Gezähnt 14 . . 57 Zeitungsstempel . . ... . 61

Uebersichts-Tabellen über die Zähnungen, en Be stellungsarten und hauptsächlichsten Farbennuancen der Freimarken von 1855—1905 . . . ....62

VIII Inhalt.

B. Dienstmarken. Seite Freibriefe 2.2... il a nF 66 Hersieluing” . “on rn a en ne N ee 66 1874—1877. I. Emission. Gezähnt 14. . ....6 1881. II. Emission. Gezähnt 13” .. . .. Kr 10 Öre überstempelt auf 12 und 24 Öre-Marken . .. 2 Typenverschiedenheiten ... u... u. eane 2 Postsackmarke ot 77 Uebersichts- Tabelle über die ee etc. der Di ienst- marken von 1874 bis 1905 . '. .. .'. 2 1 Sesam C. Portomarken. Herstellung: >: 2.02% 8% a Typenverschiedenheit (langes ara ke zes D Ya ne & 80

Vom 1.Jan, 1874 bis 31. März1877. I. Emission. Ge 14 8l Vom 1. Apr.1877 bis 31. Dez. 1891. II. Emission. Gez.13 83 Uebersichts-Tabellen über die Zähnungen etc. der Porto-

märken 1874 und 1877 . 2 Wr 2.22 aa 84

Neudrucke...% a N

1. Lieferung vom e Sun 1868 RN DE

2. s „. ‚4. November 1868.) rm

Bestand zu Anfang 1871... ="... „ne ee u

3. Lieferung ‘am 5. Mai: 18711. rer 8

4. e „10. August 1871. “nee 88

5: H 15. März'1885 2. Fe 89

Neudruck (?) unbekannten Ursprungs . . . 2... 89

Die Kosten der Neudrucke . . . 2 ae

Bestand am Schlusse des Jahres 1871 Er 91

Rechenschaftsbericht über den Verkauf der 2.N enärmek: -Iietornaie 91

Erkennungsmerkmale der Neudrucke . ...22...%

Bestand am 31. März 1905 . . .. 94 Uebersichts-Tabelle über die N Euditieke von 1868, 1871

und: an ee ee 95

Versiichsmäarken, vr. I rl gs Be 96

Fälschungen. :». . Cu... sar nen me GASEN a Pe

Bogus 0% N RN 107

Maine RT Cor

Deber Entwertung san... Se Vote re 110

Entwertungsstempel.. » „2.2 su. 0 112 Statistische Angaben über die Herstellung He re Frei-

Marken... san seen ee» 116

Auf den schwedischen Marken vorkommende Aufschriften 117

Der erste Vorschlag zur Einführung der Freimarken in Schweden.

uf der Versammlung der Reichsstände am 3. März ,‚ 1823 legte der damalige Leutnant Curry ? Gabriel Treffenberg dem Reichstag auf - dem Ritterhaus zu Stockholm einen Vorschlag behufs Verwendung von Stempelpapier als Bezahlungs- mittel für postalische Abgaben vor.

Dieser Vorschlag ist von einem sehr großen all- gemeinen Interesse, weshalb er, besonders in einer Geschichte der schwedischen Freimarken, mit Recht an erster Stelle genannt werden dürfte. Der Text in seinem ganzen Umfang lautet wie folgt:

„Die Einkassierung und der Rechenschaftsbericht, welche bisher bei der Postverwaltung üblich waren, scheinen mir nicht die genügende Sicherheit, die man für öffentliche Einnahmequellen voraussetzt, zu bieten.

Wenn auch nicht gerade Unterschleife vorkommen, so bleibt immerhin der Fehler, daß solche eintreten können, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. :

Die Einkassierung und der Rechenschaftsbericht bei und von den Postanstalten dürften nach meiner Ansicht dadurch ver- schwinden, daß ich eine gewisse Sorte gestempeltes Papier von verschiedenen Werten vorschlage, das gegen bar gerade so wie die „Charta Sigillata“ an gewissen Stellen gekauft werden könnte, um es als Briefumschlag zu verwenden, der alsdann von den Post- anstalten ohne weitere Umstände angenommen und, nachdem er auf dem Begleitavis vermerkt ist, versendet werden sollte,

Der Plan für diese Aenderung im einzelnen ist etwas zu weitläufig, um ihn hier bekannt zu geben, weshalb ich ergebenst bitte, daß derselbe dem Vorschlag an den Staats- und Bewilligungs- ausschuß beigeschlossen werden darf.

Es ist nun nicht meine Ueberzeugung, daß dieses Projekt, das ich hiermit vorzulegen wage, unfehlbar sei, im Gegenteil glaube ich, daß es in allen Teilen vollkommenere Aenderungen erfahren könnte, aber in der Hauptsache dagegen, dem Staate ein ordentlicheres und sichereres Rechenschaftswesen für diesen Teil seiner Einnahmen zu verschaffen, scheint es mir ohne jede An- maßung keiner genaueren Untersuchung zu bedürfen.

Projekt zu Aenderungenin der und für die Post- verwaltung.

1. Jede bare Einkassierung bei den Postanstalten, welchen Namens erstere auch sein mag, möge aufhören.

2. Das Rechnungswesen in postalischen Abgaben mit Privat- personen und Gesellschaften muß in Zukunft aufhören, aus- genommen in dem einen unter Punkt 19 besprochenen Fall.

H. Krötzsch, Handbuch. 1

2 Schweden.

3. Freiportoberechtigung soll doch gelten, und möge damit auf die gleiche bis jetzt gehandhabte Weise verfahren werden.

4. Ein als Briefumschlag verwendbares gestempeltes Papier verschiedener Werte möge man anbefehlen und zu kaufen finden: in den Städten bei den Chartae Sigillatae-Kommissionären oder bei anderen von der Chartae Sigillatae-Zentralstelle in Stockholm beauftragten Personen, auf dem Lande bei den Kronvogten nebst anderen Privatpersonen, die sich der Sache annehmen.

5, Alle Privatpersonen, welche sich behufs Verkauf dieser Portoumschläge (wie ich sie nennen will) melden, mögen dies bei der zustehenden Provinzialregierung tun, die hierzu Erlaubnis erteilt, sobald ein für den jeweils zu entnehmenden Betrag zahlungs- fähiger Bürge gestellt ist.

6. Ein Maximum, das sich nach dem ungefähren Ortsbedarf während 3 Monaten richtet, möge doch festgesetzt werden und über diesen Betrag soll ohne bare Bezahlung an Privatpersonen, die sich des Verkaufs angenommen haben, nichts ausgeliefert werden.

7. Einnehmer mögen sich jedoch mit: Portoumschlägen für ein halbes Jahr unter gleicher Haftbarkeit wie für andere staatliche Einkassierungen versehen, auch ohne weiteren Bürgen als den für letztere gestellten.

8. Das Landeshauptmann-Amt soll mittelst Bekanntmachung in den Kirchen diejenigen kundgeben, welche Auftrag erhalten haben, sich mit dem Verkaufe zu befassen.

9. Es soll jedem der gewöhnlichen Verkäufer gestattet sein, einen Teil des Verkaufs anderen in größerer oder kleinerer Partie zu übertragen, doch ersterer soll für einen möglicherweise ein- tretenden Verlust nur allein haftbar sein.

10. Bei den Chartae Sigillatae- Kommissionären am Orte entnehmen die Kronvogte Portoumschläge und stellen beim Empfang Quittung über deu Betrag aus. Privatpersonen, welche ohne Hinterlegung eines Barbetrages zufällig solche zu entnehmen be- absichtigen, sollen eine Bescheinigung des Landeshauptmann-Amtes aufweisen, daß bei demselben ein genügender Bürge für die Ent- nahme gestellt ist, und sollen ferner beim Abhelen der Porto- umschläge Quittung über dieselben ausstellen.

11. Jedes halbe Jahr soll Revision über den Portoumschlag- verkauf bei den Chartae Sigillatae-Kommissionären vorgenommen werden, wozu dieselben Quittungen über ausgelieferte Umschläge mit entsprechendem Bericht vorzulegen haben, ferner bare Kasse für verkaufte Umschläge abliefern sowie die noch in ihrem Besitze sich befindenden Portoumschläge vorzeigen.

12. Diese Revision soll durch die Vermittlung der Renteien geschehen, welche ebenfalls die Berechtigung zur Annahme barer Einkassierungen haben sollen und dafür den Chartae Sigillatae- Kommissionären Quittung ausstellen, sowie unmittelbar darnach die Beträge an die Chartae Sigillatae-Zentralstelle in Stockholm einsenden.

13. Die Portoumschläge sollen die Größe eines gewöhnlichen Bogens Schreibpapier haben, aber nicht wie dieser der Länge nach gefaltet sein; starkes Papier, aber nicht grob, und in demselben ein leicht bemerkbares, ringförmiges Muster zur Erschwerung von Verfälschungen, auch möge dasselbe mit einer hellen Nuance irgend einer Farbe versehen werden. In der Mitte des Papiers sollen sich zwei Stempel befinden, die zusammen 6 Quadratzoll Raum einnehmen; ein Stempel scharf ins Papier gepreßt, der andere mit Schwärze gedruckt. Beide sollen den Wert sowie ein passendes Sinnbild enthalten, das schwer nachzuahmen ist. Der Vorrat ver- schiedener Werte sollte sich nach dem Bedarf richten.

14. Beim Zusammenlegen des Briefes sollen die Stempel stets nach außen kommen und so stehen, daß die Aufschrift teil- weise durch dieselben geschrieben wird, um der Wiederverwendung des gleichen Umschlages vorzubeugen. Ein Vermerk des Datums,

Erster Vorschlag zur Einführung. 3

an dem der Brief aufgeliefert wurde, würde wohl vielleicht not- wendig sein, dagegen sehe ich nicht die Notwendigkeit irgend einer der seither üblichen Stempelung mit dem Namen des Ab- gangsortes ein.

15. Bei der Absendung größerer Pakete, zu denen der Porto- umschlag nicht stark oder groß genug ist, soll man auf die Weise zu Werke gehen, daß man einen dem Gewichte des Paketes und dem Bestimmungsort entsprechenden Portoumschlag lose beifügt; auf diesen losen Umschlag, der in diesem Falle bis zu !/; Bogen Größe unter Beachtung der Stempel beschnitten wird, soll mit Tinte geschrieben werden Gehört zum Paket, das am (Datum und Jahreszahl) abgeht, welcher Portoumschlag beim Abholen des Paketes auch vom Postamt ausgeliefert werden soll. Auf dem Pakete soll dann im besprochenen Falle bemerkt werden Portoumschlag folgt anbei —.

16. Sollte jemand Briefe oder Pakete ohne Portoumschlag abliefern, so soll das Postamt die Annahme nicht verweigern und die betreffende Sendung mit erster Gelegenheit befördern, sobald die Aufschrift den Vermerk ohne Portoumschlag trägt; solche Briefe und Pakete sollen aber bei ihrer Ankunft am Be- stimmungsort erst dann ausgehändigt werden, wenn ein Porto- umschlag von !/; Bogen Größe als Postporto dafür eingeliefert ist. Auf diesem Umschlag soll mit Tinte vermerkt sein Benützt am (Datum und Jahreszahl) (ebenfalls über die Stempel).

17. Wird ein Brief mit einem Portoumschlag von geringerem als den das Gewicht des Briefes erfordernden Wert gefunden, so soll dies der Beförderung nicht hinderlich sein, aber der Post- meister soll vorher auf der Adresse deutlich vermerken Nach- porto —; die Auslieferung erfolgt dann am Bestimmungsort nicht eher, als bis der Differenzbetrag mittelst eines Portoumschlages erlegt ist. Diese Umschläge werden ebenfalls bis zu !/; Bogen Größe beschnitten, aber zum Unterschied mit den im vorigen Punkte genannten über die Stempel mit Ergänzungsum- schlag am (Datum und Jahreszahl) beschrieben. Die in diesen beiden letzten Punkten vorgeschlagenen Umschläge ver- bleiben auf der Postanstalt zwecks Vorweisung bei der unter Punkt 25 behandelten Revision.

18. Jeder Beförderungsavis über beigeschlossene Briefe soll aus 4 Abteilungen bestehen: 1) Für Freibriefe; 2) für frankierte Briefe ; 3) für ungenügend frankierte Briefe und 4) für unfıankierte Briefe. Einschreibbriefe sind mit einem besonderen diesbezüg- lichen Vermerk zu versehen.

19. Landbewohner haben für Kommissionäre in den Städten zu sorgen, die auf den Avisen bei Ankunft der Post nachsehen, ob Briefe darauf verzeichnet sind, die für ihre Rechnung gegen Portoumschlag einzulösen sind. Darauf sollen dieselben an den Postmeister abgeliefert werden, der die Aufschriften ohne Portoumschlag -- oder Nachporto mit Tinte aus- streicht, worauf durch Vermittlung des Postamtes die Weiterbe- förderung erfolgt. Der Postmeister möge sich der Expedition in allem, was dieser Punkt enthält, selbst annehmen. Die Landbe- völkerung soll mit den in der Nachbarschaft wohnenden Standes- personen abmachen, daß solche Briefe durch die Kommissionäre der letzteren eingelöst werden.

20. Für eingeschriebene Briefe soll kein höheres Porto erlegt und Quittung hierüber soll ebenso wie seither üblich von den Be- treffenden bei Empfang und Ausgabe verabreicht werden. Dies gilt auch für Briefe, für die eine Extra- Rekommmandation ver- langt wird.

21. Der Postmeister soll vom Staate ein bestimmtes Gehalt beziehen, das zum Unterhalt von Bedienung, Räumlichkeiten, Holz, Licht und Schreibmaterialien ausreicht, und allein für jede inner- halb seiner Anstalt vorkommende Unordnung verantwortlich sein.

1

4 Schweden.

22. Der Postmeister soll die Annahme von Briefen eine Stunde vor dem wirklichen Abgang der Post nicht verweigern dürfen. Kann ihm nachgewiesen werden, daß er sich hierin ver- gangen hat, so soll er mit einem Halbjahresgehalt, das der Post- kasse zufälit, in Strafe genommen werden und außerdem den Schaden ersetzen, von dem die betreffende Privatperson dadurch getroffen worden ist. Es möge jedoch niemand fordern, Briefe nach 8 Uhr abends einliefern und vor 8 Uhr morgens abholen zu können. Die Postämter sollen alle Tage geöffnet sein.

23. Zwei Stunden nach Ankunft der Post sollen Briefe an den sich darum Meldenden ausgehändigt werden und zwar unter gleicher Verantwortung für Unterlassung, wie im vorhergehenden Punkte festgesetzt.

24. Der Postmeister soll zum Verkauf vorrätig halten: Ver- zeichnisse mit dem Tarif über Portoumschläge, welche nach Lot berechnet zwischen den Städten erforderlich sind und worauf die Tage und Abgangszeiten der Post sowie ungefähre Ankunft vermerkt sind. Der Preis für ein solches Verzeichnis sollte fest- gestellt werden und die Einnahme dafür dem Postmeister zufallen.

25. Der Postmeister soll alle Portoumschläge, welche gemäß Punkt 16 und 17 als Nachporto eingeliefert wurden, aufbewahren. Sobald durch die Vermittlung der Renteien die halbjährige Revision bei den Chartae Sigillatae-Kommissionären erfolgt, so sollen auch gleichzeitig die Nachportoumschläge auf den Postämtern erledigt werden, welche alsdann mit den bei dieser Gelegenheit vorgelegten Begleitavisen übereinstimmen müssen. Stellt sich ein Defizit heraus, so soll der Postmeister dasselbe sofort in bar decken und umgehend an die Chartae Sigillatae-Zentralstelle in Stockholm ein- senden.

26. Wenn jemand nachweisbar einen Unterschleif bei den Postämtern entdeckt, so soll er 500 Riksdaler Bco. als Belohnung erhalten, die von dem Privateigentum des Postmeisters genommen werden sollen, worauf letzterer dienstlich entlassen wird, ohne jemals wieder eingestellt werden zu können.

Ich bin entfernt davon, zu glauben, daß mein Vorschlag vollkommen zielführend ist, aber ich habe ihn in der Ueberzeugung vorgelegt, einem etwas Geschickteren Anregung zu geben, einen besseren Plan im einzelnen auszuarbeiten, worin eine sichere Kontrolle über die postalischen Einkünfte mit der Bequemlichkeit für das Publikum vereinigt ist, auch bin ich der Ansicht, daß die Reichsstände einen entsprechenden Preis für den besten in dieser Hinsicht einlaufenden Vorschlag aussetzen sollten.

Bei dieser Gelegenheit glaube ich den Umstand nicht uner- wähnt lassen zu dürfen, daß Briefe, die auf dem Nachportowege befördert werden, ihr Ziel nicht erreichen, insbesondere wenn Porto in Form von Geld unter Kuvert an das nächste Postamt für die Weiterbeförderung des Briefes mitfolgt. Solche Briefe bleiben raffinierter Weise auf den Posthöfen zurück, das Geld wird heraus- genommen und die Briefe verbrannt, ohne daß man ermitteln kann, auf welcher Postanstalt es vorgekommen ist, da der Brief mehrere solche passiert hat und kein Verzeichnis von der einen zur anderen Station mitfolgt; außerdem, daß Briefe, die auf diese Weise ihr Ziel nicht erreichen, oft sehr wichtig sein können, ist dies eine Verleitung zu üblen Tugenden bei der Landbevölkerung, woraus leicht Gewohnheiten zu größeren Vergehen entstehen. Dieser Grund ist nach meiner Ansicht wichtig genug, um zur Ergreifung von Maßregeln zu beherzigen, die die Mitbürger davor bewahren, offenkundige Diebe zu werden.

Als Nachtrag zur Kontrolle, die ich hinsichtlich der Post- mittel notwendig erachte, schlage ich ebenfalls folgendes vor:

1. Der Postmeister soll dafür verantwortlich sein, daß am Tage nach Abgang jeder Post kollationierte Abschriften der Be- förderungsavise der mit letzter Post abgefertigten Briefe zur Ein- sicht des Publikums ausgehängt werden. Diese Avise, auf welchen auch das Lotgewicht der Briefe ausgesetzt sein soll, müssen stets

Or

Erster Vorschlag zur Einführung.

bis zum Abgang der nächsten Post an der gleichen Stelle auf die vorgeschriebene Weise dem Publikum zur Berichtigung zugänglich sein und werden alsdann an das Hauptpostamt zwecks Vergleichung mit dem Rechenschaftsbericht eingesandt.

Eine angemessene Strafe soll für den Postmeister festgesetzt werden, wenn sich Unrichtigkeiten, entweder bezüglich der Anzahl oder des Lotgewichtes, auf diesen Avisen bei Vergleichung mit den den Postsendungen mitfolgenden Beförderungsavisen herausstellen.

Nach meiner Ansicht müßte das in den beiden letzteren Punkten Enthaltene mindestens für die Zukunft den Postämtern zur Beachtung anbefohlen werden, wenn sich nicht irgend eine andere Kontrolle für die gegenwärtigen Verhältnisse als zweck- mäßiger erweist.

Dieser, wie es scheint, so wohlbegründete und zeit- gemäße Antrag wurde dem Bewilligungsausschuß über- sandt, fand aber nicht dessen Zustimmung. In einem Bericht erinnerte der Ausschuß an den eigentlichen Zweck der Posteinrichtung, die gegen niedere Abgaben an den Staat einen sicheren, schnellen und von aller fremden Einmischung freien Verkehr zwischen verschie- denen Orten wohnenden Personen herstellen soll. Der Vorschlag beabsichtige, wie der Ausschuß weiter anführt, sicherlich eine wünschenswerte und bestimmte Kontrolle, aber dessen Ausführung sei augenscheinlich mit Hinder- nissen und Ungelegenheiten verbunden, welche dem Zweck der Posteinrichtung entgegenwirken und jeden Verkehr zwischen den Mitbürgern erschweren. Es würde näm- lich an die Unmöglichkeit grenzen, innerhalb des weit- gestreckten Reiches mit der genügenden Sicherheit die Menge von Umschlägen mannigfaltiger und untereinander verschiedener Werte zur Hand zu haben, ohne dadurch den für das öffentliche Wohl wie für den Privatmann überaus wichtigen Briefwechsel zu hemmen oder min- destens zu verzögern und erschweren. Es wäre mit Schwierigkeit verbunden, den Wert des Postumschlages der Briefschwere anzupassen, wodurch mehrfache die Absender treffende Schikanen, Prellereien und Verluste entstehen würden. Sämtliche Briefabsender, besonders unter dem Bauernstand, würden in unangenehme Ab- hängigkeit von dem betreffenden Postmeister gebracht werden, der allein nur Kenntnis von dem gestempelten Papierbetrag für abgehende Briefe besäße und deshalb nicht selten für deren gehörige Bewertung in Anspruch genommen werden müßte. Schließlich würde man den auf dem Lande wohnenden Privatpersonen, welche ge- nötigt wären, für ihren Briefwechsel besondere Kommis- sionäre in den Städten zu halten, bedeutenden Zeitverlust und Kosten zufügen,

Da das Bedenken des Ausschusses vom Standpunkte des Antragstellers aus behandelt wurde, gab letzterer eine ausführliche Widerlegung der Ursachen, mit welchen der Ausschuß seine Ablehnung begründet hatte, und

6 Schweden.

machte darin Aussagen, die Zeuge davon sein dürften, wie weit Treffenberg') über seinen Zeitgenossen in der richtigen Voraussicht der zukünftigen Verhältnisse stand.

Nach einer längeren Diskussion, bei welcher der Vorschlag sowohl auf Widerstand als auch auf Wohl- wollen traf, willigte man in das Ersuchen des Antrag- stellers um Rückverweisung an den Ausschuß ein. Die übrigen drei Stände schlugen indessen den Antrag ohne Diskussion ab, wodurch derselbe endgültig fiel; der wichtige Vorschlag war auf diese Weise von einem höchst unverdienten Schicksal betroffen worden.

Erst 32 Jahre nach Treffenbergs Antrag feierten die Briefmarken ihren Einzug in Schweden.

Die Entwieklung der schwedischen Post bis zur Zeit der Postreform und der Einführung der Freimarken.

Die schwedische Post entstammt der Initiative des Reichskanzlers Axel Oxenstjerna und hat zur grund- legenden Urkunde die von der vormundschaftlichen Re- gierung der Königin Christina am 20. Februar 1836 er- lassene Verordnung betreffend die „Post-Badhen“ (Post- boten), ein in 18 Punkten verfaßtes Statut.

Die beiden letzten Könige unter Schwedens Groß- machtzeit, sowohl Karl XI., der große Reichshaushalter, als auch Karl XII., widmeten ihre Aufmerksamkeit der jungen Einrichtung, insbesondere der letztere, welcher trotz seiner vielen Kriegszüge Pläne zu umfassenden Verbesserungen des Postwesens entwarf. So fertigte er am 19. August 1704 im Feldlager zu Jaroslaw eine In- struktion aus, die während 159 Jahren bis 1863 die Grundgesetze für die Postverwaltung bildete. Unter seiner Regierungszeit wurden die für den Postdienst geltenden Bestimmungen zu einer Postmeisterinstruktion zusammengefaßt, welche noch lange in das 19. Jahr- hundert hinein in gewissen Teilen in Kraft war.

1) Ueber Treffenbergs Person dürften folgende biographische Angaben dienen. Er war am 6. März 1791 in Göteborg als Sohn des Anders Leonart Treffenberg, Chef des Göta-Artillerieregiments, geboren. Nach Ablegung des Offiziersexamens wurde er als Unter- leutnant beim gleichen Regiment eingestellt, 1815 zum Leutnant befördert, 1819 in das südschonische Infanterieregiment versetzt und nahm 1823 Abschied von der Armee. Darauf erhielt er eine An- stellung als Registrator im Reichsstände-Kreditkontor in Göteborg, gab jedoch diese Beschäftigung 1827 auf und ließ sich in Kopenhagen nieder, wo er schließlich Beamter des schwedisch - norwegischen Generalkonsulates wurde. In vorgerücktem Alter kehrte Treffen- berg in sein Heimatland zurück und starb in Stockholm am 28. September 1875. Sein Sohn war der als hervorragender Poli- tiker und Staatsbeamter bekannte Landeshauptmann Curry Treffen- berg.

Entwicklung der Post bis zur Markeneinführung. 7

Zu Anfang des 18. Jahrhunderts hatte die schwe- dische Post ihren größten Wirkungskreis, der durch den Verlust der Ostseeprovinzen sowie 1809 von Finnland und 1815 durch die Abtretung von Pommern zu seinem gegenwärtigen Umfang vermindert wurde. Von den schwedischen Postanstalten im Ausland wurde nur das Postamt in Hamburg bis 1869 beibehalten.')

Der erste Postwagen stellte um 1636 einmal in der Woche die Verbindung zwischen Stockholm und den südlichen, westlichen und nördlichen Orten her. 1645 wurde ein Postweg längs des Bottnischen Meerbusens nach Finnland eingerichtet und 1662 die erstgenannte Verbindung ab Stockholm erweitert.

1668 waren beinahe in allen Städten des Reiches sowie teilweise auf dem Lande Postanstalten eröffnet. 1684 ging die Postjacht zwischen Ystad und Stralsund sowie nach den Alandsinseln.

1716 wurde regelmäßige Postbeförderung zwischen dem Festland und der Insel Gotland eingerichtet. 1778 erweiterte man die Postwege nach den nördlicheren Ge- bieten bis zweimal in der Woche.

1810: wöchentlich viermalige Verbindung zwischen Stockholm und Göteborg. 1815: Postbeförderung mit englischen Paketbooten zwischen Göteborg und Harwich, die 1834 mit Göteborg-Hull vertauscht wurde. 1815: Eröffnung einer neuen Postlinie nach Norwegen über Karlstad und Kongsvinger; frühere Beförderung geschah hauptsächlich über Strömstad und Fredrikshald.

1820: Erstmalige Beförderung von Zeitungen durch die Post gegen !/, des Briefportos nebst besonderem Honorar für die Postverwalter. 1824 wurde das Zei- tungsporto durch Zeitungsstempel ersetzt, die erst im Jahre 1872 wieder abgeschafft wurden.

1830: Schnellpost zwischen Stockholm und Christiania, sowie einmal wöchentlich Diligence zwischen Stockholm und Ystad. 1833: Briefbeförderung mit der Diligence auf der Linie Stockholm-Göteborg-Helsingborg. 1834: Errichtung mehrerer Sonderlinien für Paketbeförderung. 1835: Briefversendung in Briefkästen auf Privatdampfern.

1838: Botenpost in der Hauptstadt durch private Ver- mittlung zur Abholung und Auflieferung der Briefe zum Postamt; Postkästen werden ausgehängt. 1847: Abmachung wegen Paketpostbeförderung mit Dänemark und Preußen. 1848: Einführung der Lokalbriefpost in der Hauptstadt. 1852: Seepostverbindung zwischen Stockholm und Stettin.

Bei Errichtung der Post wurde das Briefporto all- gemein auf 2 Ore-Silbermünze festgesetzt; bald jedoch

1) Vgl. hierzu auch Fr. Wehner in der „D. B.-Z.“ 1905 S. 75.

8 Schweden.

wurden Spezial-Brieftaxen aufgestellt, die im Laufe der Jahrhunderte vielen Umänderungen unterworfen waren. 1830 wurde ein Zonentarif mit 11 Zonen eingeführt und dadurch eine vollständige Postreform in die Wege geleitet.

Hiernach betrug die Taxe für einen einfachen Brief (1 Lot = 13,28 Gramm)

bis zu einer Entfernung

von 3 Meilen = 2 Skilling Bee. Sn 9 3 „» Do 10 Zu 4 » 10 /,— 20 —— 9 „» » » 20°), 39 —> 6 » » Er 50 » —= 7 70 = 8 » 701, 90 nn 9 » 90110 5 0 n k 5; 110°), 130 | R £

für weitere Entfernungen 12

Für Seetransport nach der Insel Gotland: Zuschlah 2 Sk. 1 Skilling Banko 3!/, Öre; 1 alte schwedische Meile —= 10, 689 Kilometer.

Die Einführung der Freimarken in Sehweden.

Die Frage bezüglich der Einführung eines für alle Entfernungen gleichmäßigen Portos sowie der Freimarken wurde dreimal im Reichstag behandelt, bevor sie zum endgültigen Abschluß gelangte.

Der erste Antrag wurde dem Reichstag 1847-1848 unterbreitet, der es nur auf die Herabsetzung und Gleichmäßigkeit des Portos, nicht aber auf die Ein- führung der Freimarken absah; derselbe ging vom Bauernstand aus und zwar von Peter Märtenson, Abgeordneter des Kreises Jönköping. Man versprach sich jedoch von einer Portoherabsetzung keinen besonderen Erfolg, hielt sie vielmehr den postalischen Einkünften geradezu für gefährlich und so fiel dieser Antrag kurzer Hand.

Im folgenden Reichstag, 1850 -1851, waren die Forderungen für Herabsetzung des Briefportos schon. kräftiger; es wurden 4 Anträge eingebracht, wovon in dreien die Einführung von Stempelpapier als Zahlungs- mittel für Postabgaben verlangt wurde. Zwei Anträge gingen vom Bürgerstand und zwei vom Bauernstand aus.

Beim Bürgerstand verwies Paul Berg besonders auf die Erfahrungen Englands und schlug vor, das Normalporto von und nach allen Städten des Reiches auf 4 Skilling Beco. für Briefe bis zu einem Lot fest- zusetzen.

Einführung der Freimarken. 9

P. Muren wies in einem historischen Ueberblick über die Einführung der Postreform in den wichtigeren europäischen Staaten nach, welch’ ungeheuerer Fort- schritt sich dadurch für Handel und Industrie dieser Länder geltend gemacht habe und beantragte zur Be- schlußfassung:

daß vom Jahre 1852 ab jeder Brief im Höchst- gewicht von 1 Lot von und nach jedem Orte des Reiches 4 Skilling Beo., für 2 Lot 8 Skilling Bco. usw. kosten und daß Briefmarken nach englischem Muster zu 4, 8 und 12 Skilling Bo. hergestellt werden sollen.

Beim Bauernstand führte E. Falck, Abgeordneter des Kreises Skaraborg an, daß die Posteinrichtung in Schweden für den Bauernstand nur als eine Bürde bekannt sei; eine Verbesserung der mißlichen Verhält- nisse sei durchaus wünschenswert. Er schlägt die An- bringung von Postkästen auf dem Lande vor, in die die Briefe mit Marken versehen hineingelegt, regelmäßig von einer Person zusammengeholt und dem vorbei- fahrenden Postillon in einer Tasche übergeben würden, der alsdann die Ablieferung an die zustehende Post- anstalt besorgt; ein Normalporto für das ganze Reich 4 Skilling Bo. für jedes Lot sei erforderlich,

Schließlich fand sich auch der Antragsteller vom vorhergehenden Reichstag, P. Märtenson, wieder, der auf das Beispiel anderer Länder, besonders England, hinwies und stellte u. a. folgenden Antrag:

Das Postporto für einfache Briefe soll im ganzen Reiche 4 Skilling Bco. betragen und die Frankierungs- weise mittelst gestempeltem Papier möge eingeführt werden.

In seiner am 17. März 1851 auf sämtliche Au- träge gegebenen Antwort machte der Bewilligungs- ausschuß im großen ganzen seinen Standpunkt von 1848 geltend und ersuchte, sich in dieser Angelegenheit an den König zu wenden, demgemäß die Stände auch beschlossen und in einem diesbezüglichen Schreiben vom 16. April beim König vorstellig wurden.

Infolgedessen wurde die Generalpostdirektion um ihre Meinungsäußerung auf Grund aufzustellender genauer Berechnungen ersucht; die Aufstellung dieser Berech- nungen war sehr zeitraubend, sodaß darüber ungefähr 1'/, Jahr verstrich.

Generalpostdirektor war zu dieser Zeit Freiherr O. W. Staäl von Holstein Der Postdirektions- Kämmerei, die die in Frage kommende Berechnung zu bewerkstelligen hatte, stand der Kämmerer und spätere Abteilungschef der Generalpostdirektion P. F. T. Win- roth vor. Beide Männer waren von großem Interesse für die Postreform beseelt.

10 Schweden.

Gemäß der auf Grund der Protokolle sämtlicher Postämter angestellten Berechnung stellte sich der Durch- schnitt der Postabgaben für den Briefverkehr innerhalb des Reiches im Jahre 1851 auf 5'/, Skilling per Lot; bei Festsetzung eines Normalportos zu einem niedrigeren Betrage würde sich der jährliche Verlust belaufen wie folgt:

bei einem Normalporto von 3 Skill, Beo. auf 187,000 Riksdaler Ar a I 5 » 12,500

In seinem am 18. Oktober 1853 abgegebenen weit- läufigen Gutachten hob die Generalpostdirektion die Berechtigung des Normalportosystems sowie die viel- seitigen Verdienste des Freimarkengedankens hervor und legte gleichzeitig einen eingehenden Plan zur Ein- führung des Normalportos und- der Verwendung der Freimarken sowie der Briefkästen vor. Als Normal- porto wurde 5 Skilling Beo. per Lot vorgeschlagen.

Der König gab nun durch ein am 21. März 1854 an die Reichsstände gerichtetes Schreiben seine Ansicht dahin kund, daß die Einführung eines Normalportos von 4 Skilling B«0. per Lot wohl dem Wunsche des Publikums entsprechen würde, aber mit Rücksicht auf die staatsökonomische Seite der Sache dürften sich doch bis auf weiteres 2 Posttarife, sogenanntes Rayonporto, empfehlen und zwar wie folgt:

Im Inlandsverkehr: Briefe bis zu 1 Lot für eine Entfernung bis zu 20 Meilen: 4 Skill. Beo.

über 20 .; Daun ;; sowie, daß das Porto für alle Entfernungen auf 4 Skill. Bo. festgesetzt werden sollte, sobald dies die postalischen Einkünfte erlauben würden.

Das Rayonportosystem fand jedoch bei der All- gemeinheit der Abgeordneten keinen besonderen Anklang und so siegte nach verschiedenen Debatten und Anträgen in den Reichstagssitzungen vom 8/V, 27/VII und 25/X 1854 schließlich die 4 Skilling-Taxe.

In der Frage um das Aussehen der Freimarken war für die Generalpostdirektion des Königs Wunsch be- stimmend; die Marken sollten darnach enthalten: das schwedische Wappen, 3 Kronen, mit der Kgl. Krone darüber, an den Kanten das Wort „Sverige“ und „Fri- märke“ nebst deutlichen Wertziffern in den Ecken. Nach Ansicht der Postdirektion waren für den In- und Auslandsbriefverkehr zusammen 5 Werte nötig und zwar 3, 4, 6, 8 und 24 Skilling Be. Alle Werte, oder mindestens die 3 ersten, sollten sich durch verschiedene Farben unterscheiden, als Größe wurde 1 Zoll Höhe und ”/, Zoll Breite festgesetzt.

Einführung der Freimarken. 41

Am 9. März 1855 bestätigte der König den Be- schluß des Reichstages vom 25. Oktober 1854 bezüglich Einführung des Normalportos sowie der Freimarken und der übrigen damit zusammenhängenden Fragen, jedoch unter Beachtung einiger von der Generalpost- direktion anheimgestellten Aenderungen.

Nachdem die Generalpostdirektion mit Graf Sparre einen Kontrakt über die Herstellung der Freimarken abgeschlossen hatte, gab sie am 24. Mai 1855 die Art und Weise sowie die Bedingungen des neuen Porto- ‚systems und die Verwendung der Freimarken bekannt. Am 13. April wurde bei Sparre die erste Freimarken- bestellung gemacht, am 12. Juni erfolgte die ent- sprechende Lieferung und am 14. gleichen Monats begann die Versendung an die Postämter.

Das Resultat in ökonomischer Hinsicht verlief besser und schneller, als man nur zu wünschen gewagt hatte.

Die Einnahmen für den Inland-Briefverkehr be- liefen sich

im Jahre 1854 EN Te auf 506,367 Riksd. Bco. a. sanken i. J. Be en ar Fauf480,l16 - stiegen wieder im Jahre 1856 . . . . auf480,276

und ä Te long: 3 auf.528,685 n

Die Bruttoeinnahmen für In- und Auslandsbrief- verkehr unter den genannten 4 Jahren beliefen sich auf

731,930, 730,841, 760,824 und 827,706 Riksdaler Beco.

(Wiedergabe der ersten Freimarkenbestellung der schwe-

dischen Post) (übersetzt). Nee Bestellung auf Post-Freimarken.

Für Rechnung der kgl. Post werden nachstehende Freimarken gedruckt, perforiert und geleimt bestellt; Ablieferung hat bis zum 2. Juni d. J. zu erfolgen. 3900 ganze Bogen Freimarken A 4 Sk. im Gesamtw. v. R:dr. 65000

1140 8 38 000 260 » 24 » » 26 000 1 200 n » 3 n 15 000 600 » e)) n 6 15 000

Summa R:dr. 159000 Das zu diesen Freimarken erforderliche Papier, 7100 ganze Bogen, folgt gleichzeitig, dessen Empfang untenstehend zu be- scheinigen ist. Stockholm, den 13. April 1855. Kgl. General-Post-Kämmerei. Anerkannt: Tele Weunm.ortn.

O. W. Sta&älv. Holstein.

Zur Anfertigung oben bestellter Anzabl von Freimarken hat der Unterzeichnete 7100 Bogen von dem für Postfreimarken be- sonders hergestellten Papier empfangen, was hiermit bescheinigt wird. Die Ausführung der Bestellung wird zum 2. Juni d. J. zu- gesichert.

Stockholm, den 13. April 1855. D.. A..Sparre

12 Schweden.

(Wiedergabe des Lieferungsscheines der ersten Freimarken

an die schwedische Post) (übersetzt). Nrol. Lieferungsschein über Postfreimarken. An die kgl. Post werden hiermit gemäß Bestellung Nr. 1 vom 13. April 1855 abgeliefert: 36481/, ganze Bogen Freimarken & 4 Sk. im Gesamtw. v. 60 808,16

964 » » u, mi : 32133,16 240 » 24 24 000,— 11281/, > 14 106, 12 588 6 14 700, =

Sa. 6569 ganze Bogen Sumink Rdr. 145 747,44

ebenso wird als Makulatur zurückgegeben : 531 ganze Bogen verschiedener Werte zu einem Ge-

samtbetrage von 13 252,04 Zus.7100 ganze Bogen Summa Rdr. 159000, Stockholm, den 12. Juni 1855. P. A. Sparre.

Daß obenstehende 531 ganze Bogen Freimarken-Papier ver- schiedener Werte von Herrn Graf P. A. Sparre als Makulatur zurückgeliefert, von uns nachgezählt, sowie richtig befunden und darnach in unserer Gegenwart verbrannt wurden, bescheinigen

Stockholm, den 19. Juni 1855. Kgl. Post-Kämmerei.

Ludwig Ström. A. W. Lidmark. Elof von Wernstedt.

Die Entwieklung des Freimarkensystems

in Sehweden.

Werfen wir einen Rückblick auf die Entwicklung des Freimarkensystems in Schweden, so begegnen wir

bereits im Jahre 1856 einer Lokal- De freimarke, welche, obwohl sie kein S EN | ' Postwertzeichen im gewöhnlichen BR Y 4 © Sinne des Wortes ist, doch der Er- wähnung bedarf. Die Lokalbrief- bestellung in Stockholm geht bis ins Jahr 1848 zurück und hielt sich bis Ende 1861 in privaten Händen; zur Frankierung wurde die schwarze Lokalbriefmarke 1 Skill. Beo. verwendet, die somit kein offizielles, sondern ein Privatpostwert- zeichen ist.

Die erste Ausgabe neuer Freimarken erfolgte im Jahre 1858 und wurde durch Aenderung der Posttaxe im Zusammenhang mit dem Uebergang des Münzsystems von Riksdaler- und Skilling-Banco in Riksdaler- und Ore-Reichsmünze hervorgerufen. Hierbei wurde das Normalporto für Inlandbriefe von 4 Sk. Bco. (— 12!/, Ore Reichsmünze) auf 12 Ore herabgesetzt, ferner die Werte 5 und 9 Ore für zweckmäßigere Frankierung der Aus- landbriefe sowie die Werte 30 und 50 Ore für Einschreib- und Versicherungsbriefe verausgabt.

Die Aufhebung der Privatpostbestellung in den Städten zu Anfang des Jahres 1862 machte die Ein-

Entwicklung des Freimarkensystems. 13

führung einer 3 Ore-Marke notwendig. Da nun in- dessen der neue Typ nicht bis zu dieser Zeit fertig- gestellt werden konnte, verwendete man sozusagen als Zufälligkeitsmarke an Stelle von 3 Ore die oben erwähnte Lokalfreimarke, doch mit einem Farbenwechsel, olivbraun an Stelle von schwarz. Diese Marke war bis zum 30. November 1862 im Kurs und wurde vom 1. Dezember desselben Jahres ab durch die 3 Ore-Marke im Löwen- typ ersetzt.

Im Jahre 1866 kamen Freimarken zweier neuer Werte hinzu und zwar 17 und 20 Ore, deren erstere die Brieffrankierung nach Dänemark, die letztere die nach Norwegen erleichtern sollte. Infolge der, Herabsetzung des Briefportos nach Dänemark auf 12 Ore wurde der Wert 17 Ore wieder eingezogen und gleichzeitig neue Marken zu 6 Ore für Kreuzbandsendungen und 1 Riks- daler zur Bezahlung des Paketportos am 1. Juli 1872 ausgegeben.

Die Verbilligung des Portos für gewisse Kreuzband- sendungen veranlaßte vom Juli 1877 ab die Einführung von Freimarken im 4 Ore-Werte, und 1879 wurde in- folge der Münzveränderung die 1 Riksdaler-Freimarke mit der zu 1 Krona vertauscht.

Die nächste Freimarke eines bis dahin nicht vor- handenen Wertes war 10 Ore, welche von allen bisher ausgegebenen schwedischen Freimarken die höchste Auf- lage erreicht hat. Ihre Ausgabe war eine Folge der im Jahre 1884 beschlossenen Herabsetzung des Inlandportos auf 10 Ore. 4

Im Jahre 1891 wurden zwei neue Werte, 1 und 2Ore, eingeführt. Der Wert 1 Ore ist nur als Ergänzungsmarke gedacht, während 2 Ore die geringste Beförderungstaxe für gewisse Kreuzbandsendungen bildet.

1896 gelangten 15 und 25 Ore zur Einführung, teils zur Frankierung von Postanweisungen, teils für Nachnahmesendungen und Pakete. Zur Erleichterung der Frankierung gewisser Inlandkreuzbänder schuf man 1903 die 8 Ore-Marke sowie im gleichen Jahre das neueste aller schwedischen Wertzeichen, die 5 Kronen- Marke, die der Frankierung von mit hohem Porto be- legten, hauptsächlich versicherten Sendungen dient.

Die Einführung der Dienstmarken hängt mit dem Auflösen des Freibriefrechts sowie der Einziehung der Amtsbriefbestellung zusammen. Infolge Reichstags- beschlusses vom 6. Juni 1873 wurde die Generalpost- direktion zur Ausgabe von Dienstmarken veranlaßt. Es wurden zu Anfang alle zu jener Zeit kursierenden Werte der gewöhnlichen Freimarken auch in Dienstmarken verausgabt und zwar mit dem Jahre 1874 die Werte:

14 Schweden.

3,5, 6, 12, 20, 24, 30,und 50 Ore nebst" 1 Krone. Im Jahre 1877 kam 4 Ore, 1885 10 Ore und 1891 2 ÖOre dazu, alle aus gleicher Ursache, wie die ent- sprechenden Werte der gewöhnlichen Freimarken. Der leichteren Unterscheidung halber wurde für die Dienst- marken die doppelte Freimarkengröße angeordnet.

Am 12. November 1872 bestimmte der König in- folge seitens der Generalpostdirektion gemachter Vor- stellungen, daß zur erhöhten Kontrolle des Rechenschafts- berichts über das am Ankunftsort für unfrankierte und ungenügend frankierte Sendungen erhobene Porto die Verwendung besonderer Marken zu erfolgen habe. Mit Bezug hierauf wurden zu Anfang 1874 10 verschiedene Werte von Portomarken (Lösenmarken) eingeführt, es waren dies 1, 3, 5, 6, 12, 20, 24, 30 und 50 Ore sowie 1 Krona; da diese Art Marken die Hoffnungen der Generalpostdirektion nicht erfüllten, wurden sie Ende 1892 wieder eingezogen.

Obwohl im Laufe der Jahre die Verausgabung ver- schiedener Wertzeichen eingestellt wurde, dieselben aber trotzdem noch zu Frankierungszwecken zugelassen sind, so seien nachstehend diejenigen Marken aufgeführt, die die schwedische Post z. Zt. (1908) anfertigen läßt und die sich somit im Kurs befinden; es sind dies:

‚Freimarken: 1, 2,4, 5, 8,.10,.15, 20,22 30 und 50 Öre nebst 1 und 5 Kronen:

Dienstmarken: 2, 3, 4, 5, 10, 20, 30 und 50 Öre nebst 1 Krona.

Einiges über Herstellung der schwedischen Freimarken.

Es ist nicht die Absicht, hier eine weitläufige Ab- handlung über die einzelnen Herstellungsverfahren der Freimarken an den Tag zu legen, denn diese sind wohl überall einander so ziemlich ähnlich, vielmehr handelt es sich hier um einige Merkmale und Eigenheiten der schwedischen Briefmarken, die zu kennen, vom phila- telistischen Standpunkte aus wünschenswert erscheinen.

Die Herstellung der schwedischen Postwertzeichen lag während der Jahre 1855—1861 in den Händen des Grafen Per Ambjörn Sparre, der 1861 Schweden verließ und sich in Paris wohnhaft machte. Von dieser Zeit ab übernahm Auditeur Scheutz bis Ende 1869 und 1870/71 dessen Sohn Ingenieur Eduard Scheutz als e Stellvertreter die Anfertigung; der Kontrakt mit Sparre wurde mit dem Jahre 1871 seitens der

Einiges über die Herstellung. 15

Generalpostdirektion gekündigt. Bei der darauf erfolgen- den Vergebung des Freimarkendrucks entschloß man sich für den Vorsteher der Reichsbanknoten-Druckerei, Pehr Olof Bagge und legte am 21. Oktober 1871 durch Kontrakt fest, daß Bagge von Anfang 1872 an die Herstellung der Postwertzeichen zu übernehmen habe. Dieser Kontrakt wurde beim Ableben P. O. Bagges im Februar 1873 an Jacob Bagge und nach dessen Tod 1892 an sein Sterbehaus überschrieben. Am 1. April 1893 wurde mit der neu gegründeten Aktiengesell- schaft Jacob Bagges Banknoten-Druckerei ein neuer Kontrakt abgeschlossen, der bis auf den heutigen Tag erneuert ist.

Das Papier zu den schwedischen Freimarken wurde in den Jahren 1855—1885 von der Reichsbank-Papier- fabrik Tumba geliefert, von 1885—1891 stellte die Frei- marken-Druckerei das Papier selbst und ab 1891 ist die Papierfabrik Klippan in Schonen mit der Herstellung betraut. Das von Tumba gelieferte Papier war in den Ecken und teils an den Kanten eines jeden halben

Type Typ I. Pyp. IM:

Bogens mit Wasserzeichen Linien und Ornament mit Krone versehen. Man unterscheidet 3 Type. Mit Wasserzeichen Typ I versehenes Papier wurde in den

16 Schweden.

Jahren 1855—1872 verwendet, worauf alle Skilling- banko- und Wappenmarken gedruckt sind; dasselbe fand auch für die Neudrucke der Jahre 1868 und 1871 Ver- wendung. Aus Mangel an ganzen Freimarkenbogen konnte die Zeit für die Veränderung des Wasserzeichens nicht festgestellt werden, aber es ist anzunehmen, daß auch die ersten Ziffertypmarken auf diesem Papier gedruckt sind. Darnach bis zum Jahre 1880 wurde Papier mit anderem Wasserzeichen Typ II verwendet, welches sich vom ersteren hauptsächlich nur durch das Fehlen der parallelen Linien unterscheidet. Auf diesem Papier sind alle übrigen feingezähnten und die Mehr- zahl der grobgezähnten Ziffertypmarken gedruckt. Von 1880 bis Anfang 1886 kam Papier mit Wasserzeichen Typ III in Gebrauch; der Unterschied in der Zeichnung des Wasserzeichens ist gegen Typ II nur ein geringer.

Im Laufe vieler Jahre scheint das von der Papierfabrik Tumba verfertigte Papier zur Zufriedenheit ausgefallen zu sein, denn besondere Klagen wurden unter Sparres und Scheutz Zeit nicht verspürt. Als jedoch Bagge zu Anfang der siebziger Jahre die Herstellung der Frei- marken übernahm, liefen fortwährend Klagen über die schlechte Beschaffenheit des Papiers ein; einmal war es zu schlecht geleimt, dann wieder zu dünn, dann voll mit Knoten usw.

Alle diese Klagen scheinen indes weniger mit der Beschaffenheit des Papiers zusammenzuhängen, vielmehr verdanken sie wohl größtenteils ihren Ursprung der Initiative des Druckers, der ein Interesse daran hatte, das Papier selbst zu liefern. Die Generalpostdirektion wurde schließlich der vielen Klagen müde und beschloß, daß der Freimarkenlieferant vom Jahre 1886 ab das entsprechende Papier selbst halten und liefern soll. Der Kontrolle halber wurde das Papier vor jedem Druck in der Druckerei der Generalpostdirektion auf der Rück- seite mit Posthornaufdruck versehen. (Siehe Abbildung S. 17.) Dieses neue Papier ist größtenteils von auslän- dischen Firmen, hauptsächlich von Gebr. Hoesch in Kreuzau (Rheinlande) geliefert worden.

Als die Generalpastdirektion im Jahre 1890 beschloß, daß die gewöhnlichen Freimarken in Kupferdruck her- gestellt werden sollten, bestimmte sie gleichzeitig, daß die in Frage kommenden Marken auf Papier mit Wasser- zeichen königl. Krone in jeder Marke zu drucken seien. Freimarkenpapier wurde fürderhin von der Papier- fabrik Klippan geliefert. Die gleiche Papierart fand für alle im Kurse sich befindenden Freimarken mit Aus- nahme der 5 Kronen-Marke Verwendung; zu letzterer dient ein Papier mit Wasserzeichen „V“ in der rechten oberen

Einiges über die Herstellung. 17

Ecke des Bogens, von der unbedruckten Seite aus bc- trachtet.

Das Papier der Dienst- und der Portomarken hat kein Wasserzeichen und ist wie bereits erwähnt von Gebr. Hoesch geliefert; das der Dienstinarken ist ge- wöhnliches sogenanntes Postpapier und variiert in Dicke und Farbe.

Der Posihornaufdruck auf der Rückseite der Freimarken.

Um beim Druck dem Hinausschleppen von „Rari- täten“ vorzubeugen, wird zum Probedruck nur Papier von grüner Farbe verwendet, auf dessen Rückseite in schwarzem Druck die Worte „Proftryck, Makulatur, Specimen“ so n.ıhe zu einander angebracht sind, daß jede Marke von diesen 3 Worten getroffen werden muß. Zweiseitige Drucke, teils umgewendete, teils Doppel- drucke trifit man bisweilen an, Fehler, die auf Unauf- merksamkeit beim Drucken und Einlegen der Bogen in die Druckmaschine zurückzuführen sind.

Die Kupferdruckmarken kommen meistens auf ge- töntem Papier vor. Dieser Farbton entsteht dadurch, daß der automatische Farbtrockner, welcher vor dem Drucke

H.Krötzsch, Handb ch. 2

Schweden.

18

oft 5 und rst selten

alle Farbe aufzunehmen;

10 Ore-Marken in Kupferdruck haben äuße rein weißes, sondern meist stark gefärbtes Papier.

die glatte Oberfläche der Platte -abtrocknen soll

nicht imstande ist,

m E = & > un 8 Bu 8 2, 9 4

LAINHIALSOd TIONON TEN > ® DER gen PR m DR m = ED®P

LANUMIgALSOd "TIDONON

a

I BE 5

a aa a9 aa ae

22 909909299 aaa ae) I aaa a

ag <a I

+

Se

KONGL POSTVERKET Fee ee ea

nut, TINON

+

KONGL POSTVERKET bob Ah & & & ob ed oo oh oo od & oh oh

KRKONGL POSTVERKET

Fee ee Fer Peer Be Bi ee el re ee Re er ee ee ee er ee er ee

&

LINYUIALSOd TONON

Wasserzeichen der Kupferdruckmarken.

Einiges über die Herstellung. 19

Beim Drucken auf Papier mit Wasserzeichen muß dasselbe so in die Presse gelegt werden, daß die Wasser- zeichen nicht verkehrt in die Freimarken kommen. Um nun der zeitraubenden Arbeit, die Stellung der Wasser- zeichen für jeden Bogen zu bestimmen, zu entgehen, ist deren Anordnung schon von vornherein so, wie neben- stehende Abbildung zeigt. Da nun die beiden Druckplatten auf entsprechende Weise angeordnet sind, so kann der Bogen von beiden Längsseiten aus eingelegt werden, ohne daß die Wasserzeichen unrichtige Stellung erhalten. Indessen kommen doch Freimarken mit verkehrtem Wasserzeichen vor, ein Fehler, der entsteht, wenn der Bogen entweder schon im Bund mit der Kehrseite nach oben liegt oder beim Einlegen seine ursprüngliche Lage nicht behält.

Zur Gummierung der Freimarken wurde im all- gemeinen reines Gummi arabicum verwendet. Zu An- fang der 90er Jahre bediente man sich infolge des hohen Preises für Gummi einer Dextrinmischung, so daß man die Marken jener Zeit sehr leicht daran erkennt, daß beim Waschen das Bindemittel zu einem Teig anschwillt, den man wegschaben muß, da er nur schwer vom Wasser gelöst wird.

Die erste Perforationsmaschine für schwedische Frei- marken, konstruiert von Graf Sparre, stammt von. unbekannter Firma; sie perforierte „l4 gezähnt“, d. h. 14 Zähne auf 2 cm Länge. Hiermit wurden alle Skilling-banko-Marken, die beiden Lokalmarken, sowie die Wappenmarken bis zum Jahre 1865 perforiert. Die Maschine war gegen Ende ihrer Verwendung sehr ver- braucht, was an den Marken jener Zeit wahrgenommen werden kann. Die Löcher sind nicht mehr zirkelrund, sondern bilden unregelmäßige Ovale. Beim Vergleichen einer solchen Marke mit einer 14 gezähnten des Ziffer- typs sieht es aus, als ob die beiden Perforationen nicht zusammen gehören würden, insbesondere auf der Längs- seite. Dieser Umstand hat in der philatelistischen Lite- ratur wiederholt Anlaß zu Auseinandersetzungen gegeben, indem irrtümlich die Ansicht Platz gegriffen hat, daß die schwedischen Freimarken auf der Breitseite 14 und auf der Längsseite 13'/, gezähnt seien.

Eine neue Perforationsmaschine wurde im Jahre 1865 von M. A. Rundlöf in Stockholm verfertigt und stellte ebenso wie die erste „14 gezähnte* Marken her. Hiermit wurden die beiden Werte 17 und 20 Öre der Löwenmarken, die Wappenmarken und die 3 Öre-Marke im Wappentyp ab 1865 sowie die Ziffertyp- und Porto- Marken bis März 1877 perforiert.

Mit der Zeit wurde auch diese Maschine so ver-

3%

20 Schweden.

braucht, daß sie die Löcher im Papier nicht mehr aus- schlug, sondern nur Öffnungen schuf, deren Kanten von einem in den anderen Bogen hineingedrückt wurden; dadurch verkleinerte sich der Raum zwischen den Löchern so sehr, daß die Marken nicht mehr zusammen- hielten. Um diesem Fehler abzuhelfen, wurde eine neue Maschine mit Perforierung 13 bestellt, die von der Firma Rundlöf&Co. am 6. April 1876 geliefert wurde. Weitere Perforationsmaschinen verfertigten F.F. Lundell sowie ©. L. Holm, beide in Stockholm. !

Für die Perforation der Dienstmarken lieferte M. A. Rundlöf im Jahre 1873 eine Maschine mit Zähnung 14, die bis 29. März 1881 Verwendung fand, von welchem Tage ab eine von der Firma Oller & Co. in Stockholm hergestellte Maschine mit Zähnung 13 in Gebrauch genommen wurde.

Die Ausgaben der schwedischen Postmarken.

A. FREIMARKEN.

Schweden war unter den skandinavischen Ländern das dritte, das in seinem Postdienst den Gebrauch von Freimarken einführte. Zuerst kam Dänemark im Jahre 1851, darauf Norwegen 1854, Schweden folgte 1855 und schließlich Finnland 1856; das System an und für sich war jedoch in Finnland schon zeitiger durch die Franko- :Kuverts vorhanden, die bereits seit 1845 Verwendung fanden. Hinsichtlich des Gebrauches von perforierten Marken nimmt Schweden unter den skandinavischen Ländern den ersten Platz ein; die schwedischen Marken waren also von Anfang an perforiert, während man sich im großen ganzen in den übrigen Ländern noch geraume Zeit darein finden mußte, die Marken aus- einanderzuschneiden, woran sich oft als Uebergangs- periode die Verwendung durchstochener Marken schloß.

Desgleichen war Schweden unter den zur skandi- navischen Münzunion gehörigen Ländern unter den ersten, die Freimarken mit Ore-Wert einführten, darauf folgte Dänemark im Jahre 1875 und zuletzt Norwegen 1877.

Freimarken I. Emission, 21

l. Emission. Skilling-banko-Marken, 1855 —1858.

Die erste Freimarkenlieferung an die schwedische Post fand gemäß eines Lieferungsscheines am 12. Juni 1855 statt; aus diesem Lieferungsschein geht gleichzeitig die Größe der Lieferung, sowie die Anzahl der auf einem ganzen Bogen befindlichen Marken hervor, die sich auf 200 Stück beziffert. Der besseren Uebersicht möge nachstehende Tabelle über Tag und Menge der einzelnen Lieferungen dienen. Die Berechnung versteht sich in halben Bogen & 100 Stück.

Datum der Lieferung sum. | 4 Skill. | 6 Skill. | 8Skill. 124 Skill. 1855 | Ban 2 2,2:0252 | 7297 11176. |1928° |. 480 nn) 2 N Bo5 N gl Bet ee ea 2. August . lt SKI —- 8. September. . . || 538 | 4794 | 578 | 954 | 273 29. Dezember . . .|| 184 | 6515| 186 | 348 | 165 1856 Ba Ma....:.... —: 1.5551 | —- | 242 | 168 1. September. . .| | 1800| = 18. ea Ban ih 6. Dezember . . .| | 3756| | 648 | 336 1857 Be. 2.013947) 8102497 | 65 a 2 5161| _ —_ S. September. . . | | 3018| | 200 | 188 24. Oktober. . . .|| | 5100| 469 | 546 | 452 nr Bezember ... .ı| | 9723 1858 8. Bebruar., . .'. = MO. 2 Eu er. | lat) | ae Summa || 3156 |69849| 2669 | 7888 | 2318 VE ———

halbe Bogen A 100 Stück.

Die Auflagen der Skilling-banko-Marken sind eigentlich groß, aber nur ein kleiner Teil davon ist zur Verwendung gekommen; ein großer Teil der an die Postämter ausgesandten Marken wurde gelegentlich der Münzveränderung im Jahre 1858 zurückgeliefert und verbrannt. Die erste Verbrennung fand am 26. Juni 1858 statt, wodurch nachstehende Quantitäten zerstört wurden:

22 Schweden.

3 Skill. 134,500 Stück z. entsprech. Wertv. 8,406.12 An 682, 2 5.150936 6 23,600 2,950.— 8 5,200 m » „a 866.32 ZA 3, SD0E n » .». 18,925.—

Zusammen im Werte von 46,841.32 Riksd. Bco. od. umgerechnet i. neue Münze v. Jahre 1858 70,262.50 KRiksm.

Im Laufe des gleichen Jahres verbrannt: Verschiedene Marken im Gesamtwerte von 69,367.14

Somit im Jahre 1858 zusammen für. . . 139,629.64

Die erste Verbrennung machte offenbar der auf der Postverwaltung liegende Vorrat von Skilling-Marken nebst den im Laufe der Jahre dorthin behufs Umtausch eingesandten beschädigten Marken aus. Bemerkenswert ist die große Anzahl beschädigter Marken, welche in den ersten Jahren ihres Daseins gegen neue umgetauscht werden mußten. Dieser Umstand erklärt sich wohl daraus, daß die Postbeamten in jener Zeit noch nicht recht mit den Marken umzugehen verstanden. Sollte in unseren Tagen ein gleich großer Prozentsatz der ausgesandten Marken zum Umtausch zurückgehen, so würden die kassierten Marken ganz bedeutende Mengen ergeben. Ebenso scheint ein Teil der Konsumenten den Zweck der Perforierung nicht erfaßt zu haben, denn oft trifft man Marken an, bei welchen vor dem Aufkleben auf den Brief die Zacken sorgfältig weggeschnitten wurden.

Der Urstempel zu den Skilling-banko-Marken ist ohne Wertbezeichnung in Stahl graviert; derselbe ist verschwunden, ebenso die Druckplatten zu den ersten Marken. Wahrscheinlich wurden Stempel und Platten zur Zeit der Ingebrauchnahme der Ore-Marken zer- stört. Nach dem, was aus den im amt- lichen Vorrat verwahrten Kupferrepro- duktionen vom Urstempel hervorzugehen scheint, wurde letzterer auf die Weise vervielfältigt, daß er mit großer Kraft in ein Kupferstück gepreßt wurde, das alsdann als Matrize für Niederschläge diente. 5 solcher Niederschläge, eines für jeden Wert, versah man mit der betreffenden Wert- bezeichnung, wovon man wiederum diejenigen Klischees herstellte, die später als Druckplatten dienten. Ge- nauere Auskunft über die damalige Art und Weise des Zuwerkegehens war nicht zu erhalten, zumal sich die s. Zt. von Graf Sparre an die Generalpostdirektion überwiesene diesbezügliche Beschreibung nicht mehr vorfindet.

Die Skilling-banko-Marken wurden in Buchdruck auf handgemachtes Papier (hergestellt von der Reichs- bank-Papierfabrik Tumba) gedruckt. Das Papier, welches

Freimarken I. Emission. 23

mit Wasserzeichen in den Ecken versehen war (Typ I), war vermutlich von Anfang an rein weiß; der gelb- oder grauweiße Farbton, den das Papier der Skilling-banko- Marken nunmehr besitzt, dürfte wohl auf dessen Alter beruhen. Die erste Lieferung von Briefmarkenpapier, 20100 ganze Bogen, fand am 30. März 1855 statt, wovon am 13. April 7100 und am 15. Juni 1000 Bogen dem Drucker zugestellt wurden. Die auf diese Partie gedruckten Marken wurden am 12., 18. und 21. Juni abgeliefert und machten 7428 ganze Bogen fehlerfreier Marken nebst 672 ganze Bogen Makulatur aus. Indessen ließ die obengenannte Papierlieferung so- wohl hinsichtlich Glättung als auch Festigkeit verschieden zu wünschen übrig. Um ersterem Fehler abzuhelfen, wurde die Restauflage der zuerst gelieferten Partie, 12000 Bogen, zum Satinieren wieder nach Tumba ge- sandt; hierbei kamen 250 Bogen in die Makulatur, während der Rest, 11750 Bogen, am 21. Juni wieder an die Postverwaltung zurückging. Am 11. Juli wurden 450 Probebogen Papier von größerer Festigkeit und stärkerer Leimung geliefert, wovon 250 als Ersatz für die bei der Glättung makulierten Bogen dienten. Diese 450 Bogen wurden am 20. Juli der Druckerei über- geben, die dafür am 2. August 430 Bogen 4 Skilling- banko-Marken lieferte. Von der ersten Papierlieferung nebst den von der Lieferung vom 11. Juli überschüssigen 200 Bogen verblieben nunmehr noch 11750 Bogen, wovon 3750 am 7. August zum Bedrucken gesandt wurden. Bei einer am 5. November 1855 vorgenomme- nen Inventur ergab sich, daß von den von Tumba ge- lieferten 20300 Bogen Papier 12300 zum Drucken von Freimarken verwendet waren, und daß der Rest noch 8000 Bogen ausmachte; hiervon wurden am 29. November des gleichen Jahres sowie am 25. April 1856 je 4000 Bogen zur Druckerei gesandt. Die auf letztere Partie ge- druckten Marken wurden am 22. Mai 1856 geliefert und waren alle bis zum genannten Tag gelieferten Marken, mit Ausnahme der 86000 Stück 4 Skilling- banko-Marken vom 2. August 1855, auf dünnerem Papier gedruckt. Bei der Inventur vom 17. Juli 1856 ergab sich, daß das ganze seitens der Papierfabrik erhaltene Briefmarkenpapier aufgebraucht war. Die nächste Liefe- rung von Briefmarkenpapier fand am 13. August 1856 statt, und zwar 46000 halbe Bogen von dickerer Be- schaffenheit in Uebereinstimmung mit der Probe vom 11. Juli 1855; von dieser neuen Partie wurden am gleichen Tag 5000 Bogen an die Druckerei gesandt; die entsprechende Freimarkenlieferung erfolgte am 1. September des gleichen Jahres. Die Lieferungstage

24 Schweden.

für die ersteren Auflagen auf dickem Papier stellen sich für die verschiedenen Werte wie folgt:

4. Skill. (11. Juli 1855) 1. September 1856,

6 Skill. 22. April 1857,

S u. 24 Skill. 6. Dezember 1856.

Die Anzahl der gelieferten Marken der verschiedenen Werte auf dünnem und dickem Papier macht also aus:

auf dünnem Papier auf \ickem Papier Summa 3 Skill.-banko 315,600 ae 315,600 ae 2,756,300 4,228,600 6,084,900 Di 5 211,900 55,000 266,900 BL h 409,700 389,100 798,800 oe, See‘ 104,100 931,800

3,821,200 4,776,800 S,298,000

Auf Grund obenstehender Auseinandersetzung kann doch kein sicherer Schluß hinsichtlich der im Verkehr verbliebenen „Freimarken auf dünnem und dickem Papier“ gezogen werden, da, wie bereits bemerkt, die Anzahl und die Werte der zerstörten Marken nur bei der ersten Verbrennung in den liechenschaften der Post- verwaltung angegeben sind. Dagegen ist bewiesen, daß die 3 Skilling-banko-Marken, deren ganze Auflage im Jahre 1855 gedruckt wurde, nur auf dünnem Papier hergestellt sind.

4 Skill.-banko kommt in den Farben hellblau und blau auf dünnem, ausnahmsweise auf dickem Papier vor; in dunkelblau und graublau auf dickem, ausnahms- weise auf dünnem Papier. Von 6 Skill.-banko existieren alle Nuancen sowohl auf dünnem als auch auf dickem Papier mit Ausnahme von dunkelbraungrau, welches nur auf dickem Papier gedruckt ist. Von 8 Skill.-banko konnen zitrongelb nur auf dünnen, alle übrigen Nuancen aber auf dünnem und dicken Papier vor; von 24 Skill.- banko alle Nuancen sowohl auf dünnem als auch auf dickem Papier.

Der Druck ist im allgemeinen gut, jedoch kommt verwischter Druck hie und da vor, insbesondere ist dies infolge der starken Abnutzung der Platten bei 4 und 8 Skill.-banko der Fall. Bei den Wertziffern bemerkt man mitunter kleine Verschiedenheiten, die mutmaßlich von einem weniger sorgfältigen Verfahren bei der Her- stellung der Druckplatten herrühren. Gemäß einer Bekanntmachung der Generalpostdirektion vom 24. Mai 1855 sollen die Freimarken (oder Portomarken, wie sie dort genannt werden) ab 1. Juli gleichen Jahres dem allgenieinen Gebrauche zugänglich gemacht werden.

3 Skitt. Be grün, Vom 1. Juli 1855 bis 30. Juni 1858.

Freimarken I. Emission. 25

Die seltenste der schwedischen Freimarken ab- gesehen von verschiedenen Fehldrucken kommt in den Nuancen hellgrün, grün und blaugrün vor. Die ganze Auflage dieser Marke wurde im Laufe des Jahres 1855 geliefert und betrug 315,000 Stück, wovon seitens der Post- verwaltung sichtlich doch nur 189,200 Stück zur Versendung gelangten. Von dieser Marke dürfte wohl der größte Teil von den Postämtern im Jahre 1858 zurückgeliefert und später verbrannt worden sein. Es existiert ein Fehldruck in gelber Farbe, jedoch ist davon nur ein Exemplar bekannt.

4 Skill. Bco blau. Vom 1. Juli 1855 bis 30. Juni 1858.

Kommt in den Nuancen hellblau, blau, dunkelblau und graublau vor; Marken in letzterer Farbe sind vergleichsweise selten. Ebenfalls gibt es eine Nuance in ultramarin, welche sich besonders durch ein schmieriges Aussehen auszeichnet, das offenbar auf der Farbe beruht, die die Eigenschaft leichten Ausfließens besitzt. Ein Plat- tenfehler ist bei Exemplaren dieser Marke dadurch entstanden, daß durch irgend welche Beschädigung auf der Druckplatte der Buchstabe R in FYRA zu einem B (FYBA) verwandelt wurde. Iım übrigen kommt diese Marke, wie bereits bemerkt, bisweilen in verwisch- tem Druck vor.

6 Skill. Beco violett. Vom 1. Juli 1855 bis 30. Juni 1858.

Man begegnet dieser Marke niemals in der ur- sprünglichen violetten Farbe. Die Ursache dieser Farb- veränderung kann nicht mit Sicher- heit angegeben werden; wahrscheinlich haben äußere Einflüsse dabei zusammen- gewirkt. Die Farbe selbst kann von derartiger Beschaffenheit gewesen sein, daß sie sich ohne fremde Einwirkung zersetzte; es mag auch sein, daß der Gummi dabei irgend welche Rolle ge- spielt hat. Indessen gibt es mehrere Nuancen der grauen Farbe, in die die violette übergegangen ist, gleichsam als verschiedene Grade von grau und braungrau, die von den Mischungen der ursprünglichen Farbe herrühren, aber möglicher- weise auch auf vollständig fremden Einflüssen auf die

Ay 58 m 5

26 Schweden.

wohl von Anfang an konstante Farbe beruhen. Die in dieser Hinsicht wirksamen Kräfte können gewesen sein: starkes Licht, Feuchtigkeit, die bei der Verbrennung des Leuchtgases erzeugte Schwefelsäure, Gummi usw.') Obwohl die Auflage dieser Marke weit hinter derjenigen von 3 Skill. Bco zurückbleibt, so sind die 6 Skill.-Marken doch lange nicht so selten wie die 3 Skill. Erstere hat nämlich bedeutend größere Verwendung gefunden als letztere.

& Skill: Bco gelb. Vom 1.Juli 1855 bis 30. Juni 1858.

Diese Marke hatte unter den Skill.- bancos nach 4 Skill. den größten Ab- gang; ihre Auflage entspricht jedoch nur dem zehnten Teil derjenigen der 4 Skill.-Marke. Außer den relativ seltenen zitrongelben Marken kommen gelb und orange in verschiedenen Nu- ancen vor.

24 Skill. Beo dunkelrot. Vom 1. Juli 1855 bis 30. Juni 1858.

Es existieren einige Nuancen von ziegelrot, aber in der für diese Marke von der General- postdirektion bestimmten Farbe, dunkel- rot, ist kein Exemplar bekannt. Wahr- scheinlich konnte die offizielle Farbe bei der Herstellung nicht getroffen werden oder die Farbe ist von Anfang an zwar die bestimmte gewesen, hat sich aber im Laufe der Zeit geändert; eine Untersuchung, welches von beiden das Richtige ist, wäre nunmehr eine schwierige Aufgabe. Die 24 Skill,-Marke hat unter den Skilling-banko-Marken die geringste Auflage, nämlich 231,800 Exemplare, doch dürfte der größte Teil davon in den Verkehr gekommen sein.

RE Fear SKILL. 72

un Ares er

Il. Emission. Öre-Marken im Wappentyp, 1858—1872.

Wenn man von der Aenderung der Münzbezeich- nung absieht, haben die Wappenmarken von allen schwedischen Freimarken am längsten kursiert, nämlich 17 Jahre. Mit Ore-Bezeichnung waren die Wappen-

1) Vgl. hierüber auch Krötzsch-Handbuch I. Bd. Abschnitt Hamburg S. 3 am Fuße, XV.Bd. Schleswig-Holstein S. 84 am Kopfe und D. B.-Z. 1897 S. 133°. Schriftltg.

Freimarken II. Emission. DR

marken ohne irgendwelche Veränderung ebensolange im Kurs wie die nun im Gebrauch befindlichen Kupfer- druckmarken. Bei flüchtiger Betrachtung scheint es, als ob die Ore-Marken im Wappentyp mit dem Urstempel der Skilling-banko-Marken identisch wären, doch bei einer näheren Prüfung wird man bald gewahr, daß sich dies nicht so verhält. Der innerhalb der Umrahmung befindliche Wappenhintergrund weist bei gegenseitigem Vergleichen in die Augen fallende Verschiedenheiten auf; ferner ist der Wappenschild bei den Skilling-banko - Marken breiter als bei den ÖOre-Marken, hat aber bei den letzteren eine stärkere Ausbauchung. Die Kronen im Schild sind bei erst- genannten Marken breiter und die beiden oberen näher aneinandergerückt als bei den zuletzt genannten, wo sie sich beinahe an der Kante des Schildes befinden. Die Krone über dem Schild ist gleichfalls von verschiedener Form, indem bei den Skilling-Marken der Kopfring breiter und die Außenbügel gebogener sind als bei den Ore-Marken; ferner ist bei letzteren der Mittelbügel der Krone von beinahe geraden Linien begrenzt sowie mit drei größeren und einer kleineren kaum merkbaren Perle besetzt, während bei den Skilling- Marken der genannte Bügel von Bogenlinien begrenzt wird und mit vier gleich großen Perlen besetzt ist. Schließlich weist der auf der Krone sich befindende Reichsapfel Verschiedenheiten bei beiden Markentypen auf: derselbe ist bei den Skilling-Marken sehr groß und mit seinem unteren Teil in den Bügeln der Krone ver- graben, zudem haben sowohl der Apfel als auch das Kreuz auf der rechten Seite einen Schattengrund. Bei den Ore-Marken dagegen ist der Apfel sichtlich hell und von ganz gleicher Größe wie die Perlen des mittleren Bügels, umgeben von schattigem Grund,

Der zu diesen Marken in Stahl hergestellte Urstempel ist nicht mehr vorhanden, während die Kupfernieder- schläge hiervon nebst den Originalstempeln, gleichfalls durch Kupferniederschlag hergestellt, zu jedem Wert auf- bewahrt sind, >

Der Druck selbst ist bei den Ore-Marken im Wappen- typ besser und reiner als bei den Skilling-Marken, ob- wohl die Herstellung die gleiche ist, nämlich Buchdruck; in Papier und Perforierung ist kein Unterschied vor- handen. Die in beiden Markenserien einander nahezu gleichen Werte, 4 und 8 Skill. Bco. beziehungsweise 12 und 24 Ore, haben die entsprechende gleiche Farbe, während die Farbe der 3 Skill.-Marke, grün, von 5 Ore

28 Schweden.

übernommen wurde, die dieser Wert in Zukunft stets behalten soll. Die Farben von 6 und 24 Skill. Bco. gingen an die neuen Werte 9 und 50 Ore über. Hierzu kam noch eine neue Farbe, braun, für den Wert 30 Ore, die demselben bis jetzt geblieben ist.

Diese Markenemission wurde seitens der General- postdirektion durch die PBekannt- machung vom 31. Mai 1858 kund- gegeben.

5 Ore grün. Vom 1.Juli 1858 bis 30. Juni 1872.

Wechselt sehr in der Farbe. Außer mehreren Nuancen in grün kommt diese Marke in gelbgrün mit ver- schiedenen Schattierungen, ebenso in einer graugrünen Nuance vor.

9 Ore violett. Vom 1. Juli 1858 bis 31. März 1866.

Kommt in verschiedenen Nuancen von braunviolett bis matt blauviolett vor. Die Farbe dieser Marke ist sicht- lich von einer anderen und haltbareren Art als bei den 6 Skilling-Marken, denn die vorkommenden Farbennuancen sind nicht so in die Augen fallend wie bei den früheren violetten Marken. Grau existiert bei 9 Ore nicht.

12 Ore blau. Vom 1. Juli 1858 bis 30. Juni 1872.

Die große Auflage, 104 Millionen, in der diese Marke ausgesandt wurde, verursachte einen lebhaften Verbrauch von Druckplatten. Bei der infolgedessen oft vorkommenden Neuanfertigung solcher Platten wurden die Originalstempel abgenutzt, so daß letztere vom Urstempel durch Nieder- schlag neu hergestellt werden mußten. Da die Wertbezeichnung in diese im voraus eingraviert wurde, entstanden ganz natürlich Typunterschiede; diese sind indessen teils so zahlreich, teils so unbedeutend, daß es sehr schwierig sein würde, einen Schluß zu ziehen, inwiefern wirklich neue Typs vorliegen oder ob die Verschiedenheit der Stempel auf das Ausfließen der Farbe zurückzuführen ist oder ob schließlich die Unter- schiede ihren Grund in der Abnützung der Platten haben. Eine Aufstellung und Beschreibung der gegen- seitigen Stempelverschiedenheiten muß deshalb unter- bleiben. Die Wertziffern weisen die größten Unter-

ou Ge U Re] 12

Freimarken, braune Lokalmarke. 29

schiede auf die Farbe variiert oft; am unterschied- lichsten sind ultramarin und preußischblau, und zwischen diesen trifft man alle möglichen Uebergangsnuancen an.

24 Ore gelb. Vom 1. Juli 1858 bis 30. Juni 193172.

Kommt in 4—5 Nuancen von gelb, von der hellsten bis zur dunkelsten, vor. Diese Marke ist nach 12 Ore die meist verwendete dieser Emission. Durch Beschädigung der Platte ver- schwand an einer Stelle der Fußstrich bei E in Ore, so daß dieser Buch- stabe das Aussehen eines F erhälten hat (ÖRF).

30 Ore braun. Vom 1. Juli 1858 bis 30. Juni 1872.

Existiert in 3 Nuancen von braun und dazu noch in rotbraun. Außer dem unter 24 Ore genannten (ORF) kommt bei der 30 Ore-Marke ein weiterer Fehler vor, der darin besteht, daß die Ziffer 3 der linken Zahl am unteren Bogen eine Schleife er- halten hat. Von 30 Ore sind auch ungezähnte Exemplare vorhanden, die jedoch äußerst selten sind.

50 Ore rot. Vom ]1. Juli 1858 bis 30. Juni 1872.

Kommt in Nuancen von rosa bis dunkelkarmin vor. Der bei 24 und bei 30 Ore besprochene Fuß- strichfehler kommt auch hier vor.

Lokalmarke (3 Ore) braun. Vom 1. Januar 1862 bis 30. November 1862.

Provisorische Freimarke für Lokalbriefe.

Im Jahre 1861 wurde die Einführung einer Freimarke von 3 Ore für Lokalbriefe beschlossen, die in größeren Städten sowie an anderen Orten, wo das Postamt die Lokalbriefbestellung angeordnet hatte, Ver- wendung finden sollte. Da der Stempel zu diesen Mar- ken nicht rechtzeitig fertig war, sah man sich genötigt, die Platten der schwarzen Lokalmarke zu leihen, um damit Marken in brauner Farbe zu drucken und auf diese Weise den Bedarf der Postverwaltung an Lokal-

30 Schweden.

freimarken zu decken, bis die bestellten neuen Lokal- marken mit der Wertbezeichnung 3 Ore geliefert werden konnten. In dem Zirkular der Generalpostdirektion vom 25. November 1861, auf welchem als Probe eine un- gebrauchte braune Lokalmarke angebracht ist, ist vor- geschrieben, daß diese braune Lokalmarke als 3 Ore- Marke angesehen und so berechnet werden sollte. Un- geachtet dessen, daß die Wertbezeichnung fehlte und die Marke die Aufschrift „Lokalbref“ trug, war sie nicht nur für Lokalbriefe sondern auch für andere Versendungen giltig. Die Marke war auf diese Weise eine proviso- rische Freimarke, im gleichen Typ wie eine nicht offizielle Marke gedruckt, aber im Gegensatz zu der schwarzen Lokalmarke ein staatliches Wertzeichen. Die erste Lieferung erfolgte am 11. Dezember 1861, 3 Bogen (600 Marken); davon wurden 231 Stück als Probe für das obengenannte Zirkular verwendet. Die Marke kommt in olivbraun und gelbbraun vor; die Verausgabung wurde am 30. November 1862, nachdem die neuen 3 Ore-Marken fertig waren, eingestellt.

III. Emission. Marken im Löwentyp.

Dieser neue Typ mit dem vor dem Wappen liegenden Löwen umfaßt 3 Werte, nämlich 3, 17 und 20 Ore; der erstere unterscheidet sich hinsichtlich der Zeichnung deutlich von den beiden letzteren.

3Ore hellbraun. Vom 1. Dezember 1862 bis 30. Juni 1872,

Diese Marke wurde durch Zir- kular der Generalpostdirektion vom 13. November 1562 bekannt gegeben und kam am 1. Dez. des gleichen Jahres heraus, Die erste Auflage wurde bereits am 12. August von der Druckerei abgeliefert; da aber bei der Postverwaltung noch Vorrat an braunen Lokalmarken vorhanden war, erfolgte die Inkurssetzung dieser neuen Marke erst ° später.

Hierzu wurde ein besonderer Stempel graviert, den die Generalpostdirektion indessen nur wider Willen und mit Vorbehalt anerkannte, da sie ihn äußerst mißglückt fand. Irgend welcher Wertstempel in Stahl ist nicht verwahrt, wohl aber ein in Kupfer ausgeführter Original- stempel, der vielleicht selbst der Urstempel ist. Die Farbennuancen sind recht zahlreich, von dem hellsten bis

Freimarken III. Emission. 31

dunkelsten Braun und Gelbbraun; auch sind Exemplare mit beiderseitigem Druck vorhanden, wobei derselbe auf der Rückseite derartig verschoben ist, daß je ein Viertel von 4 verschiedenen Marken abgebildet ist. Von allen Wappenmarken kamen diese 3 Öre-Marken nächst den 12 Öre-Marken in der größten Auflage in Verbrauch, nämlich in über 10 Millionen.

Die im Jahre 1866 herausgekommenen Werte, 17 und 20 Ore bilden einen verbesserten Typ der 3 Ore- Marke; wenn die Ausführung dieser Marken ebenso zufriedenstellend gewesen wäre wie deren Zeichnung, so hätte man in denselben die hübschesten schwedischen Marken erblicken können. Ein besonderer Urstempel in Stahl ist wahrscheinlich, falls nicht der im Archiv verwahrte Kupferstempel ohne Wert- bezeichnung den Urstempel darstellt, vor- handen gewesen. In die Klischees, die von diesem Stempel genommen sind, wurden die Werte später eingraviert, wo- nach sie bei der Herstellung von Druckplatten die Dienste des Originalstempels leisteten.

17 Öre violett. Vom 1. April 1866 bis 30. Juni 1872.

Die 17 und 20 Ore-Werte wurden durch Zirkular vom 22. März 1866 bekannt gegeben und erschienen am 1. April des gleichen Jahres. Ueber die Farbe der 17 Ore-Marke ist sehr viel gestritten worden und es dürfte wohl kaum möglich sein, durch das Dunkel zu dringen, das über dieser Frage ruht. Gemäß Zirkular soll die Marke violett sein, und nach Aussagen mehrerer Personen, die mit der Verwaltung des Frei- markenvorrates beauftragt waren, sollen auch alle Exemplare in violetter Farbe gedruckt worden sein, die sich indessen später verändert hat. Ebenso erklärte seinerzeit der Drucker, daß diese Marke stets in violetter Farbe und niemals in grau gedruckt worden sei. Andererseits gibt es in der Tat Marken in solch klarer grauer Farbe, daß es kaum glaublich erscheint, daß dieselben jemals violett waren; unter den im amtlichen Vorrat verwahrten Originalen finden sich rein graue Exemplare vor. Ferner erwähnen verschiedene philatelistische Arbeiten, daß nur Marken, die nach dem Jahre 1870 abgestempelt sind, die graue Farbe haben; schließlich ist der Um-

32 Schweden.

stand, daß die Neudrucke vom Jahre 1885 grau sind, bis jetzt noch unaufgeklärt. Von diesem Werte existieren Exemplare, die teils violett, teils grau sind, was jedoch nur auf teilweises Bleichen zurückzuführen ist. Wenn violette Marken mit verdünnter Chlorwasserstoffsäure (H CI) behandelt werden, verändert sich deren Farbe in grau, jedoch nicht reingrau, sondern lilagrau. Neben- bei sei bemerkt, daß Marken, die mit Säure behandelt wurden, im Wasser sofort sinken, während sie sonst nur dann sinken, nachdem sie vom Wasser vollständig durch- weicht sind. Im ersteren Falle hat die Säure die Leim- schicht zerstört, die andernfalls das Eindringen des Wassers in das Papier erschwert.

Indessen gibt es 17 Ore-Marken in mehreren Nuancen sowohl von violett als auch von grau. Die Echtheit von graulila ist zweifelhaf. Wenn man nun die erstgenannte Angabe, daß die grauen Marken nicht vor dem Jahre 1570 abgestempelt wurden, als richtig annimmt, so würde nur die letzte Auflage der 17 Ore- Marken von grauer Farbe gewesen sein; sie wurde am 1. April 1869 in der Menge von 495 halben Bogen 99100 Marken geliefert. Die dieser vorausgehende Auflage war seitens der Druckerei am 4. September 1868 geliefert worden; die Ermittelung, inwiefern auch diese Marken grau waren, würde auf zu große Schwierigkeiten stoßen.

20 Ore hell zinnoberrot. Vom 1. April 1866 bis 30. Juni 1872.

Hat verschiedene Nuancen von ziegelrot, rot und braunrot; die zuletzt genannte Farbe ist relativ selten. Von dieser Marke kommen auch ungezähnte Exemplare vor.

IV. Emission. Marken im Ziffertyp. 1. Serie. Gezähnt 14. 1872—1877.

Zu allen Werten der Marken im Ziffertyp, die im Jahre 1872 ausgegeben sind, wurden besondere Stahl- stempel graviert, nämlich für die Werte 3, 5, 122 24, 30 und 50 Öre nebst 1 Riksdaler. Also kommen diese Marken in 9 Typs vor, einer für jeden Wert, und bei genauer Prüfung der Rahmen und des Wortes Sverige findet man leicht Varietäten für die verschiedenen Typs.

Von den Stahlstempeln wurden für jeden Wert 5 Klischees genommen, die man aneinander lötete; hier- von wurden nochmals 5 Kiischees angefertigt, die man in

Freimarken IV. Emission, 1. Serie. 33

Höhe und Breite so zusaramenlötete, daß nach jeder Seite im Rechteck 5 Markenbilder, also zusammen 25, zu stehen kamen.

Weitere Vervielfältigungen hiervon nannte man „Kuchen“, deren je 4 eine Druckplatte bildeten; 2 sol- cher Druckplatten, also 8 „Kuchen“ & 25 Markenbilder zusammen 200 Markenbilder machten einen Bogen aus.

Von der Emission 1872 ab rechnet man nach halben Bogen & 100 Marken gegen früher nach ganzen Bogen a 200 Marken; gedruckt wurde in ganzen Bogen durch gleichzeitige Anwendung zweier Druckplatten. Späterhin, der Zeitpunkt ist unbekannt, machte man von Druck- platten Gebrauch, die nur aus 2 „Kuchen“ von je 50 Bildern bestanden. Eine Ausnahme von, obiger Druckweise in ganzen Bogen macht wohl 12 Ore; in- folge des starken Verbrauchs dieser Marke wurde die Neuherstellung von Platten öfters notwendig, wobei stets 100 Klischees vom Urstempel genommen und zusammen- gesetzt wurden. Die zur zweifarbigen Riksdalermarke verwendeten beiden Platten enthielten mit großer Wahrscheinlichkeit auch jeweils 100 Markenbilder. Alle Marken im Ziffertyp sind gleich ihren Vorgängern in Buchdruck hergestellt.

Bei den Ziffertypmarken kommen sehr oft Platten- fehler vor, die teils bei der Herstellung.der Druckplatten oder infolge von Beschädigungen durch die Abnützung, teils beim Druck selbst entstanden sind. Zu der letzt- genannten Art von Fehlern gehören die Punkte, die mitunter vor und bisweilen nach dem Wort „Frimärke“, der Wertbezeichnung und „Ore“ auftreten. Es dürfte solche Punkte auf Marken sämtlicher Werte geben und zwar 1 bis 4 Stück gleichzeitig auf einer Marke. Der Fehler ist auf die Weise entstanden, daß, wenn ein Bild in der Platte eine Beschädigung erlitt, es entfernt und durch ein neues Klischee ersetzt wurde; zur Be- festigung des neuen Bildes brachte man 4 Schrauben oder Nieten auf jeder Seite der Inschrift im Zirkelring an. Da diese Nieten nicht genügend sorgfältig abgeputzt und geglättet wurden, verursachten sie beim Drucken die in Frage stehenden Punkte.

Beschädigungen auf der Platte haben mitunter Ver- stümmelungen von Buchstaben usw. hervorgerufen. Der beinahe bei allen Werten bisweilen vorkommende Fehler mehr oder weniger gestrichelter Boden in den weißen Ziffern des Mittelfeldes beruht aufderstarken Abnutzung der Platten, infolge welcher Farbe und Papier beim Drucken den Boden in den Ziffern getroffen haben. Dieser ist nur am Innenrande der Ziffernkonturlinie

H. Krötzsch, Handbuch, 3

34 Schweden.

ganz ausgegraben, der Rest dagegen ist senkrecht gestrichelt und liegt beinahe in gleicher Höhe mit der Druckfläche. Die gestrichelte Füllung in den Ziffern wird von einer Linie begrenzt, welche im gleichen Abstande längs der Ziffernkonturlinie läuft; mit dieser gestrichelten Füllung bezweckte man ein reliefartiges, deutliches Hervortreten der Ziffern während des Druckes, wie dies beim Versuchs- stempel vom 12 Ore-Kuvert und Postkarte aus der gleichen Zeit der Fall ist und wie sich eine Probe einem mit der Lithographischen Aktiengesellschaft in Norr- köping abgeschlossenen Kontrakt beigefügt findet. Da sich indessen eine derartige Herstellung allzu teuer ge- stellt hätte, teils weil die „Zurichtung“ zu teuer geworden wäre, teils weil die Platten unter zu starkem Druck hätten leiden können, so ließ man die Absicht zum Nachteil sowohl für die Sicherheit gegen Fälschung als ‘auch für das Aussehen der Marken fallen. Da die Klischees von den Urstempeln genommen wurden, welche alle, mit Ausnahme von 4 Öre, auf diese Weise gefüllte Ziffern haben, kommt genannter Fehler in stärkerem oder geringerem Grade bei allen übrigen Werten vor.

Für im Druckverfahren Uneingeweihte möge fol- gende Erläuterung mit bezug auf die hier gegebene Ab-

Druckstock- Druck- Quersehnitte: Papierbogen : a

Dane a a 1 mdG G, ae Zn C Ga 01

bildung zur Enträtselung der manchmal sichtbaren Ziffern- Schraffierung dienen. Die Abbildung zeigt neben der großen Zifferfigur, die die Wertziffer aus der 5 Ore-Frei- marke mit voll sichtbarer Schraffierung darstellt, die Quer- schnitt-Ansichten A, B, C uud D des Druckstockes. Der glatte Grund, in dem die Ziffer im Markenbilde steht, ist als nebensächlich unbeachtet geblieben. Die Querschnitte verstehen sich immer in genau derselben Höhe, wie die fetten Querlinien verlängert das Zifferbild durchschneiden würden. Andererseits stellen die fetten Linien die‘

oa

Freimarken IV. Emission, Schraffierung. 3

vertieften Flächen des Ziffer-Druckstockes dar, die während der Druckausführung weder von der Druck- färbung, noch vom Druckbogen berührt werden. Auf diesen vertieften Grundflächen sind die Druckbildlinien a,b, c,d, f, g, i, und k sichtbar bis zu ihren Druck- flächen, die von punktierten Linien markiert sind. Diese punktierten Linien stellen gleichzeitig den auf die Druck- fläche aufgelegten Papierbogen E, F, G, H, vor. Wird nun der Druckbogen E, F, @, H auf den Druckstock gepreßt, so geben die von den Farbenwalzen vorher ein- gefärbten Druckflächen farbige Abdrucke auf den Papier- bogen, bez. unserer Abbildungen also bei Aa die beiden Halslinien der Ziffer; bei B bc die linke Halslinie und die obere Bogenlinie des Zifferrumpfes; bei Cdfgi die äußeren Einfassungslinien des Ziffer-Schlußpunktes und des Zifferrumpfes, dagegen nicht die tiefer liegen- den Schraffierungs-Druckflächen e im Zifferschlußpunkt und h im Zifferrumpfe; bei Dk die äußere Einfassungs- lienie am unteren Zifferabschluß. Der glatt aufliegende Papierbogen G nimmt also Abdruck von der vollständigen Ziffereinfassung, berührt aber die tiefer liegenden Druck- flächen der inneren Zifferschraffierungslinien bei lund m nicht, die eben ihrer tieferen Lage wegen auch schon von den Farbewalzen nicht berührt wurden und deshalb farblos blieben. Die ursprüngliche Absicht ist nun gewesen, daß mit dem farbigen Drucke der Ziffer- einfassung (in der Marke also der farbige glatte Grund, der die Ziffer umgibt, und die Zeichnung des gesamten Markenbildes), gleichzeitig auch der farblose Drück der Zifferschraffierung erzeugt werde und diese Zifferschraf- fierung als farbloser Prägedruck im Zifferbild erscheine, Das wäre auch ausführbar gewesen, indem auf den Druck- tiegel, der den Druckbogen auf den Druckstock preßt, eine kräftige Auflage (n und o) genau in der Form der Schraffierungsflächen in der Fahne, dem Rumpfe und dem Schlußpunkte der Ziffer angebracht worden wäre, was technisch ausführbar ist und in ähnlicher Weise vor jeder sorgfältigen Druckausführung geschehen muß, um die stets vorhandenen unebenen Stellen der Druck- platte auszugleichen und um schärfer in die Erscheinung treten sollende Bildteile (z. B. die Augen in einem Kopfbilde) kräftiger abdrucken zu lassen. Der Drucker nennt dies die „Zurichtung“. Wir veranschaulichen mit E,, F,, @, und H, die glatten Flächen des Druck- bogens für die Druckfläcken A, B, C, D. Bei @, die über dem Druckbogen auf dem Drucktiegel gemachten Auflagen („Zurichtung“) n und o, die dann den Druck- bogen wie bei G, n, und o, auf die Schraffierungen U e und h herabpressen würden. Für die hier beab-

3*+

36 Schweden.

sichtigt gewesene Prägedruckausführung wäre freilich die „Zurichtung“ sehr zeitraubend und kostspielig ge- worden, denn es mußten für jede der auf dem ganzen Markenbogen befindlichen Wertziffern für alle Präge- stellen sorgfältigste, ganz scharfkantig geschnittene Auf- lagen auf dem Drucktiegel angebracht werden. Das wären also z. B. für jede Ziffer „5“ drei Auflagen, und da lt. Mitteilung auf S.33 jeder Druckbogen 200 Marken- bilder hatte, so wären für die ganze Druckform mit 2 Druckplatten & 100 Marken, 600 zierliche und sorg- fältigste Auflagen am Drucktiegel erforderlich gewesen. Da sich so kräftige Auflagen ablösen und in ihrer Lage verändern können, so hätte man jedenfalls von kleineren Druckplatten drucken müssen, damit der Drucker die Gewalt über den Druck behielt, was eben auch eine Druckverteuerung darstellt. Zudem erfordert solch kräftiger Prägedruck aber auch ein gutes zähes Papier, das sich genügend dehnt und nicht reißt und bricht, das aber auch teurer ist als das zu den Schwedenmarken verwendete, über das der schlechten Beschaffenheit wegen lebhaft geklagt wurde, wie am Schlusse von 8. 46 zu lesen ist. Der Druckstempel war also für einen recht sorgfältigen Druck hergestellt und hätte sicherlich ein schöneres Markenbild geliefert als das 1872 vorausgabte. Weil aber die Zurichtung zu teuer geworden wäre, das Papier besser und teurer hätte sein müssen, eine kleinere Druckplatte die Druckzeit mindestens verdoppelt und verteuert hätte, der erforderlich strenge Druck die Druck- platten viel früher unbrauchbar und deshalb kostspieliger gemacht hätte, deshalb sind die von dem Druckstempel mit Präge-Schraffierung erzeugten Druckplatten zum ge- wöhnlichen Flachdruck benutzt worden. Sobald dann die Druckplatten während der Druckausführung eoweit ab- genutzt waren, daß die Druckflächen C d f gi mehr auf die tiefer liegenden Druckflächen der Schraffierungen C e und h herabgedrückt waren, so berührten die Farbe- walzen auch die Schraffierungen mit und diese erschienen dann im Markenbilde, wenn auch gewöhnlich nur stück- weise, so doch manchmal auch ziemlich vollständig, wie die abgebildete große „5“ beweist, die mit nur '/, Ergänzung auseinerOriginalmarke vergrößert, versehentlich aber nicht mit senkrechter Schraffierung nachgezeichnet wurde.

Das Papier zu diesen Marken wurde in Tumba verfertigt und war in der Hauptsache ebenso wie die vorausgehenden Emissionen mit Wasserzeichen ver- sehen, jedoch mit dem Unterschiede, daß die beiden parallelen Linien an den Kanten weggelassen sind (TypIJ). Die Perforierung ist dieselbe wie bei den früheren Emis- sionen.

Freimarken IV. Emission, 1. Serie. 37

3 Ore hell olivbraun. Vom 1. Juli 1872 bis 31. März 1877.

Gemäß Zirkular vom 21. Juni 1872 wurde die Ausgabe dieser neuen Marken auf 1. Juli des gleichen Jahres festgesetzt; die Lieferung seitens des Druckers ist wahrscheinlich schon am 22. Februar 1872 erfolgt. Die Marke kommt in 3 bis 4 Nuancen von braun vor.

5 Ore grün. Vom ]. Juli 1872 bis 31. März 1877.

Wurde erstmals am 26. März 1872 geliefert und kommt in mehreren Nuancen von grün sowie seltener in smaragdgrün vor.

6 Ore violett. Vom 1. Juli 1872 bis 31. März 1877.

Die erste Lieferung dieser Marke fand am gleichen Tag, an dem die- nunrmuovv selben gemäß Zirkular der General- ee postdirektion in Kurs gesetzt werden sollten, und zwar am 1. Juli 1872 statt. Obwohl der Freimarkenlieferant versichert, daß zu den 6-Ore-Marken nur violette Farbe verwendet wurde, so ist doch die Tatsache vorhanden, daß ein großer Teil derselken rein- grau ist, während andere mehrere Uebergänge von violett zu grau besitzen. Außer diesen Nuancen in grau gibt es auch solche in violett, von rot- bis blauviolett.

12 Öre blau. Vom 1. Juli 1872 bis 31. März

1877

Wurde zum ersten Male am 19. April 1872 geliefert. Infolge der großen Auflage, in der die Marke verbraucht wurde, in über 74 Millionen, weist sie eine große Menge Farbnuancen auf. Für diese wurden bisweilen äußerst abgenutzte Platten verwendet, wodurch viele Fehler entstanden, wie defekte und fehlende Buchstaben. Auf vielen Marken fehlt ganz und gar die feine Zirkellinie, die das Mittelfeld um- geben soll, wozu die Wertziffern ungewöhnlich fett sind.

20 Ore hellzinnoberrot. Vom 1. Juli 1872 bis 31. März 1877.

MIT

38 Schweden.

Zum erstenmal am 22. Februar 1872 geliefert. Die Farbnuancen sind hier nicht so zahl- reich, dafür gibt es aber Marken, die mehr oder weniger ihre Farbe ver- loren haben. Vermutlich wurde an Stelle der vorgeschriebenen zinnober- roten Farbe eine andere unbeständige verwendet, die durch Licht oder irgend eine andere fremde Einwirkung ver- blichen ist. Dies trifft nur die im Jahre 1875 hergestellten Marken; ob jedoch zur ganzen Jahresanfertigung oder nur zu einem Teil derselben solche geringwertige Farbe verwendet worden ist, läßt sich jetzt nicht mehr feststellen. Im Jahre 1875 wurden nur drei Posten Marken, zusammen 754000 Stück, geliefert. Durch Zirkular vom 9. Oktober 1876 wurden alle Marken 1875er Anfertigung, welche nicht die für den 20 Ore-Wert bestimmte Farbe hatten, zurückverlangt.

24 Ore gelb. Vom 1. Juli 1872 bis 31. März 1877.

Die erste Lieferung fand am 26. März 1872 statt. Diese Marke tritt in den Nuancen zitrongelb, gelb und orange auf. Be- merkenswert ist, daß sowohl auf dieser als auch auf der vorhergehenden Marke, 20 Ore, das Wort „tjugo“ mit o geschrieben wurde, während dasselbe bei den Wappenmarken mit u schließt (tjugufyra). Man begegnet Stücken, bei denen sich die ursprüng- liche Farbe in schmutzig-gold und olivbraun verändert hat.

30 Ore braun. Vom ]. Juli 1872 bis 31. März 1877.

Wurde zum erstenmal am 22. Febr. 1872 geliefert und kommt in einigen Nuancen in braun, von hell bis dunkel, vor. Die Wertzahl ist hier auch anders geschrieben wie beider vorhergehenden Emission, nämlich „tretio“ an Stelle von „trettio“. Ungezähnte Exemplare sind bekannt.

50 Ore rot. Vom 1. Juli 1872 bis 31. März 1877. e

Gleichzeitig mit den ersten 30 Ore- Marken wurden erstmals 50 Ore- Marken im Ziffertyp geliefert. Dieser Wert kommt nur in rosa und karmin- rosa Vor,

Freimarken IV. Emission, 1. Serie. 39

1 Riksdaler hellbraun und blau. Vom

1. Juli 1872 bis 31. März 1877.

Die Riksdaler-Marke ist in zwei- farbigem Buchdruck hergestellt; das Mittelstück mit den 3 Kronen ist oft etwas verschoben. Die erste Lieferung erfolgte am 1. Juli 1872 und machte 18200 Stück aus.

Die Farben wechseln vielfach, be- sonders die blaue. Die braune kommt in verschiedenen Schattierungen, von

gelbbraun bis braun, vor, und von der blauen gibt es mehrere Nuancen von blau und ultramarin.

4 Öre grau. Vom 1. Januar 1877 bis 31. März

1877.

4 Öre grau wurde durch Zirkular vom 13. Dez. 1576 bekannt gegeben und kam am 1. Januar 1877

heraus; die erste Lieferung erfolgte am 28. Dezember 1876. Zu dieser Marke ist kein besonderer Stahl- stempel graviert worden, sondern das Originalklischee ist von einem mut- maßlich vom Urstempel der 12 Ore- Marke genommenen Küpferklischee oder in zweiter Hand von einer Ver-

vielfältigung desselben nach Ent- fernung der Wertbezeichnung ge-

wonnen. In das auf diese Weise her- gestellte Klischee ohne Wertbezeichnung wurde ielers für 4 Ore eingraviert, und hat dieser Stempel alsdann

Gezähnt 14. Gezähnt 13.

die Dienste zur Anfertigung der erforderlichen Druck-

platten geleistet.

Da diese Marke nur in 2 Auflagen

40 Schweden.

herausging, finden sich keine nennenswerten Farb- nuancen. Die erste Auflage machte 450000 Stück aus und wurde, wie bereits bemerkt, am 28. Dezember 1876 geliefert, die zweite folgte Anfang Januar 1877 mit 650900 Stück. Darnach wurden 4 Ore-Marken erst wieder im Jahre 1878 gedruckt, die jedoch der grob- gezähnten Emission angehören. In die Augen fallend ist der neue Typ der Ziffer 4, der sich, wie die vor- stehende Vergleichsabbildung zeigt, von 4 in 24 Ore sehr unterscheidet.

2. Serie. Gezähnt 13. 1877—-1886.

Die Marken dieser Serie unterscheiden sich von denen der vorhergehenden nur durch die Zähnung, welche hier derartig ist, daß man auf 2 cm Länge der perforierten Kante 13 Zähne gegen 14 bei den früheren Emissionen rechnet; im übrigen sind Druck, Papier und Farben identisch mit den Marken der vorausgehenden Serie. In postalischer Hinsicht wird nicht der geringste Unterschied zwischen den beiden Zähnungsemissionen gemacht, vielmehr werden Marken mit verschiedener Zähnung als in die gleiche Emission gehörig angesehen. Vom philatelistischen Standpunkte aus ist dagegen die Perforierung von großer Wichtigkeit, z. B. ist die 4:Ore-Marke der ersten Emission mit einer Auflage von 1 Million 20 Mal seltener als dieselbe der zweiten Emission, deren Auflage 20000000 Marken beträgt.

Die neue 13 zähnende Perforierungsmaschine wurde am 6. April 1877 in der Briefmarkendruckerei aufgestellt, am Tage darauf geprüft und in brauchbarem Zustande befunden. Freimarkenlieferungen erfolgten jedoch erst im Mai, weshalb auch der 1. Mai in der philatelistischen Literatur als Tag der Inkurssetzung der 2. Serie der Ziffertypmarken festgelegt ist, da in Wirklichkeit das Datum der ersten Verteilung der grobgezähnten Marken nicht mehr ermittelt werden kann.

Die Plattenfehler der feingezähnten Marken wieder- holen sich bei den grobgezähnten. Bei letzteren kommt es ebenso wie bei den feingezähnten, doch da weniger häufig vor, daß die 20- und 24-Ore-Werte eine dunkle, bis schwarzbraune Farbe haben. Was hierbei die 20-Ore-Marke betrifft, so wurde vermutlich zum Drucken Zinnober verwendet, in der Absicht, dem Fehler vom Jahre 1875, nämlich dem Ausbleichen, vor- zubeugen. Zinnober wird durch Sublimation von Schwefel- quecksilber (sogenanntes schwarzes Zinnober, HgS) her- gestellt und hat die Eigenschaft, unter der Einwirkung des Lichtes zu dunkeln. Bisweilen wird mit Mennig

Freimarken IV. Emission, 2. Serie, 41

(Pb, O,) und Chromrot (Pb, Cr O,) gemischt und diese beiden Farben dunkeln, bei noch so geringem Schwefelwas- serstoffgehalt der Luft, bekanntlich sehr bald. Zur 24-Öre- Marke wurde wahrscheinlich Chromgelb (Pb Cr O,) ver- wendet, welches ebenso wie die erstgenannten Bleifarben schon beim geringsten Vorhandensein von Schwefel- wasserstoff dunkelt, und man kann deshalb mit Grund annehmen, daß die Farbe der genannten Marken anfangs ihre richtige Nuance hatte, aber unter Einwirkung von Schwefelwasserstoff, wenigstens was die feingezähnten Marken betrifft, dunkler wurde.

Unter den grobgezähnten Marken gibt es indessen dunkle Nuancen in so großer Anzahl, daß die Beschaffen- heit der Farbe nicht gut einzig und allein dem Vor- handensein von Schwefelwasserstoff in den Lokalen, in denen die Marken aufbewahrt wurden, zugeschrieben werden kann, sondern sie muß noch durch einen anderen, hierzu beitragenden Umstand hervorgerufen worden sein. In einem Aktenstücke vom 16. August 1577 wird über die schlechte Beschaffenheit des kürzlich von Tumba gelieferten Papieres“ geklagt, womit eine Lieferung von 44000 ganzen Bogen in der Zeit vom 14. bis 21. Juli des gleichen Jahres gemeint ist; die Grund zur Beschwerde gebenden Fehler beständen teils in unzureichender, teils in ungleichmäßiger Leimung des Papieres, in welch’ letzterer Hinsicht besonders bemerkt wurde, daß es streifen-, strich- oder fleckenweise ungeleimt war, Da, wie bekannt, Gummi arabicum nicht frei von Säure ist, so liegt die Annahme auf der Hand, daß der Gummi, nachdem er durch das Papier gedrungen und in un- mittelbare Berührung mit den Metallfarben, mit denen gerade die 20 Ore- und 24 Ore-Marken gedruckt sind, gekommen ist, diese Farben zersetzt hat, insbesondere, wenn die Marken an einer feuchten Stelle aufbewahrt wurden, Für eine solche Vermutung spricht gerade der Umstand, daß gewisse farbveränderte Marken oft flecken- weise oder streifig braungefärbt sind.

Die Farbveränderung der Marken hat natürlich An- laß zur Annahme gegeben, daß dieselben gefälscht seien, und die Angaben, Untersuchungen und Schreibereien, die infolgedessen die Generalpostdirektion beschäftigten, sind nicht gering. Das erste Schreiben bezüglich der merkwürdigen Farbe dieser Marken ist vom 10. Oktober 1881 datiert, und noch bis Ende 1883 liefen von Zeit zu Zeit Schreiben über Freimarken ein, die man auf Grund der unrichtigen Farbe als Falsifikate angesehen hatte. Indessen kann als ganz sicher angenommen werden, daß 20 und 24 Öre-Marken auch mit Absicht in der Farbe verändert wurden, um sie fälschlich als

42 Schweden.

30 Ore verwenden zu können, ferner, daß diese Marken reine Farbverfälschungen sind, wie 5 Ore blau und 6 Ore rot, die in der Absicht hergestellt werden, solche Sammler zu betrügen, die leichtgläubig genug sind, in denselben merkwürdige Drucke zu sehen, die durch irgend einen Fehler bei der Herstellung entstanden sind.

(Die Markenmuster sind dieselben wie bei der 14 gezähnten 1. Serie 1872 1877.)

30 Ore hell olivbraun. Vom 1. April 1877 bis 8. April 1887.

Hat 3 Nuancen von braun; auch existieren hiervon ungezähnte Exemplare.

4 Öre grau. Vom 1. April 1877 bis 11. April

1886....7.;

5 Ore grün. Vom 1. April 1877 bis 23. Mai 18306...

6 Ore violett. Vom 1. April 1877 bis 6. August 1586.

Kommen nur in wenigen dunkleren und helleren Nuancen der betreffenden Farben grau, grün und violett vor. Von 6 Ore gibt es noch einzelne Exemplare in mattblauvioletter Farbe; graue Marken kommen in dieser Emission nicht vor. Von 6 Ore gibt es ungezähnte Exemplare.

12 Ore blau. Vom 1. April 1877 bis 30. Sep- tember 1889.

Diese Marke existiert in dunkleren und helleren Nuancen von blau; ebenso kommen Drucke von sehr abgenutzten Platten vor. Von allen Ziffertypmarken hat die 12 Ore-Marke die größte Auflage, nämlich 166627100. Da die 12 Ore-Marken infolge der Porto- ermäßigung überflüssig wurden, zog man sie im Jahre 1889 ein, behufs Ueberstempelung zu 10 Ore-Marken. Am Schlusse des 2. Vierteljahres 1889, als die Rück- lieferungen, 1115587 Stück umfassend, beendigt waren, fanden sich im Vorrat der Postverwaltung im ganzen 2080900 Stück, während 164546200 durch den Ver-

kehr aufgebraucht worden waren.

20 0Ore hellzinnoberrot.Vom 1. April 1877 bis 18. März 1886.

Die Farbnuancen sind recht zahl- reich, abgesehen von den erstgenann- ten Verwandlungen der ursprünglichen Farbe in braun. Zu dieser Emission gehört auch der bekannte Fehl- druck „20 tretio“, hergestellt am Schlusse des Jahres 1879. Dieser Fehl- druck ist auf die Weise entstanden, Fehldruck 20 tretio.

Freimarken IV. Emission, 2. Serie. 43

daß bei. der Ausbesserung eines beschädigten Marken- bildes in der Druckplatte, ein Bild der 30 Ore-Marke aus Versehen in die Platte eingesetzt wurde, nach- dem das Mittelfeld mit der Zahl 30 entfernt worden war, um dem unbeschädigten Mittelfeld mit der Wert- ziffer 20 Platz zu machen. Bei Vergleichung eines Fehldruckes mit einer anhängenden 20 Ore-Marke ist am Rahmen, der den Fehldruck umgibt, ersichtlich, daß das ganze 30 Öre-Bild mit Ausnahme des „air kelrunden Feldes mit der Wertziffer“ zur Verwendung kam. Der Fehler war schon vor der Drucklegung entstanden, wes- halb diese Fehlmarke auf allen Bogen der ersten Auf- lage vorkommt. Die Auflage machte 6000 Bogen aus, wovon 182 Bogen Makulatur sofort verbrannt wurden; 5818 Bogen mit je einem Fehldruck wurden am 19. Dez. 1879 an die Postverwaltung abgeliefert. Von dieser Auflage waren 1583 Bogen an die Postämter ausgeliefert, als der Fehler entdeckt wurde. Durch Bekanntmachung vom 5. Februar 1880 wurden die fehlgedruckten Marken zurückverlangt. Wieviel Exemplare zurückgesandt wurden, findet sich nicht in den Akten vermerkt, wohl aber die Anzahl der am 31. März 1880 verbrannten Fehldrucke, 4848 Stück. Also scheinen 970 Exemplare verbraucht worden zu sein; ein großer Teil davon fand auf Post- anweisungen, die sich im Besitze der Postverwaltung befinden, Verwendung.

24 Ore gelb. Vom 1. April 1877 bis a Sep- tember 1889.

Kommt ebenso wie 20 Öre in mehr oder weniger brauner, ebenso in verschiedenen Nuancen der richtigen Farbe vor, Infolge der Portoermäßigung von 1885 wurde auch diese Marke behufs Umstempelung in 10 Ore- Marken eingezogen. Am Schlusse des 2. Quartals 1859 fanden sich im Hauptvorrat 224 500 Stück, eingerechnet ein Teil Rücklieferungen. Von der ganzen Auflage der 24 ÖOre-Marke, 4444600 Stück, wurden also 4 220 100 im Verkehr verbraucht.

30 Ore braun. Vom 1. April 1877 bis 21. März 1886

Hat verschiedene Nuancen genannter Farbe, ebenso von rotbraun. Von den 30 ÖOre-Marken kommen Exemplare vor, die von besonders stark abgenutzten Platten gedruckt sind, sodaß denselben die das Mittel- feld umgebende Zirkellinie fehlt.

50 Ore rot. Vom 1. April 1877 bis 24. Mai 1886.

Diese Marke existiert in einigen Nuancen von kar- min, karminrosa bis zum stärksten Karmin, sowie in einer klaren dunkelroten Farbe.

44 Schweden.

1 Riksdaler hellbraun und blau. Vom 1. April 1877 bis 19, März 1879.

Wurde in nur einer Auflage von 221500 Marken am 18. Mai 1877 geliefert.

1Krona hellbraun und blau. Vom 20. März 1879 bis 1. Oktober 1886.

Obwohl nach dem Reichsmünzgesetz vom 30. Mai 1573 die Einheit für das schwedische Münzsystem „Krona“ genannt werden soll und der höchste Wert der Dienst- sowie Porto- marken schon von Anfang (1874) an „1 Krona“ bezeichnet wurde, so scheint man es doch nicht für notwendig be- funden zu haben, die Wertbezeichnung bei den gewöhnlichen Freimarken ent- sprechend zu ändern. Die vorher- genannte letzte Auflage der Riksdaler- marke scheint fürlange Zeitausreichend gewesen zu sein, denn die erste Auflage der 1 Krona-Marke wurde nicht vor 1879 geliefert. Zur Herstellung der Druckplatte wurde mit größter Wahrscheinlichkeit die der Riksdalermarke verwendet, jedoch mit der Aenderung, daß die weißen Linien, welche sich rechts von jeder Krone befinden und ein besseres Abheben derselben vom dunkeln Grund bezwecken, schärfer ausgraviert wurden; dies geschah auf der fertigen Originalplatte, wodurch eine Reihe von verschiedenen Typen entstanden. Auf einem Teil der Marken sind diese Linien gerade und münden in eine der weißen wagrechten Linien im Grunde; auf anderen Marken biegen sich die Linien um die Krone und setzen ganz oder teilweise unter derselben, mitunter der genannten wagrechten Linie folgend, mitunter die- selbe schneidend, in schräger Richtung fort und endigen ungefähr mitten unter der Krone, wonach die wagrechte abgebrochene Linie fortsetzt. Daß die Gravierung mit der Hand erfolgt ist, ersieht man daraus, daß bei der 3. und 7. Marke von links in der 3. resp. 4. Reihe von oben der Grabstichel ausgeglitten ist, sodaß auf der erst- genannten Marke die weißen Linien rechts von der Krone und bei der letzteren links von der Krone, an- statt zu endigen, fortsetzen, bis sie sich verjüngen oder verschwinden, im ersteren Falle abwärts und im letzteren aufwärts.

Dagegen sind bei der 2. Druckplatte dieser Marke alle Details zum Vorschein gekommen; die Platte ist nach einem neuen Originalstempel hergestellt und gibt gute und scharfe Abdrücke. Der Stempel der 1 Krona- Marke unterscheidet sich vom Riksdaler- Stempel durch den geringeren Abstand zwischen den äußeren Rahmen-

Freimarken IV. Emission, 2. Serie. 45

linien; die Höhe ist auch etwas geringer und die gleich- falls kleineren Sterne im Ring haben nicht die gleiche Lage wie beim Riksdaler-Stempel. Von den Stempeln der übrigen Werte unterscheidet sich der 1 Krona- Stempel durch den Buchstaben S in Sverige, dessen beide Bogen zusammengedrückt erscheinen.

IM

Vier Typs der 1 Krona - Marke.

Die ältesten 1 Krona-Marken stimmen in der Farbe vollkommen mit den letzten Riksdaler-Marken überein. Spätere Auflagen der ersteren weichen hinsichtlich der Farbe, sowohl der braunen als auch der blauen, ganz bedeutend ab.

10 Ore rot 1885— 86.

1. Aufl.: vom 1. Januar 1885 bis 25. Februar 1885.

2. Aufl.: vom 26. Februar 1885 bis 23. Februar 1886.

Gemäß Bekanntmachung vom 21. November 1884 sollten infolge von Portoermäßigung Freimarken im

46 Schweden.

Werte von 10 Ore ab 1. Januar 1885 eingeführt wer- den. Diese Marken sind nicht von dem seither gebräuch- lichen Ziffertyp, sondern tragen das Bild S. M. des Königs. Zu diesen in Buchdruck ausgeführten Marken ist ein besonderer Urstempel in Stahl graviert, in dem der Wert gleichzeitig angegeben ist. Die erste Lieferung erfolgte am 29. November 1884; die ganze Anzahl der im Jahre 1884 gelieferten 10 Ore- Marken betrug 12741900 Stück. In- dessen ersuchte der Freimarken- lieferant Jakob Bagge am 23. Januar 1885 die Generalpostdirektion, zum Drucke der gewöhnlichen 10 Ore- Marken und 10 Ore-Dienstmarken so- wie 10 Ore-Kuverts eine andere Farbe als die festgesetzte und seither verwendete gebrauchen zu dürfen, indem sich die letztere als untauglich erwies. In einem Schreiben vom 24. Januar teilt die Direktion ihren Beschluß mit, daß dem Wunsche des Freimarkenlieferanten entsprechend die genannten Wertzeichen in einer hellen Karminfarbe gemäß seitens des Lieferanten eingereichter Probe zu drucken seien. Die erste entsprechende Lieferung erfolgte am 14. Februar 1885; von diesem Tage bis Ende Januar 1886, zu welcher Zeit der Druck neuer Marken mit Posthorn auf der Rückseite begann, wurden 26 148 100 Stück hergestellt.

Außer der genannten schlechten Leimunrg des Frei- markenpapiers, welche bereits im Jahre 1877 Anlaß zur Klage gab, wurden im Laufe des Jahres noch andere das Papier betreffende Fehler tadelnd hervorgehoben. So wurde befunden, daß das Papier des Jahres 1885 Knoten und Ungleichmäßigkeiten enthielt, welche beim Druck Vertiefungen in der Platte verursachen, die bei späterem Druck sich als weiße Flecken im Markengrunde bemerkbar machen. Wo solche Unebenheiten Buchstaben oder Ziffern trafen, machten sie dieselben fehlerhaft; die weißen Ziffern erhielten Auswüchse und die farbigen Buchstaben wurden teils verstümmelt, teils verschwanden sie in einzelnen Fällen ganz und gar. Um diesen Un- annehmlichkeiten möglichst abzuhelfen, versuchte man die Verwendung von sehr dünnem Papier, aber dies erwies sich als noch untauglicher, indem die Farbe und der Druck durchschlugen. Da beinahe die ganze Papier- partie bei der Gummierung und Perforierung zu Makulatur verwandelt wurde, blieb nur eine geringe Anzahl Marken auf dünnem Papier als beruchbar übrig.

Freimarken IV. Emission, 3. Serie. 47

3. Serie. Posthornserie. 1896—1900. (Gezähnt 13). (Der Typ ist derselbe wie der der 1. Serie.)

Diese Serie umfaßt die gleichen Werte wie ‚die vorhergehende, mit Ausnahme von 12 und, 24 Ore. Es kommt indessen ein neuer Wert zu 2 Ore hinzu, der jedoch erst in Kurs gesetzt wurde, nachdem die Verausgabung eines großen Teils der übrigen Marken dieser Serie eingestellt war.

Das Papier der 3. Serie ist dünner, durchscheinender und gleichmäßiger in der Qualität als das Papier von Tumba, sowie auf der Rückseite mit einem Posthorn in blauer Farbe versehen; desgleichen ist der Druck besser, so daB Exemplare in schmierigem Druck oder mit Fehlern äußerst selten unter den Posthornmarken vor- kommen. Die Farben sind klar und scharf bei geringer Abweichung in der Nuance. Die weißen Flecken, welche mitunter auch bei den Posthornmarken vorkommen, sind darauf zurückzuführen, daß die durch das vorhergenannte knotige Papier beschädigten Platten zum Druck der ersten Auflagen verwendet wurden; man hatte jedoch

ssosrnAun nur möglichst gering beschädigte

meor.;: Platten dazu ausgesucht. Sogenannte „rückseitige Drucke“ kommen bei den Posthornmarken häufiger als bei den früheren Emissionen vor. Bis- weilen ist der blaue Kontrollaufdruck etwas verschoben, so daß das Post- horn auf der Rückseite der Marken von der Perforierung getroffen wurde, in anderen Fällen sitzt er zu hoch. Die richtige Stellung des Posthorns zeigt die Abbildung. Exemplare mit verkehrtem Kontrollaufdruck auf der Rückseite sind bis jetzt unbekannt.

3 Öre braun. Vom 9. April 1887 bis 22. Sep- tember 1892 und

4 Öre grau. Vom 12. April 1886 bis 28. Mai 1892. Kommen jeweils in einigen Nuancen der betreffen- den Farben vor.

5 Öre grün. Vom 24. Mai 1886 bis 24. März 1891.

Kommt in recht vielen, jedoch wenig in die Augen fallenden Nuancen vor. Die Auflage ist die größte aller bis dahin verausgabten 5 Ore-Marken.

6 Öre violett. Vom 7. August 1888 bis 26. August 1892.

Hat 3 scharfe Nuancen, entsprechend den Auflagen

von 1888, 1890 und 1891 mit 247400, 285400 und 324 100 Stück.

Rücks.Kontrollaufdruck.

48 Schweden.

10 Öre rot. Vom 24. Februar 1886 bis 20. Mai 189%

Ist mit den gleichen Platten wie die vorhergehende Emission gedruckt und kommt in verschiedenen starken Nuancen von karmin vor. Auch ist die Farbe einiger- maßen in Wasser löslich und verbleicht leicht, so daß gebrauchte Exemplare oft sehr verblasst sind. Unge- zähnte Exemplare existieren,

20 Öre hellzinnoberrot. Vom 19. März 1886 bis 26. März 1891.

Hat eine ziegelrote sowie hellere Nuance von zinnober. |

30 Öre braun. Vom 22. März 1886 bis 5. Oktober 1891.

Weist hellere und dunklere Nuancen von braun auf und kommt auch in gelbbraun und graubraun vor.

50 Öre rot. Vom 25. Mai 1886 bis 4. Dez. 1892.

Diese Marke existiert, außer in verschiedenen farb- kräftigen Nuancen von karmin, ab 1891 auch in stark anilinkarmin, welche Farbe durch das Papier geschlagen ist, so daß die Zeichnung der Marke auf der Rückseite bemerkbar wird.

1 Krona hellbraun und blau. Vom 2. Ok- tober 1886 bis 18. Januar 1900.

Die Nuancen variieren von helleren bis zu dunk- leren Farben.

2 Öre gelb. Vom 8. Juli 1891 bis 24. August 1892.

Gemäß Bekanntmachung der Generalpostdirektion vom 7. Juli 1591 sollte eine neue Freimarke im Werte von 2 ÖOre im alten Typ ausgegeben werden. Diese Marke war provisorischerNatur. Es war nämlich nicht gelungen, die Platten zu den 2 Ore-Marken in zwei- farbigem Druck bis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Portoermäßigung für Orts-Kreuzbänder fertig zu stellen. Nach dem Protokoll der General- postdirektion vom 15. Juni 1891 sollten die Platten der 24 Öre-Marken beim Drucke der 2 Öre-Marken Verwendung finden und zwar sollte das Mittelfeld mit der Wertbezeichnung ausgebohrt und Klischees mit dem neuen Wert eingesetzt werden. Infolge eiliger Herstel- lung weist die Ziffer „2“ verschiedene Typenunterschiede wie dünne Schnörkel, mißgeformte Anfangsbogen auf; auch ist die ganze Ziffer im allgemeinen mißglückt, zu- weilen kommen Flecken in derselben vor. Die auf dieser Marke sich befindlichen Punkte vor und nach dem

Freimarken IV. Emission, 3. Serie. 49

Worte Sverige und Ore sind auf die bereits früher in diesem Abschnitt beschriebene Weise entstanden; sie finden sich nicht auf dem Normalbogen vom 10. Juli 1891, der in verschiedenen Exemplaren auf der General- postdirektion verwahrt ist.

Im Normalbogen kommen indessen Marken mit zerrissener äußerer Zirkellinie vor, ebenso andere, bei denen der Grund rings um diese Linie defekt ist. Diese Fehler sind entstanden, als die neuen Mittelfelder in die alten Rahmen eingepaßt und festgelötet wurden. Wahrscheinlich wurden nach beendigtem Druck der ersten Auflage gewisse mißglückte Bilder aus der Platte heraus- gemeißelt und durch andere Klischees ersetzt, deren Be- festigung mit 4 kleinen Nieten bewirkt wurde. Durch ungenügendes Versenken dieser Nieten setzte sich bis- weilen die Farbe daran fest, die alsdann beim Drucken vom Papier in Form der erwähnten Punkte angenom- men wurde; dieselben kommen nicht alle gleichzeitig auf ein und derselben Marke vor, sondern teils einzeln, teils zwei oder drei, und zwar zwei vor Sverige und Ore, zwei hinter genaänntem Wort usw.

Von der 2 Ore-Marke wurden auf mit Posthorn gestempeltem Papier nur zwei Auflagen gedruckt, die erste am 1. Juli 1891, die zweite im Laufe des ersten Halbjahrs von 1892; die erste Auflage betrug 1558500, die zweite 422600 Stück. Eine unbedeutend dunklere Nuance in gelb kommt hauptsächlich bei Marken der ersten Auflage vor. $

10 Ore, überstempelt auf 12 und 24 Ore. Auf 12 Ore, vom 1. Oktober 1889 bis 8. Dezember 1889; auf 24 Ore, vom 1. Oktober 1889 bis 25. November 1889.

Um, die großen Vorräte von 12 und 24 Ore-Marken, welche nach der Portoermäßigung überflüssig geworden waren, zu verbrauchen, beschloß die Generalpostdirektion gemäß Bekannt- machung vom 13. März 1889, diese Marken mit 10 Ore überstempeln zu lassen. Zu diesem Zwecke wurde ein besonderer Stempel in Stahl graviert, nach welchem Klischees hergestellt und zu einer Druckplatte zusammen gesetzt wurden. Hiermit bewerkstel- ligte man den Ueberdruck in dunkel- blauer Farbe und zwar auf dem größten Teil der vorhandenen 12 und 24 Ore- Marken; unter den überstempelten Marken befinden sich auch einige

H. Krötzsch, Handbuch. 4

50 Schweden.

feingezähnte. Von 10 auf 12 Ore blau sind keine nennenswerten Nuancen bekannt; die Auflage betrug 1957000 Stück, 10 Ore auf 24 Ore gelb kommt in mehr oder minder starken Nuancen von gelb vor; Auf- lage 204400 Stück.

4. Serie. Zweifarbiger Buchdruck. 1592. (Gezähnt 13).

Nachdem der Vorrat der Werte 2, 3 und 4 Öre der Ziffertypmarken auf Posthornpapier im Jahre 1892 zu Ende war, folgten diesen neue durch Bekanntmachung vom 5. Mai 1892 gemeldete Marken in den gleichen Werten, wozu noch ein neuer Wert, 1 Ore, trat; die- selben sind in zweifarbigem Buchdruck auf dem gleichen Papier hergestellt, das bereits ein Jahr früher zu den Kupferdruckmarken (mit Wasserzeichen: Krone) Verwendung fand. Zu diesen Mar- ken im Ziffertyp wur- den 5 Stahlstempel graviert; einer ge- meinsam für den Rah- men aller Werte und je einer für das Ein- druckmuster eines jeden der vier Werte mit der ent- sprechenden Ziffer. 100 Klischees hiervon wurden zu einer Platte zusammengelötet, wovon wiederum ein Kli- schee in Neusilber genommen wurde, das als Matrize für neu herzustellende Platten dient. Verkehrtes Wasser- zeichen kommt bei allen 4 Werten vor.

1 Ore braun und blau. Ab 15. Juni 1892.

Die blaue Farbe weist einige, kaum merkbare Nuancen auf. Auch gibt es ungezähnte Marken, jedoch nur sehr wenige Bogen.

2 OÖre blau und gelb. Ab 25. August 1892.

Infolge der vielen Auflagen dieser Marke kommen auch Farbennuancen häufiger vor. Die blaue Farbe wech- selt zwischen blau und dunkelblau, die gelbe zwischen hellgelb und hell- orange. Gewöhnlich treten beide Far- ben in hellerer oder dunklerer Nuance auf ein und derselben Marke auf; es gibt jedoch auch Fälle, wo die eine Farbe in dunkler und die andere in heller Nuance vorkommt.

Freimarken IV. Em., 4.Ser. und V.Emission. 51

3 Öre braun und orange. Vom 23. Sep- tember 1892 bis 25. Oktober 1903.

Nuancen sind sehr unbedeutend. Schon im Jahre 1896 hielt man die 3 Ore-Marke für überflüssig, weshalb der Drucker am 29. Mai des gleichen Jahres Auftrag erhielt, den Druck einzustellen. Da jedoch Ende 1896 ‚die 15 Ore-Marke zusammen mit 10 Ore zur Frankatur der internationalen Postanweisung (Porto 18 Ore für Höchstbetrag von 25 Francs) praktisch erschien, so wurde am 19. Januar 1897 Auftrag 3 zur Wiederaufnahme der Herstellung von 3 Ore-Marken gegeben. Erst 1903 wurde der Druck dieser Marke endgültig eingestellt. Mit dem damals neu erschienenen Wert 8 Öre zuzüglich 10 Ore konnte das fragliche Porto erlegt werden.

4 Öre karmin und blau. Ab 29. Mai 1892.

Bei den ersten Auflagen wurde der Rahmen in einer klaren Anilinfarbe, wechselnd von karminrosa bis dunkelkarmin, gedruckt, aber vom Jahre 1895 ab ist der Rahmen in Uebereinstimmung mit allen anderen anilinfarbigen Mar- ken dieser Zeit in der für diese Marken charakteristischen Anilinfarbe gehalten. Dieselbe fließt nicht nur im Papier, sodaß die Marken ein schmie- riges Aussehen erhalten, sondern sie durchdringt dasselbe auch, wodurch die Zeichnung auf der Rückseite der Marke sichtbar wird. Die Auflagen der letzten Jahre sind dagegen nicht in genannter Anilinfarbe gedruckt, sondern in einer Farbe, die mehr derjenigen der ersten Auflagen gleicht, jedoch nicht so rein ist als die erstere. Auch variiert die blaue Farbe sehr häufig.

V. Emission. Kupferdruckmarken. 1891. (Gezähnt 13).

Durch Erlaß der Generalpostdirektion vom 13. März 1891 wurde die Verausgabung neuer in Kupferdruck hergestellter Marken in den Werten 5, 10 und 20 Ore bekannt gegeben. Hiervon erschienen d,und 20 Ore am 24. resp. 26. des gleichen Monats, 10 Ore dagegen erst am 20. Mai; die Ausführung ist, was Gravierung und Druck anbelangt, wohl gelungen. Für sämtliche Kupfer- druckmarken im Örewert existiert ein gemeinsamer in

4*

52 Schweden.

Stahl gravierter Urstempel ohne Wertbezeichnung; auch die ÖOriginalstempel zu den verschiedenen Werten sind aus Stahl. Bei der Herstellung derselben verfuhr man auf die Weise, daß man den gehärteten Urstempel in weichen Stahl drückte, so daß darnach alle im Urstempel vertieften Linien er- haben zum Vorschein kamen. Die so erhaltene Stahlpatrize wurde alsdann gehärtet und ebenfalls in weichen Stahl gedrückt, wodurch man eine genaue Kopie des Urstempels erhielt. Diese Kopien wurden durch Gravierung mit der entsprechenden Wertziffer ver- sehen und in Bleiplatten abgedrückt; 100 solcher Blei- kopien wurden zu einer Platte zusammengestellt, wovon durch Kupferniederschlag Klischees d. h. die Original- druckplatten erzielt worden sind.

Das Papier zu den Kupferdruckmarken sowie zu den Marken in zweifarbigem Buchdruck ist sogenanntes Ma- schinenpapier, versehen mit Wasserzeichen: eine königl. Krone auf jeder Marke, sowie mit der Inschrift Kong]. Postverket auf allen 4 Kanten eines halben Bo- gens. Von allen Orewerten der Kup- 5 ferdruckmarken sind Exemplare mit verkehrtem Wasserzeichen bekannt, am von der 1 Krona-Marke dagegen ist bis heute kein derartiges Exemplar zum Vorschein gekommen. Einzelne Marken existieren, bei denen sich 7, carza: das Papier beim Druck verschoben ee hat, so daß die Perforation die Krone trifft; auch finden sich Marken, bei denen der Rand die Krone halbiert, also auf jeder Seite eine halbe Krone. Sogenannte „rückseitige Drucke“ kommen bei diesen Marken sehr oft vor.

5 Öre grün. \om 25. März 1891 bis 1. Februar 1897.

Die erste schwedische Marke in Kupferdruck, aus- gegeben am 24. März 1891. Die Farbe weist verschiedene Nuancen auf: im Anfang dunkelgrün, dann blaßgrün und schließlich stark blaugrün. Die blaßgrünen Marken sind von verbrauch- ten Platten gedruckt. Die im Laufe des Jahres 1896 gedruckten 5 Ore-Marken wurden oft, insbesondere bei Licht, in- folge der blaugrünen Farbe mit den 20 Ore-Marken verwechselt. Um die-

Freimarken V. Emission. b3

sem Mißstand abzuhelfen, erhielt, der Drucker am 7. De- zember 1896 Auftrag, die 20 Ore-Marken in Zukunft in hellblauer Farbe zu drucken. Dieser Beschluß wurde jedoch kurz, darauf wieder umgestürzt und dafür bestimmt, daß die 5 Ore-Marke in gelbgrün zu drucken sei. Von den 5 Ore-Marken in dunkelgrüner Farbe kommen un- gezähnte Exemplare vor, gemäß Angabe in einer Anzahl von 2—300 Stück 1893, hinausgeschleppt. Auch findet sich ein Fehldruck in brauner Farbe, der wie nachste- hend zustande kam. Gegen Ende September 1891 war man in der Freimarkendruckerei mit den Vorbreitungen für den Druck der neuen 30 Ore-Marken beschäftigt. Um die Farbe zu probieren, wurden Abzüge teils auf gewöhnliches Makulaturpapier, teils auf Freimarken- papier gemacht und dabei zur Zeitersparnis Platten der 5 Ore-Marken, welche zufällig in der Presse waren, ver- wendet. Auf irgendeine Weise kam ein Bogen dieser Probedrucke unter die später gedruckten 30 Ore-Marken und wurden mit denselben gummiert, perforiert und ver- packt. Bei der Kontrolle wurde dieses fehlerhafte Blatt nicht bemerkt, auch späterhin nicht, als die 30 Ore- Marken als Probe an die fremden Postverwaltungen zur Versendung gelangten. Die deutsche Postverwaltung merkte den Fehler und meldete den Sachverhalt, worauf sich bei der Untersuchung herausstellte, daß 55 Stück dieser fehlerhaften Marken an elf Postverwaltungen ex- pediert waren. Diese behielten die besagten Marken; das deutsche Reichspostamt begehrte und erhielt im Jahre 1901 noch weitere 2 Exemplare. Gegenwärtig befinden sich noch 7 Stück im Vorrat.

10 Öre rot. Ab 21. Mai 1891.

Erschien zuerst ın einer dunklen Karminfarbe, später in helleren Nuancen. Ein Teil Marken in karminrosa (1894) sind von verbrauchten Platten gedruckt. Obwohl die Unterschiede in der Farbe nicht groß sind, existieren doch eine ganze Reihe Nuancen, was bei der großen Auflage, 700 Millionen, nicht zu ‚verwundern ist. Unperforierte 10 Ore-Marken kamen aus Versehen 2 Mal in den Verkehr. Anfang 1890 war dies eine gewisse Anzahl Bogen, die in Göteborg, Malmö und einigen anderen Orten im südlichen Schweden bemerkt wurden; 10 Jahre später erhielt ein Filialpostamt in Stockholm eine größere Partie, gemäß Angabe 300 Bogen.

54 Schweden.

20 Ore blau. Ab 27. März 1891.

Diese Marke weist mannigfache Nuancen auf. Von den meist typi- schen Farben, dunkelblau, stahlblau und indigoblau, existieren helle und dunkle Variationen. Seltener kommt graublau vor.

30 Orebraun. Ab 6. Oktober 1891.

Wurde am 29. September 1891 bekannt gegeben und am 6. Oktober des gleichen Jahres in Kurs gesetzt. Kommt in mehr oder minder farb- kräftigen Nuancen von braun und rotbraun vor.

50 Ore dunkelgrau. Vom 5. Dezember 1891 bis 29, Februar 1904.

Diese Marke wurde zu verschie- denen Zeiten in mehreren Arten von grau gedruckt. Die ersten Marken haben eine rein dunkelgraue Farbe, doch mit der Zeit wechselt sie in olivgrau, lilagrau und blaugrau; von diesen Farben gibt es außerdem hellere und dunklere Nuancen. Die blaugrauen Marken wurden bei Licht oft mit, 20 Ore-Marken verwechselt, weshalb die Farbe der 50 Ore-Marken späterhin in braungrau geändert wurde.

Durch Erlaß der Generalpost- direktion wurden am 25. November 1596 neue Marken im 15 und 25 Orewert bekannt gegeben, die als- dann auch am 4. Dezember desselben Jahres verausgabt wurden.

15 Ore rotbraun. Ab 4. Dezember 1896.

Hat hellere und dunklere Nuan- cen. Im Jahre 1903 wurde eine Auf- lage gedruckt, deren Farbe sich mehr dem Braun als dem vorgeschriebenen Rotbraun nähert.

25 Ore rotgelb. Ab 4. De- zember 1896.

Hat soviel wie keine Farbennuan- cen; höchstens ein Paar kaum merk- bare Variationen in der Farbstärke.

Freimarken V. Emission. 55

5 Ore hellgelbgrün. Ab 2. Februar 1897 (vergl. Abb. S. 52).

Wie bereits bemerkt verursachte die frühere dunkel- grüne Farbe Verwechselungen mit der 20 Ore-Marke. Die erste Versendung in der neuen Farbe erfolgte am 2. Februar 1897 ; sie variiert wenig und abgenutzte Platten wurden bis jetzt nicht verwendet.

1 Krona stahlgrau und karmin, Ab 10. Januar 1900.

Durch Bekanntmachung vom 9. Dezember 1899 teilte die Generalpostdirektion mit, daß neue 1 Krona-Marken ausge- geben werden, sobald der Vorrat des alten Typs zu Ende ist. Am 10. Januar 1900 erfolgte alsdann die Inkurssetzung.

Zu der 1 Krona-Marke wurde ein besonderer, für beide Farben ge- meinsamer Stahlstempel graviert. Von diesemUrstempel wurden 200 Klischees genommen, 100 vom Rahmen und 100 vom Mittelfeld, die zu 2 Druckplatten, eine für die rote, die andere für die graue Farbe, zusammengestellt wurden. Beim Druck wurde durch ungenaues Einlegen das Mittelfeld bisweilen etwas verschoben,

Gedruckt sind bis zum Jahre 1904 vier Auf- lagen und zwar 1899: 430 900, 1901: 750 500, 1903: 527 700 und 1904: 601 100 Stück. Jede Auflage hat eine besondere Nuance von karmin; die erste ist karminrosa, die folgenden dunkler und die letzte dunkel- karmin mit Neigung ins Blaurote. Die graue Farbe ist ziemlich beständig und weist nur ganz geringe Unter- schiede in der Stärke auf.

Am 13. Oktober 1903 wurde die Ausgabe zwei neuer Freimarkenwerte bekannt gegeben, nämlich 8 Ore und 5 Kronen, Diese beiden Marken wurden am 26. des gleichen Monats an die Postämter ausgesandt und am 27., dem Tag der Einweihung des neuen Posthauses in Stockholm, dessen Bild die 5 Kro- nen-Marke trägt, in Gebrauch ge- nommen.

8 Öre dunkelrotviolett. Ab 26. Oktober 1903.

Gedruckt ist bis jetzt nur eine Auflage in der Höhe von 3535 400 Stück. Auf Grund der Eigenschaften dieser Farbe gibt es hellere und dunklere Nuancen.

SEN

G

56 Schweden.

5 Kronor graublau. Ab 26. Oktober 1903.

Ist gleichfalls nur in einer Auflage in der Höhe von 339250 Exemplaren herausgekommen, Zu dieser Marke ist ein beson- derer Stahlstempel graviert, von dem auf die gewöhnliche Weise Druckplatten zu je 50 Marken hergestellt sind. Da die Marke doppelt so groß ist wie eine gewöhnliche Freimarke, trägt jede 2 Wasserzeichen, wie in Ab- bildung veranschaulicht. Exem- plare mit verkehrtem Wasser- zeichen sind bis jetzt unbe- kannt.

Die Farbe der 5 Kronen- Marke hat einige schwache Nu- ancen. Das Bild des Rathauses scheint in einer helleren Farbe als der Rahmen gedruckt zu sein, dies ist jedoch nicht der Fall, denn die Marke ist in nur einer Farbe gedruckt. Der genannte Umstand gab einem Teil aus- ländischer Kataloge Veranlas- sung, diese Marke als Zweifarben-

. $ Q

Te

! \ |

u

druck aufzunehmen, eine Auf- na fassung, die vielleicht dadurch Wiener hervorgerufen wurde, daß auf 5 Krenen-Marke

INN UNn IT IDEE IIIIEISESTESINTEIS

der Postausstellung in Stockholm im Jahre 1903 Versuchsexemplare im Zweifarbendruck vorgeführt, waren.

50 Ore braungrau. Ab 1. März 1904 (vergl. Abb. S. 54).

Die Farbveränderung erfolgte, weil die ‚graublaue Farbe Anlaß zu Verwechselungen mit der 20 Ore-Marke gab. Bis jetzt sind 2 Nuancen bekannt, die eine über- wiegend in braungrau, die andere in grüngrau. Zwei Auflagen, jede in der Höhe von ungefähr 900 000 Exem- plaren, wurden im Laufe des Jahres 1904 gedruckt.

Durch die Bekanntmachung der Generalpost- direktion vom 12. April 1904 sollten auch in Schwe- den, wie in verschiedenen anderen Ländern, Freimarken in Heften ausgegeben werden. Die schwedischen Frei- markenhefte enthalten nur 5 und 10 Ore-Marken in einer Anzahl von 30 Stück von ein und demselben Wert auf 5 Blätter mit je 6 Marken verteilt. Das

Freimarken V. Emission. Heftausgabe. 57

/

Heft ist mit einem Um- schlag aus Karton ver- sehen und zwischen jedem Blatt befindet sich ein Schutzblatt aus gewachs- tem Papier. Die Mar- ken zu diesen Heften sind von besonders für diesen Zweck hergestellten Platten gedruckt. Jede Platte enthält nur 90 Mar- kenbilder; die 3 obersten haben die richtige Stellung, die 3 nächsten stehen ver- kehrt, die 7. ist ganz aus- geschlossen und die 3 unter- sten Reihen haben wieder die richtige Stellung. Der Zweck dieser Anordnung ist, Streifen für die Be- festigungderMarkenblätter zu erhalten. Die obersten 3 Reihen werden mit dem unbedruckten Rand _ befe- stigt, dieunbedruckteReihe wird in der Mitte ausein- ander geschnitten und dient alsdann den mittleren und unteren 3Reihen alsTräger. Von allen für Hefte vor- gesehenen Freimarken hat somit mindestens ein Drit- tel verkehrtes Wasser- zeichen. Die ganze Herstel- lung von Freimarkenheften hatEnde1904 125128Stück mit 5 Ore und 145609 Stück mit 10 Ore erreicht. Der Verkauf im ersten Jahre machte ungefähr 25000 Stück jeder Art aus. Den Umschlag des 5 Ore-Heftes zeigt die Druckanordnung f.d.Freimarkenheft. zweite Abbildun gauf S.58.

1 Skilling banco, schwarz (Gezähnt 14). Vom 1. Juli 1856 bis 31. Dezember 1861.

Diese schwarze Lokalmarke wurde bis jetzt als ein in Schweden allgemein gültiges Postwertzeichen ange- sehen; sie ist jedoch nichts weiter als eine Privat-

58 Schweden.

marke und hat deshalb keinen An- spruch auf Platz unter den staat- lichen Postwertzeichen. Die Kosten für die Herstellung der Lokalmarken wurden vom Vorstande der „Brief- kastenexpedition“ in Stockholm be- stritten, auf dessen Namen auch die Bestellung lautete. Die Einnah- men fielen ihm zu ohne jegliche Ver- pflichtung zu einem Rechenschaftsbericht gegenüber der Post. Obwohl die Lokalmarken auf den gleichen Bestell- formularen wie die gewöhnlichen Freimarken figurierten und mit diesen zusammen beim Drucker bestellt wurden, so führte sie derselbe bei der Ablieferung doch nicht auf dem gleichen, sondern auf einem besonderen handschrift- lich angefertigten Lieferungsschein auf; derselbe war mit 3A bezeichnet und mit einer Rubrik „Lokalfrimärken“ versehen. Nach dem Jahre 1859 kommen Bestellungen auf diese Marken vor, aber der Lieferschein, der den Nachweis der Ausführung dieser Bestellungen führt,

Abbildung des Ore-Heftumschlages (zu S. 57).

fehlt in den Rechenschaften. Vom Jahre 1862 ab finden sich in den postalischen Rechenschaften weder Bestellungen noch Lieferungsscheine auf solche Lokal- marken. Irgend welche Untersuchung, wie lange der Gebrauch dieser Marke andauerte, wurde nicht an- gestellt und liegt auch mit Bezug auf die Natur der Marke außerhalb des Rahmens dieser Abhandlung. Wie bereits früher besprochen, konnte die Marke für Lokal- briefe innerhalb Stockholm bis zum Jahre 1862 ver- wendet werden, von welchem Zeitpunkte ab die schwe- dische Post die Einnahmen und Ausgaben für die Lokalbriefbestellung übernahm.

Schwarze Lokalmarke. 59

Die Post entlieh im Jahre 1862 infolge Fehlens von Platten zu 3 Ore-Marken, eine für diese Lokalmarke bestimmte Platte und ließ damit die braune Lokalmarke drucken; die schwarze konnte jedoch trotzdem zur Frankierung von Portobriefen beim Postamt in Stock- holm weiter verwendet werden und zwar bis zum Jahre 1884, von welcher Zeit ab die Strafportobeträge für unfrankierte Briefe von der Post bar eingezogen wurden. Dagegen hat die schwarze Lokalmarke niemals die gleiche Frankierungsgültigkeit wie eine gewöhnliche Freimarke gehabt, indem sie weder als Komplettierungs- marke zu 3 Skill. bco. noch deren 4 Stück an Stelle von 4 Skill. beo. als einfaches Porto für Briefe Verwen- dung finden konnte. Die Ungültigkeit der schwarzen Lokalmarke als schwedisches, allgemeines Postwertzeichen bringt die Originale in ein eigentümliches Verhältnis zu den Neudrucken der schwarzen Lokalmarke, die ebenso wie die Neudrucke anderer Werte als postalisches Frankierungsmittel verwendet werden kann, was bei der Originalmarke nicht der Fall ist. Genannter Neudruck wird als ein postalisches Wertzeichen betrachtet und, mit den übrigen Freimarken auf einem besonderen Formular befestigt, als „Probe schwedischer Freimarken“ an ausländische Postverwaltungen gesandt; die Bezeich- nung derselben auf genanntem Formular lautet: „1 Skil- ling banko, des le 1. juillet 1858 3 Ore“. Auch auf späterhin von der Kämmerei ausgefertigten Frei- markenbestellungen wurde die schwarze Lokalmarke zwischen gewöhnlichen Freimarken unter der Rubrik „För kongl. postverkets räkning rekvireras“ usw. (Für Rechnung der kgl. Post wird bestellt usw.) aufge- nommen.

Die Marken wurden auf das von Tumba an die Post gelieferte und für die gewöhnlichen Freimarken verwendete Papier gedruckt. Die Postverwaltung schrieb vor, daß die Lokalmarke sich auf eine in die Augen fallende Weise von den eigenen Marken der Post unter- scheiden sollte, was auch der Fall ist, indem die Länge größer ist als die Breite und auch jedes Sinnbild fehlt, das diese Marke als eine staatliche bezeichnen könnte; nicht einmal das Wort „Sverige“ findet sich vermerkt. Schließlich fehlt auch die Wertbezeichnung.

Der Urstempel und die Platten zur Lokalmarke wurden wahrscheinlich direkt beim Freimarkenlieferant von der Person bestellt, für deren Rechnung die Her- stellung der Marken geschah. Nach dem Aussehen zu urteilen, scheint der Wertstempel ein gewöhnlicher Holz- schnitt gewesen zu sein, der dann auf galvanischem Wege reproduziert wurde.

60 Schweden.

Die Lokalmarke, 1. Juli 1856 bis 30. Juni 1858, ohne Wertbezeichnung, aber im Werte 1 Skill. bco., später 3 Ore entsprechend, schwarz oder grau- schwarz, kommt auf dünnem und diekem Papier vor. Die erste Auflage, 135000 Stück, wurde am 22. Mai 1856 geliefert und war die einzige auf dünnem Papier.

Später wurden folgende Posten geliefert:

Am 6. Dezember 1856 . . 78100

r4 Januar. 1890.22 39200

22. April 1857... - 30.000 auf 8. September 1857. . 39600 £ dickem 24. Oktober 1857. .86800 | Papier 6..Februar. ° 1858%.,.. 1628

20. 1858 .. . 81000

390 800 zuzüglich der obengenannten 135000 a. dünn. Pap.

Summa 525800 Stck. 1 Skill. bco. Marken.

Nach der Münzänderung von 1858 wurde die schwarze Lokalmarke mit 3 Ore bewertet. Gemäß der im Postarchiv vorhandenen Akten setzte sich die Lieferung von der schwarzen Lokalmarke bis Mitte 1861 fort. Am 6. Juni und 1. September 1858 wurden 78900 resp. 59500 Stück geliefert, sowie am 20. Januar 1859 unter anderen Marken 600 ganze Bogen schwarze Lokalmarken bestellt, wozu 4500 ganze Bogen Papier mitgesandt wurden. Die Lieferung machte 3836 Bogen gewöhn- liche Marken und 78'/, Bogen Makulatur aus; es bleiben also für die Lokalmarken 585'/, Bogen oder 117 100 Marken. Am 7. Juli ‚des gleichen Jahres wurden wieder unter anderen Marken 1000 ganze Bogen Lokalmarken bestellt, wozu 4500 Bogen Papier mitfolgten; auch hier fehlt der Lieferungsschein für die Lokalmarken. Die gewöhnlichen Freimarken machten 3470 Bogen nebst 30 Bogen Makulatur aus. Die Lokalmarken, abzüglich 10°/, für Makulatur, machen also 900 Bogen —= 180000 Marken. Ueber alle im Laufe des Jahres 1860 bssteilten Lokalmarken dagegen ist der Lieferungsschein vorhanden; es wurden geliefert am 8. Februar 148900, am 8. Oktober 99000 und am 10. November 197300 Stück. Im Jahre 1861 wurde nur eine einzige Bestellung gemacht und zwar am 8. Juli; sie belief sich abzüglich Makulatur auf zirka 800 Bogen —= 160000 Stück. Die ganze Anzahl der von 1858 bis 1861 gelieferten schwarzen Lokal- marken würde nach dieser Aufstellung 1040700 Stück ausmachen.

Die Farbe wechselt zwischen schwarz und grau- schwarz, es ist jedoch schwer zu bestimmen, welche

Zeitungsstempel. 61

Nuance die älteste ist. Die Marken sind nämlich stets mit einem besonderen Stempel einem fünfzackigen Stern mit Strahlen ohne Datum oder sonstiger Zeit- bezeichnung entwertet. Die wenigen Exemplare, welche nicht mit diesem Stempel entwertet wurden, tragen den Stockholmer Stempel mit Datum, aber ohne Jahreszahl.

Während einer Reihe von Jahren (1824—1872) be- diente man sich in Schweden besonderer Stempel, welche

den im Reiche erscheinenden Zeitungen als Kontrolle über die auf denselben lastenden staatlichen Abgaben aufgedruckt wurden; ein mit diesem Stempel versehenes

Exemplar einer Zeitung wurde von der Post abgaben- frei ab Erscheinungsort befördert. Obwohl diese Stempel nicht als Postwertzeichen angesehen werden können, so ist es gleichwohl für den Sammler von Interesse, etwas über das Aussehen derselben zu erfahren. Aus diesem Grunde sind hier die 6 verschiedenen Typen abgebildet.

Den ersten findet man auf Zeitungen aus dem An- fang der Periode, ab 1. März 1824; der zweite scheint in den Jahren 1844—1848 im Gebrauch gewesen zu sein und die beiden Ovalen von 1849—1858. Die mit „Ore“ trifft man auf Zeitungen aus den Jahren 1858 bis 1872. Die Abgaben wurden erst nach Anzahl der Blätter und später nach Flächeninhalt berechnet, welches Verfahren jedoch verschiedene Male geändert wurde. Rost ist eine Verkürzung für „Runstycke“, eine Münze, die '/,, Skilling bco. entsprach.

Tr»

*(10A UOWWOoN (durox} ajuygzaßun) josunexq (9 go2 (q ‘oapo3aız ("uoypps ayas 9 pun q) epmeas (d ‘neasgfoy (q ‘NPTOTAIOL ‘(a9 uspIaq ne YOnıq MW yone) unergg[e3 (d “uneıg (q “unexıgypoy

“(19099798

pdweszsursg !pAdwagss11g :Zunppdwojsqgy) unerggf3 (q ‘uneagaro.

-urmmey (9 “esoaurmaey (q “8SOA

‘(0A uotumoy "[Ämox FT SJuyezodun) uneagyoa (d “unerg (q ‘unerggjoy ‚9dueıo (q ‘aduraofey

-nepqyostgmnord (9 “uremwengn (p nepgppyunp (0 ‘nerq (q ‘nerqıoy "pajoraunerg (q ‘9J0TA

"unıdqja3 (p ‘unızjoyunp (9 “unı3 (q ‘unazıpy

‘(u59]98 ayas pdwegssyıg !fedwegsursgg :SunppdwaIsqy) zıemyosneıs (q ‘zıemyos

Schweden.

-01[0391z[2yunp (9 Yoapdarzyem (q o193a1z

9Burıo (p "uraorppy (d ‘gqfp8 (q ‘qpduauoımz neiuneagjpyunp (p neaıduneagjjppy (9 “nerdjpoyunp (q 'neıs -urıgwengn (9 nepgneıd (p “nepgfpyunp (9 ‘nerq (q ‘nerqy

(e

-(Juueyog x [nu ‘yonapfyaT) qIp3 (p unadnerg (2 unız (q unızıpoy (e

o UUrnN

00T 882 I

« 03

i DEE BT & 008 860 01| a (OMOT)EL-GIST (OPOLIAENOT and) ö 00F EIG n AED SIST P 0091228 | “08 . 0872209 | ° RUE e 007. 0886 | SIEVE & 00TITFFOT “© nl r MEILE Beth & 00986 | ROH (uadde\) SEST (SPPTIAENOT And) R 00° 99: T | * | og mais I gest “008 188= | see 2.2 DOOBBBA PR TE « 006 998.5: Se re « 006 7869| ° ER yonıpyong |009CTE | FI | q ST (uodde A) GEST S EB un Sumyppgsaay | >Sepuy s En ,”

Be u nn Mn u nn nn Eu LE "COGT SI CEST U0A UANALWIALT AOP UVIULNUUSALRT UOISYPITyorSIdney pun uajresFungpjsıoy ‘uodejpy ‘usdunuygz ap doqn FyDISIOgaN

63

Freimarken-Uebersichtstabelle.

"esor (d esorurmaey (q urmaeyjoyunp (e

“(sd£J, F) 'nepq pun unzaggfos (q “nepgjpy pun umeigjoy

'nepq pun uneıg

"urwaey (q “esoaurwmaey: (8

-unergpyunp (q ‘uneıg

"93urıo (q ‘gfp3

-(628T mPnappyag) 901703912 [orpa]L] (0 01 (q ‘oayazaız (8

‘(0A uoWWoy "[dwoxq SJuyezosun) nepqppyunp (9 'nerq (q nergipey (8 ‘(0A UOTUWMOY

9ıw[dwoxg oruyezadun) Nojoranergyyem (D ‘yopora (q “MPJoraI01 (%

-unısjoyunp (q ‘unıd (e

neasjpyunp (q neasipy (e

-uneıqg (q ‘uneagjfpey

nejg 'n uneag (9 unewengn pun unerggjo3 (q “nerq n umerggpes (8 "esoruruney (4 8501 (8 -(IOA UHWWON 'xYJ SYuyezasun) uneagfoyunp (9 ‘unwaq (q uneigpog (e ‘oduwıo (d ‘qfe3 (q ‘qfpdusuonz (C Joagepqnew (9 901 (q Yoaposarz (8 "nepqypsignoad (p nergroyunp (9 ‘nerq (q nerarrey (8 "unerqaro (3 neasaro (7 'nwad -19701y08 (9 POTOTANEIgNELL (p “Mojoranerq (0 “NoJora (q “MOToTAYoL -unagjoyunp (9 ‘unıd (q ‘unıdpsereus (8 "neı3 "uneagppyunp (9 “uneıg (q “uneagppy (e

«

«

(c 4

«“

« «

«

« «

«c

001 SH 9% I 006 mL el I

009 68

00% Is6 006 Fe F 009 T68 91 009 7F7 7 00T S9E SI OOTZEI9IT

004 918 EI 00T 819 41 004 797 0% 001 €92 61

004 06% 000 SF0 002 6284 004 E02 8 006 G00 002 9I6 71

004 019 008 884 8 006 O0L I 002 E81 O1

« “« [4 “« «

“«

SL

« “«

« «

[4

0 OL

(II SO) ESST euoıy IL

6281

TOIEDE TEL

220%

0€ [74 7% = 70E Zi

a =

7 UN

(29717) L2ST aopepsyIy I

08 a: TG " 0%

al 9 RE

y UO c

yo

(19]JZ) LL—ZLST

ERETTT

| -unergneas ®

IE FITTTT RI 7 TITTEN IE

-(10A Juygzadun JwWoy urmIiey) ummaeyjoyunp, (q “urmıey (8

‘(104 Juyezadun JuWwoy una) unıdnepg (d ‘unasgerq (q ‘unıd (8

Schweden.

"(0A

„OYAgWwILT“ 0A Iyung Ju (9 ‘„oyaewig“ aoa yyung yıw (q z Rp ur [aytouyag wopemyos u (e :orepdwex] 1413 so] odur.o

64

ungagqpo3 (q (unexgppyunp, (v o0gereze) EDER FosT opum| neaöngg (9 ‘nepgpayunp (q 'nerq, (v r 00F TZETZ “08 (FoBT oepum)| 2 ui 027898002 Olx (Fosr epua)| 'apropday |009 STHEC| ' AO G (II SO) TEST ‘odueıo pun nepqpoyunp N 007 703 ET ER RO 'nejq pun mejgpyunp s 000 266 I | * AOZIMEAOOL 6881 ‚nejgpoyunp pun unerg (q ‘nepgpeyunp pun unexggjey (% r 0067.75 |" wuoay I “urueyjoyunp (q “esoauruıey (% 0087883 | 3 “08 ‚unergppyunp (q ‘unzıq (% e 008 2IP0T ° \ . 08 701793912 ; 00T #66 21] 5 2% ustwuwoy 9ıefdwuoxT sYuyezadun) wsorurwıey (q 8so1 (8 = 00FgIzz8I| |ILOSO)AOOL poporaneıq (q “aTorAror (% n 006 948 n “Ss "unıs (q “anaaıpy (8 A 007 956 | 2 nes (q measipy (e E 001 Z8L 82 Er “uneag (q “uneiqpoy (8 $ 00T E95 T | * 2g 2 A9p ur [PN IOUyIS wojewyds pun yonıpyang 00T IS6LT | FI AO g (aasyony 'P '"® wıioyIsog !A9PIZ) 16—98ST S u99UEOnN Zungff33s1aH osejmv E ot ie 8

ms ss un | nenn

65

Freimarken-Uebersichtstabelle.

StzdioT ‘°°0) 9 yoszIgıy Odny UOA Taıyjsod cg'T "MW U9393 uayoızaq nz

"9O6T W[OUN90IS ‘Zuru91g J-ISTT9IReIL] S9ZraaAg

uoA usqasodsne1ag „UNTEN -UAPIAUYUIS UOA UAYII9ZIIHAISOT APP STUY9L9ZAAA* :OyDlofFlaA Astaıd Iap yomgoısurg "smy we ‘S06T J9wwmog ‘Iz40[ pums 919 AM USUSY9SAIHA JIw OffegeL IOsarp ur aly "Zunyaawuy

Aue

"NEIZAI[O

"NI[OTAIOAJIJUNP "neı3 pun urmıey

adu8ıo ‚une.ıgj0oı (q ‘uneigjoafoy,. (8

‚gpnapıyag) uneıq (q ‘unıdgp, (e

"nejq pun esoaurprue, (q ‘nejq pun ummıey 'qfp8 pun uneıg

‘gp3 pun nejq

‘(0A Juyezodun Jmwoy) nejq pun uneıg

"nepgqneas (9 neısjoyunp (q ‘neı3 (e

[4 «

« «

«

«

‘ıpıopdny

«“ %“

«

PPuIpyoang A9STqLEFOAZ

«

085 68€ (F06T Spug)

006 E88 I (F06T »puy)

007 GET (F06T Ppuy)

008 0TE & (F06T Apuy)

008 #08 6 (F06T pug)

00T 882 91 (FO6T Ppuq) 0F2028685 (FO6T ?puy)

O00899ETI (FO6T Ppuy)

008 089 8

008 LEE IC (F06T Ppuy)

008 956 Gl (F06T Ppay)

006 896 9 (FO6T >puy)

«

«

«

«

«

&

«

«

«

(yueIsodsyptroy])

JOU01M Cy “08% MON 8

(II SO)FO-£06T

euoly [x

(II 18980) 0061

“2 2, IC AO G

(II SO)26-968T

ne &

ee 20 Ix

(107717) GEST

« 09

H. Krötzsch, Handbuch.

66 Schweden,

B. DIENSTMARKEN.

Die Dienstmarken verdanken ihre Entstehungder Ver- ordnung vom 5. Dezember 1873 betreffend die Aufhebung des Freibriefrechtes ab 1874; bis zu dieser Zeit waren Dienstbriefe, oder wie sie genannt wurden, „Freibriefe“ nicht mit Freimarken versehen. Auf dem Postamt in Stockholm war eine besondere Freibriefexpedition ein- gerichtet; einige von deren Datumstempeln sind nach- stehend veranschaulicht.

Die neuen Marken erhielten die gleichen Werte und Farben wie die gleichzeitig kursierenden gewöhn- lichen Freimarken, jedoch verschieden in Format und Zeichnung. Die Höhe stimmt allerdings mit der der gewöhnlichen Freimarken überein, die Breite dagegen ist beinahe doppelt so groß.

Die Dienstmarken teilen sich in 2 große Haupt- gruppen, nämlich in eine mit Zähnung 14 und in eine mit Zähnung 13. Sie haben auf der kurzen (senkrechten) " Seite ebensoviele Zähne wie die gewöhnlichen Marken auf der entsprechenden Seite, was sowohl hinsichtlich der feinen als auch der groben Zähnung gilt. Die Dienst- marken wurden jedoch nicht in der gleichen Maschine wie die gewöhnlichen Freimarken perforiert, sondern in einer Ende 1873 von der Firma Rundlöf & Co. in Stockholm besonders angefertigten Perforationsmaschine, die ausschließlich bis 19. März 1881 Verwendung fand, von welchem Tage ab eine von Oller & Co. in Stockholm hergestellte neue Maschine in Gebrauch genommen wurde. Die bisher herrschende Ansicht, daß fein ge- zähnte Dienstmarken vom Mai 1877 ab nicht mehr hergestellt wurden, beruhte auf der fälschlichen Auf- fassung, daß ein und dieselbe Perforationsmaschine für sämtliche Freimarken verwendet worden war.

Das Papier zu den Dienstmarken lieferte der Drucker; es weist große Verschiedenheiten in der Stärke auf, und zwar von sehr dünn bis dick, steif und karton- artig. Wann und in welch’ großer Ausdehnung die meist typischen Variationen, das dünnste oder dickste

Dienstmarken-Herstellung. 67 Papier, Verwendung fanden, kann nicht angegeben werden, doch dürften Marken auf dickem Papier ziemlich selten sein.

Für die Dienstmarken wurde nur ein Urstempel in Stahl ohne Wertbezeichnung graviert, von welchem man 9 Klischees nahm. In dieselben wurde die Wertbezeichnung in Buchstaben und Ziffern entsprechend den Werten 260,40412,520 124,530 u. 50 Ore nebst 1 Krona eingraviert. Von einem jeden solchen Original- klischee, mit Ausnahme von 1 Krona, wurden wiederum 5 Klischees genommen, welche für jeden Wert in einer Reihe untereinander zusammengelötet und von einem Eisenrahmen eingefaßt wurden. Von der so gewonnenen Originalplatte stellte man 10 Klischees her, die auf einer Mahagoniplatte montiert und in 2 Reihen unter- einander geordnet wurden, so daß also von links nach rechts je 5 Markenbilder in 10 untereinander stehende Reihen kamen. Anfangs wurde nur die auf diese Weise hergestellte Platte zum Druck verwendet, später, als sich der Bedarf an Dienstmarken steigerte, mußten je- doch hiervon Klischees genommen werden, die alsdann als Originaldruckplatte dienten. Ein jedes dieser Klischees machte für sich eine Druckplatte aus; man teilte sie alsdann in zwei Teile zu je 25 Markenbildern, um nötigen- falls nicht beide kassieren zu müssen, falls eine davon beschädigt würde. Wahrscheinlich ist auch, daß mindestens zu einem Teil der Werte, Klischees von den „Original- platten zu 5 Bildern“ genommen und direkt in den Druckrahmen eingesetzt wurden. Eine derartige Druck- platte bestand also aus 10 kleinen Platten A 5 Bilder,

sogenannten „Kuchen“,

Das Origi- nalklischee zum 1 Krona- Wert wurde von rechts oben nach links unten diagonal durchgesägt und mit den diagona- len ‚Kanten in Entfernung von zirka 1 cm auf einer Platte fest- gelötet, welche

68 Schweden,

mit einem Rahmen eingefaßt wurde und so die Original- platte zu dieser Marke ausmachte. Zum Druck fanden 2 Druckplatten Verwendung, je eine solche mit 50 Klischees für den blauen und braunen Teil der Marke. Im Jahre 1895 wurde eine neue ÖOriginalplatte zu der 1 Krona-Marke hergestellt, auf der der Punkt nach „Sverige“ eine vierkantige anstatt runde Form erhielt.

.. Die Druckplatten zu den späteren Werten 4, 10 und 2 Ore wurden auf die gleiche Weise wie die der ersten Ore- Marken hergestellt. Bemerkenswert ist, daß bei der Her- stellung von Platten zu den 10 Ore-Marken das Wort Ore mit breiteren Buchstaben sowie mit vierkantigen Tüpfeln über nebst vierkantigem Schlußpunkt graviert wurde, während der Punkt nach Sverige seine runde Form bei- behielt. Bei den Platten zum 2 Ore-Wert ist der Schluß- punkt hinter Ore und hinter Sverige vierkantig; der letztgenannte sieht jedoch infolge schmierigen Druckes oft rund aus. Schließlich wurde, wie vorstehend bemerkt, bei der Herstellung neuer Platten auch der Schlußpunkt nach Sverige vierkantig gemacht, nicht aber nach dem Worte Krona; auf allen anderen Dienstmarken sind die Punkte nach Ore und Sverige rund, doch gibt es von den grobgezähnten 3 Ore-Marken einen Typ, bei dem der Punkt nach Ore vierkantig erscheint, was aber auf einen Fehler bei Herstellung der Klischees zurückzuführen ist. Die vor oder nach dem Worte Sverige und der Wert- bezeichnung in Buchstaben bisweilen vorkommenden Punkte sind auf die gleiche Weise entstanden, wie unter den Ziffertyps der Freimarken auf S.33 u. 49 beschrieben.

I. Emission.

Gezähnt 14. 1874—1877.

8 Ore helloliv- braun. Vom 1. Jan. 1874 bis 3. Okt. 1881 sowie

5 Ore grün. Vom 1. Jan. 1874 bis 3. Juli 1884.

Kommen nur in geringer Anzahl Nu- ancen der betreffenden Grundfarben vor.

6 Ore wiolett. Vom 1. Jan. 1874 bis 't 4. Dez. 1881.

Dienstmarken I. Emission. 69

Existiert in zwei Hauptfarben, violett und grau, nebst deren Nuancen, meistens von violett. Die grauen Marken sind bedeutend seltener als die violetten.

12 Ore blau. Vom 1.Januar 1874 bis 11. September 1881.

In einigen Nuancen von hellblau und blau.

20 Ore hell zinnoberrot. Vom 1. Jan. 1874 bis 4. Juli 1882.

Kommt in ver- schiedenen Nuancen, von gelbrot bis reinrot, vor. Es existiert ein Plattenfehler, der darin besteht, daß die 3 Bogen- linien, welchedasMittel- feld nach unten be- grenzen, vor dem Buch- staben G in Tjugo schräg abgehauen sind. Dieser Fehler, der sich auf der 6. Marke der ersten und auf der 5. Marke der zweiten Reihe von links her vorfindet, ist wahr- scheinlich durchPlatten-

beschädigung beim Druck entstanden.

24 Ore gelb. Vom 1. Jan. 1874 bis 7. Juni 1881.

Existiert sowohl in gelb als auch in orange. In den rechten Ovalen findet sich bisweilen der Fehler, daß einE in dem Worte Tjenstefrimärke verschwunden ist.

30 Ore braun. Vom 1. Jan. 1874 bis 16. Aug. 1881 sowie

a ER an

NNNNNNNNNNNNN

70 Schweden.

500Ore rot. Vom : = S 1. Jan. 1874 bis 5. Okt. 1881 haben einige Nuancen der betreffendenFarben.

1 Krona hell- blau und braun. Vom 1. Jan. 1874 bis

8. Jan. 1882. Die hellblaueFarbe variiert wenig, die

braune dagegen in eini- gen dunkleren und helleren Nuancen. Un- gezähnte Exemplare sind bekannt, alle am 21. Okt. 1881 abge- stempel. 11 Exem- plare derartiger Marken wurden im Jahre 1894 in Landskrona bemerkt und in Verwahrung genommen.

4Ore grau. Vom 1. Jan. 1877 bis 30. April 1882.

Kommt in einer helleren und einer dunkleren Nu- ance von grau vor. Die erste Emission der Dienst- marken hörte im Jahre 1881 auf, von wo ab die 13 gezähnte in Kraft trat. Von einigen Werten war der Vorrat jedoch ein solch großer und der Abgang so ge- ring, daß die grobge- zähnten Marken der fraglichen Werte erst mehrere Jahre später in den Verkehr kamen. Ins- besondere war dies der Fall mit der 5 Ore-Marke, deren Restauflage feingezähnter Exemplare erst Anfang Juli 1884 aufgebraucht war.

II. Emission. Gezähnt 13. 1881. (Der Typ ist derselbe wie bei der I. Emission.) 3 Ore hellolivbraun. Vom 4. Oktober 1881 ab. Diese Marke kommt in helleren und dunkleren Nuancen vor; ein Plattenfehler existiert ähnlich dem unter 24 Ore der vorhergehenden Serie beschriebenen, aber darin bestehend, daß der Buchstabe E in dem linken Ovale fehlt. Ebenso wie der gleiche Wert der gewöhnlichen Freimarken sollte diese Marke schon im

ar) s.

u

Dienstmarken II. Emission. “L

Mai 1896 eingezogen werden. Der Druck wurde jedoch vom Jahre 1897 ab wieder aufgenommen. Gemäß Beschluß der Generalpostdirektion vom 26. April 1904 wird diese Marke auch fürderhin ausgegeben.

4 Öre grau. Vom 1. Mai 1882 bis 6. April 1893 und

5 Ore grün. Ab 4. Juli 1884 weisen mehrere Nuancen in den betreffenden Farben auf. Die erstgenannte Marke wurde in ihrer ursprüng- lichen Farbe bis Anfang April 1593 ausgegeben, von wo ab dieselbe, um Verwechslungen mit der zu dieser Zeit erschienenen grauen 50 Ore-Marke vorzubeugen, in schwarzgrau geändert wurde.

6 Öre violett. Vom 5. Dezember 1881 bis 29. November 1895. Einige Nuancen zwischen rot- und blauviolett.

10 Ore rot. I. Vom 10. Januar 1885 bis 12. Februar 1885. II. Vom 13. Februar 1885 bis ung 1892. Wurde am 21. Nov. 1884 bekannt gegeben und erschien am 1. Jan. 1885. Wie bei den gewöhnlichen Marken des gleichen Wertes änderte man Anfang Februar1885 die Farbe, jedoch war der Unter- schied der neuen und alten Farbe nicht so in die Augen fallend wie bei den Freimarken. Den Hauptanlaß dazu gab der Umstand, daß die erste Auflage der 10 Ore-Dienstmarke die ganz gleiche Farbe wie die 50 Ore-Dienstmarke hatte, nämlich hellkarmin. Die Ablieferung der ersten Auflage erfolgte im Dezember 1884, die der zweiten Auflage mit der neuen Farbe Ende März 1885. Es war jedoch auch fernerhin eine große Ahnlichkeit in der Farbe zwischen den 10 und 50 Ore-Marken vorhanden, die Veranlassung zu Verwechslungen gab, insbesondere da die letztere auch in karminrosa vorkommt, Die Farbe der 10 Ore-Marke wurde deshalb um das Jahr 1886 herum nochmals geändert und zwar in eine dunklere Nuance von karminrosa.

12 Ore blau. Vom 12. September 1881 bis 30. September 1889.

Es existieren einige Nuancen von hellblau bis blau. Vom Jahre 1885 ab ergab sich nur geringe Verwendung für diese Marke, weshalb sie eingezogen wurde, in der

2a Schweden.

Tat jedoch nicht vor August 1889. Gleichzeitig mit der 24 Ore-Marke wurde sie alsdann zu 10 Ore umgestempelt. Die ganze Auflage der 12 Ore-Marke betrug 2781650 Stück, wovon sich nach beendigter Rücklieferung seitens der Postämter zur Zeit der Ueberstempelung 290427 vorfanden; es sind also im Verkehr 2491223 Stück ver- braucht worden. Die Rücklieferungen bestanden nur aus grobgezähnten Marken.

20 Ore hellzinnoberrot. Vom 5. Juli 1882 bis 11. Mai 1891.

Kommt in einer Reihe von Nuancen von ziegelrot und hellrot sowie, jedoch seltener, in stark roter Farbe vor. Der bei 20 Ore der vorhergehenden Emission besprochene Plattenfehler findet sich auch hier. Die Farbe wurde 1891 in blau geändert.

24 Ore gelb. Vom 8. Juni 1881 bis 30. Sep- tember 1889.

Weist recht großen Wechsel in der Farbe auf, vom hellsten Gelb bis Orange, wozu noch eine allerdings sehr seltene Nuance in zitrongelb tritt. Ebenso wie die 12 Ore-Marke hatte 24 Ore nach Einführung des 10 Ore- Portos nur noch geringe Verwendung, weshalb sie im Jahre 1889 zur Ueberstempelung eingezogen wurde. Die Herstellung in 13 gezähnten 24 Ore-Marken belief sich im ganzen auf 1633950 Stück. Zur Zeit der Ueber- stempelung waren 175629 Stück vorhanden, wonach also 1458 321 Stück durch den Verkehr aufgebraucht worden waren.

30 Ore braun. Ab 17. August 1881.

Einige Nuancen der Hauptfarbe; außerdem kommen braun, gelbbraun und rotbraun vor; die graubraune und rotbraune Farbe ist jedoch nicht so häufig.

50 Ore rot. Vom 6. Oktober 1881 bis 22. Februar 1803,

Nach Einführung des 10 Ore-Wertes in rot traten die Mißstände der Verwechslung dieser beiden Marken auf, weshalb man im Jahre 1893 die Farbveränderung in grau beschloß. Die, letzte im Jahre 1892 gedruckte Auflage der roten 50 Öre-Marke hat eine ar durch das Papier schlagende, anilinrote Farbe.

1 Krona blau und hellbraun. Vom 9. Januar 1882 bis 31. Dezember 1895.

Es finden sich zwei typische Farbenzusammen- stellungen, hellblau/hellbraun nebst blau/hellbraun.

10 Öre überstempelt auf 12 und 24 Öre- Marken (Bekanntmachung der Generalpostdirektion vom 30. September 1889). Um die in großer Anzahl

Dienstmarken II. Emission. va

vorhandenen und nach der. Portoermäßigung weniger verwendbaren 12 und 24 Ore-Marken zu verbrauchen, wurde deren Ueberstempelung in 10 Ore-Marken be- schlossen. Zu diesem Zweck wurde ein neuer Aufdruck- stempel graviert, teils um die ursprüngliche Wert- bezeichnung zu verdecken, teils um die entsprechende neue Bezeichnung auf jeder Marke anzubringen. Dieser Stempel wurde vervielfältigt und den Markendruck- platten entsprechend zu einer Druckplatte für 50 Marken angeordnet. Da die gleiche Platte zum Ueberdruck sowohl für die 12 Ore- als auch für die 24 Ore-Marken Verwendung fand, trifft man den gleichen Plattenfehler bei beiden Werten an; dieser besteht darin, daß der Buchstabe I in Tjenstefrimärke zerbrochen erscheint und einen Doppelpunkt bildet, ferner daß am rechten Mittelbügel der linken Krone ein Stück fehlt. Auf jedem Bogen kommt der erstgenannte Fehler bei der vierten Marke in der 6. Reihe und der letztgenannte auf einer anderen Marke vor.

10 Ore auf 12 Ore blau. Vom 1. Oktober 1589 bis 1. Dezember 1889.

Der Aufdruck kommt a Bee, 9 sowohl auf hellblauer = - als auch auf dunkel- blauer Marke vor. Von den überstempelten 12 Ore-Marken sind nur 8 feingezähnte Exemplare und zwar in hellblauer Farbe bekannt, abge- stempelt im Oktober 1889 in Västeräs. Da der Druck in Bogen a& 50 Marken vor sich ging, sollten sich eigentlich noch weitere 42 Exemplare finden. Vier Bogen oder 200 Marken sind mit ver-

kehrtem Aufdruck herausgekommen.

10 Öre auf

24 Ore gelb. Vom 1. Oktober 1889 bis 1. Dezember 1889. Von Farbenuancen sind bis jetzt gelb und orange bekannt. Fein-

74 Schweden.

gezähnte Exemplare sind nicht eruiert, dagegen hat man von dem Vorhandensein zweier Bogen oder 100 Marken mit verkehrtem Aufdruck Kenntnis.

20 Ore blau. Ab 11. Mai 1891.

Diese Marke wurde durch das Rundschreiben der Generalpostdirektion vom 24. April 1891 bekannt ge- geben und kam am 11. Mai des gleichen Jahres heraus. Die Auflagen des ersten Jahres sind hellblau und stimmen mit der Farbe der 12 Ore-Freimarke überein, aber nach dem Jahre 1893 kamen dunkelblau sowie eine Reihe Nuancen innerhalb dieser beiden Farbgruppen vor. Der Plattenfehler der beiden vorhergehenden Emissionen der 12 Ore-Marke kommt, soweit bekannt, hier nicht vor, dagegen finden sich bei den ersten Auflagen der blauen 20 Ore-Marke drei andere Fehler, Der erste kommt auf dem Bogen in der rechten oberen Eckmarke vor und besteht darin, daß der Fußunterbau unter dem linken schildhaltenden Löwen verschwunden ist, und der andere in der darunter befindlichen Marke besteht darin, daß der Buchstabe M in Tjenstfrimärke in dem rechten Ovale weggefallen ist, so daß nur ein doppelpunktartiger Rest vom ersten Strich des Buchstabens übrig blieb. Schließlich ist auch auf der vierten Marke von oben und von links der Fußunterbau unter dem linken Löwen teil- weise fortgefallen. Die fraglichen Plattenfehler wurden jedoch ziemlich bald entdeckt und entfernt, sodaß sie nicht auf den dunkelblauen Marken vorkommen.

2 Ore gelb. Ab 8. Juli 1891.

Dieser Wert wurde durch die Ermäßigung des Ortskreuzbandportos auf 2 Ore notwendig und

durch Rundschreiben

derGeneralpostdirektion vom 7. Juli 1891 be- kannt gegeben; die Aus- gabe erfolgte am 8. Juli des gleichen Jahres. Zu dieser Marke wurde ein neues ÖOriginalklischee . angefertigt, und erhiel-

ten hierbei, wie bereits früher genannt, die Punkte nach Sverige und Öre stilgemäß viereckige Form. Die Farbe ist bis zum Jahre 1893 gelb, darnach rotorange.

10 Ore rot. Von Anfang 1892 an.

Im Laufe des Jahres 1892 ein genauer Zeit- punkt kann nicht angegeben werden wurden Druck- platten zu den 10 Öre-Marken nach einer neuen Original- platte hergestellt, die sich von den seither verwendeten

Dienstmarken II. Emission. 75

Platten unterscheiden, allerdings in keiner besonders in die Augen fallenden Weise. Der Unterschied zwischen den beiden Typs tritt indessen bei genauerer Betrachtung

Typenverschiedenheit der „10“.

der Wertziffern in den Ovalen hervor. Auf dem älteren Typ sind Ansatz- und Fußstriche der 1 von ganz anderem Aussehen als bei dem späteren, wozu die 0 des späteren Typs sowohl oben als auch unten bedeutend dünner ist.

Neuer Typ. Alter Typ. Beiläufig möge ein kleiner Fehler besprochen werden, der auf allen Dienstmarken im linken Oval vorkommt und darin besteht, daß das unterhalb der Wertzahl be- findliche Schnörkelornament in der rechten Hälfte (im Vergleich zur linken) verkrüppelt ist. In dem rechten Oval dagegen ist das Ornament ganz symmetrisch. Wann der Druck mit den neuen Platten begonnen hat, ist unbekannt. Das Aussehen dieser Marken ist indessen von dieser Zeit ab vollständig verschieden von den vorhergehenden, wegen der verwendeten stark anilin- roten Farbe, die durch das Papier schlägt und die Zeich-

76 Schweden.

nung der Marke auf der Rückseite sichtbar macht (nicht mit den sogenannten rückseitigen Drucken zu verwechseln). Durch die Eigenschaft dieser Farbe, sich im Papier aus- zubreiten, erhielt der Druck ein verwischtes Aussehen. Diese Farbe wurde mehrere Jahre gebraucht, jedoch von Anfang 1900 ab wird die Marke in einer starken, reinen Karminfarbe gedruckt.

Gemäß Rundschreiben der Generalpostdirektion vom 10. Januar 1893 wurde die Farbe der 50 Ore-Marke in grau und, damit keine Verwechselung vorkommt, gleichzeitig die 4 Ore-Farbe in schwarzgrau abgeändert.

50 Ore grau. Ab 22. Februar 1893.

Kommt in olivgrau und braungrau, beide in helleren und dunkleren Nuancen, sowie hie und da in reiner hellgrauer Farbe vor.

4 Ore schwarzgrau. Ab 6. April 1893.

Erschien am 6. April 1893 und hat ab Ende 1903 eine hellere, beinahe graue Nuance. Ob dies eine Zufälligkeit, neue Auflage oder womöglich eine im Vorrat restierende Partie einer früheren Emission war, konnte nicht ermittelt werden.

1 Krona blau und braun. Ab1.Januar 1896.

Dieser Typ unterscheidet sich vom vorhergehenden hauptsächlich dadurch, daß der Schlußpunkt nach Sverige vierkantig ist und die Wertbezeichnungen in den Seitenovalen fetter sind. Die Farbe ist dunkelblau in mehreren Nuancen, und braun.

Bemerkenswert ist, daß von den Jahren 1892—93 ab alle Dienstmarken in stärkeren, dunkleren und, mit Ausnahme der 10 ÖOre-Marke, reineren Farben wie vorher gedruckt wurden. So wurde die Farbe der 2 Ore-Marke von gelb in rotorange, der 3 Ore-Marke von matthellbraun in lebhaftbraun, ‚der 4 Ore-Marke von grau in schwarzgrau, der 5 ÖOre-Marke in eine dunklere Nuance von grün, die jedoch nach dem Jahre 1897 mit einer helleren ins Gelbgrüne gehenden Farbe wechselte, verändert. Die 10 Ore-Marke, welche im Jahre 1892 sowohl hinsichtlich des Typs als auch der Farbe geändert wurde, war die farbstärkste aller Dienstmarken, ging jedoch später auf eine weniger in die Augen fallende Farbe zurück. Die 20 Ore-Marke änderte ihr oft wechselndes Hellblau in ein gleichfalls wechselndes Dunkelblau; 30 Ore trat in klareren, teils dunkleren, teils helleren Farben auf. Die 50 Ore-Marke war schon in der roten Farbe verschiedenen Farb- veränderungen unterworfen, bis sie endlich die rote Farbe gegen grau vertauschte. Auch die 1 Krona-Marke des älteren Typs war Gegenstand von Farbveränderung.

Dienstmarken-Uebersichtstabelle. 7%

Gemäß Normalbogen, datiert vom 20. Februar 1895, tauschte dieselbe ihre hellen blauen und braunen Farben gegen entsprechende dunkle aus, jedoch nicht so dunkle wie die des darauf folgenden neuen Typs.

Schließlich möge noch eine Marke in dunkelblauer Farbe, die sogenannte „Postsackmarke“ genannt werden, welche von vielen Sammlern als Dienstmarke angesehen wird. Gemäß Beschluß der Generalpost- direktion vom 12. Sept. 1876 sollte fragliche Marke, die die Inschrift „Correspondance du Service postal Suede Etranger“ trägt, auf ( Postsachensendungen \\ an Postverwaltungen oder Postanstalten im Auslande angebracht werden. Die Marke sollte ebenso wie die Freimarken in der oberen rechten Ecke der Adresse plaziert werden und kommt auch auf Postanweisungen nach dem Auslande auf dem für Frei- marken bestimmten Platz vor, dazu noch in den meisten Fällen abgestempelt. Durch das Rundschreiben der Generalpostdirektion vom 10. Januar 1900 wurde ver- ordnet, daß die Verwendung dieser Marke Ausgangs März des gleichen Jahres aufzuhören habe. Die Marke ist in 2 Typs bekannt; bei dem einen sind die Sterne zwischen der oberen und unteren Inschrift sechsstrahlig, bei dem anderen fünfstrahlig.

Uebersicht über die Zähnungen, Auflagen, Her- stellungsarten und hauptsächlichsten Farbnuancen der Dienstmarken von 1874 bis 1905.

an &n Bis = Ne Ben 5 Auflage & = Nuancen g % 1874—77 Buch- 3 Ore |14 | 1733 625| aruck 1a) hellbraun, b) braun. 4 | „1 1016850] |a) hellgrau, b) grau. ee > 405 975) |a) smaragdgrün, b) grün. Gi ; 856 375| |a) rotviolett, b) violett, c) hell blauviolett, d) lilagrau, e) grau, f) olivgrau. en 5712775) ja) hellblau, b) blau. a) ziegelrot, b) mattrot,

Be; n 327 975|

c) zinnoberrot.

78 Schweden. en &n Emission | 5 Fe = Nuancen und Wert | 3 ee 2 Alle mit * versehenen Werte sind z. Zt. S E im Kurs. 187477 ae 24 Ore | 14 2 650 775 druck a) gelb, b) orange. Be, „141206879 a) braun; p) dunkelbraun, 50.5 679 425| |a) rosa, b) karminrosa. 1 Krona | 34562312 5.) hellan u. hellbraun, b) blau u. braun. 1881—85 *3 Ore |13| 1446850) ja) hellbraun, b) *braun. Asa „1 4697200) ja) hellgrau, b) grau. ID „| 7413900) a) hellgrün, b) *grün. (Ende 1904) Be; 5 531450] 1a) rotviolett, b) violett, c) blauviolett. 10.7, „)l. 4439001 | I. a) karminrosa; 11.8179950) ‚II. b) hellrosa, c) rosa, d) karmin. 12. „| 2781650) |a) hellblau, b) blau. 20 | „14237 750| ja) hellziegelrot, b) ziegelrot. Ar „. 1633950) a) zitrongelb, b) gelb, c) orange. #30, | „1.6637 900) ja) braun, b) graubraun, c) *dunkelbraun. | (Ende 1904) 50 „., .1216400| a) rosa, b) karminrosa, c) dunkelkarmin. 1 Krona h 787 200| a) hellblau u. hellbraun, b) blau u. braun 1889 | (kommt ungez. vor).

10 Ore aufl20re , 201 000/ a) dunkelblau u. blau (nur 8 Ex. bekannt, abgestempelt Okt. 1889 in Vesteräs), b) dunkelblau u. hellblau, c) dunkel- blau u. blau (kopfstehender Aufdruck

e ß kommt vor).

10 Ore auf 240re| „, 144250) ‚a) dunkelblau u. gelb, b) dunkelblau und orange (kopfstehender Aufdruck kommt vor).

1891— 96

*2 Ore | „| 1740900] „.|a) gelb, b) :*orange. (Ende 1904) SC „| 6637 950| \schwarzgrau. (Ende 1904) 0%, |19516650| |anilinrosa. (Ende 1904) "20 | 13426100] ja) blau, b) *dunkelblau. (Ende 1904) *50 |, | 1774400| la) *hellgrau, b) *hell olivgrau. (Ende 1904) = Krona|\, 685 750) dunkelblau u. braun. (Ende 1904)

Ben

Portomarken-Herstellung. 79

C. PORTOMARKEN.

Die Porto- (Lösen-) Marken wurden gleichzeitig mit den Dienstmarken am 1. Januar 1874 ein- geführt; ihr Zweck war, die Kontrolle über den Rechen- schaftsbericht derjenigen Postbeförderungsabgaben aus- zuüben, die von den Adressaten erlegt wurden. Von den fraglichen Marken gibt es nur zwei Emissionen, eine fein- und eine grobgezähnte. Der Typ ist in der ganzen Zeit der gleiche, und zur Herstellung der Druck- platten wurde nur ein Urstempel in Kupfer ohne Wert- bezeichnung graviert. Vom Urstempel wurden 6 Klischees in Kupfer genommen. In eins hiervon gravierte man für die Werte 1—12 Ore nur das Wort Ore, das die Hälfte des Feldes für die Wertbezeichnung be- deckte, während die andere Hälfte un- berührt blieb (siehe

nebenstehende Ab- bildung). In die vier übrigen Klischees, diejenigen für die Werte 20, 24, 30 und 50 Ore, gravierte man sowohl die Wertbezeichnung in Buchstaben als auch in Ziffern, was dadurch hervorgerufen wurde, daß die Buchstabenanzahl der Wertbezeichnung dem Worte Ore bei allen Werten nicht den gleichen Platz einräumen konnte. Das 6. Klischee wurde zum Wert 1 Krona verwendet; nach- dem der Wert in Buchstaben und Ziffern eingraviert war, wurde der 1 Krona-Stempel diagonal von rechts oben nach links unten durchgesägt und die beiden Hälften darnach mit den Diagonalkanten in einer Entfernung von 5 mm auf einer Platte festgelötet. Von dieser Originalplatte wurden 200 Klischees 200 halbe Marken genommen. Die beiden Serien von 100 Klischees für je eine halbe Marke stellte man alsdann eine jede für sich in einen Rahmen, nahm davon ein neues Klischee, wodurch man 2 Druckplatten, eine jede mit 100 halben Marken, für die entsprechenden Farben, blau und braun, erhielt. Die Druckplatten der übrigen Werte (außer 1 Kr. und 24 Ore) wurden auf die Weise hergestellt, daß man 25 Klischees ä& 4 Markenbilder (Block) = 100 Marken auf einer Mahagoniplatte befestigte; die Klischees zu 24 Ore bestanden aus 5 anstatt 4 Bildern. Beim Druck wurden 2 solche Platten gleichzeitig verwendet, so daß jeder Bogen 200 Marken enthielt. In späterer Zeit wurden die Druckplatten auf weniger zeitraubende Weise hergestellt, dadurch, daß man Klischees von den oben-

80 Schweden.

genannten Druckplatten nahm und sie wieder nach Be- darf vervielfältigte.

Obwohl alle Originalklischees von ein und dem- selben Urstempel genommen sind, so gibt es doch Typ- unterschiede. Dieselben bestehen darin, daß der Fuß- strich des Buchstaben L im Worte Lösen auf einem lang und auf 3 der 4 Klischees zum 1 Ore-Wert kurz, sowie lang auf 2 und kurz auf 2 der 4 Klischees zum 24 Ore-Wert ist. Dieser Plattenfehler ist wahrscheinlich bei der Herstellung der Klischees entstanden; dieselben wurden von Matrizen aus Guttapercha, in das die Originalklischees eingepreßt worden waren, genommen und es ist anzunehmen, daß ein Graphitkorn oder irgend ein anderer kleiner Gegenstand die Vertiefung in der Matrize am Fußstriche des L teilweise ausgefüllt hat, sodaß das Metall die genannte Vertiefung nicht hin-

Typ-I Typ II.

reichen: ausfüllen konnte. Auf jedem Bogen der 1 Ore- Marke kommt kurzer Fußstrich bei L auf jeder zweiten Marke in der ungeraden Reihe und auf jeder Marke in der geraden Reihe, sowie bei den 24 Ore-Marken auf jeder Marke in der geraden Reihe vor, die Reihen von links nach rechts gerechnet. Bei der Zusammenstellung der vier 1 Ore-Klischees wurde das mit langem L in die obere rechte Ecke plaziert, so daß später bei der Zusammenstellung der Viererblocks zu Druckplatten jedes zweite Bild in der ersten Reihe ein langes L, während in der zweiten Reihe jedes Bild ein kurzes L hatte; bei der Herstellung der Druckplatten zu den 24 Ore-Marken wurde das gleiche Verfahren angewendet. Dort wurden aber im Blocke 2 Klischees mit langem und 2 Klischees mit kurzem L jeweils untereinander gesetzt; es muß also in der Druckplatte ein Typ den anderen abwechseln.

Portomarken I. Emission. 81

Bei den 1 Öre-Marken kommt auch noch ein zweiter Typunterschied vor, nämlich daß auf allen Marken, die ein langes L haben, die untere Schleife des Buch- staben S verkrüppelt ist. Die, Ursache ist dieselbe wie beim kurzen L. Bei der 12 Ore-Marke kommt gleich- falls ein Plattenfehler vor und zwar trifft dieser eine Marke im Bogen. %, Der Rahmen, der das Feld mit der Inschrift Lösen einfaßt, ist rechts : unterhalb O zerstoßen, wobei auch der Fußstrich von L in Miitleiden- schaft gezogen wurde.

Das Papier zu den Portomarken, das vom Drucker geliefert wurde, wechselt sehr in der Dicke. Es kommen Marken auf dickem, kartonartigem Papier vor, wann und in welcher Ausdehnung aber derartiges Papier verwendet wurde, konnte nicht ermittelt werden, wahr- scheinlich. sind es nur die Schutzbogen, die oben und unten in jedem Bund des von Deutschland eingeführten Papiers lagen.

Die Portomarken kommen seltener gut zentriert vor, was darauf zurückzuführen ist, daß sie in derselben Maschine wie die gewöhnlichen Freimarken perforiert wurden, durch das Herstellungsverfahren der Druck- platten aber einen größeren Abstand haben, weshalb die Perforation mehr oder weniger die Kanten der Marken- bilder getroffen hat. Gewöhnlich sind die Außenmarken der Bogen am stärksten mitgenommen.

I. Emission. Vom 1. Januar 1874 bis 31. März 1877. Gezähnt 14.

Durch Rundschreiben der Generalpostdirektion vom 31. Dezember 1873 wurde die Ver- ausgabung von Portomarken bekannt gegeben, die schon am Tage darauf in Gebrauch genommen wurden.

1 Ore schwarz. Existiert in schwarz und grauschwarz. Die ganze "Auflage machte 614900 Stück aus, von denen 461 175 kurzes und 153 725 langes L hatten,

8 Ore rot und 5 Ore braun gibt es nur in einigen wenigen Nuancen der betreffen- den Farben.

6 Ore gelb hat Nuancen von zitrongelb bis dunkelgelb.

H.Krötzsch, Handbuch. 6

82 Schweden.

12 Ore hell zinnoberrot besitzt eine geringe Anzahl Nuancen von rot.

Die ganze Auflage dieser Marke, eine einzige, machte 1484500 Stück aus, davon 14845 mit kurzem L.

20 Ore blau hat einige Nu- ancen in blau, sowie eine ins Grün- blaue neigende Farbe.

24 Ore violett. Von dieser Marke kommen Exemplare in zwei total getrennten Farben vor, nämlich in grau und violett. Die graue Farbe findet sich in 2 verschiedenen Nu- ancen, ‚welche beide ein Seitenstück in 17 Ore grau haben. Die violette Marke dagegen hat eine besonders klare und satte Farbe, die sich bei keiner anderen schwedischen Marke vorfindet. Hinsichtlich der grauen Farbe gilt hier auch das, was bei den anderen violetten Marken, die in grau vorkommen, gesagt ist. Die violetten Marken dieser Emission sind recht selten, insbesondere un- gebrauchte. Da die ganze Auflage 392900 Stück ausmachte, so hat die Hälfte davon oder 196450 Marken kurzes L.

Portomarken II. Emission. 83

30 Öre grün 50 Ore braun und

1 Krona blau und braun haben jeweils einige Nuancen der betreffenden Farbe.

Bemerkenswert bei dieser Emission ist die verhält- nismäßig große schon zu Anfang bestellte Auflage der 12 Ore-Marken. Die Ende 1873 und Anfang 1874 ge- lieferte erste Auflage war so groß, daß keine Neulieferung vor 1882 erfolgte. Die meist verbrauchten Marken dieser Emission sind die 5 Ore-Marken.

ll. Emission. Vom 1. April 1877 bis 31. Dezember 1891. Gezähnt 13. (Der Typ ist derselbe wie bei der I. Emission.)

Diese Emission unterscheidet sich von der vorher- gehenden nur durch die Perforation. Die Marken sind 13 gezähnt und in der von Rundlöf & Co. in Stockholm am 19. März 1877 gelieferten Maschine perforiert.

Von 1 Öre schwarz gibt es eine hellere Nuance. Die Auflage machte 2044600 Stück aus, wovon 511150 langes und 1533450 kurzes L haben.

3 Öre rot besitzt 2 Nuancen, rosa und karmin.

5 Öre braun. Die Auflage dieser Marke, nahe- ‚zu au Million, ist die größte unter den Portomarken, halb auch dieser Wert über eine Reihe von Nuancen verfügt, und zwar von hellgraubraun bis zum dunkelsten braun, ebenso olivbraun und gelbbraun.

6 Ore gelb findet sich auch in verschiedenen Nuancen, von zitrongelb bis orange. Auch gibt es von diesem Wert blaßrote und olivbraune Marken, aber es ist anzunehmen, das die Veränderung der gelben Farbe denselben Ursachen zuzuschreiben ist, wie unter den gewöhnlichen Freimarken besprochen. Ein Bogen mit 100 Marken beiderseitig bedruckt ist bekannt.

. 12 Öre hell zinnoberrot. Die Nuancen sind in geringer Anzahl. Die ganze Auflage machte 805 700 Stück aus, davon 8057 mit kurzem L.

20 Öre blau hat 3 Nuancen dieser Farbe.

24 Ore violett. Von 24 Ore existieren 2 Haupt- farben, violett und grau. Die violette Farbe ist nicht so konstant wie bei der vorhergehenden Emission, sondern weist eine Reihe Nuancen vom hellsten rot- violett bis blauviolett auf. Die graue Farbe kommt nicht reingrau, sondern mehr oder minder lilagrau vor. Die ganze Auflage betrug 362.000 Stück, davon 181 300 mit kurzem L.

BAR

84 Schweden.

30 Ore grün, 50 Ore braun nebst 1 Krona hellbraun und blau, besitzen ein paar Nuancen der betreffenden Farben. Von 1 Krona finden sich un- gezähnte Exemplare, abgestempelt 1879 in Stockholm, jedoch ist deren Anzahl unbekannt.

Von den feingezähnten Portomarken weist 12 Ore die größte und 1 Krona die niedrigste Auflage auf; von den grobgezähnten dagegen 5 Ore die größte und 24 Ore die niedrigste.

Von den feingezähnten Marken scheint der ganze Vorrat durch den Verkehr aufgebraucht worden zu sein. Die nebenstehende Tabelle gibt die Anzahl der ver- schiedenen Werte der grobgezähnten Marken an, welche durch den Verkehr aufgebraucht wurden.

Die Portomarken kommen ebenso oft ungestempelt wie gestempelt vor, je nachdem es dem betreffenden Postbeamten beliebte, dieselben abzustempeln oder nicht. Die Marken wurden auf der Rückseite der Sendungen angebracht, aber auch oft lose und ohne Abstempelung in gegebenen Fällen verabreicht. Diese mißlichen Ver- hältnisse trugen teilweise zur Einziehung der Porto- marken bei, die am 31. Dezember 1891 erfolgte.

Uebersicht über die Auflagen, die im Verkehr verbrauchten und die Restbestände der Porto- marken der II. Emission 1877, gezähnt 13.

Restierende und

Wert Auflage zurückgelieferte Im Verkehr Marken verbraucht

1 Ore 2 044 600 220 945 1 823 655 nn 1568100 224 302 1 343 898 Die 2 429 300 228 564 2 200 736 birs, 1 784 800 195 403 1 589 397 rn 805 700 129 600 676 100 207, 1 686 300 151 691 1 534 609 aa un 362 600 83 300 279 300 30, 55: 1 594 600 179 259 1415 341 50:5 972 800 105 797 367 003

1 Krona 530 800 34 880 495 920

Portomarken-Uebersichtstabellen., 85

Uebersicht über die Zähnungen, Auflagen, Her- stellungsarten und hauptsächlichsten Farbnuancen der Portomarken (Em. 1874 und 1877).

Emission und Wert

1874

*] Ore

3 5 6

*12 20

*24 30 50

1 Krona

1877

*] Ore

3 5 6

12 20 *24

30 50

1 e..

2

= BE = = :S N

13 »

Auflage

Her-

stellung

Nuancen

Buch- 614 900 | druck a)grauschwarz, b)schwarz.

544 800 691 000 433 600

1 484 500 688 600

392 900 | 522 600

502 200 358 100

2 044 600 1 568 100 2 429 300 1 784 800

805 700

1 686 300 362 600

| 1 594 600

972 800 530 800

Anmerkung. Bei den mit kurzer Fußstrich bei L vor.

karminrosa, a) hellbraun, b) braun. a) hellgelb, b) gelb, c) orangegelb. a) blaßrot, b) rot. a) hellblau, b) blau, c) ultramarin. a) hochrotviolett, b) grau. a) hellgrün, b) grün.

a) hellbraun, b) braun. a) hellblau u. hellbraun, b) blau und braun,

c) graublau u. braun.

a)grauschwarz, b)schwarz.

a) rosa, b) karmin.

a) hellbraun, b) braun.

a) hellgelb, b) gelb, c) orangegelb (kommt mit Druck auf beiden Seiten vor).

a) blaßrot, b)rot, c)ziegel- rot.

a) hellblau, b) blau, c) dunkelblau.

a) rotviolett, b) violett, c) lilagrau.

a) hellgrün, b) grün.

a) hellbraun, b) braun. a) hellblau u. hellbraun, b) blau und braun,

c) graublau und hell- braun (kommt unge- zähnt vor).

* versehenen Werten kommt

86 Schweden. NEUDRUCKE.

Im Jahre 1857 begannen bereits ausländische Post- verwaltungen Proben schwedischer Freimarken bei der Generalpostdirektion zu verlangen. Derartige Bestellungen liefen mit der Zeit in immer größerer Zahl ein, sahen es aber anfangs nur auf die gleichzeitig kursierenden Marken ab. Erst im Jahre 1867 fing man an, Vor- stellungen um Erhalt älterer Freimarken, wie Skilling- banko-, Lokal- und 9 Ore-Marken zu machen. Zu jener Zeit waren aber im Vorrate der Postverwaltung keine Skilling-banko-Marken mehr vorhanden, wohl aber noch 9 Ore- und braune Lokalmarken; die Generalpost- direktion sah sich deshalb im Jahre 1868 genötigt, neue Auflagen der Skilling-banko-Werte drucken zu lassen. Auch mögen Ersuchen von Privatpersonen, sowohl in Schweden als auch im Auslande, ältere schwedische Briefmarken zu kaufen, einigermaßen dazu beigetragen haben, daß man sich zum Neudruck der genannten Marken entschloß. Soviel aus dem Rechenschaftsbericht über die neugedruckten Marken hervorgeht, waren die- selben nicht allein für Probesendungen an fremde Post- verwaltungen vorgesehen, sondern man bezweckte auch deren Verkauf.

Der Beschluß betreffend den Neudruck wurde am 26. März 1868 gemäß nachstehendem gefaßt:

(Uebersetzung) Bestellung auf Freimarken alter Werte.

Für Rechnung der Kgl. Postverwaltung wird für baldmöglichste Lieferung in Auftrag gegeben:

Eine gleiche Anzahl Freimarken gedruckt, per- foriert und gummiert von folgenden Werten, nämlich von 1, 3, 4, 6, 8 und 24 Skilling-banko, zu denen 150 ganze Bogen Papier geliefert werden, worüber Quittung erbeten wird.

Stockholm, den 26. März 1868.

Die Kämmerei der Kgl. Generalpostdirektion N. W. Lidmark. Am 26. März 1868 Kenntnis davon genommen und

genehmigt : £ 2 ex officio J. R. Ofverström.

Den Empfang von - „Einhundertundfünfzig“ Bogen bestätigt. Stockholm, den 28. März 1868. Georg Scheutz. Vorbereitungen zum Druck waren bereits getroffen worden dadurch, daß neue Druckplatten bei der Firma

Neudrucke. 87

J. & A. Ries in Stockholm bestellt wurden; es hatte sich nämlich herausgestellt, daß die alten abhanden ge- kommen waren. Die neuen Platten, welche durch Ver- vielfältigung der Originalstempel hergestellt waren, wurden am 19. März 1868 geliefert. Jede Druckplatte enthielt 9 in 3 gleiche Reihen geordnete Markenbilder.

Die Lieferung der neugedruckten Marken erfolgte am 2. Juni 1868. Ueber die erste Lieferung von Neu- drucken findet sich kein Lieferungsschein vor, aber auf der Rechnung des Lieferanten über Druckkosten findet sich vermerkt, daß die Lieferung 142 ganze Bogen A 18 Marken ausmachte; der Rest, 8 Bogen, war Makulatur. In welcher Weise sich die 6 Werte auf die 142 Bogen verteilten, ist jetzt nicht mehr möglich zu ermitteln.

Der zweite Neudruck erfolgte bereits im Oktober des gleichen Jahres; hierüber ist eine Bestellung vor- handen, gleichlautend mit der oben wiedergegebenen sowie datiert vom 29. September 1868; die Anzahl Papierbogen war diesmal 500 und die Genehmigung der Generalpostdirektion hatte folgenden Wortlaut: „Die G. P. D. genehmigt die Ausführung obenstehender Frei- markenbestellung mit dem Vermerk, daß dieses Akten- stück an die Kämmerei zurückgeliefert werden soll.“

Die letztgenannten Neudrucke wurden am 4, No- vember 1868 gemäß Lieferungsschein Nr. 13'/, geliefert und machten 496 ganze Bogen & 18 Marken aus. Die Marken waren gemäß Lieferungsschein auf die verschie- denen Werte so verteilt, wie die nachstehende Tabelle I es ausweist. Dieser zweite Neudruck des Jahres 1868 ist bis jetzt unter der Benennung „Neudruck 1871“ gelaufen.

Durch Protokoll vom 23. März 1871 beauftragte die Generalpostdirektion die Kämmerei, Freimarken älterer Werte neu drucken zu lassen, nämlich die beiden Lokalmarken sowie 3, 4, 6, 8 und 24 Skilling-banko nebst 9 Ore und zwar in solcher Anzahl, daß von jedem Wert ungefähr 500 Stück vorrätig seien, um bei Vor- kommen in der Lage zu sein, fremden Postanstalten nach Verlangen die gewünschte Anzahl Exemplare als Probe schwedischer Freimarken zustellen zu können.

Zu Anfang 1871 fanden sich bei der Postverwaltung folgende Quantitäten vorrätig: 3 Skilling-banko 950, 4 Skilling 1265, 6 Skilling 1281, 8 Skilling 1285, 24 Skilling 1278, schwarze Lokal 325, braune Lokal nichts und 9 Ore 7169, wovon also nur die beiden Lokal- marken das festgesetzte Minimum nicht erreichten. Es wurde deshalb von diesen 2 Werten ein Neudruck veranstaltet, der auf der Bestellung Nr. 6 vom 14, April 1871 aufgeführt ist. Diese Bestellung nimmt in erster Linie je 5 ganze Bogen (& 200 Marken) sowohl von der

88 Schweden.

schwarzen als auch von der braunen Lokalmarke im Betrage von 30 Riksdaler für jede Art auf; ferner sind andere Marken, 1000 ganze Bogen 3 Ore-Freimarken im Betrage von 6000 Riksdaler vermerkt; für die ganze Bestellung wurden 4000 ganze Bogen Papier geliefert. Die Lieferung erfogte am 5. Mai 1871. Der Liefer- schein nimmt außer 12 und 30 Ore-Marken, 962'!/, ganze Bogen 3 Ore-Marken im Betrage von 5775 Riks- daler auf. Da, nun die Anzahl sowohl der Lokal- als auch der 3 Ore-Marken zusammengezogen ist (die schwarzen Lokalmarken wurden zum Werte von 3 Öre angesetzt), so ist es unmöglich, die Anzahl Marken eines jeden Wertes zu konstatieren. Wenn man indessen die Makulatur, 195 ganze Bogen für die ganze Partie, pro- portionell auf die volle Zahl der bestellten Bogen ver- teilt, so trifft ungefähr ein halber Bogen Makulatur auf jeden 10. Bogen, oder !/, Bogen (50 Marken) Makulatur auf jede Partie der in je 5 Bogen bestellten Lokalmarken. Die gelieferte Anzahl der beiden älteren Lokalmarken dürfte somit 900 bis 1000 Stück per Wert ausgemacht haben.

Wie von gewisser Seite behauptet wird, sollen’ die abhanden gekommenen Druckplatten zu den Lokalmarken erst am 5. April 1872 wiedergefunden worden sein, was zur Folge hätte, daß die neuhergestellten und schon im Jahre 1868 verwendeten Platten mit 9 Marken zu dem letztvermerkten Neudruck benutzt worden sind. Da aber aus der betreffenden Bestellung und dem Lieferungs- schein hervorgeht, daß der Neudruck 1871 der Lokal- marken auf ganzen Bogen & 200 Marken hergestellt wurde, so müssen sich die Platten schon vor dem 14. April 1871 wiedergefunden haben.

Der Abgang der 3 Skilling-banko-Marken, von denen sich Anfang 1871 950 Stück im Vorrate der Postverwal- tung fanden, war so lebhaft, daß sie sich Ende Juni 1871 der festgesetzten Minimalzahl näherten. Durch Druckauftrag Nr. 11 vom 24. Juli 1871 wurden daher, nebst anderen Marken, 30 ganze Bogen & 18 Marken vom 3 Skilling-banko-Wert bestellt. Die Lieferung er- folgte am 10. August des gleichen Jahres, an weichem gemäß Lieferungsschein Nr. 11 nebst anderen bestellten Marken 540 3 Skilling-banko-Marken der Postverwaltung übergeben wurden, Irgend welcher Neudruck anderer, im Beschluß der Generalpostdirektion vom 26. März 1871 genannten Marken, als die nun erwähnten, fand nicht statt, denn im Protokollauszug vom 21. September 1871 heißt es unter anderem, „daß die Kämmerei in Zu- kunft ohne Zustimmung der Generalpostdirektion nicht das Recht besitzt, bei Bedarf Neudrucke zu veranstalten, sondern erst von letzterer dazu beauftragt sein muß.“

Neudrucke. 89

Betreffend die Bestellung der Neudrucke von 1885 ist weder eine schriftliche Bestellung, noch irgend ein anderes Dokument vorhanden. Dagegen finden sich 2 Lieferungsscheine, Nr. 174 und 175, beide datiert vom 15. März 1885, über gelieferte Freimarken älterer Werte. Der erste Lieferungsschein verzeichnet 60 halbe Bogen a 100 Stück des 3 Ore-Wertes nebst 20 Bogen & 100 Stück eines jeden der nachstehenden Werte: 5, 9, 12, 17, 20, 24, 30 und, 50 Ore nebst 1 Rikstaler. In der Bogenzahl der 3 Ore-Marken sind je 20 Bogen der beiden alten Lokalmarken, der schwarzen und braunen, eingerechnet. Von sämtlichen hier aufgerechneten Werten wurden somit 2000 Stück geliefert. Der andere Lieferungs- schein verzeichnet je 20 halbe Bogen &% 81 Stück der Werte 3,4,6,8 und 24 Skilling-banko, somit 1620 Stück von jedem Wert. Alle im Jahre 1885 neugedruckten Marken wurden in der damals im Gebrauch befindlichen Maschine perforiert und sind somit gezähnt 13; sie ‚unterscheiden sich dadurch gut von den Originalen (gez. 14) wie von den vorhergehenden Emissionen der Neudrucke (auch gez. 14).

Schließlich findet sich unter den Sammlern ein Neudruck, zu dem ein Gegenstück bei der Postverwal- tung weder verwahrt noch bekannt ist. Dieser Neudruck umfaßt alle im Jahre 1885 neugedruckten Werte und ist ebenso wie diese gezähnt 13, aber auf sehr dünnem, glänzendem Papier hergestellt und gleichzeitig in der Farbe von letztgenanntem Neudruck sehr abweichend; die Farben sind im allgemeinen blasser, besonders bei den Skilling-banko-Marken. Wie dieser Neudruck zustande gekommen ist, ist unbekannt, doch scheint es, daß er mit denselben Platten gedruckt und in der gleichen Maschine perforiert wurde, wie die wirk- lichen Neudrucke. Möglicherweise handelt es sich um einen Probeabzug, der durchgeschmuggelt und perforiert wurde.

Neudrucke fanden somit statt: Amal von dem 3 Skilling-banko-Wert und der schwarzen Lokalmarke, 3mal von den übrigen Skilling-banko-Werten, 2mal von der braunen Lokalmarke und einmal von den Ore- Werten (Löwen- und Wappentype). Im ganzen wurden 45,924 Stück neu gedruckt. In der nachfolgenden Tabelle ist diese Gesamtsumme in die einzelnen Werte spezifiziert, hinsichtlich der ersten Neudrucke der Jahre 1868 und 1871 auf die betreffenden Werte gleichmäßig verteilt. Wenn sich auch in Wirklichkeit die Verteilung hinsichtlich der letzteren ein wenig anders gestellt haben mag, so dürften trotzdem die Angaben in der Tabelle so ziemlich der Wirklichkeit entsprechen.

90 Schweden. Tabelle I. Uebersicht über die Neudrucke.

Bestell.) Liefe-| 3 4 6 8 24 Lokal:

Jahr rungs- SE DRTEES datum m| Skill.| Skill.) Skill.| Skill.| Skill. schwarz] braun |

1868 | 26/3 | 2/5 | 426 | 426 | 426 | 426 | 426 | 426 | -—- | 2556

[29/9 | a/ıı) 1530 | 1485 | 1485 | 1876 | 1440 | 1512 | | 8928 1871 |14A| 55 | |. ı | 2, 7

„. 12477 F1578| 540) 50 | 72] Er ee 1885 | ? | 18/3) 1620 | 1620 | 1620 | 1620 | 1620 | 2000 | 2000 | 12100

| Je 2000 Exemplare der Werte 3, 5, 9, 12, |99000 17, 20, 24, 30 und 50 Ore nebst 1 Rdr.

Summa | 4116 | 3531 | 3531 | 3522 | 3486 | 4838 | 2900 | 45924 Die Kosten für den Neudruck wechselten zwischen 33 und 55 Ore per 100 Marken. Die Gesamtkosten für Neu-

drucke beliefen sich auf Kr. 178,50, einschließlich der Kos- ten für erforderliche Druckplatten, wie Tabelle II ausweist.

Tabelle II. Kosten für sämtliche Neudrucke.

Anzahl | Kronen Sa.

Kr

Von J. & A. Riis gelieferte 6 Stück Druck- | 777 platten für Neudrucke . . : 20.— Von Scheutz

1868 gelieferte Neudr. 142 Bg. a 18 St. 2556 2.56

5 5 496 &18 —= 8928 || 11484 | 48.61 | 51.17 1871 + * 9 „a200 —1800 —.83

= e 5 30 „a 18 = 540|| 2340 | —.25| 1.08 Von Bagge Feel

185 , „40 „A100 „— 24000 . a u 100 „a 81 = 8100 || 32100 106.25 Summa ||45924 | |178.50

Die Neudrucke waren, wie bereits bemerkt, haupt- sächlich zu Proben von schwedischen Freimarken für ausländische Postverwaltungen bestimmt, aber von den ersten Auflagen waren nicht unbedeutende Mengen an Privatpersonen verkauft worden. Für das Jahr 1868 findet sich ein spezifizierter Rechenschaftsbericht über den Verkauf von Neudrucken, woraus unter anderem hervorgeht, daß die Marken zum Nominalwert verkauft wurden. In den Rechenschaften der Postverwaltung wird nämlich zwischen Neudrucken und gewöhnlichen Freimarken hinsichtlich des Wertes kein Unterschied gemacht, sondern deren Anzahl wird in die Summe der übrigen Marken entsprechender Werte eingerechnet. Neudrucke können auch zur Frankatur verwendet werden.

Der Verkauf von Neudrucken an Privatpersonen dürfte im Jahre 1872 aufgehört haben. Im Protokoll der Generalpostdirektion vom 21. September 1871 wird verordnet, daß von älteren Marken (Neudrucken) nur so viel verkauft werden dürfte, daß mindestens 300

ENGE RE EEE

ee al

- Unverkaufte Freimarken

Neudruck-Tabellen. 91

Exemplare von jedem Wert im amtlichen Vorrat vor- handen bleiben. Am Schlusse des Jahres 1871 waren vorhanden: 478 & 3 Sk., 562 A 4 Sk., 630 3 6 Sk., 990 38 Sk., 999 & 24 Sk., 324 von jeder Lokalmarke und 6256 & 9 Ore. Vom Neudruck des Jahres 1885 sind bis vor kurzem nur wenige Sätze in private Hände gekommen. Anläßlich der zum 50 jährigen Jubiläum der schwedischen Freimarken Ende 1905 seitens Sveriges Filatelist Före- ning erfolgten Veröffentlichung von „Sveriges Franko- teeken“ wurden, um die überaus teuere Drucklegung dieses Werkes zu ermöglichen, seitens der Generalpost- direktion 250 Sätze der 5 Skilling-banko-Werte des Neudruckes von 1885 zum Nominalwerte abgegeben, womit die entsprechende Anzahl Exemplare dieses Werkes versehen und durch erhöhte Subskription an in Schweden wohnhafte Mitglieder von Sveriges Filatelist Förening abgesetzt wurde. Da nur ein einziger seinen Satz ver- kauft hat, dürften alle übrigen Exemplare in festen Händen in Schweden sein.

Tabelle III. Rechenschaftsbericht für empfangene und durch Verkauf abgesetzte ältere Freimarken.

2 z 2 2 ö ee Yon Scheutz, geliefert St. St. St. St. St St. Rdr. |Sk. am 4/1. 1868 11512 | | 31124 1530 95130 1485 123136 1485 185,30 1476 246 1440| 720 Summa |1512) 1530| 1485|1485|1476|1440|1402]24

Verkauft an:

Broberg . . . 591° 49|7,391°.29|° 191 9] 18140 Kohb & Söners’ Vertreter | 99] 198] 991 99| 99 99| 101| 3 100), >: 7; eo Zu 2| 4 Goffe (als Vertreter) - a, aa, 21.7 DR Beiier ....!200 48 se | ee

Zusammen | 467| 261| 140| 130) 120! 110| 12846 Heutiger Bestand . . |104511269|11345/1355|1356 1330

im Betrage von . 1273|26 Summa |1512|1530)1485|1485|1476|1440|1402|24 Stockholm, den 6. Febr. 1869. N. W. Lidmark.

WWW W WWW WWMWNW rn

Original.

092 Schweden.

Von obenstehendem Betrag 128 Riksdaler 46 Skill. banko, für verkaufte Freimarken eingenommen, sind am 6. Febrrıar 1869 an die Hauptkasse der Postverwaltung 126 KR:ksdaler 32 Skill. banko oder 190 Riksdaler Reichsmünze abgeliefert. N. W. Lidmark.

Obwohl es in dem obengenannten Protokoll vom 21. September 1871 heißt, daß kein Neudruck älterer Marken ohne Genehmigung der Generalpostdirektion erfolgen darf, so scheint dennoch der Neudruck des Jahres 1885 ohne irgendwelchen in schriftlicher Form mitgeteilten Beschluß seitens der Generalpostdirektion zustande gekommen zu sein; es finden sich auch keine diese Angelegenheit berührende Aktenstücke. Es wird in- dessen behauptet, daß dieser Neudruck infolge münd- lichen Auftrages seitens des damaligen Generalpost- direktors erfolgt sei. Als Grund für diesen Neudruck wurde angeführt, daß man fürchtete, die Platten möchten bei einem in absehbarer Zeit erfolgenden Umzug in ein neues Lokal Schaden leiden, weshalb ein vorheriger Neudruck der alten Marken zweckmäßig erschien.

Der Unterschied zwischen Neudruck und Original ist, was den Typ betrifft, äußerst gering oder keiner.

Neudruck von 1868. Neudruck von 1585.

Nur bei den beiden Emissionen von 1868 der schwarzen Lokalmarken kann ein nennenswerter Unterschied nach- gewiesen werden. Bei der Herstellung der Druckplatten zu diesen Marken entstand in der Platte ein Fehler in Form eines weißen Fleckes mit einem schwarzen Punkt, und zwar dadurch, daß die mittlere Perle auf der rechten Seite des Perlkranzes verstümmelt ist. Ob sich dieser Fehler bei allen 9 Klischees vorfindet, kann infolge Fehlens ganzer Bogen dieser beiden Neudrucke leider nicht festgestellt werden. Bei den von den Originalplatten genommenen Neudrucken der Jahre 1871 und 1885 kommt dieser Fehler nicht vor.

ERENTO TEIEE TE DEE

- ES

Neudrucke. 93

Einen ganz guten Anhalt zum Unterscheiden der Neudrucke vom Original bieten das Papier und ins- besondere die Farbe. Zum Neudruck von 1868 und 1871 wurde den Originalen durchaus ähnliches Papier verwendet, nämlich das in Tumba verfertigte, hand- gearbeitete Papier von der Art, deren man sich zur Herstellung der damals kursierenden Freimarken bediente.

Die Farbe ist jedoch eine Kleinigkeit weißer als die des Papiers der Originale, aber auch in der Ecke des Bogens mit dem gleichen Wasserzeichen versehen. Die Perforation stimmt mit der der Originale überein. Die Farben dagegen sind recht abweichend von denen der Originale; die am Schlusse des Abschnittes befindliche Tabelle gibt über die Farben der verschiedenen Neu- drucke Aufschluß.

..888090992900099808090208808

s98908000002902.000000080000000 0000000088

TRE SKILL.BCOHÄTR TUT,

.0.0000029020000909 10020000 0698000000809 0000002000 0000000000009080 00088

. ° . ® [2 or ® °. . . . © ° . °. os . . o e” . . . = o oe . . . . . « - . ® o o o . ° . . . . } . ° ® . . ® ® ° ° .

Ein Bogen des Neudruckes von 1885,

94 Schweden.

Zum Neudruck 1885 wurde das gleiche wie zu den damals kursierenden Freimarken gebräuchliche Papier verwendet; dasselbe ist nur in den Ecken mit Wasser- zeichen versehen (Typ III, siehe auf Seite 15), rein weiß, dünn und glatt, wodurch der Druck schärfer und besser hervortritt als wie bei dem vorhergehenden Neudruck. Dazu kommt noch, daß die Farben, welche heller und reiner sind, den Marken einen klareren Ton verleihen. Die Farben sind, mit Ausnahme der für 4 Skilling banko, heller als die des Originals. Die Lokal- und Ore-Marken haben ebenfalls einen helleren Ton als das Original, die Riksdalermarke dagegen eine etwas dunklere Farbe. Bemerkenswert ist, daß die 17 ÖOre-Marke in grauer anstatt violetter Farbe, welch’ letztere die ur- sprüngliche des Originals ist, gedruckt wurde. Die Perforation ist, wie bereits genannt, 13 gezähnt, wodurch sich dieser Neudruck sowohl von den vorhergehenden Neudrucken als auch vom Original unterscheidet.

Beim Neudruck von 1868 und 1871 der Skilling- Marken wurden die 9 Marken ganz unter den Rand des Bogens gedruckt, so daß dieselben die Vierecke 74—76, 84—86 und 94—96 bedeckten. Der ganze Bogen wurde danach perforiert, wodurch sich auf dem- selben 91 weiße und 9 gedruckte Felder bildeten. Beim Neudruck von 1885 dagegen wurde jeder Bogen, der für Skilling-Marken bestimmt war, in 9 gleiche Teile geschnitten, und auf einen jeden solchen Teil wurden 9 Marken gedruckt, wonach dieses kleine Freimarkenblatt perforiert wurde.

Bestand der Postverwaltung an untenstehenden Neudrucken am 31./3. 1905:

|ı=| 3. = 2005 nm en “Do © = Emission vom Jahre 1868 (L.)|I| 1 1 1 5 Dr DR SA 4| 67| 80| 413] 423 1871 . . 26 FR

202021885. . 116011601|1601|1601|1600 Summa |1631|1668|1682|2015|2024

Hiervon sind noch je 250 Stück der oben erwähnten, an Sveriges Filatelist-Förening abgegebenen 5 Werte der Skilling-banko-Neudrucke von 1885 in Abzug zu

bringen.

Neudruck -Tabellen.

95

Gesamtübersicht über die Zähnungen, Auflagen, Herstellungsarten und Farben der Neudrucke

von 1868, on © Emission E = > und Wert = = Er S| « Nendruck 1868 Buch: 3Skill.bco.|14| |, 426] druck 2.1530; 4 » l. 426 1. 1485| 6 ”„ l. 426 IL. 1485| , 8, » |»n|l 426) I. 1476|) 24 . 426 ”„ I. 1440| 1 (Lokal) B 426 1 1512) °„ Neudruck 1871 3skill.bco.| „| 540 | ‘F , (Lokal)| 900 3 Öre (Iokal)| „| 900 | Neudruck 1885 3Skill.bco.|13) 1620 | we. 1:.1020° |, Neudruck 1895 6Skill.beo.| „| 1620 | 85 ren. LG20E 7, 24 | 1620 1 ,„ (lokal) | 2000 | 3 Öre (lokal) „| 2000 |, 5 Öre ER20W: (Wappentyp Em. 1868) 9Ure 21200 1, 12 ”» 2000 2A, m 1512000 | 0,5: |n| 2000 | , Sn nn 2000| , 3 Öre 2000: |. ©, (Löwentyp Em. 1862-66) 17 Öre =72000°| , 20 „| 2000 | 1 Riksdaler 1 a0, (Em. 1872)

1871 und 1885.

stellung

Farbe

I.Emiss. :d’gelbgrün ; ll. gelbgrün.

1.7, :blaus DET. hellblau.

2%,’ IHlabraun: ee

I. ,„ gelborange; 112.7, gelb:

Bir, d’ziegelrot; II. ,„ ziegelrot.

I. 2 2’schwarz; ll. ,„ schwarz.

hell gelbgrün. schwarz. gelbbraun.

hellgrün. hellblau.

lila.

gelb. ziegelrot. schwarz. gelbbraun. hellgrün.

lila. dunkelblau. orange. braun,

rosa. hellbraun.

graulila. ziegelrot. gelbbraun und blau.

96 Schweden.

VERSUCHSMARKEN.

Sobald ein neues schwedisches Postwertzeichen aus- gegeben werden soll, verschafft man sich, gewöhnlich durch die Vermittelung des Freimarkenlieferanten, zeich- nerische Entwürfe, unter denen einer oder mehrere ausgewählt werden, um danach Stempel für Versuchs- drucke zu gravieren, die dann in verschiedenen Farben hergestellt werden, bevor man sich für einen gewissen Stempeltyp und die Farbe entscheidet.

Von den in postalischer Verwahrung befindlichen schwedischen Versuchsmarken war eine ganze Reihe zur Untersuchung für diese Abhandlung zugänglich; nach- stehend deren Abbildungen. Irgend ein geschichtlicher Bericht über fragliche Marken konnte jedoch aus Mangel an notwendigen Aufklärungen nicht zustande kommen, weshalb sich die nachstehende Darstellung darauf be- schränkt, die vorhandenen Marken in Kürze zu besprechen.

Von den ältesten Entwürfen zu schwedischen Frei- marken ist kein Abdruck vorhanden; dagegen findet sich ein in Kupfer eingepreßter Abdruck von einem für den 4 Skilling-banko-Wert bestimmten Stahlstempel, der etwas von dem endgültigen Typ abweicht. Ob dieser Stempel den ersten Entwurf darstellt, oder ob derselbe nach- träglich behufs eventueller Aenderung des Typs ent- worfen wurde, darüber ist nichts bekannt.

Danach kommt Ende 1860 ein Entwurf zum 33 Öre- wert, beabsichtigt zur Frankierung von Postanweisungen nach Norwegen. Die in amtlicher Ver- wahrung befindlichen Probedrucke dieses Wertes sind alle in schwarzem Druck auf rosafarbigem Glanzpapier ausgeführt. Die bei Sammlern oft vor- kommenden und-m blau oder braun- gelber Farbe auf weißem Glanzpapier gedruckten Versuchsmarken desgleichen Typs sind alle gefälscht und zwar nach Angabe von einem Lithographı in Stockholm Ende 1870 hergestellt.

In der Schröder’schen Essaysammlung befinden sich 2 Werte (Fig. 248 und 250), die hier erwähnt sein mögen. Fig. 248 ist ein 3-Ore-Wert; eine große 3 in der Mitte, darüber ein Band mit der Inschrift „Sverige“, worauf das schwedische Wappen, von 2 stehenden Löwen gehalten, ruht der Abzug ist schwarz —. Auf der Rückseite befindet sich ein schwarzer Probeabzugs des offiziellen 3-Öre-Wertes von 1862. Fig. 250 ist ein 12-Öre-Wert; 2 nahezu aufrecht stehende Löwen halten einen Ageteilten Schild mit Königskrone, unten steht in

Versuchsmarken. 97

wagerechter Linie das Wort „Sverige“, links und rechts oben in der Ecke die Zahl „12“, dazwischen die Worte „Tolf Ore“ der Abzug ist farbig auf weißem Karton. Ob diese Probedrucke offiziell sind, kann nicht gesagt werden, da sie in der Sammlung der schwedischen Postverwaltung fehlen.

Von den in Augenschein genommenen sind die nächsten vom Jahre 1884, anläßlich der Ausgabe der 10 Ore-Marke. Im gleichen Typ der ersten Abbildung findet sich eine Versuchsmarke, deren Inschrift „10 Ore*

in gerader anstatt in Bogenlinie steht. Die dritte Marke unterscheidet sich von dem schließlich festgesetzten Typ dadurch, daß links der Wertziffer das Wort „Tio* an- statt „Ore“ angebracht ist.

Gleichzeitig oder kurz danach wurden verschiedene Stempel für den 20 Ore-Wert in dem für die 10-Ore- Marke festgesetzten Typ hergestellt. Der Stempel für die

letzte der abgebildeten Marken ist augenscheinlich für Kupferdruck, der beiden anderen fürBuchdruck vorgesehen.

Aus der gleichen Zeit finden sich auch Probedrucke in blauer Farbe der damals kursierenden 20 Ore-Ziffer- typmarken, gedruckt auf das von Tumba gelieferte Papier. Von diesen Probedrucken sind verschiedene ganze gummierte und perforierte Blätter verwahrt, jedoch mit Entwertung der Marken auf die Weise, daß eine Extraperforation die Markenbilder trifft.

Danach kommen Anfang 1890 Versuchsmarken zu den jetzigen Kupferdruckmarken. Hierzu wurden mehrere Stahlstempel graviert; die Porträts wurden eins in London, eins in Paris und eins in Berlin graviert und die Stempel alsdann in Schweden vollends fertig gestellt. Der Schild mit des Königs Bild hat auf allen diesen Stempeln punk- tierten Grund, während er bei dem festgesetzten Typ

H. Krötzsch, Handbuch, ns

98 Schweden.

gestrichelt ist. Im gleichen Typ wie die letzte der ab- gebildeten 20 Ore-Marken existieren auch die- Werte 5 und 10 Ore. Jeder dieser 3 letzt- genannten Werte kommt in grün, rot und blau sowohl auf Posthornpapier als auch auf Papier mit Wasserzeichen vor. Diese Versuchsmarken sind auch perforiert und gummiert und kommen in Blocks zu 4 Stück abgestempelt auf Kuvert vor, um die Wirkung der Ab- stempelung auf den verschiedenen Far- ben zu probieren. Es wird behauptet, daß 5 Ore-Marken dieses Typs von der Postverwaltung ausgesandt und auf dem Postamt in Stockholm verkauft worden seien, daß sie aber im letzten Augenblick zurückgezogen wurden, ebenso daß sich solche Marken ge- braucht im Besitze von Sammlern be- finden sollen. Ein Beweis derartiger Behauptungen ist bis jetzt nicht er- bracht. Mag sein, daß die obenge- nannten Probeabstempelungen Anlaß zu solchen Behauptungen gegeben haben.

Eine Versuchsmarke „2“ zum gegenwärtigen Ziffer-

f x E i b b

Versuchsmarken. 99

typ ist obenstehend abgebildet; dieselbe ist in den beiden Farben, rot und blau, gedruckt.

Verschiedene Probestempel zur 1 Krona-Marke sind vorhanden, darunter solche im Formate der Dienstmarken, Ferner finden sich zu dieser Marke 12 Konkurrenz-Ent- würfe in vergrößertem Maßstab, ausgeführt von Schülern der technischen Schule in Stockholm; 6 der Muster, auf gewöhnliche Briefmarkengröße verkleinert, sind neben- stehend abgebildet. Von dem 1 Krona-Wert gibt es noch eine ganze Reihe Versuchsdrucke in vielerlei Farben- zusammenstellungen.

Bei@Samnlern kommen Freimarken vor, die man als offizielle schwedische Versuchs- marken bezeichnen zu können glaubt; dieselben finden sich jedoch nicht in der Sammlung der Post- verwaltung, weshalb deren Natur nicht festgestellt werden konnte. Unter derartigen Marken sind die sogenannten „Carl XV.-Marken“ die am meisten bekannten; sie exis- tieren in den gleichen Werten wie die Wappenmarken, jeder Wert in verschiedenen Farben; auch gibt es noch einen anderen Typ als den hier ab-

n nn

u |

==

|

Ehnkleten, bei dem die Füllung des inneren Feldes ge- strichelt anstatt vollfarbig ist. Ferner kommen verschie- dene Versuche zur 1 Riksdaler- Marke, sowohl in ein- farbigem als auch zweifarbigem Druck, vor. Wie auch

mr

100 Schweden.

aus den Abbildungen der letztgenannten Marken hervor- geht, wurden besondere Stempel für Rahmen und Mittel- stück gefertigt. Von diesen Stempeln existieren Abdrücke, teils mit Rahmen und Mittelstück getrennt, teils vereinigt, und diese in vielfachen Zusammenstellungen von Stempeln und Farben.

Daß natürlich von allen offiziellen Postwertzeichen Probeabzüge auf verschiedenfarbigem Papier und in von den Originalen abweichenden Druckfarben existieren, bedarf wohl keiner weiteren Ausführung.

Fälschungen. 101

FÄLSCHUNGEN.

Ebenso wie die Freimarken anderer Länder waren die schwedischen Gegenstand zu Fälschungen, wenn- gleich nicht in so hohem Maße. Es scheint, als ob die vorhandenen Fälschungen schwedischer Freimarken keine besonders große Verbreitung gefunden hätten, denn es kommt wirklich recht selten vor, daß solche im Handel angetroffen werden; nur hie und da tauchen sie ein- mal auf.

Diejenigen Fälschungen nun, die sich in der schwe- dischen philatelistischen Presse aufgezeichnet finden, sollen hier in Kürze erwähnt werden; die uns zugäng- lichen sind gleichzeitig abgebildet. Die allgemeine An- sicht ist, daß alle Fälschungen im Ausland hergestellt sind.

3 Skill. Bco grün. Nr.1. Größe: Die Marke ist nach beiden Richtungen zu klein, ungefähr 2 mm zu kurz und 1 mm zu schmal; das Markenbild selbst dagegen ist sowohl in Höhe wie in Breite reichlich groß. Das Papier ist zu dick, Stärke 0,09 mm. Die Papierstärke wechselt allerdings innerhalb der Original-Ausgabe be- deutend, erreicht aber niemals die be- sagte Dicke. Die Zähnung ist zu grob, 11x11 anstatt 14 X13\/, oder 14X14,

hs die Farbe zu dunkel und die Zeich-

nung in vielfacher Hinsicht ab- weichend. Ebenso wie bei den übrigen hier unten be- schriebenen Fälschungen von Marken der Skill.-bceo-Serie ist die Inschrift in den Seitenleisten „Frimarke“ anstatt „Frimärke“. Ein sehr gutes Erkennungszeichen dieser Fälschung sind auch die zu kleinen, besonders zu schmalen Ziffern in den Ecken.

Die Abstempelung ist sichtlich falsch; sie scheint Buchdruck zu sein. HOL soll wohl ein Teil von STOCKHOLM oder ähnliches vorstellen.

Nr. 2. 6 Exemplare ungebraucht wurden Ende No- vember 1907 aus Paris zur Untersuchung eingesandt; es stellte sich alsbald heraus, daß sie alle gefälscht waren und zwar ein und dieselbe Fälschung. Man hat es mit einer ziemlich guten Fälschung zu tun, da insbesondere die Bildgröße und Zähnung so ziemlich mit dem Original übereinstimmen.

Zeichnung. Die „3“ in den beiden oberen Ecken ist zierlicher als beim Original. Der rautenartige Wappenhintergrund ist zu stark punktiert, sodaß sich die die Felder umgebenden Striche nicht so deutlich

‚von der Punktierung abheben wie beim Original. Die

102 Schweden.

Parallellinien im Schild laufen durch, während sie beim Original, insbesondere oberhalb der mittleren Krone, ab- gebrochen sind. Die mittlere Krone im Schild hat beim Original eine kantige Form, bei der Fälschung sind die Bügel deutlich abgerundet. Das Wort „FRIMARKE“ in den Seitenleisten ist schmierig anstatt klar. „F“ in Frimärke hat einen langen Fußstrich und gleicht nahe- zu einem E, während der Fußstrich beim Original fast vollständig fehlt. Die linke Spitze des Fußstrichs ist 0,5 mm anstatt 1 mm vom Leistenrand entfernt. Die Punkte über A sind bei allen 6 Exemplaren verschieden, wobei A teilweise mehr oder weniger beschädigt ist, ein sicherer Beweis für Radieren; die Unterbrechung der Linie über A ist für das unbewaffnete Auge kaum merk- lich, während dieselbe beim Original mit bloßem Auge leicht zu erkennen ist.

Die Papiergröße unterscheidet sich in der Höhe um 1 mm; der Abstand des Innenbogens der beiden gegenüberliegenden kurzen Zahnreihen ist ebenfalls um dieses Maß zu groß, er beträgt 24 mm anstatt 23 mm; trotzdem ist die Zähnung richtig (14).

Das Papier ist dünn und liegt hinsichtlich der Stärke zwischen dem dünnsten und dem nächst stärkeren für die 3 Skill. Beo-Marken verwendeten Papier. In der Durchsicht aber zeigt es seinen charakteristischen Unterschied; es ist sehr porös, d. h, mit vielen fett- artigen, das Licht durchlassenden Poren übersät, während das Originalpapier vollständig dicht ist.

Die Gummierung unterscheidet sich wesentlich vom ÖOriginalgummi. Letzterer ist unregelmäßig, halb- dick und rissig, während die Fälschung einen sehr feinen, glatten und gleichmäßigen, kaum merkbaren Gummi trägt.

Die Farbe ist hellgrün.

Nr. 3. Aus Norwegen erhalten; das Exemplar ist unleserlich abgestempelt.

Zeichnung. Der obere Bogen von „S“ in Tre Skill. Bco ist eingedrückt, der untere Haken von K stößt auf I. Die Punkte über A des Wortes Frimärke in der linken Leiste sind radiert.

Papier: Kartonartig (beim Original nie vorkommend) mit einem Anflug von Glanz.

Zähnung: 13°/, anstatt 14.

Farbe: blaßblaugrün.

4 Skill. Bco blau ist der einzige Wert dieser Serie, der bis jetzt nicht gefälscht angetroffen wurde, was wohl dessen geringer Marktwert erklärt.

6 Skill. Bco grau. Hiervon giebt es 2 Fäl- schungen. Abgebildet findet sich die letztbeschriebene.

U Due U

Fälschungen. 103

Nr. 1. Am besten an der zu groben Zähnung er- kenntlich, 12'/,<12'/,, Markenbild zu schmal. Papier zu dünn, oder dünner als 0,055 mm, wie man es bei einem Teil von 8 Sk. Bco antrifft. Die Breite der Zeichnung ist bei den Originalen 18'/, mm, bei den Fälschungen da- gegen nur 18. Die Striche unter co —=in B sind zu kurz.

Nr. 2. Gemäß Abbildung. Dieselbe weist große Aehnlichkeit mit der Fälschung von 3 Sk. Beo auf und dürfte wohl sicher von ein und demselben Fälscher her- rühren; beide stammen, wie es scheint, aus Italien. Auch hier findet sich A anstatt A in FRIMARKE. Die Ziffern sind etwas fetter als wie beim Original und die inein- andergeschlungenen Linien im Grunde des Markenbildes gehen bis an den Rand unter „Sverige“; bei den Origi- nalen dagegen reichen dieselben nicht ganz bis an den Rand, sondern sind kurz davor abgebrochen und bilden einen schmalen weißen Streifen. Die Zähnung ist zer- fetzt, die Abstempelung gleicht der von 3 Sk. Beo,

& Skill. Bco orange. Vor zirka 10 Jahren wurde eine Fälschung dieses Wertes entdeckt. Das Papier ist nur 0,04 mm dick und die Marke etwas länger als das Original, die Breite dagegen ist die gleiche. Die Zähnung ist 13X12'/,, somit zu grob und außerdem sehr ungleich- mäßig. Die Lochung ist nicht ganz rund.

Schweden.

24 Skill. Beco ziegelrot. Hier- von kommen ebenfalls 2 Fälschungen vor. Die letztere vermutlich von dem gleichen Fälscher wie 3 Skill. Beo und 6 Skill Beo Nr. 2.

Nr.1. Kommt sowohl in der Farbe des Originals, ziegelrot, als auch in orangegelber Farbe vor. Die Breite des Markenbildes ist nur 17!/, mm und die Zähnung 12X11'/,,.. TJUG ist bedeutend kleiner als die nachfolgenden Buchstaben und S in Sverige ist auch in den Bogen gleichstark markiert. Der untere Schnörkelansatz ist zu stark nach vorne geschoben. Die Abstempelung ist mit Kork- oder Holzstempel verschiedener Ortsbezeichnung gemacht.

Nr.2. Papier sehr dick, Zähnung 11X11 und A in FRIMARKE, Die Abstempelung gleicht der von 3 und 6 Skill. Be Nr. 2, vermutlich Buchdruck; im übrigen kommt eine Reihe gleicher Fehler wie bei jenen vor, darunter auch der der Schlangenlinien.

1 Skill. Bco schwarz, Lokalmarke. Von dieser Marke sind bis jetzt nicht weniger als 5 Fälschungen untergekommen, welche indessen alle so grob ausgeführt sind, daß wir glauben hier nicht näher darauf eingehen

Fälschungen. 105

zu müssen. Als Erkennungszeichen dient durchwegs die in allen -Fällen vom Original abweichende Zähnung.

5 und 12 Ore, Wappentyp und 3 Ore, gelbbraun, Lokalmarke. Diese Werte kommen ebenfalls gefälscht vor, sind jedoch so plump angefertigt, daß deren nähere Beschreibung überflüssig sein dürfte. Auf den ersten Blick kann auch der kleinste Sammler dies konstatieren.

20jtretio Ore, ziegelrot. Die 3 existierenden gefährlichen Fälschungen dieser großen Seltenheit sollen nachstehend ausführlich besprochen werden. Sie sind sehr gut gearbeitet, und man möge bei eventuellem Kauf dieser Marke jede nur mögliche Vorsicht beachten, wenn man nicht voll und ganz auf diesem: Gebiete zu Hause ist.

Nr. 1 ist nachstehend im Verein mit einem echten Exemplar, beide in doppelter Größe, abgebildet. Wir geben nach Svensk filatelistisk Tidskrift, die diese Fälschung entdeckte, die Erkennungszeichen hier wieder.

Echt, Falsch.

Das Maß des Freimarkenbildes stimmt genau mit dem der echten Marke überein und die erstere ist augen- fällig mittelst eines auf photographischem Wege gewon- nenen Klischees hergestellt. Das Netzmuster ist beim Photographieren teilweise verschwunden, wodurch die ganze Marke etwas heller als die echte wirkt, trotzdem die Farbe des Falsifikats etwas zu stark ins rotbraune geht. Die äußere Umrandungslinie ist feiner und die kleinen weißen Quadrate in den Eckverzierungen größer

106 Schweden.

als bei den echten Exemplaren. Ein gutes Erkennungs- zeichen der echten Marken ist, daß die linke untere Kante des inneren Zirkelfeldes defekt ist, während dies beim Falsifikat nicht der Fall ist. Das Papier ist dicker