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NUMISMATISCHE ZEITSCHRIFT.
Eilfter Band.
Jahrgang 187 9.
Numismatifche
ZEITSCHRIFT
herausgegeben von der
numismatifche n Gefellfchaft in Wien
durch deren
Redacftions - Comite.
Eilfter Band. - - Jahrgang 1879.
Mit VIII Tafeln und ü Holzfchnitten.
WIEN, 1879.
Selbftverlag der numismatifchen Gefellfchaft. Druck derk. k. Hof und Staatsdruckerei.
In Commiuion bei Mauz, k. k. Bof-Verlagg- n. Fiiivcrsilüls Bachbandlug in Wien
i i ii : Mittli rs Sort. Buchb. der,
Soudier. London: Willi
CT
5
IV8
1968
Inhalt des eilften Bandes.
A. Nach der Reihenfolge der Artikel,
Seite
I. Dr. Otto Blau: Die achaemenidischen Feldzeug-
meister und ihre Münzen 1
II. A. Klügin ann: Das römische Kleinsilber aus den
Jahren 650 bis 670 d. St 53
III. M.Bahrfeldt: Fund römischer Familien-Denare bei
Florenz 77
IV. Joseph v. Kolb: Die graecisirenden Umschriften auf
den Antoninianen des llostilianus
V.Franz Trau: Erste bisher bekannte Silbermünze
(Siliqua) von Hannibalianus 02
VI. Dr. A. M issong: Sterling Kaiser Friedrich 11 !>;>
VII. II a ii B B Ig ga ucr: Zur fränkischen Münzkunde 98
VIII. Dr. Carl Schalk: Der Münzfuss der Wiener Pfen- ninge vor der Beform Herzog Albrecht IV. vom Jahre 1399 los
IX. Joseph v. Kolb: Ein Goldgulden Kaiser Friedrich IV.
(III.) für Wiener-Neustadt 117
X. f Carl v. Wächter: Versuch einer systematischen
Schreibung der Venezianer Münzen nach ihren
Typen (Schluss) 11!)
XI. Dr. A. M issong: Huldigungsmedaille der Stadt
Palermo 160
XII. Joseph v. Kolb: Der Tiroler Kreuzer v. Jahre 1809 163
XIII. Dr. I'r. K en ner: Asia in Lucanien
XIV. Dr. A. Klügmann: Die Darstellungen öffentlicher
Monumente auf den Münzen der Republik
VI
Seite
XV. Dr. Fr. Kenner: Bronzemedaillon der Kaiserin
Faustina 227
XVI. A. Mar kl: Die Münzen des Tetricns und Claudius II.
mit dem Bildnisse zweier Kaiser Söt »
XVII. Dr. Fr. Kenner: Goldmedaillon von Constantin dem
Grossen 234
XVIII. W. Heyd: Ueber die angeblichen Münzprägungen der
Venetianer in Accon, Tyrus und Tripolis 237
XIX. Dr. A. Luschin v. Ebengreuth: Beiträge zur
Münzgcschichte der Steiermark im Mittelalter 243
XX. Dr. Carl .Sehalk: Die österreichischen Goldgulden
im XV. Jahrhundert 260
XXI. Dr. A. Luschin v. Ebengreuth: Die Münzen und
Medaillen der Familie Eggeuberg 284
XXII. Dr. Arnold Busson: Raitpfenning des Tiroler Kam
Hiermit raths Kniest, von Stahlburg 202
XXIII. M. Bahrfeldt : Die Münzen der Sta.lt Stade. 300
B. Nach numismatischer EitUheilung,
Alte Zeit.
XIII. Dr. Fr. Kenner: Asia in Lueanien
I. Dr. Otto Blau: Die achaenieniilisehen Feldzeug-
meister und ihre Münzen !
II. A. Klügmannn: Das römische Kleinsilber ans den Jahren 650—670 d. St
XIV. A. Klügmann: Die Darstellungen öffentlicher Monu-
mente auf den Münzen der Republik 203
III. M. Bahrfeld: Fund römischer Familien-Denare bei
Florenz 77
IV. Joseph v. Kolb: Die graecisirenden Umschriften auf
den Antoninianen des Hostilianus 83
V. Franz Trau: Erste bisher bekannte Silbermünze
(Siliqua) von Hannibalianus 1)2
VII
Seite
XV. Dr. Fr. Kenner: Bronzemedaillon der Kaiserin
Faustina 227
XVI. A. Markl: Die Münzen des Tetricus und Claudius II.
mit dein Bildnisse zweier Kaiser 230
XVII. Dr. Fr. Kenner: Goldmedaillon von Constantin dem
Crossen 234
Mittelalter und Neue Zeit.
XVIII. A. Heyd: Ueber die angeblichen Münzprägungen der
Venetianer in Accon , Tyrus und Tripolis 237
XIX. Dr. A. Luschin v. Ebengreuth: Beiträge zur
Münzgeschichte der Steiermark im Mittelalter 243
VI. Dr. A. M is 8 ong: Sterling Kaiser Friedrich II 9f>
Vau. Dr. Carl Schalk: Der Münzfuss der Wiener Pfenninge vor der Reform Herzog Albrecht IV. vom Jahre 1 ;;!»'.• Ins
IX. Joseph v. Kolb: Ein Goldgulden Kaiser Friedrich IV.
(III.) für Wiener Neustadt 117
X. Carl Wächter: Versuch einer systematischen B Schreibung der Venezianer Münzen nach ihren Typen
II!)
XX. Dr. Carl Schalk: Die österreichischen Goldgulden
im XV. Jahrhundert 260
VII. Hau- Kiggauer; Zur fränkischen Münzkunde ..... 98
XXIII. M.Bahrfeldt: Die Münzen der Stadt Stade 300
XXI. Dr. A. Luschin v. Ebengreuth: Die Mün/en und
laillen der Familie Eggenberg
XXII. Dr. Arnold Busson: Kailpfenning des Tiroler Kam-
nieriaitraths Kniest von Stahlburg
XI. Dr. A. Missong: Huldigungsmedaille der Stadt
Palermo 160
XII. Joseph \. Kolb: Der Tiroler Kreuzer vom Jahre 1809 163
VIII
Numismatische Literatur.
1. A. P.: Verzeiclmiss von Münzen und Denkmünzen der Erdtheile Australien, \ Afrika und verschieden« mohammedanischer D der Jules Fonrobert'schen Sammlung von A d o 1 \> li W ey 1. 1 < 18
2. A. P. : Revue beige de Numismatique . L72
3. A. P. : Blatter für Münzfireunde von H. Grol i 176
4. A. P.: Das Buch der Schrift von Karl Faulma nn 177
5. 6. C. E.: The Dumismatic Ohronicle and Journal of the
numismati I i
7. F. K.: Zeitschrift für Numismatik von Alfred v. Sallel 184
8. F. K. : Ueber eine Münze von Aineia in Macedonien von J. Friedlaender.
it. F. K.: Jupiterköpfe ;iui den Denaren blik von
A. Klügmann. . . 190
10. F. K.: Dictionnaire numismatique etc., A. Boutkowski 191
11. A. P.: Ducuments pour Bervir ä la Numismatique dr FAlsace, A. Engel. . 191
12. Prof. Earabacek : Stickel nnd von Tiesenhaüsen, die
Werthbezeichnungen auf muhammeda
13. Dr.F.K.: Dr. F. [mhoof-Blumer, Porträtköpfe auf
römischen Münzen der Republik nnd der Kaisereeit 11-'
14. Dr.F.K.: A. Klügmann, l'Effigie di Roma nei tipimo
tarii piü antichi 113
15. A. P.: Attilio Portioli ea di Mantova . 415 10. C. E.: Vincenzo Pron di Principi di <
Savoja 0 relative ;ii Ion» antichi Stati 416
17. Dr.F.K.: Zeitschrift für Numismatik von Alfred v. Sallel 117
18. C. E.: The Numismatic Chronicle and Journal of the
Numismatic »Society 126
L9. A. P. : Revue beige de numismatique.
20. A. P.: Blätter für Münzfreunde von 11. (i rote.
21. A. P.: Numismatisch - sphragistischer Anzeiger von 11.
Walte und M. Bahrfeldt 135
22. A. P. : Numismatische Blätter von Jos. N entwich. .
IX
Miscellen.
Seite
Die Münze in Mailand. — Ueber das Reinigen und Bronziren
von alten Münzen 194
Ein Münzfund in Tirol im Jahre 1567. — Guldenmedaille auf die Eröffnung des Kaiser Josephi-Secundi-Erbstollens in Schemnitz. — Medaille auf das hundertjährige Jubiläum der Wiedervereinigung der südlichen Landestheile mit Ungarn. — Medaille auf Ritter von Schmerling. — Münz- fund. — Die Münzen der Stadt Lüneburg 438
Nekrologe.
Dr. Otto Blau. — Jules Fonrobert. — Dr. A. D. Mordtmann.
— Joseph Neumaun. — Johann Parapat 443
Sachregister 452
X
Mitarbeiter des eilften Bandes.
Bahrfeldt, M., Stade in Hannover.
f Blau, Dr. Otto, kaiserl. deutscher General-Consnl in Odese
Busson, Dr. Arnold, Üniversitäts-Professor in Innsbruck.
Coste, P. M., in St. Etienne.
Ernst, Carl v., k. k. Director in Wien.
Heyd, Dr. Wilhelm, Oberbibliothekar der k. öffentl. Bibliothek in
Stuttgart. Karabacek, Dr. Joseph, k. k. Üniversitäts-Professor in Wien. Kenner, Dr. Fr., Custos der knnsthist. Sammlangen des Aller-
höchten Kaiserhauses. Klügmann, Dr. A., in Rom. Kolb, Joseph v., Verwaltungsrath des Museum Francisco-Carolinum
in Linz.
Luschin v. Ebengreuth, Dr. Arnold, k. k. Dniversitäts-Prof
in Graz. Missong, Dr. A., k. k. Notar in Wien. Pawlowski, Dr. A., Ritter v., k. k. Hofrath in Wien. Riggauer, Dr. Hans. Assistent am k. Mnsenm in München.
Schalk, Dr. Carl, in Wien. Trau, Franz, in Wien.
t Wächter, Carl, Edler v. Wachenhain, k. k. Generalmajor a. D.
in Linz.
Die achaemenidischen Feldzeugmeister und ihre
Münzen.
G-eneralconsul Dr. Otto Rluu.
Seit ich vor 25 Jahren zuerst von aramaeisch- persischer Münzkunde sprach (Z. d. M. <•. IX, s. 91), habe ich in der Dissertation de numis Achaemenidarum aramaeo-persicis (Leipzig 1855, S. 4) meine Ansicht von dem Münzwesen der persischen Satrapien kurz dahin zu- sammengefasst, dass das Münzrecht in der Regel nicht den Satrapen zustand: dieselben vielmehr nur selten Münzen schlugen ; wohl aber ein besonderes Reichsamt für die . inzialiiiiin/e bestand, und öfters, wo es die Mittel zu »sen Feldzügen zu beschaffen galt, die Befugniss zu prägen den Feldzeugmeistern beigelegt wurde.
Wohl vereinbar hiermit ist die Vorstellung, wie sie sieh J. Y. Six in einer seiner neuesten vortrefflichen Arbei- ten über diese Münzpartie (Berl. Zeitschr.f.Num. [V, S. 99) -cbiblet hat: „Wenn die Satrapen Geld brauchten zum Solde ihrer Truppen, liessm sie in der Stadt. WO sie sieh eben befanden, die nötbigen Summen prägen, soviel wie möglich auf Kosten der betreffenden Stadt. Um die Typen bekümmerten sie sich gar nicht und Uberliessen die S< dafür den Magistraten und Münzbehörden."
- F>r. Otto Blau: Die achaemenidischen
Die Fälle, in denen die Satrapen von dieser Art sich Geld zu schaffen Gebrauch machten, dürften indess nur eine Ausnahme bilden: die Regel hat doch sein müssen, dass bei der Ausrüstung zu grossen Feldzügen, deren Vor- bereitung oft Jahre lang in Anspruch nahm, aut die recht- zeitige Beschaffung von Sold und sonstigen Zahlungs- mitteln sowohl für das Landherr, als besonders für die Flotte Bedacht genommen wurde. Die Subsidien an Bundes- genossen spielen dabei allezeit eine Hauptrolle.
In den östlichen Satrapion war der Gebrauch gi münzten Geldes bis auf Alexander wenig verbreitet (Polyklet. Fragin. 4. Arrian, Anab. 3, 17. I in so mehr concentrirte sich der Bedarf und die Erzeugung auf die westliche Reichshälfte, wo für alle Expeditionen gegen die kleinasiatischen Staaten, gegen Griechenland, gegen Aeg ten die Basis der Operationen jener Küsten säum von Pbö- nikien, Nordsyrien und Kilikien war, in den die aus dem Inneren des Reiches über den Euphrat PübrendenHeerstrassen mündeten.
Wie sieh in der Zeit vor dem Untere des Indi-
schen Reiches und v<>r der Münzreform <\c^ Darius eine grosse Gruppe der europäisch-griechischen Silberpräge am einen localen Mittelpunkt im Bereiche des pangäi sehen Bi Werksbezirkes krvstallisirt (Brandis M. M. €k W., S. 2J so hat auch die Einführung der Silberwährung im per- sischen Vorderasien und die massenhafte Prägung achae- menidischen Silbers ihren concreten Ausgangspunkt in einein Minenbezirke, der etwa erst seit dem VI. Jahrhun- dert entdeckt oder doch in grossartigen Betrieb genommen war, nämlich in den Bergwerken des südlichen Taurus in Kilikien. Im Zusammenhange damit war es ein geschickter politischer Griff der ersten Achaemeniden , dass sie den
ster und ihre .Münzen.
3
Bergbau auf Silber und Eisen ao der arabisch -ägyptischen Grenze vernichteten, weil derselbe mehr im Machtbereiche der Nilländer lag
Von den mächtigen Eisenbergwerken bei Sfs abge- sehen, ist — und war noch mein* vor ihrer allrnäligen Erschöpfung — die Haiiptsilberzeche in Kilikien derCom- plex von Gruben, welcher im Mittelalter mit arabisch-persi- schem Namen schlechthin das „Silberwerk" heisst: Made n- Sim. So steht deutlich als Prägstätte auf den bisher noch unerklärten Seldschukenmlinzen geschrieben, die z. B. St L. Poole Cat. Brit. Mus. Orient III, Nr. 248-251 be- kannt gemacht hat. Der jetzige und zugleich der älteste Eigenname der Loyalität ist Tris-Mäden. Hamilton (Reisen in Kleinasien II, S. 326), der Tri s- Maden besuchte, bestätigt, dass aus den Bleierzen der Umgegend noch jetzt dort Silber gewonnen wird. Dasselbe bestätigte mir münd- lich Fr. Kotschy.
Daö Wort Tria reicht in die aramäisch-persische Technologie zurück. Es kommt als Ortsname schon bei Ktesias vor in der Form Ttpi{«, nur dass der Codex den Lande snamen nicht dabei erhalten hat. Bei Steph. Byz.
s. v. steht nur tx 11« statt der gewöhnlichen
Ergänzung zu üafAayoviq nehme ich an, dass [la/jiyuAta zu
' Iss ich auch etymologisch nicht, welchem Urvolk
dies auf Metallgewinnung bezügliche Tiris angehört, —
1 Die bisher unbeachtete stelle aus der Ptolemaeerzeit l>ei Aristene (ed. M. Schmidt in Merz Archiv I, 3, 8. .'>."»): 'EXryiro oe xxc
ix r&V -aoay.j'.;;.:v',)v öpiwv riijg 'Aoctj3tac yJraXka £fleXxoC xcä ffld ffimoroc^oct npoi rat 6i raOra xa5' ov STrsxparrjaav Ilfßffat
yoivov. - Auf die Sitze der Tibarener in Kilikien. als eines R der biblischen erzreichen Thubal leihe ich in Z. d.M. <;. Will 8. 274 hing •
L*
"* Dr. Otto Blau : Die achac'memdischen
so wenig wie ich, beiläufig gesagt, auch nicht weiss, ob der in der Türkei jetzt verbreitete Name ci lik für „Stahl- etwa ursprünglich kilikisch ist und 'AXvß^ und XaAuip aus Albistän bei Sis herstammen — so irre ich kaum, wenn icli damit die noch unerklärte Glosse bei Hesych. vi yiTUv nepaixYi (yivwv •/aXxoOg im homerischen Sprach- gebrauche für Panzer — ) zusammenbringe, sowie das viel- bekanntere aramaeische D,"?.'"v Tris, Tr§s ..Schild. Panzer, Rüstung." Der Name des Bergwerkes verriethe also an sich die Bestimmung <\vs dort gewonnenen Erzes zu persi- scher Rüstung.
Ktesias a. a. <>. nennt aber überdies die dort wohnen den Leute oder Beamten Ttpt^lßavoi. Das ist wiederum ein persisches Wort, gebildet wie darban Thtirhtiter (Lagarde Abh. 188); also „cuslos aeris, aerarii; gazophylax" oder dergleichen Bezeichnung eines persischen Provinzial- beamten (S. de numis Achaemenid, Not. 21 }; aramaeisch: Gl iz b a r.
Solche Schatzmeister hatten, wie wir aus Nehem. 7, 22, wissen, unter ihrer Aufsicht und Obhut nicht bloss das Silber und Metallgeräth, Bondern auch Proviantvor- räthe, als Weizen, Wein. Oel, Salz u. dgl.
Das Beamtenthum und das Ceremoniel des Achaeme- nidenreiches lehnt sich vielfach an die Tradition des medi- schen, babylonischen, assyrischen Reiches an. Insbeson- dere haben gewisse oberste Hofchargen ihren Titel und Rang aus nicht- granischen Einrichtungen entlehnt. Selbst die Sprache am Hofe mag der Natur der Sache nach nicht gleichmässig eranisch gewesen sein. An den König Arta- schastha (Esra 4, 7) werden offizielle Schreiben in syri- scher Sprache gerichtet, und an Xerxes'Vorhöfen sprach
•ister und ihre Münzen. •'
man „tarsisch" R. Salomon bei Calmberg lib. Esther.
P. -i i
Fiint grosse Hofämter werden mit aramaei sehen Namen
bezeichnet: der Erbküchenmeiser, zugleich Staatssecretär, c>v ^:- Be)-tem (Esra 4. 9), was Josephus Antiqu. 11, 2, 2 durch \W//7£<j.'.c transcribirt; der Oberst-Stallmeister oder Hofmarschall wo^a Bel-sus, Titel, nicht Eigen- namen der syrischen Satrapen BsA&rus; der Kronschatz- meister kmi ^ga} Bel-ginz§, woraus der Eigenname einiger Prinzen Boloysaog, BoXoy iaar,<; nach medischer Aussprache entstanden und entstellt ist. Viertens der Domainen- und Postmeister un:n hyz (1 Chron. 28, 25 — 31. Esth. 8, 10), ein Titel, aus dem der Eigenname Bapvot£>js, o\jaldGor,g, armen. Vagharsch entsprungen ist. Zu diesen tritt als fünfter der Feldzeugmeister nn *?$2l, im Chal- däischen schon als Balatores in einer alten Königs- reihe, als llr/.'.rasac in einem Ämtsnamen am persischen Hofe il'lut. Artax. 1!» aus Ktesias) erkennbar.
Eine bedeutsame stelle für unseren Zweck nimmt unter seinen Namensgenossen derjenige BaXaropo? ein, welcher in den Jahren 561—556 \. Chr. in Tvrus zur Zeit der Erbfolge- und Verfassungsstreitigkeiten , an welchen der chaldäische und ägyptische HofTheil hatten, während der Unmündigkeil des Prinzen zum Regenten bestellt wird, i Mnvers Phon. II. 1, S. 465.) Ich glaube auch in ihm einen Feldzeugmeister zu erkennen.
nn fejn ist also zusammengesetzt aus dem in der per- sischen Beamtenhierarchie geläufigen Worte für oberste Staats- und Hof-Char{ . : und dem oben erörterten nr
in dem sinne Rüstung, Rüstzeug, Kriegsrüstung, I
mit einem ^ entspricht nach Inhalt und Ableitung
O Dr. Otto Man : I
ganz unserem „Feld z eu gm eiste v ,Ll und ist das ara- maeische Pendant zu dem Tipttißavos des Ktesias.
Die hohe Cultur dieser araniaeisch-persischen Epoche brachte es mit sich, dass innerhall) des Beamtentums sich das Wappenwesen in hervorragender Weise entwickelte. Auf Siegelsteinen nnd Cylindern mit persischen Namen und aramaeischer Schrift linden sieh Beispiele genug als Belege der Sitte, dass auf öffentlichen Urkunden und Denk- mälern neben den Namen nnd Titeln des Inhabers sym- bolische und heraldische Darstellungen Beines Ranges ihren Platz fanden. Ein Arzt, Namens Rhodan, mit dem Titel «Bin (medicns ixrpoc, in der Trilinguis Levy. ph. St. II. 83) führt in seinem Siegelcylinder einen chirurgischen Apparat mit Binden und Bandagen (Z. d. M. G. 12, S. 726, ab- gebildet bei Levy Phon. Stud. 11. Tat'. I. Nr. 3); ein Staats- rat Hotak mit dem beigeschriebenen Titel ibd.i (vgl. Esra 4, 9 -icd7 ypa^ixoiTtOg als höherer persischer Beamter) ver- fehlt nicht, in sein Wappen einen Sessel aufzunehmen als Sinnbild des Sitzes, den er im Käthe einzunehmen hat, wo die Würdenträger dem Range nach fa Spovoig sassen gebildet Levy u. a. 0. Nr. 11); ein Phrasaortes, Sohn des Artadates, von dem wir wissen, dass er ein befestigtes Detile vertheidigte (Polyaen 4, 3, iT) führt in seinem uns erhaltenen Petschaft (Levy a. a. O. Nr. 14, mit meiner Erklärung Z. d. M. (1. 18, 300) Abbildungen der geflügelten Thiergestalten, die an Burgthoren der Achaemeniden an- gebracht zu sein pflegten; ein Mithraustes, der sich auf seinem Siegel als rzjjr iötö ..Intendant der Krongüter" bezeichnet, fügt dazu die Sinnbilder des Oberjägermeister- Amtes: Eber, Gazelle und Jagdhund (Z. d. M. G. 18, 199 f.). Ariobarzanes, einer der ersten kappadokischen Fürsten aus achaemenidischem Stamme, hat auf seinen Münzen ein ahn-
Feldzi 'lud ihre .Münzen. •
liebes Wappen, das auf das edle Waidwerk zu beziehen sein wird, einen Greif und Hirsch, und führt auf der Rück- seite desselben einen Titel, dessen erster Tbeil b>n. der zweite wahrscheinlich mo oder «mo, also „Oberforst- meister" ist, wie Neil. 2, 8 das gleiche Amt o-nomoü ge nannt wird. Einen ..Baal von Gaziura". den man da hat herauslesen wollen, hat es nie gegeben.
Wenn nach dieser feststehenden Sitte ein achaemeni- discher Feldzeugmeister, dem ausser dem militärischen Ränge auch das sämmtliche Verpllegswesen der Armee übertragen war, seine Attribute in einem vollständigen heraldischen Wappen zusammenfassen wollte, so bedurfte es der Zusammenstellung folgender Stücke:
1. des Thronsessels als Zeichen des hohen Reichs- amtes, das er bekleidete; der „Stuhl des Landpflegers von Abar Nahrä" unter Artaxerxes I. wird ausdrücklieh erwähnt Neheni. V>, 7: «©?,
2. des Seepters oder Marsehallstabes, als Abzeichen seines militärischen Ranges, vielleicht auch als liest der Abstammung aus altem Könighause (vgl. Winer Bibl. Realw. s. a. Scepter II, 394). Richter 5, 14: *>?£,
:>. (\v^ Adlers als Sinnbild seines militärischen Coin- niandos und Verwalters der Zeughäuser, in denen die Feld- zeielien bewahrt wurden ; denn der Adler war längst vor den Hörnern Feldzeichen der Perser (Xen. Cyrop. 7. 1,4 derog aram. n*£ Feldzeichen),
4. der Aehre als Vertreterin der Getreidevorräthe, die er verwaltete (Esra 7, 21,22 sagt das insbesondere von den Schatzmeistern in Abar-Nahra), ^hp,
5. der Traube wegen der Weinvorräthe . die ihm anvertraut waren (Esra ebenda) und welche die persischen
<s
Dr. Otto Blau : Die achaemenidbchen
Könige vorzugsweise aus Haleb und Syrien bezogen (Athen. Symp. 1, 22; olliepaüv ßxcnXeXg röv XaAußwveov u//. rciovai. ov (piQGi Urjvv.ouyj'.og x.äv AajuiatTxa) rf,s S'jscar •yt'veo Ikptfdiv atf-rd-Ss y.araf'JTSvadvrcüv xaq ajX7riXo'jj).
Wenn er nun eine aus diesen 5 Stücken gebildete Gruppe auf das Silber anbrachte, das ihm zur Verfügung stand (Esra 7, 22 befiehlt der König den Tirizibanen an die heimkehrenden Juden bis 100 Centner Silber aus- zuzahlen) und dazu seinen Titel nn H'- „Feldzeugmeisti setzte, so war ein Münztypus geschaffen, wie er deutlicher und würdiger kaum erdacht werden konnte, um als Wap- pen des Feldzeugmeisteramtes auf das Reichssilber- geld gesetzt zu werden und dies als solches zu kenn- zeichnen. Die heraldische Figur, die auf dem Sessel thront, ist natürlich nicht Porträt eines einzelnen Würdenträg< sondern apotheosirter oder idealisirter Ausdruck der Dignität.
Dies ist für mich die Lösung des numismatischen P blems, das unter dem Namen Baaltars oder Baal von Tarsus bisher umläuft. Einen Baal von Tarsus mit phö- nikischem Culte und einem Centralheiligthume in Kilikien hat es factisch s<> wenig gegeben, dass selbst ein Specialisl wie MoversPhoen.il. 2, 171 ausser di'v ganz spXtg chischen Fabel, respective aus falscher Deutung eben unserer Münzen herausinterpretirten Mythe von einem Zrjg Tepcicg nicht einen einzigen alten Beleg Mir diesen Cult beizubringen gewusst hat, und sieh begnügt, in _ allgemeinen Ausdrücken eben nur die Münzen als Bev für einen Cult (\os tarsischen Baal, „welcher nach seiner Darstellung- als thronender Jupiter mit dem Blitz in der Rechten (? !) dem tyrischen und karthagischen Baalsamim
"
Bister und ihre Münzen.
entspricht", anzurufen. Wie aber vollends persische Satra- pen haben zum Baaldienst kommen sollen, das hat noch Keiner gekündet.
Alle Münzen, die die Aufschrift nn^pa mit dem oben beschriebenen Wappen oder dessen Modificationen tragen, sind als das von der Centralstelle des Feldzeug- meisteramtes ausgegebene Reichssilbergeld der A eh a einen i den zu betrachten.
Hieiiiit bist sich das zu besprechende .Material von der engeren kilikischen Heimat, der es bisher zugewiesen wurde, einigermassen los.
Das Wappen mit der unveränderlichen Aufschrift Bel-tris and den wesentlichen Attributen: Sessel, Scepter, Adler. Aehre und Traube bat sich Jahrhunderte lang unun- terbrochen als dasselbe erhalten und die Achaemeniden- herrschaft nur bo lange überdauert, bis die Alexander- drachme an Stelle der persischen Silbermünze trat. Der - jtem Wechsel, mit dem auch an Stelle des unpersönlichen Amtes die Person des Mtinzherren in i\vn Porträtköpfen der Vordei - ehr in den Vordergrund zu treten anfängt,
i>t ein hellenistischer Zug, dem schon die kleinasiatischen Satrapen gern huldigten, wenn sie bei der Präge von grie- chischen Gelegenheitsmttnzen sich wenigstens M »weit um die Typen kümmerten, dass sie sich, um mit ,1. P. si\ zu Teilen, durch Anbringung ihrer Kopfbilder ..ein kleines
Denkmal stiften Hessen."
- rapenköpfe, und zwar von historisch bekannten Satrapen finden >i«h nur periodisch auf den Münzen mit dem Reichswappen und unterbrechen die fortlaufende Reihe der Emission« eile. Aber kein einziger di<
Satrapen hat enschafl alsProvinziulgouvernenr
10
das Feldzeugineisterwappen führen dtirfi a idern nur
dann, wenn er eben nicbl
wirklicher ode ral-Feldzeugmeister war.
Ein grosser Theil des Satrapengeldes und der achae- menidischen Silbermünzen überhaupt kilikischen Münzstätten hen S der
Silberbergwerke würde schon allein dafür nicht ausserdem bestimmte Legenden, wie KIAIKION TEPSIKON. 20AIK0N. I 2 2 I K 0 N . N ATI AIKON. die Bürgschaft dafür böten. Ab< kilikischen Land«
seinem Territorium geschlagenen Stücke in kenntlii oder hen ider W<
umgekehrt in den kilikischen Münzsl Satrapen, die i haben münzen lassen dürfen.
Nach wiederholter Prüfung der inwieweit bei <i
Fürstenhaus der ? n ich
zu der Ueberzeugung gekommen, i doch
nur in sehr beschränktem, historisch amgränztem M.< Fall gewesen ist. Kilikien bat auch nicht, wie ein Versuch über die Satrapenmünzen in der Berl. Zeitschr. f. Num. II. s. 312 es darstellt ..im IV Jahrhundi u rcichs-
unmittelbar" im Gegensatz za andern Provi und die ebenda ausgesprochene Behauptui i eines persischen Satrapen von Kilikien Erwähn schehe, widerlegt sich von selbst durch den Hinweis auf Itin. Alex. XXVII: Arsames satrapa . . . Ciliciae etc. und Qu. Curtius: III 1. 3: \ qui Cili<
praeerat.
Feldzeuguieister und ihre Münzen. -1 -L
Es gibt eine einfache Lösung aller dieser Schwierig- keiten und scheinbaren Widersprüche:
Kilikien bot zwar seine Münzstätten dar. Aber die Centralstelle der Verwaltung, das Feldzeugmeisteramt, von wo die Emission angeordnet wurde, kurz der administrative Mittelpunkt alles dessen, was sich auf die militärische Aus- rüstung, die Steuerordnung, die Naturallieferungen und die Intendanz der westlichen Provinzen bezog, lag nicht in Kilikien.
Er hat in der benachbarten Satrapie gelegen, die ara- maeisch Abar-Nahr ä heisst.
Die Residenz des Feldzeugmeisters mit ihren umfas- senden Anlagen für Magazine, Provianthäuser, Schatz- kammern, Parks und Lagerräume hiess Caphren, etymol : Doppeldorf, Zweidorf, gr. 'Aixfinohg.
Die wirren Sagen der Griechen von der Herkunft der Perser aus Kr^via. erhalten ebensoviel Licht, als unser Münzproblem, wenn man Plinius N. H.VI, §. 119 hören will:
Dicta <jst et in Zeugmate Apamea, ex qua ortentem i>e- tentes exciptt <>i>i>i<lnnt Caphrena mum'tum, quondam stadiorum J.\X amplttudine et satraparum regia appellatum, quo tributa conferebantur, nunc in, arcem redactum.
Hier also, an dem oberen Euphratübergange, an dem Knotenpunkte aller Ileerstrassen, die aus Babylonien, Assy- rien und dem oberen Mesopotamien nach dem nördlichen Syrien und Phönikien, nach Kilikien und dem kleinasia- tischen Gestade laufen, hier inmitten der Gruppe von Ort- schaften, die als allsyrische Plätze Tu rme da („Zollamt"), Telmessos \\x\i\ Oropus, in der makedonischen Zeit,
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Dr. Otto Blau: Die achaeineuidischeri
Z e u g m a ; A m p h i p o 1 i s und A p a m e a gena n n t w urden , in der Nähe der heiligen Hierapolis-Bambyke, hier lag- innerhalb eines befestigten Terrains von fast zwei g graphischen Meilen Umfang, wahrscheinlich auf beiden Ufern des Stromes, der Amtssitz des Feldzeugmeisters. Plinius' Ortsbeschreibung trifft mehr die am Ostufer gelegene Schlossruine; Xenophon, der liier vorbeizog, um das süd- lichere Thapsakus zu gewinnen, erwähnt die an dem gegenüberliegenden westlichen Ufer vorhandene königliche Burg mit dem grossen Parke, die beide durch Kyrus den Jüngeren zerstört wurden (Anal). 1. U 10). Rückwärtig nach Mesopotamien hinein, war Orrhoe, das spätere Edessa, nahe gelegen, das nach arabischen Nachrichten seinen Kamen von den Getreidespeichern (horj, hon hatte, „weil dort die königlichen Magazine für Weizen, Gerste, Heu und Stroh warm- i.lakut M. B. III. 368; Z. d. M. G. 21, S. 337).
Hier also in der regia < ' aph re na haben wir die gr< Rüst- und Schatzkammer der westlichen Hälfte d<\s Perser- reiches zu suchen, in die alle Producte und Metalle. 2 münzte und ungemünzte, zusammenflössen und von der sie wieder ihren Ausgang nahmen. Von der Centralstelle ressortirten natürlich wieder eine Anzahl Unterämter. He- sonders in allem, was die Schiffsausrüstung betraf, bedurfte es gemeinsamer Leitung der Lieferungen in den Flotten- stationen, und ebenso einer geordneten Verbindung mit den kilikischen Prägstätten. An der Spitze aber dieses ganzen Organismus steht der hohe Würdenträger, welchen Xeno- phon (a. a. 0.) „den Belesys apfevra 2upi<x<;u nennt, Josephus (Ant. 11, 5, 6) röv rrtq Zvpiag xoü ®oivixr)$ *at ^ccfxocp dag £-ccpyyy- 7 die Bücher Esra und Nehemia „den Statthalter oder Landpfleger von Abar-Nahra" nennen.
er und Ihre Münzen.
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Im 3. Ruche Esra wird, wie Bertheau zuNeh.II, 9. Esra I\ ', 8 — 10 bemerkt, dag s sse durch vumau bezeichnete Gebiet in KoOm Supta x.a-: tPotvUr, Obersetzt. Der Ausdruck Jen- seit des Stromes" für die westlich vomEuphrat gelegenen Landschaften, welche römisch „Ciseuphratenses" heissen, ist natürlich vom Standpunkte der persischen Admini- stration aus zu verstehen, wie schon Juynboll (Comm. in Mist. Samar. p. 73) gesehen hat. In politisch-militäri- scher Beziehung wurde das ganze Gebiet zwischen Enphrat und Mittelmeer als ein Ganzes betrachtet, eingeschlossen die phönikischen Küstenstädte, deren politische Selbst- ständigkeit in der Acliaemenidenzeit etwa mit der Stellung zu vergleichen ist, die die Hansestädte der Nordsee heute zum Deutschen Reiche einnehmen. Als ein solch einheit- liches Ganze betrachtete es auch Alexander der Grosse, als er von Susa den Menes als j~apyov Zvpiag xae <X>r;vAv;r,q xai K'.Auiag mit 3000 Talenten entsendete, um von da aus den Krieg gegen Lakedänion auszurüsten (Arr. 3, 16, 9); und nicht minder Ptolemaeus Philopator, als er Svptav rr
Kothnv y.y.'. KtXtxcag iariv a, nämlich den südlichen reicheren Theil Kilikiens, seiner Herrschaft einzuverleiben strebte (Appian Syr. 1 |. Hiernach allein ist es auch zu ver- stehen, wenn bei Herodot die Gränzen der Satrapie Kili- kien bis südlich an das Vorgebirge Posidium gere(dinet werden.
In der Zeit nach den HeereszHgen des Darius I. und Xerxes erweitert sich der Horizont und der militär-politische Begriff des Abar-Nahrä uoch weiter. Es kommt wiederholt vor, dass in der persischen Kriegsgeschichte die sogenann- ten maritimen Satrapie n unter ein grosses ftfilitärcommando, eine Westarniee. zusammengefasst werden, und man rechnet dazu nicht M<»s Kilikien, Pamphylien, Coelesyrien und
J4 Dr. Otto Hlau : Die aehaemenidischen
Phoenike (Diod. XVIII, 6), sondern auch Phrygien, Karien, Mysien, Lydien, Lykien und Pisidien (Diod. XV. 90. XIV, 12. 19. Xenopli. Anab. I, 1).
Die Höchstcommandirenden solcher grösserer Militär- bezirke, denen die Provinzialsatrapen untergeordnet waren, hatten dann, wie wir weiterhin sehen werden, in der Regel zugleich den Rang als Feldzeugmeister. Sie setzen aber als solche neben den Titel nn *?pn zugleich ihren Eigen- namen auf die Münzen, gleichsam zur Kundmachung an die Truppen und Provinzen, dass zur Zeit der Grosskönig ihnen das Münzregal übertragen habe.
Da entsteht nun für die Classification der übrig Münzreihen mit dem Titel nn^ya die Frage, wesshalb di< - soweit sie vom Feldzeugmeisteramte emittiri wurden, nir- gend einen greifbaren Personennamen zu tragen seheinen. sondern sich auf die Legende beschränken, die dann stets auf der entgegengesetzten Seite des Gepräges als wo nr byn steht, vorkommt und »ira oder »«nö gelesen werden muss
[ch glaube diese Frage und ein vielbesprochenes numismatisches Problem zu lösen, indem ich einigen geist- vollen Winken meines verehrten Freundes J. P. Six in Amsterdam folgend, in die Numismatik eine Fürstenreihe einführe, welche ich die Maz ariden nenne. Was später die Ptolemäer und die Arsakiden thaten. indem sie ihren Geschlechtsnamen auf allen Münzen wiederkehren lassen. das haben sie den Mazariden nachgethan.
Das Wörtchen »iro ist Gegenstand der mannigfachsten Auslegung gewesen. Es hat auch nicht an Solehen gefehlt, die darin einen historisch bekannten Eigennamen linden wollten. Halevy hat schon 1872 in einer Mittheilung an die französische Akademie und später in seinen Melanges
linzen.
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unter Schlottmanns Beifall (Jen. Lit. Ztg. 1875, Art. i unabhängig von mir den Landesnamen «inj -jap erkannt, und fUrnro an den Mazaeus, den bekannten Zeitgenoss Alexander des Grossen und zeitweiligen persischen Feld- herrn und Satrapen von Kilikien gedacht. Auch J. P. Six meinte wohl — nur nach einer anderen Lesart beiDiodor — denselben Mazaeus, wenn er in seinen classischen Obser- vations sur les monnaies Phöniciennes (Extr.du numismatie chronicle XVII) auf dessen Titel 6 rrtg Kihxiccg ap^wv hin- wies und daran die Hoffnung knüpfte, dass nra Ueber- setzung dieses ap^wv wäre und mit dem wmn bei Nahum 3, 17 zusammenhängen könnte.
Es ist ein grosses Verdienst von Six, sowohl in jenen Observations(p.43) darauf hingewiesen zu haben, als auch brieflich und mündlich mir die Ueberzeugung verschärft zu haben, dass ein einzelner Personenname in »•»» schon um dessentwillen nicht stecken könne, weil dasselbe während eines Zeitraumes von mindestens 80, vielleicht aber noch viel mehr Jahren, vorkomme.
Gegen die Lesung Mazari wird von keiner Seite etwas eingewendet werden können.
Behufs der Deutung dv< Wortes gehen wir mit six a. a. O. von dem assyrischen oder doch in Ninive geläufig
gewesenen ina aus.
Nazir bedeutet den Geweihten, -m nezer die Weihe
und das Zeichen der Weihe, das Diadem. Das Partici- pium oder Denominativum viü kann nur d^n bezeichnen, welcher die Weihe vollzieht, welcher das Diadem setzt oder bindet. Lautlich tust genau entspricht das hebräische Man/. er in der Glosse : Theophan. 643, i riXcvs röv
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Dr. Otto Blau: Die achaemenidischei
v£Öv MoLvcrovp o IpiMveOerou XeAufpwfxevc^, Mecv£>jpdv Isj- datxo) fpovr^oLTi jüLsrovo/xada^ rf?s ixxÄt)aiag diddaxalov (£xa- >,£7£v) . . . und das arabischej-ül indem Geschlechtsnamen Äl-al-Manadzire der syrischen Könige zur Arsakiden- und Sassanidenzeit, von denen viele als Al-Mnndir oder ' Ala-ii.oOvdapQs geschichtlich bekannt sind.
Zur Sache erinnere ich nur daran, dass in allen grossen asiatischen Monarchien eine der ersten Bofceremonien bei jedem Thronwechsel das feierliche Anlegen des Diadems war. Die Handlung hatte zum Zeichen der Huldigung der- jenige zu vollziehen, der nächst dem Könige «1er höchst- gestellte im Reiche war. sei es der nächstälteste Bruder des Königs, sei es ein weltlicher oder geistlicher Fürst aus der Zahl der Tafelrunde oder der Geschlechtsverwandt - schaft des Königs. Solche „Erb-Kronensetzera, wie Lagarde Abb. 193 sieh ausdrückt, und ihre Sippe bilden dann in weiterer Descendenz den höchsten Adel de> Land«
Im Sassanidenreiche waren solche Kronensetzer und Kurfürsten die syrischen Könige al-Manadzire; im Arsakidenreiche waren es die Könige von Persis mit dem altpbil ist äiseben Ehrennamen Surena, (Plut. Crass.
21, 6, 7. 6 Eovp>ivas 7rÄourai kcu yivei xai oizr, u.izy. ßaouiot öivTzpog . . . x.arä yevög iz y.y/r.c 6c£xt>jtg ßaotXeT yevojxivqi Ilap^-wv imriShat rö o'.dor,\j.c/. Trp&Tog)] im altarmenischen Reiche waren es die M e d e r - Prinzen vom Hause des Astyages (Mar Apas Catina XXXI II .: im modischen Reiche waren es die Könige aus dem Ge schlechte der Syenm von Kilikien gewesen (vgl. Seböos bei Langlois Hist. Arm. II, 199, wo der zweite Bang dem kilikischen Fürsten zusteht mit Herod. 1, 74); im assyrischen endlich die Babylonier oder Chaldäer.
ter und ihre Münzen.
Die Nachkommen solcher Vasallenfürsten halten in der Regel viel darauf, dass sie Rang und Titel als ßaaCktlq i 1 1 1 Verhältnisse zum ßaatAsijg ßaaiXiaiv, oder wie wir etwa
ii würden, als „königliche Hoheit" im Verhältnisse zur «kaiserlichen Majestät- bewahren, und häufig begegnen wir ihnen im Besitze reicher geistlicher Pfründen als Ober- priester (Movers Phon. II. 1. S. 543 ff.); so besonders zur Achaemenidenzeit in Kontana, Tarsus und Bierapolis.
Die kilikischen Priesterfürsten bekunden mit dem chlechtsnamen Syennesis selbst ihre Abstammung von einem iranischen Königshäuser ^viweaig geht, wie ich aus Ammians Glosse: seansaa = rex regum bereits in meinen Beiträgen X. d. M.G. VI, 4So erschlossen habe, auf eine schon damals verschliffene Form des 'Titels der persi- schen GS-rosskönige S.chahauschah zurück, und will sagen „Abkömmling eines Grosskönigs", ..Sc ha hin- seh ah i de."
Ebenso bedeutet Mazarf nra mit ableitendem Jod, einen Abkömmlin Fürstenhauses, dessen Ahn einst
gewesen war. n?a aber mit absorbirtem N6n, älter wahr- scheinlich "wo, ist aramaeische Form des ninCvitischen nun, arabischen ^Ju** hebräischen n.avfyp6$, und phönikischen im»; letzteres in der Insehrift des Esraunazar II, der sich ..Sohn zweier Gesalbter (d. h. väterlicher- und mütterlicher- seits) aus den» Hause i\cr Mazariden" nennt (s. meine Er- klärung in Z. d. M.c. XII, 7^7, wo ich allerdings noch nicht
\\iis>te. wer die DlWößind ). Es hat also mit dem < lesehleehts-
namen eine nichl viel andere Bewandtniss, als wenn die adeligen Häuser. /. B. von Marschall, von Truchsess, von Küchenmeister u. a. a. in unseren Tagen die Erinneruni ein Hofami <-iii<v ihrer Vorfahren heraldisch fortpflanzen.
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.. Die aehaeraenidiöchen
Um den geschichtlichen Spuren der syrischen Maza- riden oder Manizariden nachzugehen, bedarf es nur noch eines Hinweises darauf, dass nach Langlois Nnmism. Arabes S. 133 schon St. Martin für die Genealogie der Edes- sener die sprachlich wohl begründete Behauptung erhärtet hat, dass die im griechischen Munde häufige Namensform Movicard, M6vv>j<jos u. ähul. in Mesopotamien auf die gleich- falls erhaltene vollere Form Mavioapos zurückgeht, und eines nur landschaftliche Nebenform <\v* andern ist.
Einer der ersten arabischen Manadzire, der späteren Könige von Hirn, von deren Stammmutter es lieisst: condebat ad Euphratem Jans oppositas sibi u (Reiske prim. lin. p. 2 jener Manisares, der dem
Trajan Gesandte entgegenschickte, als er i. J. 114 n. Chr. hei Zeugma den Euphrat überschritt und nach Ed< marschirte (Dio ( 3, 22). In der Doppelstadt Amphi-
polis - Caphrena (v. ober S. 5 residirte also noch ein Spross dr± Mazariden-Geschlechtea und dieser bildet das genealogische Verbindungsglied zu der jüngeren arabischen Linie der nKronsetzertt.
Ein etwas älterer Mazaride ist der „Nobilis Parthus Moncsses", der i. .J. 63 n. Chr. eine Vermittlerrolle im römisch - parthischen Feldzuge am obern Euphrat spielt (Tac. Ann. XV, 2. Dio Cass. 19, l'<> ff.
Dass der für einen Parther galt^ ist nicht verwunder- lich, denn er war ein Vetter jenes Mithridates, der ans der Geschichte des Antonius (Plut. Ant 26) als Neffe eines Moneses bekannt ist, wo er zu den Verhandlungen i. J. 35 v. Chr. wegen Medien zugezogen wurde als einer, der syrisch und parthisch dolmetschen konnte (r£v üotpSiari oicChv/Sftvai duva/xsvwv rt Supiffn) — also ein aramaeisch- persischer Bilinguis in natura!
Feldzeu-'meister und ihre Münzen.
Der mit Antonius befreundete M on eses oderMenes (Plut. Ant. 36) um d. J. 40 v. Chr., der eben erwähnte Oheim des Mithridat (von Commagene?), Zeitgenoss Königs Tarkondimotus von Kilikien (Plut. a. a. 0. 61 i war auch des letzteren nächster Landesnachbar. Denn als Kleopatra von Caesar sich für einen ihrer Prinzen das ganze Abar-Nahra, <J>otvur;v xat Suptav xa« KcXtxtav erbat (Plut. a. a. 0. 54), war ihr bereits Moneses bei Antonius zuvorge- kommen und hatte sieh (a. a. 0. 37) die drei Städte Larissa, Aretlinsa und Hierapolis in Obersvrien schenken lassen. Dass eben diese drei Städte das alte Erb- gut der Mazariden und ehemaliger Familiensitz in achae- menidischer Zeit gewesen, geht aber daraus hervor, das- Antonius bei dem Geschenke der drei Städte an die ent- sprechende Grossmuth und Freigebigkeit der Persischen Könige zu Tliemistocles Zeiten erinnert wird, die also, wie es scheint, den Erbherren aus so vornehmem Hause, für geleistete Dienste, einen gewissen District von Ober- syrien in der Nähe von Zeugma und Bierapolis als Domaine
treten hatten. Das i>t die tetrarchia Manazerino- runi, wie ich aus ama Nazerinorum bei Plinius V, i>. sl beistelle, in Obersvrien.
In ilcv Parther- und Seleucidenzeil wird sich das Geschlecht der Mazariden unter dem Purpur der Ober- priester in Hierapolis in ähnlicher Weise verborgen gehalten haben, wie die Schahihschahiden in Kilikien. Auffällig wenigstens isl die Notiz Lucians (de Dea Syra <•. 42), dass in Hierapolis am Euphral der alljährlich gewählte Hohe- priester berechtigt war, den Purpur und die königliche Tiara zu traf im sie nicht dahin verstanden werden
darf, dass >\*-v Hohepriester, gleichwie der in Komana am
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Dr. Otto Blau : Die achaemenidischei
Saros, königlichen Stammes und Spross eines ntJO war: y.ai BGTiv oi>r^g divrs po g xara npif/V 'j.zry. rdi ßaaikioc (Strab. 535).
Auf alten Stammsitz der Mazariden in dieser Gegend deute ich es auch, wenn Apollodorus III, 14. 3 erzählt: Savdaxog iv. Svpiocg iÄ-5'Jjv £Ü KtXtxtav nokw exnag KeXevoeptv y.ai. yritkag <l>apvax?5v r^v Meysoadpou lies Mfivsaffctf Kivvpav röv Supiwv ßaatXia ryevvYjasv. Pharnake weist Überall auf persische Verwandtschaft, und Pharnake war auch der vormakedonische Name von Apamea (Eust. ad Dionys. 918), welches auch Pella hiess und von wo jener Ms': UsXXalgg gebürtig gewesen sein mag, den Alexander der Grosse zum Hyparchen von Phönike, Syrien und Kilikien bestellte (Arrian III, 16, 9). Den historisch wichtigen Platz Tpinotpdfoioog rrfc avw St^tas I Diod. Will. 39, 1 >, wo i. J. 322 die erste Theilung des Reiches unter den Generalen Alexanders stattfand, halte ich nicht für verschieden von dem napädetaog des üiUavg des „Beherrschers von Syrien" (s. oben S. 12) und erkenne in Tpi einen Rest seines Titels als Feldzeugmeisters, ;-.-.
Für die Achaemenidenzeit lege ich mir die Geschichte des Hauses der Mazariden so zurecht, dass ich annehme und
aus den Münzen der Feldzeugmeister zu erweisen suche, dass das Feldzeugmeisteramt in der Familie der Mazariden als eine der hohen Keichswiirden erblich oder traditioneil bleibend war, und von ihnen von der Residenz am Euphrat aus in gewöhnlichen Zeitläuften ractisch geübt wurde, ohne dass ihre persönlichen Beinamen etwas zur Sache gethan hätten. Unterbrochen wird die Tradition nur zeitweilig in Fällen, wo der Grosskönig einen besonderen General-Feld- zeugmeister ernannte, der nicht aus dem Geschlechte war.
'.iid ihre Mü
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sondern in ausserordentlicher Vollmacht das Münzrecht übte. Natürlich hat die [nhaberschaft dieses Erbamtes nicht einen von Anfang bis zu Ende gl eich massigen Standgehalten. Die Entwicklang des Institutes fängt unter Darios [. an, es erreicht seine höchste Bliitlie unter Darin s IT. und zer- fällt in sieh mit dem Falle Darius III.
Dies vorausgeschickt versuche ich nun das Materia nach historischen und numismatischen Gesichtspunkten zu gruppiren, um den achaemenidisehen Feldzeugmeistern ihren historischen Platz zu siehern. Die Reihe ist folgende:
Mazari l. Medus um 540 v. Chr.
Unter Kvrus kann weder von einer nach Satrapien geordneten Provinzialverwaltung, noch von geordnetem Münzwesen oder gleichmässigem Mttnzfusse in Vorderasien die Rede sein. Das ganze Land westlich der Euphrat- und Halys-Linie war nach dem Falle des lydischen Reiches eine 386 Militardietatur. Die Schätze des Kroesus mussten noch vorhalten, wenn Noth war. Persisches Silbergeld kommt neben kleinasiatisch-griechischem dieser Epoche gleichsam mir a titre d'essai vor. Dahin rechne ich z. B. die ein- seitig mit dem Darikentypus geprägten Stücke von 15 bis 14 Gr. mit dem Namen nYOATOPH^. Die nur ein- seitig geprägten Münzen gehören nach dem Ergebnisse des Fundes von Mvt ruhineh in der Regel und der cyprischen Analogie nach in die Zeit vor 526; und dien in die Zeil des kyrus (doch npo KOpovroQ Uipaov, d. h. unmittelbar vor der Einnahme von Sardes durch Kyrus) setzt Bato Sino- pensia fragm. 2. den Tyrannen Pythagoras von Ephesus; ionisch aber ist die Münze nach der Namensform. Der erste
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Dr. Otto Blau: Die achaemenid
Statthalter des Kyrus war ein Perser Tabal. Er residirte nach Herodot und Pausanias in Sardes und in Priene, ver- einigte also in seiner Hand die spätere IL und I. Satrapie; zu letzterer gehört aueh Lykieu. Und ich stelle dalier die Vermuthung hin. dass die Satrapenmtinzen (Brandis s. 42- i mit der Legende Dänähvälä, d. i. 'Ha» von diesem Tabal geselllagen sind. In den vonDarius eingeführten und strict durchgeführten Mtinzfuss passen sie nach dem Gewichte wenigstens nicht. Als Tabal durch den Aufstand des Paktyas arg bedrängt war. entsendete Kyrus um f>4<> v. Chr. seinen ersten Vertrauten Ma£a/»js, den Meder (Herod. 1, 156 ff.) mit einer Armee zum Entsatz zu Hilfe. Eine ursprünglich medische Abstammung der Mazariden halte ich schon wegen des frühen Vorkommens des Namens Pharnake in der Familie für nicht unmöglich; auch ihre spätere Verwechslung mit Parthern weist darauf hin. Diesem ersten Mazart Münzen zuzutheilen, kommt mir nicht in den Sinn : wohl aber möchte ich an die Spitze aller hierher gehörigen Denkmäler das kostbare Sardonyx-Petschaft mit verkehrt eingegrabener Inschrift nro, d. i. Mazari stellen, über welches, mit besonderer Rücksicht auf die dazu gehörige Stierfigur und den Stier auf den *ira Münzen, Levy Phon. Stud. II. 40 zuletzt gehandelt hat.
In die Anfänge der Entwicklung des Münzwesens der Achaemeniden gehört auch die Herodoteische Erzählung von dem Silbergeide des Aryandes, der v<»n Kambyses als •j-acyog, Statthalter, nicht Satrap von Aegypten, eingesetzt war und wegen Münzverbrechens hingerichtet wurde. Die Thatsache, (läse er das Münzrecht besass, wird nicht zu bestreiten sein. Vielleicht ist für aryandi sc lies Silber das mit der lykischen Legende Arohvonti jäs (s. Brandis 487, Fellow. VII, 7) zu halten.
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Feldzeugmeister und ihre Münzen.
Tadarschu I. Armenus um 520 v. Chr.
Aus Darius I. erster Regierungsperiode, vor voll- ständiger Organisation <U'* Reiches erzählt die Inschrift von Behistun die Episode der Expedition gegen Armenien, die in der Einnahme von Qucu und Tigra i. J. 519 gipfelt. Qucu wird wohl Sis in Kilikien sein, die spätere Residenz der Könige von Kleinarmenien, wo sich merkwürdiger- weise noch im XIII. Jahrhundert Sagen von Darius' einstiger Besitznahme erhalten hatten (Kitter Erdk. v. Kleinasien LI, S. 69). An die Spitze dieser, natnrgemäss über den Eupbrat und Kilikien vorrückenden Expeditionsarmee stellt Darius den Dadarses. einen Armenier (Inscr. Beh. II, VII -IX ; die modische Version schreibt denselben, auch c. 111. 3 vor- kommenden. Namen Tatar schisch. Diesem -ehe ich als dem ersten nnto, der die kilikischen Minen von Sis und Tris in die Gewall der Achaemeniden gebracht und ausge- nutzt hat, einige Münzen, die wegen des vertieften Qua- drates auf der Rückseite allen anderen Feldzeugmeister- Münzen voranzustellen sind, welche das vertiefte Quadrat nicht mehr aufweisen. Dass die Grenze dieser Technik in die letzten Jahrzehnte des VI. Jahrhunderts hineinreicht, beweisen unter vielem Anderen die gleichzeitigen kyprio- tischen Münzen.
Luynes Satrapies pl. U, „Dernes 1. 2."
Av. Wappen des Feldzeugmeisteramtes mit Feld- zeichen BChräg hinter dem Sessel lehnend. M.tall-
;ith rechts oben, Aehre und Traube in der Hand. Lebende: Beltris, d. I. „Feldzeug- meister."
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Dr. Otto Blau: I > ic- achaejnenidischen
Rev. Armenisches Pyretheum, darin ein nackter und ein bekleideter Mann vor dem Feuerstock iu vertieftem Quadrat. Lebende: iumn, d. i. Ta- dars c hu.
In den beiden Männern, die vor dem Feueraltar einen Schwur leisten, erkenne ich eine historische Anspielung auf den Vorgang, welchen Polyaen (7, 12) aus den aller- ersten Regierungsjahren des Darius von Sirakes erzählt: den Schwur derPers er räche unter Anrufung des ewigen Feuers: ö oi 2todxv?£, sTT'.x.aÄov^svog nvp äSävccrov koli iepöv •>)ws. „ T i jut w p i a v noepä 1 1 £ p a 6) v ", iyrh Aafislv iano-j- Qoy.a. ,,'lvyw de ir.i: oyo p ßö g ojv xat Hjv imarr^rtV rr,c yßipag and<Ff}g r/wv, r/«yf>(70jL».aj. c/irta os xae ~orä i;rrd
Die Lesung des Namens und seine Identität mit dem in den Keilschriften erhaltenen Dadarses, Tatarschisch, zwischen beiden die Mitte haltend, ist mir unzweifelhaft. Die seit fast 20 Jahren in Umlauf gesetzte Deutung dieser Legende auf Datames hat, mit allen ihren Consequenzen für die chronologische Ansetzung, wie ein Alp auf dieser ganzen Partie gelegen.
Mazari II. Sisines um 515 v. (Mir.
Unmittelbar an die Dadarses-Münzen schliessen sich zwei andere Stücke, die ebenfalls das vertiefte Quadrat noch haben, Luynes Taf. VIII, 3. 4. Nur müssen sie etwas später als jene gestellt werden, weil derselbe Stempel, den VIII, 4 zur Vorderseite benutzt hat, auch für VIII, 5 benutzt worden ist, die das Quadrat nicht mehr hat (brieflicher Nachweis von Hrn. Six), und ebenso der Av. Stempel von VIII, 3 auch für VII, (i gedient hat, auf welcher gleich-
J''eldzeugmei*ter und ihre Münzen. -''
falls das Quadrat der Rückseite fehlt (Luyn. Suppl. p. 108).
Diese Stücke liegen also auf der Grenzscheide der Technik mit vertieftem und mit glattem Stempel, auf der Grenzscheide des V und VI. Jahrhunderts. An die Spitze der Mazart - Mttnzen muss VIII, 3 überdies um dessent- willen gesetzt werden, weil die ungeschickte Vertheilung und Anbringung- der vier Buchstaben, des Mem rechts unten, auf eine gewisse Unfertigkeit des Typus schliessen lässt.
Nach Esra 5, 3 ff. war in den ersten sechs Regierungs- jahren des Darius Landpfleger von Abar-Nahrä oder, wie Esra III, 7, 1 übersetzt wird, ,,princeps trans flumen" ein in den Keilschriften nicht vorkommender Tatnaj mit dem Beinamen Starbozenai. Josephus Ant. 11, 1, o — 4, 7, der ihn übrigens schon seit Kyrus Zeiten des Amtes walten lässt, nennt ihn Skjivvjs rfis Eupiag v.c/.i Ootvwojs Zrtay/yj kolI aapaßa^ävrjv. Sisines als richtiger Eigenname wird gestützt durch Arrian. An. 1, 25, 3, 4 als syropersische Specialität. Jedes kritische Auge sieht aber, dass Starbozenai und rjccpscßaaävY)^ oder vapaßcLCdvr,$ kein Eigenname einer zweiten Persönlichkeit ist, sondern Titel der erstgenannten, des Sisines. SarpoSzenä bedeutet persisch „gui dtadema tiarae ivßngitu (Lagarde Abh. 207 Vullers Lex. Pers. II), also ganz was aramäisch nu& ist; und Sarbozenai ist also gleichbedeutend mit Ma zart. Aus Esra 5, 8 ergibt sich übrigens das für die Entstehungsgeschichte der ganzen Mazariden-Wirthschaf! wichtige Moment, dass sie damals zuerst Rentmeister auf den grossköniglicben Dörfern und Gütern in Obersyrien waren, rtenselben, die Xen. 1. 1. :)7 noch als Kö)u.ou UoLP'jadrifoc kennt.
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Dr. Otto P.lau: Die achfiemenidisehen
Gemeinsamer Typus der Münzen, die ich diesem Ma-
zariden Sisines zutheile, Luyn. VIII, 3—6 und VII. 6 ist:
Av. Feldzeugmeister-Wappen nach links. Feldzeichen
aufrecht (Scepter?) in der einen Hand. Aehre und
Traube in der andern. Beizeichen unter dem
^t-ssel häufig. Legende: Beltris.
Rev. Löwe und Hirsch nach rechts, nur VII. 6 Löwe und Stier el»cns<>: Legende: n?o Mazarf.
Mazari III. Ariomandes um 40o v. Chr.
Hin neuer Feldzeugmeister aus derselben Familie ist der, welcher die Münzen Lnyn. VIII. 9.10, IX. 11. 1 2 hat prägen lassen, die sich an die <\v± Mazari II unmittelbar anznschliessen scheinen, da die Rückseite Löwe und Stier mit VII, 6 übereinstimmt. Das Feldzeugmeisterwappen der Vorderseite erfährt eine geringe Abänderung, Wendung (\(^ Kopfes nach vom: und au der Hand, die Aehre und Traube hält, erscheint der Adler, mit geschlossenen Flügeln (s. Brandis S. 230, N< Ich habe an Mardonios, den
Feldherren der Kriege gegen Griechenland, gedacht, dess gräcisirter und aus dem Persischen noch unerklärter Name ans MaCpoviog = -itö entstellt sein könnte. Doch hin ich meiner Sache nicht so sicher. Entscheiden miisste die Statue des Mardonios, die in der n-^v. nepaixri in Sparta zu sehen war (Pausan. III, 11. 3). In dem Münzfunde am Athos aus der Kriegscasse desXerxes haben sich keine Silberdariken, sondern nur Gold und attische Tetradrachmen gefunden (Brandis S. 617). Aber die Schale mit Silberdariken, die dem Kimon durch einen Ueberläufer dv> Perserkönigs angeboten wurde ^Plutareh. Kim. 10), ist doch ein Beweis für deren Emission um diese Zeit, und Kallisthenes (fragm.
Feldzeugmeister und ihre M"
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hei Plut. ebenda c. 12) nennt bei dieser Gelegenheit statl Mardonios einen \\v.o;j.2voy;c als Kvpt&Tarov ovra rrj«; ryr;du.£'j)c. — Bemerkenswert!] sind auf dieser Miinzreihe gewisse einzeln stehende Buchstaben im Felde
Tadarschn II. Nothus 470 v. Chr.
Viel sicherer ist mir der Feldzeugmeister, den ich TadarschuII. nenne. Er heisst bei den Griechen TiSpavirng, eine unverkennbare Nuance des keilschriftlichen Namens, den wir oben unter Tadarsu I. fanden. — Ti thraustes, mit dem Beinamen Nothos war nicht aus der Mazariden- familie, sondern ein natürlicher Sohn von Xerxes. Das Mttnzrecht stand ihm zu, als er im Jahre 470 Oberbefehls- haber des Heeres wurde, welches Xerxes in Syrien aus- rüstete: Diodor. 11. 60, 5: 0*' öi Uipaat rc piv ;re£txdv ffTpargy/ia oV eecvrwv xar-^sva^av, rd öi vavnxöv riSpoiacw ix 7£ <I>o'.v>.r,c x.ai KOtt^ou xae K'M/J.<xg' i^rparrz/z'. de rwv IU',- (jixüjv ovvdfxtuiv TtSpaOaryg, uiog wv silp&v voSog. Am Enrymedon, wo Tithraustes commandirte, brach dii'.i v. Chr. die ganze Persermacht zusammen and Kimon erwarb mit Aristides den Ruhm, alle [nseln und das griechische Klein- asien vom Perserjoch befreit zu haben.
Diesem Tithraustes i heile ich die Münzen zu. die
Luynes pl. ll .. Dernes :;. \. b.u stehen.
Av. Wappen des Feldzeugmeisteramtes nie auf den
Münzen des Dadarses I. llcv. Der Feldzeugmeister in Persern, sitzend nach rechts, in voller Kriegsrtistung und persischer Tracht. Davor das achaemenidische Baus- wappen, der sog. Ferwer, Mihi- »»der Auramazda. Legende: wnn Tadarschu «»der Tidraschu.
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l>r. Otto T!i;iu: Die ach.-iemenidischei
Tithraustes hat auf den Av.-Stempel seines älteren Namensvetters zurückgegriffen; einige kleine Nuancen im Stil und Beizeichen unter dem Sessel sind bemerklieh: der Schriftduetus der Rückseite ist schärfer und klarer als auf den Münzen Tadarschu des 1.
Mazari IT. Sumaspes? — 450 v. Chr.
In die Jahre 468 bis 4r>0 also beiläufig die erste Hälfte der He<u,iernn<;' Artaxerxes (\e* I.. ordne ich die Münzen ein, welche sich an den Typus von Mazari III. insofern zweifellos anreihen, als das Feldzeugmeisl wappen im Wesentlichen und in allen Attributen dasselbe ist, nur erscheint es jetzt auf der Rückseite. Ich meine die Reihe Luynes pl. IV. Gaos 1. 2, :'>, <) und pl. V, 7. 8. Das Mazaririenwappen, der Löwe und Stier, tritt auf die Vorderseite und zu i\<'v Inschrift nra wird noch das Wört- chen dd gefügt. Meine frühere Deutung auf persisches Sim ..Silber- ist mir auch jetzt noch nicht die unwahrschein- lichste, wegen des naheliegenden Bezuges auf die Silber- minen von Maden- Sim und den vielleicht damit zusam- menhängenden Namen der Landschaft Sim iNiim. Zeit- schr. IX. s. 94). Vielleicht ist Beides zu vereinigen. Ich halte nämlich gefunden — eine Entdeckung, die ich nur hier nicht weiter ausführen kann — dass unter den Nach- kommen des M i n otsch e h r in den persischen Königslisten der Peschdadier Niemand anders zu verstehen ist, als eben das Geschlecht der Meness ariden (HamzaJsf. und dass dort alle die in=Asp auslaufenden Namen in den drei Buchstaben cpx einen Rest des Titels pers. Aspapati, gr. InizapxGs, aram. Bel-sus bewahrt haben. Während in diesen Listen A rva n d a s p ==' Apüav&ss, Kurschasp=KOpo$ darstellt, ist Sumasp ein Mino-Tschehride, dessen Name
• e Münzen.
sich wohl mit „Silbergraf" übersetzen lässt. Für die immerhin nicht ganz abweisbare Annahme, dass ein Per- sonenname in dd zu suchen sei (Waddington, Six) kann ich mich wegen der mangelnden Analogie nicht entscheiden. Jedenfalls ist es vorsichtiger, zunächst darin den Ausdruck für einen gewissen Zuwachs an Macht und Amt der Maza riden zu finden. Denn es gehen auffallende Verschiebungen der Amtssphäre des Feldzeugmeisters unter Artaxerxes L, der als ein vorzüglicher Organisator des Reiches gilt (Ditfd. IX, 71. 1 \ vor sich.
Am Ende der angedeuteten Periode, bei sonst unver- ändertem Gepräge, entgeht nämlich plötzlich der Hand des Feldzeugmeisters die Aehre und die Traube, das heisst, er verliert die Verwaltung der Speicher und Keller: Luynes pl. IV, Gaus 4 und 5! Kr behält nur das Zeughaus (den Adler) und die Silberkammer (cd) unter seinem Commando- stabe. Die Concurrenz der Armeelieferanten beginnt, eine Theilnng der Gewalten. Die der Hand des Beltris entfallene Aehre and Traube, allein, ohne Symbole der Silberkammer und des Zeughauses und ohne die Amtsfirma Beltris geht von Syrien aufKilikien über. Luynes „Maltas and Soli" pl. XI. 5. pl. XII. 7. Der dazu gehörige Würdenträger ver- hüllt die linke Band im Gewände und führt an Stelle des aramaei sehen nra «'in griechisches B als Beischrift. Es sind die Svennesiden von Kilikien mit dem Range B (a<jiXet>£), die sich mit den Ma/aiideii in den Geschäfts- kreis der Armeeverwaltung theilen.
Gelegentlich sei hier der \"üv die Symbolik unserer Münzen interessanten thrakischen Kupferstücke mit den
Senden BOTPY APrYPOC CTAXYC XPY202 dacht (X. Z. I\. -
«^ Dr. Otto Blau: Die achaemeuidi
Mazari Y. Adaeus 450—413 v. Chr.
Es war im Jahre 450, als Artaxerxes die grossen RüstungeD gegen die Allianz der Westmächte durch Arta- bazus und Megabyzus betrieb, die im folgenden Jahre mit dem sogenannten kanonischen Frieden sich so wenig mit Ruhm bedeckten. Die persische Armee war 300.000 Mann stark in Kilikien und Phönikien zasamme s £en, und mit Eifer und Hast wurde ein ganzes Jahr lang dort Alles zu einer grossen Entscheidung vorbereitet (Diod. XI, 74). Cypern, die phönikischen Städte und Kilikien hatten über- dies die Ausrüstung des Geschwaders \nii 360 Trieren übernommen. Das war für die Hand eines Feldze - meisters, auch die geübte eines Mazariden, zuviel. Die Trennung der Rüstkammer von der Intendanz der Ver- pflegung erwies sieh nothwendig praktisch. Jene über- nahmen allem Anscheine nach die Klein-Armenier. in diese theilten sieh der Mazaride von Abar-Nahrä* und. wie Bchon am Schlüsse des vorigen Abschnittes gezeigt <\i'\- Syen- nesis von Kilikien. Doch cum grano salis ! Des Letzteren mit B versehene und wahrscheinlich in Soli geprägte fer- nere Münzen (Luynes XI. :;, 1 and 2) haben nur die Traube, die Weinlieferung, als Oberkellermeister und Ober- priester von Kilikien. Die Aehre. also die Getreide- speicher, erscheinen gleichzeitig, aber ohne den Adler und ohne die Beischrift nro auf der Parallelreihe, die Luynes Y11I, 7, 8 zusammenstellt. Statt des n?a liegt hier über dem Löwen und Stier eine Keule, und unter diesem Wappen bringt der Mlinzherr zwei Mauern zu je 4 Thürmen ins Feld. Letzteres Emblem erklärt, für mich sehr ver- ständlich, Xenophon Anab. I, 4, 4: Ini nOXag nj$ KtAtxt'as
ister und ihre Münzen.
x.ä'. rvj£ 2vpiagm rtaav oi ry/jrz ovo rziyr,. y.yj. rö ;j.£v e<jw^6V Tr/50 ryJS Kuixtag 2vevvs<Ji£ £'./_£ xai Kt/c'xoüv puAaxv rs o'g^oj TS -so njg 2upi'a$ ßacri/seos k/J'/Er^ fulaxr, yjXdrrsiv. mikI die Grenzmauem zwischen Kilikien und Syrien als Symbol der eingetretenen Scheidung der Aerater ins Wappen der Mazariden aufgenommen. Dass ihnen der Adler und der Titel „Beltris" in diesem Zeitraum fehlt, ist ein bemerkenswerthes historisches Factum, um so mehr, als ebenso eigenthttmlich, der Adler, das Feld- zeichen, allein auf jenen durch pers. -armenischen Typus merkwürdigen Münzen erscheint, die Luynes pl. I, 1 und S.l, aufTiribazus deutete, und die ich (W. Num. Zeitschr. IX, 95) ausschliesslich für den Tiribazus in Anspruch nehme, der noch zu Xenophon's Zeit Satrap von Westarmenien war, von welchem der spätere wohl verschieden ist.
Nach dem Frieden vom Jahre 441» ändert sich die ganze Situation zu Gunsten des Mazariden Derselbe, der eben nur noch die Aehre im Wappen hatte, reisst wieder Alles an sich: man reihe hier die sogenannten Abdzohar- Münzen ein, Luynes I L I und IV, 1—4. Wiederum erscheint der Amtsname nn $>jd , dazu das Scepter mit dem Adler, als Beizeichen zuerst ein Baum (die Forsten), dann Traube und Aehre. Auf der anderen Seite: Löwe, Stier und die kilikischen Grenzmauern, und darüber setzt er die pomp- hafte [nschrift :
l^m Ninji^y ^y >t nta Mazarides praefectus Abarnahrae et Ciliciae.
Das ist nicht ein Fürst von Kilikien sonst würde ja l^n voranstehen. Das ist nicht Syennesis, dw erst später
unter dem jüngeren Kyrus -eine weltliche H;iiism;icht wieder
emporzubringen trachtete. Das ist vielmehr sein Neben-
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Dr. Otto IJhiu : Die achaemenidischeu
buhler der ap&g l-joizg , der Belesys did bps oder Oberst- stallmeister des Grosskönigs, der Besitzer des Parks napddeiaosj dessen Reichthümer uns Xenophon ahnen lässl (Anab. I, 4, 10), wenn er von seiner ßaoiXsia spricht, und Isidor Charakenus, wenn er weiter abwärts am Euphrat noch Ruinen eines Biohaißißläfta, das ist eines Palastes Belesys nennt (maus. Parth 1 1. Das ist der „Holzfürst", der schomer-ha-pardes , d^n Neuem. 2, 8 .-dn nennt, indem der Hebräer den persischen Titel des Oberststall- meisters (.von Asp Ross, etwa: Aspapates) ebenso irrig für dessen Eigennamen hält, wie die Griechen dessen ara- maeische Uebersetzung. Das ist der grosse Mazaride, der „auf dem Stuhl <\v> Landpflegers" sass, und über die Sehatzmeister jenseit des Wassers - Nehero. 2, 9.
3, 3), der. welchem Artaxerxes befahl, an Esra bis auf L00 Ceutner Silber, 100 Cor Weizen, L00 Bath Wein, 100 Bath Oel und Sulz ohne Mass auszufolgen (Esr. 7,22).
Wir stehen im Jahre 445, dem 20. der Regierung i\<:> Artaxerxes (Neb. 2, 1 1, bis ins 25. 440 v. ehr. (Joseph. [1,5, 7). Da uennt ihn Josephus mit Namen, und zwar einem gut syrischen Namen: 'Afouov röv nfc Ivpiag xai *X>rjv/<./:r,z /.w. ^oc}xaptiag inapyov. Vier des gleichen Namens
hm fuhrt Bernstein syr, lex. p. 37 a aus syrischen Schrift- stellern an. Auf mehreren seiner Münzen steht an hervor- ragender Stelle neben nrH'2 noch ein n. Soll es die Initiale seines Eigennamens sein? Für Nichtorientalisten will ich nur noch bemerken, dass die Variante der langen Legende, wo bald -in: naj?, bald aber mn: na? steht, nur grammatisch und dialektisch einen kleinen Unterschied markirt, etwa wie MetJoxoTOLfxia und Mim rwv -srau/jjv sich unter- scheiden.
Feldzengmeister und ihre Münzen.
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Adaens lebte und herrschte bis in Darins II. Regie rung hinein. Es erscheint in der Geschichte kein anderer Feldzeugmeister bis zum Jahre 412.
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Pharnabazu I. 412—407 v. Chr.
In die letzte Periode des peloponnesischen Krieges griff Darius handelnd ein. Als Bundesgenosse der Lake- dämonier sendete er ihnen Subsidiengelder und das phö- nikische Geschwader von 300Trieren. Die lakedämonische Flotte unter Mindarus (Grieche oder ein Syrier? vgl. Mouv^apos?) kommt dann wiederholt in die phönikiscben und kleinatia tischen Häfen. Das Feldzeugmeisteramt führt vom Jahre 412 an Ph arnabazus als i rö»v \k\ 5aXarrYjg rÖTrwv £/wv zw ffTparnj^tav (Diod. XIII, 36). Unter dem Begriff Trapa^aXarn'wv rö^wv begreift Diod.XV, 90 <I>p«jy:«. Kapta, Muaia, Au&a, AOxtoc ri xatllifftöat xat ITa/x^pOXio« xat KcXtxe?, -:r'. oi xat Supot xai $>Gfvtxs£. Pharnabazus hatte also das Obercommando über die bewaffnete Macht in der ganzen Westhälfte des Reiches. Als solcher hat er die seltene Mim/ i, die bei Luynes I, 1 ihm zu-
gesprochen ist :
Av. Behelmter Kopf nach rechts, davor irano; dahinter 1^3 Pharn a ba zu-Kilik.
Bv. Feldzeugmeisterwappen mit Commandostab und der Beischrift nnhyi: ohne weitere Attribute, weder Adler, noch Aehre, noch Traube, zum Zeichen. das> das Yerpileuswescn in anderen
Bänden war. Sonst ist die thronende Figur in der Haltung: Profil nach rechts, die linke Hand
im Gewände verdeckt, den Commandostab in
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Dr. Otto Blau : Die achaemenidischen
der Rechten, nächstverwandt mit der Darstellung auf den Münzen Mazari des V.
Die übrigen Münzen von Pharnabazus mit dein so- genannten Arethusakopf, und griechische Typen von ihm gehören in eine spätere Zeit.
Das alte Feldzeiigmeisteramt am Euphrat ruht, nach Massgabe der veränderten militärischen Verhältnisse, über- haupt nun auf eine längere Zeit. Das liegt schon darin zu Tage, dass Pharnabazus es fttrang - bielt, durch seine eben erwähnte Münze bekannt zu geben, dass das Amt des Beltris nach Kilikicn verlegt sei. Denn dass 7^z eb< Kilikien bedeuten soll, wie -j^n auf dem anderen Typus von ihm (Luyn. I, 2), ist nicht ernstlich zu bestreiten. Nur in Betreif des Prägortes möchte ich eine Bemerkung machen. Zu Kilikien in damaligem sinne gehört unbedingt die Ortslage dv^< späteren Antioehia am Orontes, noch innerhalb der südlichen kilikisch-syrischen Pässe. Der sogenannte Arethusakopf auf den Münzen des Pharnabaz und seines Zeitgenossen Tithraustes sieht auf dem zu meiner Disposition stehenden Materiale frappant ähnlich dem Kopfe des Orontesflusses zu Füssen dvv Antioehia auf den Münzen Tigranes dos Grossen, [ch bitte diesen für die Geschichte der persischen Feldzeugmeister- und Satrapen- Münzen interessanten Punkt weiter aufzuhellen. Die Präge hängt zusammen mit der wegen der Naehstempelungen mit griech. Ifl, was mir deutlicher seheint, als das neuer- lich dafür vorgeschlagene phönikische v = Issos, zumal weil die persische Colonie vor Antioehia Jopolis heissen haben soll (Hist. Graec. Fragm. IV, 467, 469, 544).
Dass das Hauptquartier am Euphrat aufgegeben wurde, hing aber folgen dermassen zusammen.
Feldzeugmeister und ihre Münzen.
Darius IL hatte aus politisch - militärischen Gründen und auch, um die feindlichen Brüder Artaxerxes und Kyrus
auseinander zu halten, den Schwerpunkt der gesammtea westlichen Armee in das befestigte Lager im Kayster- oder Kastol-Felde verlegt und den Kyrus mit dem Oberbefehl über alle maritimen Satrapien i. J. 4<>7 dahin verbannt. Mit der Herrlichkeit der Maza- riden war es da vorbei. Mazarl V. erlebte den Bruderkrieg nicht mehr. Xenophon fand, als Syennesis sieh mit Kyrus verbündet hatte, in Kilikien nur das Gerücht verbreitet, der Feldzug gelte ..irgend einem syrischen Satrapen-, die kilikischen Pässe nach Syrien zu waren nicht militärisch vertheidigt, und ebenso wehrlos fielen die ehemaligen Be- sitzungen des reichen Syrers den Truppen des Kyrus zur Beute. Syennesis benützt nun die Conjunctur, um aus dem Bruderzwist größtmöglichen Vortheil für sich zu ziehen. Da Kyrus ein ganzes Jahr hindurch 402/1 seine Vor- bereitungen in Kilikien trifft, so findet Syennesis es gerathen, ihm grosse Geldsummen vorzustrecken, wofür er von Kyrus erhält, die sonst nur ein König austheilen durfte. Kyrus handeil schon ganz als präsumtiver Gross- könig (S. die Ausleger zu Xen. Anab. 1, 2, 26). Wenn irgend eine Epoche in der persischen Zeit, so sind es diese Jahre 402 — 400, in welchen die grosse Thätigkeit in allen kilikischen Münzstätten darauf angewiesen scheint, das Silber mit den griechischen und bilinguen Aufschriften und diversen Typen zu schaffen, um die Summen für Kyrus zusammenzubringen ; und andererseits sind sie eben die Jahre, in welchen ein persischer BA^IAEY^ persönlich hat münzen hissen können. Als General Feldzeugmeister, der er war (Diod. XIV, 12. 19. Anab. 1. l), hatten ihm schon die 100001 Eriken an Ly sander Gelegenheit gegeben,
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Dr. Otto Blau Die achaemenidischen
sein Münzrecht zu üben. Jetzt in Kilikien brauchte er Kleingeld. Ich halte dafür, dass sowohl die Stücke mit Porträt auf beiden Seiten ( Kynis und Syennesis? Luynes pl. VI und VII) aus Soli dem Kynis selbst zuzuschreiben sind, als auch die von Mallos, unter denen, wie Hr. Six mir mittheilt, neuerlich auch eines mit ganz breitem Diadem, ähnlich wie auf dem A\ von Kolophon (Luyn. VI Satr. incert.), vorgekommen ist. S. Zeitschrift tttr Numismatik VI, S. s4 Nr. 13. Der starke Bartwuchs darf hierbei nicht befremden; Kynis war gaT nicht so jung; seih Bruder Artaxerxea hatte bereits eine erwachsene Tochter, die er Jahrs darauf an Tissaphernes vermählt, ganz zu geschwei- gen der schönen Aspasia, der Geliebten des Kynis.
Sobald Artaxerxes Mnemou die Alleinherrschaft in Händen bat, entsendel er als Generalfeldzeugmeister für die maritimen Satrapien i Diod. XTV, 35. Xen. Bell. 3, L, 3) seinen Schwiegersohn
Tissaphernes 100 390 v. Chr.
Dieser, mit der Reorganisation derwestlichen Provinzen beauftragt, nahm das Münzrecht nichl persönlich in An- spruch. Es g\h\, so viel ich weiss, keine Münzen, die mit Sicherheit ihm persönlich zuzutheilen wären. Vielmehr traf er, wie ich glaube, die Einrichtung, dass nach Auflösung des ciseuphratensischen Zeughauses und Zeugmeisteramtes, ein neues für die kleinasiatischen Provinzen bequemer gelegenes Centralamt in Kappadokien errichtet wurde. Ein Theil des alten Feldzeugmeister-Wappens mit den Em- blemen Sessel, Adler, Aehre und Traube, wie auf den Münzen Mazarl IV., der die Provinz Sim an der kappado- kischen Grenze besessen zu haben scheint, findet sich plötz-
Feldzeugmeister und ihre Mi
i
lieh auf kappadokischen Münzen, mit dem Familienwappen des Greifen und Hirschen. Die Beiscbrift der Wappen istaber
11 ic-lit nn byz, sondern, soviel ich zulesen vermag : rnc byz. Aus der Sprache der Mythologie in die der militärischen Ter- minologie übersetzt, heissi das: Das Yerpflegungswesen der Armee war von dem eigentlichen Oberbefehl über die activen Truppen getrennt worden und die gesammte Inten- dantur dem Fürsten von Kappadokien übertragen mit dem Rang und Titel eines Generalintendanten fivf) der Parke (r??%), Zenghäuser, Speicher und Keller. Die älteste Münze dieses Typus ist die, welche in meiner Dissert, de nuni. Achaem., Tafel I, Nr. 4 recht sohlecht abgebildet steht. Der Eigenname könnte dort ein Rest von Tissaphernes W21& sein. Ich habe das Original leider nicht mehr. Die Aebre scheint darauf noch zu fehlen.
Tadarsehu III. 396 v. Chr.
Auf Tissaphernes folgt im militärischen Oberbefehl als Feldmarschall oder Generalfeldzeugmeister über die maritimen Satrapien Tit braust es, der Dritte seines Namens (Diodor. XI\ .1. 396. Im Gegensatz zu der
Einrichtung des I issaphernes läset er Münzen mit seinem einfachen Namen und einem halb von Pharnabaz I. ent- lehnten, halb neu erfundenen und wahrscheinlich auf das Mttnzamt amOrontes (^apaxei/xevov nrorajuioö rp 'Jwvträv nokti roö Xeyoii.ivov Aoobeovros, vuve dl 'Ooovtou Paus an. Damasc. fragm. 3) bezüglichen Typus schlagen.
Luynes pl. IL 7. 8. 9. 10:
Av. Behelmter Kopf nach rechts (7. 8 wie Pharna- baz l.i oder links (9. 10). Davor Legende: -. Ta d arsc h u oder T i d ra s c h u.
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Dr. Otto Blau : Die achaemenidischen
Rev. Symbolischer Kopf der Orontesquelien (?) , die bei der syrischen Stadt Arethusa zusammen- fliessen, und deren eine ' Aßapßctptn, d. h. ursprünglich „Nymphe von Abarnahrä" geheissen haben soll, wie ieli im Nonnosus gelesen zu haben glaube.
Pharnabazu IL. um :'>77 v. Chr.
Nachdem inzwischen der ehrgeizige und eigensinnige [ntriguanl Tiribazus, als er im J. 386 das Flottencom- mando gegen Cypern führte, als rör> oXwv ^wv nw jxovtav (Diod. XV. 8), eigene Münzen hatte schlagen läse die auf der einen Seite seinen Kopf, auf der anderen seinen Namen und das Bild eines k. k. Kämmerers mit dem Bei zeichen des sogenannten doppelten Henkelkreuzes, d. h. des Schlüssels dei- S i 1 1t e r k a in m e r zeigen Xiini. Zschrft. IL 'l\ 8, Nr. 1 i, tritt wieder ein IMiarnabazus auf den Schauplatz, entweder der Frühere herum, oder der /weite, der noch zu Alexanders Zeit lebte. Im .1. :;77 war er Feldzeugmeister. Diodor. XV, 29: <I>apocßa{os und roö
napaoxzvag aiyaÄac £-0'.r,7aro roh npd$ röv Ko\ep.ov yyc fft/Jlwv.
Als solcher setzt er das Gepräge des Tithraustes III. fort, fügt aber auf einigen Exemplaren (Brandis p. 429 Cab. Vogue) den Schlüssel dvs Silberbewahrers hinzu, den er dem Tiribazus abzunehmen gehabt hatte. Die tiieher _ hörigen Stücke bei Luynes sind PI. I. Pharm 2. 3, A. J. P. Six (observations p. (.» i gibt ihnen bestimmter die Jahre 378 — 373 v.Chr. Das Verpflegswesen der Armee scheint um diese Zeit mit besonderer Rücksicht auf die Flottenausrüstungen zum Theil an die Phönikischen Städte
Fcldzeugmeieter und ihre Münze».
Obergegangen zu sein, wo bald darauf die Typen mit dem Grosskönig und der alten (Inleere beginnen. Dass bei diesen Lieferungen die Mazariden nicht unbetheiligt, und vielleicht nach Phönikien übergesiedelt waren, schliesse ich
aus dem onmö, mit welchem Worte die Ahnen des Esch- munazar bezeichnet werden. Die genealogische Kette bis auf Strato I. hinauf, der um 060 regiert, ist nicht ganz ermittelt. S. Six observat.31 — 33. Von den reichen Getreide- districten des Grosskönigs ist in der Grabschrift Esmunazars ebenfalls die Rede. In der Voraussetzung, dass gegen die sprachliehe Gleichheil von nma mit nto von Kennern des phönikischen Dialektes nichts Gegründetes eingewendet wird, knüpfe ich an dies ditkö die Vermuthung, dass die ganze Serie von phönikischen Münzen, welche zwischen 370 — 350 in AraduB geprägt sind, wie Six observ. S. 7. 9 und 1<> auf ganz anderem Wege gefunden hat, in der Legende «a die Initialen eben jenes nma bergen. Die Mazariden hätten dann in dieser Epoche ihren Antheil an der Verpflegung der Flotte des Artaxerxes von Aradus ans verwaltet, und wären von da allmälig nach Sidon hinabgezogen. Das wäre alsdann die Epoche, in der des Propheten Hesekiel Elegie auf Tyrus und sidon cap. 27. 28. zur Wahrheil geworden ist, wenn er 27, 8 von den Verdiensten derer v<>n Arvad und Ohelek (Aradus und Kilikien) spricht, die ihr Rüstzeug (n*?'*]? ebenda Targum :i(.t. '.» .die Tartscben") an den Mauern aushängen!
Ariobarzanes 363 - 360 v. Chr. Die Snccursale der Mazariden in Aradus hatte aber
nicht alles in Händen. In Kleinasien hatte, wie schon oben
angedeutet, das Hans der Kappadokier angefangen, in den
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Dr. Otto Blau: Die achaemenidisehen
Oberhofchargen und dem Feldzeugmeisteramte den Kern zu seiner künftigen 300jährigen Hausmacht zu legen. Wer waren diese kappadokischen Fürsten? Alles was ich bei Belley, Visconti, Mionnet, Waddington, Droysen, Fried- länder über diese Dynastie lese, befriedigt mich wenig. Nach den Quellen liegt die Sache so:
Mithridates (Phryx), der als Satrap von Phrygien, Kappadokien und Lykaonien in den Aufstand Kvrus des jüngeren verwickelt war (Xenoph. Anal». 11. 5, 35, 111. 3, 1. ff. VII, 8, 25. Aristot. pol, V, 8, 15), verlor bei seinem Tode seine Herrschaft (Diod. XV, 90) an einen Ariobar- zanes. Aus Diodor XVT, (.»0, ergibt sieh, dass das Todesjahr Mithridats 363 v. Chr. ist, und Ariobarzanes von 363- 338 herrscht. Dieser Ariobarzanes muss also identisch sein mit Ariarath dem [., von welchem die kappadokische Chronik bei Diod. XXXI, 19, §.3 nach dem griechischen Texte (nicht nach der lateinischen Uebersetzung) aussagt, dass sein Bruder Holofernes sich in den aegyptischen Kriegen des Artaxerxes Ochus auszeichnete, dass Ariarath dann kinderlos starb und seinen Neffen Ariarath IL, den Zeit- genossen Alexander <les Makedonien adoptirl hatte (ebenda §. 4). der also in Kappadokien succedirt, während Mithri- dates II. die pontischc Linie gründet. Ariarath des I. Vater ist Äriaramnes IL (von 412—363), wonach meine Be- merkung über die AL. APIAPAMNOY in dieser Zeitschr. IX, S. 07 richtigzustellen ist.
Die Identität des Ariarath I. mit Ariobarzanes I. unu die Richtigkeit meiner Ansieht ergibt sieh nun unzweifel- haft aus der aramaeiseben Legende der Münzen, die seit Waddington Ariarath dem IL zugetheilt wurden, bis Fried- länder Z. f. Num. L\', 269, soviel ieh weiss zuerst, sie Ariarath dem I. zusprach.
Feldzeugmeister und ihre Münzen.
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Die Namensforra nima nämlich ist nicht Ariorath zu sprechen, sondern Arjawarath, in persischer Aussprache ist daraus Ariarat geworden (Justin. X. 1 nennt so einen Bruder des Artaxerxes Ochus), in kleinasiatischen) Dialekt. wo ß damals ausweislich der lykischen Inschriften immer weich aspirirt wird: Arjowarzanes. Semit ist en werden längst an der Möglichkeit gezweifelt haben, dass ein ur- sprüngliches Ariarat in der zweiten Silbe plene mit v trans- scribirt worden sein sollte. Diese Münzen also mit dem Wappen des Greifen und de* Hirschen und der Legende Arjawarath auf der einen Seite 7 und dem persischen Würdenträger mit Adler, Aehre und Traube und der Legende ms byi „Oberst- Parkmeister" auf der anderen Seite, wie sie Luynes pl. V, '2 abgebildet hat, sind Feld- zeugmeister-Mtinzen aus der Zeit vor der Empörung des Ariobarzanes, während sie mit gleicher Legende — bei Adler und Delphin Rev.; Frauenkopf Av. — in die Zeit des Aufstandes der maritimen Satrapien, wo Arjobarzanes sieh unabhängig machte, gehören. Die Reihenfolge bei Fried- länder a. a. 0. l.i und 2. | ist umzustellen.
Ariobarzanes war vor dem Aufstände Feldzeugmeister oder, um bei verändertem Titel einen fast synonymen Aus- druck zu brauchen. Greneralqaartiermeisterdes Grosskönigs für einen Theil der maritimen Satrapien : Lydien, Mysien, Jonien, Phrygien und Kappadokien (s. die stellen bei Luynes Satr. p. 7. Anm. 3 und die Register zu Diodor Didot. Aus. p. 654).
Mazari VI. Belesys um :;.">i) v. Chr. Der grosse Aufstand der maritimen Satrapien unter
Artaxerxes III. löste zeitweilig die ganze Westhiilftc des
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Dr. Otto Blau: Die achaememd
Reiches von der königlichen Autorität los. Diodor | XV. dem wir die verhältnissmässi,a' genaueste Nachricht dar- über verdanken, führt unter Anderem die Kilikier, Syrer und Phönikier als betheiliiit am Aufstande auf. Für die kleinasiatischen Satrapen und Dynasten ist das die Blttthe- zeit. Die Orontes, Datames, Ariobarzanes, Mausolus spielen eine Hauptrolle darin: ihre Mtlnzen fallen in das Jahr- zehend 360—351. Saveisber.-s fortschreitende Entzifferung i\v^ Obelisken von Xanthus macht Hoffnung, dass wir noch mehr geschichtliches Detail über diese Periode erfahren (Beiträge zur Entz. lyk. Inschr. II. S. 229.) Mit g äs Mühe gelang es Artaxerxes endlieh im Jahre 352, die Kilikier. Syrer und Phönikier unter sich zu entzweien. so dass der Sidonierkönig Tennes der Hauptgegner bleibt, und in Kilikien und Syrien die Abkömmlinge der alten VasallenfÜrstenhä'user der Syennesiden und Mazariden sieh auf dieSeite des Grosskönigs stellen. Matotiog (var. Ma£axos) heisst der av/ojv Kihxiag] er wird Diodor XVI, 42 in zweiter Linie genannt : in erster Stelle figurirl Bihoug 6 Tis livpiag -jv.-yj-r.z. — Unschwer erkennen wir in ihm einen Enkel Mazarts <i«-> \ . der den Rang als Bel-sus gehabt und den königlichen Marstall mit den bekannten 360 kilikischen Schimmeln zu verwalten gehabt hatte. Der Wtirdename ist hier zum Eigennamen geworden. Die Tra- dition des Hauses dvv Mazariden lebt im Triparadis wieder auf und Belesys 11.. der seehste Mazaride, hat nichts Eili- geres zu thun. als sich zum Feldzeugmeister ernennen zu lassen und die Münzemission zu creiren. von der Luynes pl. IX, 13, 14 Proben sind:
Av. Scepter und Feldzeichen mit Adler und der Bei- schrift nr byz. Rev. Schreitender Löwe nach rechts Leerende n?ö.
! iinzen.
Ueber die Truppenverpflegung wurde aber viel - klagt. Die Soldaten desertirten wegen der knappen Ratio- nen aus Kilikien und Syrien massenhaft nach Cypern wo Ueberfluss herrschte (Diodor a. a. 0. 42, 7).
Mazari VII. Menes 331 v. Chr.
Unter Darius Codomannus wird noch ein schwacher Versuch gemacht, Kleinasien in Ordnung- zu halten. Als Alexander anrückt, commaudirt des Königs Schwieger- sohn, ein Perser Spithrobates oder Spithradates, Satrap \ du Lydien und Jonien, die persische Vorhut. Von ihm sind Satrapenmünzen neuerdings gefunden (W. Num. Zeitsch. 1871, S. 424). Auch in Carien fand eben damals die Emission von Satrapengeld statt, die Six mit grösster Wahrscheinlichkeit dem Othontobates zuschreibt.
Eine grosse Emission von F e 1 d z e u g m eist e r- münzen muss nun nach der Schlacht bei Issus stattgefunden lialien. deren Typus Sie den syrischen Mazariden zuweist. Ihr Gewicht aber ist die Tetradrachme, die nachher Gemeingut im ganzen Osten und Westen nach Alexander wird. Es sind davon verhältnissmässig viel erhalten: bei Luynes die ganze Reihe von PI. IX. 20— X, 31. Auch IX. 17. L8, gehören nach dem Gewichte dahin, obschon ohne [nscbrift. — Charakteristisch ist: Av. das Peldzengmeister- wappen, ohne Attribute, meist daneben die Beischrift nn ^pn. — Rev. schreitender Löwe in verschiedenen Atti- tüden, auf mehreren stücken die Ueberschrift »n»o; öfters griechische Buchstaben im Felde, [ch kann nach der ganzen vorangegangenen Darlegung nicht anders als die hohe Wahrscheinlichkeit aussprechen, da>< der Urheber dieser Emission der Pelläer Menes, Beiner Abstammung
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Dr. Otto Blau: Die achaemenidischen
nach vielleicht selbst ein Menessaride, gewesen ist, welchen Alexnnder von Susa aus als „Hyparehen von Syrien. Phö- nikien und Kilikien- mit 3000 Talenten Silbers ans dem königlichen Schatze und dem Auftrage entsandte, in den maritimen Satrapien (ini Salaaoav) Ilült'smittel für Anti- pater zum Kriege gegen Sparta zu beschaffen (Arrian. Anab. 3, 16, 9; Cnrt. 5, 1, 43). Das Silber war angeprägt und wurde in Syrien gemünzt. Das Hofamt eines crw/xaTO- y'Stsj.l, welches er früher bekleide! hatte, schloss die Func- tionen eines Rüstmeisters und Schatzmeisters in sich.
Balakrus 33] 323 v. Chr.
Eine eigentbtlmliche Aufgabe fiel dem Balakrus zu, der in der Würde des Somatophylax oder „Leibzi - meisterst der Vorgang M war Arrian
Anab. 2, 12, 2). Die Sendung des Menet SaXaoaav
mit 3000 Talenten war gewissermassen die praktische Antwort Alexanders .-midie .Mission des Sisines (mazaridi- scher Familienname!), welchen Darius nach Arrian Anal». 1,25,3 xaTan£y.7Z£i ini Sakaaaa» mit 1000 Talenten, um einen Mörder Alexanders zu dingen. Man denke sich die Lage Alexanders vor dem Siege bei [ssns. Die drei zur Kriegführung nothwendigen Dinge waren in Peindesland nicht leicht zu beschaffen. Alexander sucht daher durch den Zug nach Pisidien sich in den Besitz der alten reichen Mtinzhöfe Side, Aspendns, Sillium und Perge zn setzen. Er verlangt von den Aspendiern ;'><><> Talente Tribut und die Stellung der Remontepferde, die bis dahin der Perser- könig dorther bezogen hatte (Arr. 1. 26, 3). [hres Sträu- bens ungeachtet (1, 2ti, 5) werden sie gezwungen zu capi- tuliren und verpflichten sich (1, iJ7. 4): erstens einen
Feldzeugmeister und ihre Münzen.
45
Satrapen von Alexander zu empfangen und zweitens jähr- lichen Tribut zu zahlen. Unmittelbar uach der Schlacht bei Issus. wo es galt den Feldzug mit viel grösseren Mitteln zu ferneren Zielen auszurüsten, ernennt Alexander den Balakrus zum Satrapen von Kilikien und Pisidien (Diod. 18, 22, 1, Arrian An. 2, 12,2). Kurz vor 323 ward derselbe von denlsaurern und Labraundesern ermordet. Seine Haupt- residenz muss er in Pisidien gehabt haben , da Kilikien wenige Monate später mit unter Menes gestellt wird, und nach ihm eigene Präfecten hat. Das Verpflegswesen im Rücken der Armee zu organisiren, musste naturgemäss die Aufgabe des Balakrus sein. Der Rayon, in welchem diese Verpflegung ihre Hülfsquellen zu suchen hatte, wird von Eumenes deutlich als der Complex: Pisidien, Lykien. Kilikien, Syrien, Phönikien und Kyprus bezeichnet (Diod. 18, 61, 4). Insbesondere hatte Alexander von vornherein, seit er den Hephaestion mit der Ordnung der Dinge in Tyrus betraut hatte, die Cooperation der phönikischen Küstenstädte ins Auge gefasst (npd$ rc/.g Kocpcc^/^-jocg Diod. 17, 40 ff). Das Jahizehend während Alexanders Orient- Zügen füllt in der Münzgeschichte der phönikischen Küsten- städte die Suite von Doppelstateren, Halbstateren und Drachmen, welche Six Observ. p. 38, 39 übersichtlich tabellarisch zusammengestellt hat. In engem Zusammen- bange mit diesen steht nach Technik und Gewicht die Emission von Silberstateren und Th eil stücken ans den Münzstätten von Pamphylien und Pisidien, die Luynes pl. III, und ich Z. d. M. (1. IX publicirt haben und Brandis S. 347 und 496 besprochen und verzeichnet hat.— Nur im Zusammenhange mit meiner obigen Darlegung der Mtinzgeschicbte der achaemenidischen Peldzeugmeiste es möglich, auch dies Problem seiner Lösung zu niiliern.
46
Dr. Ott<j Blau: Die achaemenid
indem ich für den Mtinzherm eben den Balakrns in den Jahren 332—323 halte. Ein«' eigentümliche Verwirrung in den Quellen der Geschichtsschreiber Alexanders er- schwert indess die Entscheidung. Nach Arrian HI. •'. - und IV, 7, 2 war der Feldzengmeister (pna/pog im SaXaa- ir.c) ein A s k 1 e p i o d or u s. Nach ( urtius war der College des Menes ein Apollodorus als praefectns Ciliciae V. I, 43). [ch vermuthe in einem dieser Namen den Eigen- namen des Balakrns und halte Bakdxpog, wofür auch BAAArPOZ geschrieben wird (Benseier W. der -riech. Eigenn.) für eine blosse Corruption aus dem aramaeischen Titel des Feldzeugmeisters nri s;-2 = BaXdTopo$ nach phö- nikisch sisprache. Die mit dieser Reihe nächstver-
wandten sogenannten Syennesismünzen (Luynes 1 und II. Brandis p. 495 unten), auf denen der Schlüssel der Silber- kammer und umseitig der Rest einer Legende, wie etwa dd""(?) Bel-süs als Wtirdenname(?) sieht, sind Vorläufer der pisidiscb painphvlischen Emission. Stücke der letzteren sind öfters mit solchen von Tithraustes III. und Mazariden zusammen zum Vorschein gekommen (briefliche Mitthei- lung von L.Meyer); das alte Feldzeugmeistergeld war also in den Kriegscassen noch in Umlauf. Die Kriegsgöttin, auf der einen Seite aller dieser Münzen, nach dem I'rhilde der gleichzeitigen armenischen Mithrinesmünze (s. diese Zeit- schrift IX. s. 100) ist jetzt Symbol des Feldzeugmeisters. Den libirenden Apollo möchte ich, wenn möglich, auf den Eigennamen Apollodorus deuten. Der Vogel ist nicht ein Rahe, sondern der bekannte Adler.
Die vielgeprüfte Legende hinter dem Apollo endlich lese ich, aber immer noch unter einigem Vorbehalt: HVäLTRüZ SiD. N „Feldzeugmeister von Sid oder -on?)- Auf das Graphische kann hier nicht näher ein-
ister und ihre Münzen. "» <
gegangen werden. Der Titel Hvältrtiz als identisch mit nr bps leuchtet aber schon bei Erwägung dessen ein, was wir über kleinasiatische Dialekte und deren Barbarismen (Arr. Anab, 1,26,4 bezeugt das besonders für Side in damaliger Zeit) aus Classikern wissen. Das semitische a geht z. B. aus BoXoyeaog in Med. ( WoXyouaog, Paphlagonischem 'OÄr/acrjc, Armenischem Vagharsch in seine weichste Nuanze w oder u über; kappadokisches Ov^vaaa bei Strabo neben Benasa zeigt die gleiche Erweichung; imLykischen ist dieselbe ganz gewöhnlich: Gahvales statt KaßaXevg (Savelsberg n, S. 226). Eine Convention mit Sidon, falls der Titel wirklieh F e 1 d z e u gm eist e r v o n 'S i d o n gelautet hat, halte ich für geschichtlich sehr wühl mög- lich. Denn unmittelbar nach der Ermordung des Balakrus und der Zerstörung seiner Schöpfungen in Pisidien wird das Feldzeugmeisteramt nach — Sidon verlegt ! Es erscheint:
Mazarf VIII. Bessus 323—309 v. Chr.
Als Sprössling des alten Geschlechtes der Erbfei dzeug- meister setzt er die berühmte Devise seines Geschlechtes
•-•- .. Kronen Spender" auf Münzen in den alten Frei- städten, unter denen Tyrus einstens stolz sich die „Kronen Spenderin-' rn»Bi?a genannt hatte. Die Sidonischen Doppel- stateren und eine Tyrische Halbdrachme, die hierher gehören, stehen in der Tabelle bei Six unter den Jahren 323 bis 309 mit Jahreszahlen. Allgemeiner Typus
Av. Der König von Sidon zu Wagen. Dahinter der Maz aride als hoher Würdenträger, Stabträ T/.r^To-y/oc. schreitend. Links oben die Legende:
48
Dr. Otto Blau: Die achnemenidiscl.en
Rev. Wogende Galeere mit Daten der Jahreszahl. Davor auf mehreren Exemplaren a, auf einigen m (Six observ. p. 35, 10, Head tlie coinage of Lydia and Persia pl. III, Nr. 5). Letzteres n, anderswo m, ist die Initiale eines Eigen- namens, vielleicht der vielbezweifelte B^<j<jos 6 Supt'as narcä-rtg (Arrian 4, 7, 2). Vielleicht aber auch — der letzte Rest des zweihundertjäbrigen Erbtitels nn^pa, den die Griechen in der Regel durch önapyogj i-y.y/^;. tSTpar^ydg übersetzt haben.
J. G. Droysen hat nach seinem Geständnisse auch in der zweiten Ausgabe 1877 seiner Geschichte der Epigonen, S. 64 f. noch kein bestimmtes Resnltal gewinnen können, welches das Verhältniss zwischen Strategen, Hyparchen und Eparchen gewesen ist. Hoffentlich trägt zur Klärung auch dieser Frage für die Epigonenzeit mein obiger Aufsatz Einiges bei. Ich will sehen jetzt andeuten, dass auch die Feldzeugmeister d^v Seleukiden und der Arsakiden ein einziges gross« iG schlecht aus königlichem Stamme waren : die Sarpedonideu, welche ich nachzuweisen vermag bis auf die Sassanidenzeit.
Der dürftige Aufsatz von II. Droysen in der Berliner Zeitschrift für Numismatik [I,S.309ff: „Die Münzen der per- sischen Satrapen in Kleinasien", den ich zum Schlüsse nach- lese, enthält, ohne es zu wissen und zu wollen, eine gr
Wahrheit, die jetzt ins rechte Licht tritt: das Satrapen- geld ergibt sich überwiegend als Product der Revolution, im Gegensatze zu der geordneten Reichskriegsverwaltung der Feldzeugmeister, welche als höchste Würdenträger des Reiches in ihrer Person die Functionen als Grand- in a f tr e
Feldzeugmeister und ihre Münzen.
4M
des Ceremon ies, (i rand-Ma rech a 11, Gran d-Ecuyer, Grand - Veneur and Grand -Trösorier vereinigen
konnten und öfters vereinigt haben.
Unsere Kenntnis** von der Verwaltung des persischen Reiches unter den achaemenidischen Grosskönigen tritt hiermit, insbesondere soweit es die mit der hellenischen Welt vor Alexander vielfach verflochtene Westhälfte der Monarchie betrifft, in eine neue Phase. Der Einfluss der aramaeischen Cultur auf den eranischeu Hof mit allen seinen Consequenzen für Sitte und Bildung, Religion und Litteratur tritt in ein neues Licht. Die Brücke ist geschlagen, welche noch fehlte als ich 1855 in der Dissertation de nnmis Achaemenidarnin aramaeo-persicis p. 2 schrieb: rD eest po?> s, quofluetuans rel i<j u iar u m I in g \ q ii (i 1 1 s » u b A e h a > in e v id is . S e l e u c id is . A r 8 a - c idis fa itj mater ia con s ter // atur.u
Ein volles Menschenalter ist verflossen, seit 1846 dv^ Herzogs von Lnynes bahnbrechendes Werk erschien. Es ist dem edlen Manne nicht vergönnt gewesen, die Frucht seiner Arbeit ganz reiten zu sehen. Mein Werk ist ein Ver- mächtniss seines Geistes. In jahrelanger Correspondenz mit mir gab er wiederholt die Absicht kund, seine „Satrapien" völlig umzuarbeiten und neu zu gestalten. Ich glaube seinem Andenken kein würdigeres Denkmal setzen zu können indem ich dieser Arbeit zum Schlüsse ein paar Briefe von ihm aus den Jahren L854 und 1860 anhänge, aus denen ich gegenüber Allen , die ihm im Leben nahe oder ferne tanden haben, die Berechtigung und Verpflichtung für mich hergeleitet habe, das Stückwerk meines WisM-ns und
Könnens wieder einmal gerade dieser schwierigen Partie in der Numismatik zuzuwenden, deren versuchst Behandlung meii numismatische Arbeit war.
i
t)vJ [>r Otto Rlau: Die achaemenldiscl
Deux Lettres du Duc d'Albert de Luynes ä Mr. 0. Blau. 1.
Monsieur!
J'aurais du repondre plus tot ä In lettre que Vous m'avez fait rhonneur de m'ecrire et a l'obligeänt envoi dont eile etait accompagnee; mais j'esperais dejour enjour pou- voir, en Vous remerciant comme je le fais aujourd'hui, Vous soumettre les rßflexions que la lecture attentive de Votre memoire ine suggere. Votre travail malgre sa brievete* contient taut d'observations iniportautes, il touche a taut de points noüveaux de la numismatique pbönicienne que, plus je L'etudie et plus je m'appercois du temps considö- rable necessaire a la redaction de> idees qu'il fait naftre. Je ne veux (Urne pag fcarder davautage a Vous exprimer combien je suis touche de Votre boune opinion relativement a ma sincerite d'auteur et d'avoir pris au serieuz ma sou- missiou a la critique, surtout ä celle des savants qui, comme Vous, Monsieur, unissent l'erudition ä l'urbanite des formes; cliose bien rare, nous devons l'avouer, dans toutes les dis- cussions scientifiques en general.
Je confesse donc, des ä present, que Vous avez re bien des fautes et renverse* dc^ erreurs dans nu»n livre od j'en avais soupconne et decouvert dejä beaucoup d'autres. Plus j'etudie cette diffieile numismatique et plus j'apprends qu'il est bon de sacrifier son amour propre et de presenter ses coujectures auxjuges competents sauf ä en voir dispa- rattre une partie. C'est un aveu qui me coüte d'autant moins que j'y etais tout prepare.
J'ai voulu dans cet opuscule comme dans la numis- matique et les inscriptions de Cypre reveler des series mal
re Münzen.
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connues et tenter ane Classification, au risque de provo- zier toutes les rectifications necessaires. Je continue ce travail, comme Mr. Falbe l'avait commence avec Mr. Lind- berg, en reunissant, si je le puis, dans im corps d'ouvrage toutes les medailles pheniciennes, puniques, numides et liebraiqiies connues, et livrant sciemment mes attributions a la critique, certain qu'elle nie saura gre des Services que je desire rendre a la science, comme Vous avcz bien voulu le faire Vous meine, en examinant mes Satrapies. Permettez-moi de Vous offrir et de Vous envoyer prochai- nement im exemplaire de cet ouvrage et de celui sur la Dumismatique de Cypre, et veuillez croire que je profiterai avec empressement de toutes les objections que Vous inspireront ces etudes.
Je ne renonce toutefois pas a Vous exposer quelques objections et reflexions sur Votre memoire ins6re dans le Journal de la Societe Orientale Allemande; et si Vous le trouvez bon, je les publierai en Vous les adressant dans quelqu'un de nos recueils scientifiqiies. Vous ne doutez pas, je Tespere, du sentiment qui presidera ä mon travail; ce sera celui de la gratitude pour l'interet que Vous accordez ä crs difficiles et laborieuses etudes. Agreez etc. etc.
D'Albert de Luynes.
Paris, UXbre 1854
2. Monsieur! ,1'ai rceu avec le plus grand plaisir la lettre que Vous m'avez fait l'honneur <le m'ecrire et mis im tres grand interet ä lire Votre opinion sur une rare medaille que je
n'ai i>as encore pu classer
4*
52
Dr. Otto Blau: Die achaem. Feldzeugmeister und ihre Münzen.
II serait grand teiops que je reprisse tont mon travail sur les Satrapies pour en conserver Je peu qu'il y a de bon, en corriger les nombrenses erreurs et y ajoater ce que la science nous a fourni depuis eette publication.
Je crois qu'en adoptant une redaction moins detaillee et plus analogue au livre de Mionnet il y aurait peu d'ob- stacles ä cette refonte tres abregee. Je uie suis enriebi de beaucoup de documents nouveaux ; j'ai reconnu mille erreurs, et il me semble que cela ferait im bon livre tres urgent. Je vais m'en occuper pour taclier de Ie publier l'annee prochaine; les materiaux en sont tout prets ; l'eni- barras est de trouver le moyen de faire graver les planches; les bons grayeurs sont bien rares: les procedös photog pbiques bien tentants, mais insuffisants.
Vous habitez, Monsieur, an pays oft la numismatique doit etre abondante et Vous fournir de nombreux sujets d'etude. Je soubaite pour la science que Vous pourriez etre en mesure de la cultiver dans toutes Vos residenci eile en recueillera certainement de grands avantagi Airreez. etc. etc.
D'Albert de Luynes.
Hyeres, 28 Fevrier Ig
~xx-
LI.
Das römische Kleinsilber aus den Jahren 650 bis 670 d. St.
\ n A.. KlügiTiaiin.. -
Die Kömer haben von Anfang an neben den Denaren Quinare. Sesterze undVictoriate geschlagen. Die Quinare und Sesterze sind wie die Denare Vervielfältigungen des As, sie enthalten so viele As, als ihre Namen angeben. Wie sie demselben Systeme angehören, so haben sie zu- nächst auch die gleichen Typen, der Romakopf bildet den Avers, die Castoren. respective die Lunabiga den Revers der frühesten Denare, Quinare und Sesterze. Dabei war aber durch hinzugefügte Werthzeichen dafür gesorgt, dass über den Werth des einzelnen Stückes kein Zweifel sein konnte. Diese Werthzeichen bestanden aus (Wn Ziffern der von den verschiedenen Nominalen repräsentirten As: X. V, IIS- Der Victoriat dagegen gehört nicht in das römische System. Obwohl er häutig dem Gewichte nach einen Werth von drei Sesterzen hat, so steht er doch in keinem bestimmten Verhältnisse zum As. er hat kein Werthzeichen, sein Name drückt keine Werthbezeichnung
54
A. Klügmann: Das römische Kleinsilber
aus, sondern ist hergenommen von dem Typus, der von demjenigen des eigentlich römischen Geldes ganz ver- schieden ist: auf Av. bekränzter Jupiterkopf, auf Rev. Victoria ein ihr gegenüberstehendes Tropaeon kränzend. Ausdrücklich bezeugen auch Plinius XXX III. 3, 4<> und Volusius Maecianus c. 45, dass der Victoriat ursprünglich nicht eine römische Münze war, sondern in Rom ..niereis loco habebatur". ' i
Die kleineren Nominale des Silbergeldes sind Dicht in gleicher Continuiiät geprägt worden, wie die Denare, sondern nur in einzelnen Perioden, die durch längere Zeit- räume von einander getrennt sind. Während der Republik lassen sich drei derartige Prägungsperioden unterscheiden, insofern man Kleinsilber aus der Anfangszeit der Silber- prägung, also etwa aus den Jahren 486—537, dann aus den Jahren 650 — (370 und endlich aus den letzten Jahren Caesars 705 — 710 kennt. Von diesen drei Perioden soll im Folgenden nur die mittlere näher untersuchl werden. da die herrschende Ansieht über das damals geprägte Kleinsilber nicht in allen Punkten richtig zu sein scheint. und besonders eine genauere Betrachtung der Typen manche Schwierigkeiten der Lösung näher bringen kann.
In den schweren Zeitläuften der zweiten Hälfte des VII. Jahrhunderts ist nach langer Unterbrechung die Prä- gung aller drei kleinen Nominale wieder aufgenommen, jedoch nicht zugleich, sondern zunächst prägten einige militärische Quaestoren wieder Victoriate, dann gewöhn- liche Monetäre Quinare und Sesterze.
i) Auf den Ursprung und die ältere Geschichte des Victoriata kann hier nicht eingegangen werden, vgl. darüber Mommsen und Zobel in der franz. Uebers. der Geschichte des röm. Münzw. durch Blacas II, p. 85 ff.-, Bahrfeldt in Sallet'a Zeitschr. V. s. :!7 f.
d Jahren 650 —670 d. St.
...»
hi der Zwischenzeit war aber die ursprüngliche Pri s weise nicht constant geblieben, sondern hatte mancherlei Abänderungen erlitten und letztere zeigen sieh nun auf dem neuen Kleingelde nicht weniger als auf den entspre- chenden Denaren. Die Kamen der Monetäre treten mehr hervor, die Typen sind mannichfaltiger geworden, die Werthzeichen dagegen ganz weggefallen. Die Abschaffung der Werthzeichen muss hier ausführlicher besprochen werden. Hinsichtlich dc^ Denars wird sie freilich von Nie- mandem bestritten, aber auf dem Kleingelde hat Borghesi mehrfach noch Werthzeichen erkennen wollen. Er stellte die Ansicht auf (Oeuvr.II, p. 304), dass der auf mehreren dieser kleinen Münzen befindliche Buchstabe Q als das Werthzeichen des Quinars gelten solle; allein gegen diese Auffassung erheben sich, wie mir scheint, schwere Be- denken. Der Buchstabe Q ist wie auf anderen Monumenten so auch auf den Münzen die stehende Bezeichnung für das Amt des Quaestors, auf älteren wie auf jüngeren Denaren wird er von allen Numismatikern übereinstim- mend in diesem Sinne erklärt, vgl. Nr. 162, 168, 169, 192, 232, 238, 246, 259, 268.2) Es gibt sogar von dem Monetär C. Fundanius Nr. 1(.)(> sowohl einen Denar als eine kleinere Münze, auf welchen beiden Name und Q auf der- selben Münzseite steht; und es würde doch äusserst un- wahrscheinlich sein, wenn hier, wie Borghesi will, der- selbe Buchstabe einmal als Quaestor, das andere Mal aber als Quinarius zu lesen wäre. Dass dies unrichtig sein würde, räumt auch Mommsen ein, der im Uebrigen Bor-
- Die in <li<'M'iii Aufsätze angeführten Nummern Bind die in der franz. Hebers, von Mommsen's Hauptwerk durch Blacaa aufge- stellten.
''-' A. Klüginann : Das römisch» Klein
ghesi's Deutung des Q folgt. Es kommt aber hinzu, dass pas Q als Werthzeiehen ganz anormal sein würde. Die alten Werthzeiehen X, V< IIS waren, wenn man von der, wie es scheint, obligaten Bezeichnung des Bruches durch den Buchstaben S absieht, nicht Buchstaben sondern Ziffern, die die Zahl der betreffenden As angaben. Aller- dings gibt es Buchstaben von gleicher Form wie diese Ziffern, aber um die Ziffern ganz deutlieh von ihnen zu unterscheiden, wendete man in späterer Zeit das Mittel an, dass man einen Strich durch sie zog. Bei VoInsiltS Maecianus hat Mommsen sie daher auch in dieser Form abdrucken lassen X, V. HS. Der Buchstabe Q als Initiale von Quinarius wäre also den gebräuchlichen Werthzeiehen keineswegs analog. Seine Verwendung würde nichts weniger als praktisch gewesen sein, sondern Verwirrung erzeugt haben, weil der gleiche Bachstabe für die Bezeich- nung einer ganz anderen Sache von Alters her in conti- nuirlichem Gebrauche war. Wollte man damals den Qui- naren noch ein Werthzeiehen geben, so lag es jedenfalls viel näher, das frühere wieder einzuführen, als ein neues zu ersinnen, das anormal und Missverständnissen ansg setzt war.
Ebensowenig kann ich den zweiten Versuch Borghesi's auf den vorliegenden kleinen Münzen eine neue Werth- bezeichnung zu erkennen, für richtig halten. In sei Sammlung besass Borgbesi zwei Stücke, welche auf dem Av. den Apollokopf, auf dem Rev. den bekannten Typus des Victoriat mit dem Zeichen IS zeigen. Da das Gewicht dieser Stücke demjenigen von anderthalb Sesterzen gleichkam, so deutete er das Zeichen als unu> et semis sc. sestertius vgl. Oeuvr. TL p. 296, Mommsen Nr. 218. In Hinsicht der Form stellt sich dies IS freilich gut neben
aus d.
die alte Bezeichnung des Sesterz MS, aber dem Werthe nacli sind beide durchaus incongruent, und awar ist das Zeichen IIS, welches eine Einheit mehr hat, doch von geringerem Werthe, als das andere IS. Der Grund liegt natürlich darin, dass die Einheit nicht dieselbe ist, bei dem älteren Zeichen bildet das As die Einheit, bei dem jüngeren aber der Sesterz. Alan mttsste also annehmen. dass der MUnzfuss ein anderer geworden wäre, oder viel- mehr, da die Prägung von Denaren fortdauerte, dass zwei Münzfüsse neben einander existirt hätten. Für eine solche Annahme liegt aber nirgends sonst eine Veranlassung vor, und ich glaube auch die beiden Borghesischen Stücke sind ganz anders zu erklären. In ihrer Beschreibung wird angegeben, dass das IS einmal von einem Punkte, das andere Mal von vier Punkten begleitet sei. Solche Punkte finden sich auf den römischen Silbermünzen der späteren Republik sehr häufig theils für sich allein, theils neben den sogenannten Münzbuchstaben und Ziffern, d. i. den Arbeiterzeichen und dienten wie diese dazu, die einzelnen bei der Prägung verwendeten Stempel von einander zu unterscheiden. Da nun z. 15. in der Turiner Münzsammlung fünf Exemplare der von Borghesi besprochenen Münze die Beizeichen S, [.-., 11, [II, IUI haben (vgl. Fabretti Catal. p. 12, Nr. 248 — 52), so ist es klar, dass wir sowohl auf den Turiner als auf den Borghesischen Exemplaren nicht Werthzeichen, sondern Arbeiterzeichen zu erkennen haben, die nicht die Münze als solche, sondern nur die verschie- denen bei der Verfertigung benutzten Stempel betreffen. Weitläufiger über die Arbeiterzeichen zu bündeln, ist hier nichi der Ort nur muss hervorgehoben werden, dass sich auf den Denaren Werthzeichen und Arbeiter/eichen nur selten neben einander linden und letztere erst seil dei' Zeit.
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A. Kliiginanii: Das römische Kleinsilber
als erstere von den Denaren versehwanden, mehr und mehr in Gebrauch gekommen sind. Ein Nebeneinander- stehen beider würde leicht zu Missverständnissen Anlas* gegeben haben.
Drittens ist noch ein Name zu besprechen . den Bor- ghesi für einen Theil dieser kleinen Münzen eingeführt hat. In seiner Sammlung waren ausser den erwähnten beiden Münzen mit IS noch 27 andere mit den gleichen Typen Apollokopf, Victoria kränzt Tropaeon; die schwerste von ihnen wog 1*82, die leichteste 1-34 Grm. Das hieraus resultirende Mittelgewicht von 1*58 Grm. fasste er als die Hälfte des Victoriat, den er auf 2-925 berechnet hatte, auf, obwohl es, wie er selber bemerkt, dafür um c. 013 Grm. zu hoch ist. und nannte dies Nominal Semivictoriat vgl. Oeuvr. II, p. 295. Dazu glaubte er sieh um so mehr be- rechtigt, als er bei Riccio Monete d. tarn. pl. LXXI (der zweiten Ausgabe) ein entsprechendes Exemplar abgebildet fand, wo hinter dem Kopfe des Av., also an der für die Werthzeichen üblichen Stelle das bekannte Zeichen der Hälfte ein S stand. Allein schon Mommsen hat die stärk- sten Zweifel an der Authenticität dieses Exemplars s äussert vgl. die Noten zu Nr. 218 und zu jener Stelle in Borghesi's Werken. Es fehlt in dem Katalog von Rice - Sammlung und das Werk, in welchem es publicirt ist, besitzt bekanntlich keine Autorität mehr. Ist liiemit schon die beste Stütze für Borghesi's Auffassung gefallen, ^. ist weiter zu bemerken, dass ein von ihm angegebener Unter- schied in den Typen des Victoriat und des Semivictoriat die Frage nicht entscheiden kann. Allerdings haben alle von ihm verzeichneten kleinen Münzen auf dem Av. den Kopf Apollos und andererseits alle Victoriate von dem angefahren Gewichte von drei Sesterzen den Kopf Jupiters,
Jahre i
allein manche Exemplare, welche dem Gewichte nach halbe Victoriate sein würden,«) haben doch auch den Kopf Jupiters und den gleichen Kopf hat ebenfalls das seither in Spanien gefundene Stück, welches dem Gewichte nach ungefähr den Werth eines doppelten Victoriat besitzt. Es ist demnach nicht zu constatiren, dass bei den Victoriaten in gleicher Y\ eise wie beim römischen Kupfergelde der Kopf auf dem Av. in den verschiedenen Nominalen ge- wechselt hat. Dazu kommt, dass das Wort Semivictoriat gar keine literarische Tradition hat, wie es überhaupt an jeglichem Zeugniss fehlt, dass die Römer ein derartiges Nominal geprägt haben. Aber auch abgesehen hiervon ist dasselbe höchst unwahrscheinlich, schon desshalb, weil es dem Quinar an Werth allzu nahe gestanden haben würde.
Das Verhältniss des Quinars zu dem sogenannten Semivictoriat wäre sehr irrationell und unpraktisch gewesen. Das Gleiche gilt allerdings auch von seinem Verhältnisse
») Ds«zu gehören die beiden Münzen d'Ailly's im Gewichte von L«85 und L*48 und die verhältnissmässig häutigen, welche anf dem Rev. ausser der in der Mitte des Feldes stehenden Beischrift \B noch den Buchstaben S rechts vom Tropaeon haben. Bfommsen Nr. 11 hat sie der Präge der Stadt Vibo zugewiesen und damit auch ihr Alter bestimmt, denn Vibo wechselte seinen Nann n im Jahre 565 d. St. Die Abkürzung des Namens erscheint als sehr seltsam, da nicht nur der zweite Buchstabe vim Viho gar nicht ausgedrückt ist. sondern auch das V durch seine unmittelbare Verbindung mit B seinen Charakter verändert. Gegen die Deutung des S als Werth- zeichen möchte ich hier wenigstens an die Thatsache erinnern, dass die Werthzeichen des älteren römischen Silbergeldes stets auf dem Av. stehen. Jene beiden Münzen d'Ailly's haben kein Werthzeichen. Ueber den Semivictoriat in Turin Fabretti Nr. 235, vgl. Bahrfeldt, Köm. Consularm. in ital. Sammlungen L877, S. 6 und 11. Das Exem- plar in Turin Nr. 4921 hat in der Mitte einen Punkt.
t>(J A. Kingmann: Das römische Kleinsilber
zum Victoriate, allein hier ist eine bestimmte Regelung auch nicht ausgeblieben. Plinius XXXIII, 3, 46 berichtet: I s q n i nunc victoriatus a p p e 1 1 a t u r 1 e g e C 1 o d i a percussus est, antea enim hie n um mos ex 1 1 1 y r i c o a d v e c t u s m e r c i s 1 o c o h abe b a t u r , e s t a u t e m s i g n a t u s Victoria et in d e nomen. Damit ist zu vergleichen Volns. Maecian. c. 45. Victoriatus nunc tan tun dem valet quantum quinarius; olim ut peregrinus nummus loco mercis. . .habebatur. Es ist also durch das Clodische Gesetz der Victoriat dadurch in das römische Mtinzsystem aufgenommen, dass man ihn zum Quinar machte; und eine Folge dieses Gesetzes ist es, dass Cicero (pro Font 9, 19) und Varro (de 1. I. X, 41) das Wort Victoriat in der Be- deutung des Quinars anwenden, ja das Wort Quinar sogar fortan aus dem Sprachgebrauche verschwindet. Indem aber der Victorint ganz an die Stelle des Quinars trat, wurde das alte System der durchgehenden Gleichheit der Typen durchbrochen, eine Massregel, die sehr zweck- mässig war. Der Quinar erhielt nun nämlich einen anderen Typus als der Denar und der Sesterz, die Münze von mitt- lerem Werthe unterschied sich also schon durch den Typus v<»n dem höheren und niederen Nominale. So machte der Typus das Werthzeichen überflüssig, und zwar nicht nur auf dem Quinar sondern auf allen drei Nomi- nalen, denn einer Verwechslung von Denar und Sesterz brauchte des beträchtlichen Grössenuntcrsehiedes wegen nicht vorgebeugt zu werden. Dieser Gesichtspunkt ist, so viel ich sehe, von den Numismatikern bisher nicht beach- tet worden, er ist aber wichtig nicht nur der Sache selber willen, sondern weil er uns genauer Lehren kann, wann die Massregel eingeführt ist. Die betreffenden Münzen
au.- den Jahren 650—670 d. $t.
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selber werden zeigen, wann die lex Clodia gegeben ist, nachdem zuvor festgestellt ist, wann sie geprägt worden sind.
Das jetzt mit Recht eifrig betriebene Studium An- aufgefundenen Schätze gibt für die Geschichte des Klein- silbers weniger bestimmte Resultate als für diejenige der Denare. In keiner Beschreibung der Schätze habe ich einen Srvterz notirt gesehen und auch die übrigen kleinen Nominale sind nur in wenigen Schätzen angetroffen. Man kann annehmen, dass, wer seine Denare vergrub, sein Kleinsilber lieber bei sieh behalten haben wird. Es seheint aber auch, dass die späteren Victoriate und Quinare nur in Mittel- und Norditalien viel coursirt haben, die ausser- italisehen wie die unteritalischen Fundstätten sind in dieser Beziehung ganz unergiebig gewesen. In Betracht kommen Überhaupt nur die Schätze von Palestrina, Rignano, San Miniato al Tedesco in Toseana, Compito in der Provinz Lucca, Carrara, Roncofreddo, Avenale*) und Larino in der Romagna, Ossolaro bei Cremona, Calfenera in Piemont. Die beiden frühesten von ihnen sind diejenigen von Carrara und San Miniato, deren Vergrabung in die Jahre 674 — 675 angesetzt worden ist. Da in ihnen bereits alle betreffenden Victoriate und Quinare gefunden worden sind, so nützen sie für die Kenntniss der chronologischen Reihenfolge der einzelnen Emissionen Nichts. Doch bieten einige andere Schätze einen guten Ersatz für diesen Mangel. Es sind nämlich die kleineren Nominale, beson- ders die Quinare und Sesterze in der Regel nicht allein
*) Diesen Namen möchte ich dem von Ser\ Rüzi- Colli 0 Kapporte
all' Inst, ist;:» beschriebenei] kleinen Schatze beilegen; dase der- selbe Von dem Schatze von Cingoli ZU trennen ist, hat Moninisn: in SalletV Zeitschrift II, s. 56 dargethan.
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A. Klüirmann : L»as römische Kleinsilber
geprägt worden sondern zusammen mit Denaren und so ergibt sich dann aus der Fixirung der letzteren auch die. jenige des Kleinsilbers. Nur bedarf es dabei der Vorsicht- um sich vor einer unrichtigen Idenüficirung der betreffen- den Monetäre oder ihrer verschiedenen Emissionen zu schützen.
Diesen allgemeinen Bemerkungen lasse ich nun die einzelnen Münzen nach ihren Classen gesondert folgen:
I. Die späteren Victoriati.
Nr. 185. Bekränzter Jupiterkopf, Victoria kränzt ein ihr gegenüberstehendes, einfach esTropaeon. P. SABIN ua Q. Dabei ein lateinischer Münzbuchstabe mit oder ohne Punkt auf beiden Seiten gleich. Carr. viele. S. Min. 15, Rone, Pal. 2, Comp. 2.*)
Nr. 183. Derselbe Kopf. Victoria kränzt das en face gestellte Tropaeon, an dessen Fuss ein sitzender Gefan- gener und eine Karnyx T. CLOVLIOM Q. Auf Av. ein lateinischer Münzbuchstabe. Carr. viele, s. Min 20, Hone.. Pal. 3, Aven. 5, Comp. 2.
Nr. 196. Derselbe Kopf, dieselbe Scene, nur ist der Gefangene knieend dargestellt. C. FVNDA(nius) Q. Auf Av. ein lateinischer Buchstabe mit oder ohne Punkt. Carr. sehr wenige. S. Min. 1. Pul. i\ Aven 1.
Alle drei sind von Quaestoren geprägt, und zwar von militärischen, wie man aus dem Fehlen der auf den Münzen
5) Von den Schätzen von lloncofreddo, Larino and Valfenera gibt es nur kurze ungenügende Notizen, auch von dem von Carrara besitzen wir fast nur allgemeine Bezeichnungen für die Menge der einzelnen vorhandenen Sorten.
aus dt
der städtischen QuaestoreD Üblichen Formel EXSC ersieht, welche die von Seiten des Senats ertheilte ausserordent- liche Vollmacht bezeichnet. Die Namen stehen im Felde des Rev.j die Initiale des Titels im Abschnitte horizontal geschrieben, wie alle an dieser Hauptstelle eingetragenen Beischriften. «)
Der Kopf des Av. ist überall der gleiche wie auf dem alten Yictoriat, der Typus des Rev. nur auf Nr. 185, die Monetäre von Nr. 18o und 1D0 haben ihn indessen auch nicht so sehr verändert, als vielmehr bereichert, beide in ganz ähnlicher Weise. Die Karnyx an dem Tropaeon scheint eine Hinweisung auf einen Sieg über die keltisch- germanischen Völker zu sein, die Marius in den Jahren (352 und 05o überwunden hat. 7) Beide Monetäre werden daher wohl Quaestoren des Marius gewesen sein. Für C. Fundanius wird diese Annahme noch sicherer durch den Typus des von ihm gleichfalls geschlagenen Denars, insofern derselbe, wie Borghesi Oeuvr. II, p. 307 gezeigt hat, den Triumph des Marius darstellt. Die beiden anderen Victoriate haben keine Denare gleicher Emission neben sich. Allerdings gibt es auch einen Denar mit dem Namen T. Cloulius Nr. 183, allein da der Monetär sich auf dem- selben nicht als Quaestor bezeichnet, so rührt er jedenfalls nicht aus der gleichen Emission her, sondern ist älter vgl.
6) Diese Eigentümlichkeit der im Abschnitte stehenden Bei- Bchriften hat Borghesi Oeuvr. 11, p. -2(.) bei seiner Besprechung des Victorkit Nr. 18;; Übersehen.
7 Eustath. Iloin. II. L139 S 219) beschreibt sechB Trom]
Von der dritten sagt er: rpfnj, *j ra).arix>5 yjtwvjzr, ow rr-kw [).z°i<xkY) rov //>>'") wy. hf'sjiv. 5»jpiofAop^6v rtva xat. avXöv (xoXuj3dtvov , sie ov i^fucoyaiv 01 lyj.KiiryJ.. im uz o£up<«>vo£ xai xäXstrat utcö tojv K
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A. Klugmann : Das
Mommsen in Sallet's Zeitschr. II , S. 39. Eine Alters- bestimmung erhält man also nur durch die Fundnotizen des Denars von C. Fundanius. Derselbe ist sehr häutig und findet sich bereits in dem kleinen von Blacas II. p. 526 beschriebenen Schatze, von welchem Mommsen a. a.O.S.55 sagt: „es können die hier vorhandenen Sorten mit Sicherheit in oder vor 664 gesetzt werden-, so dass Nichts hindert, ihn mit Marias' Siegen in Beziehung zu setzen. Der Victoriat von Sabinus Nr. 1 s"> wird ihm vor- angegangen sein, weil er den einfachen alten Victoriat- typus zeigt. Denn wenn ein militärischer Quaestor wie Sabinus gesehen hätte, dass ein Vorgänger den alten Typus schon in individueller Weise unigestaltet, so würde er ihn seinerseits auch nicht unverändert reproducirt haben. Das Gewicht dieser drei Victoriate ist, so viel ich weiss, ein sehr niedriges, die von Blacas IV, pl. 29 veröffentlichten Exemplare wiegen zwischen 1*68 und 1/90 Grm., stehen also an Gewicht den Quinaren bereits gleich. Dennoch möchte ich nicht mit Borghesi und Mommsen glauben, dass sie jünger sind als das clodischi fcz. Schon die
ältesten Victoriate haben oft ein ähnlich niedriges Gewicht, vgl. die von Blacas II, p. 86, Nr. 1 gegebene Liste von solchen, die kein Bei/eichen haben, also gewiss recht alt sind, zwei von ihnen wiegen 2*21 und 2*18 Grm. und ersterer wird von Cohen, p. XII, als wohl erhalten (beau) beschrieben. Man muss erwägen, dass es sich hier nicht um städtisches Geld, sondern um solches handelt, welches von militärischen Quaestoren für Kriegszwecke geprägt wurde und in Rom „mercis loco habebatur-. Eine Minde- rung des Gewichtes lag daher sehr nahe. Auch ist die Beziehung auf Marias' Feldzüge in Gallien insofern sehr beachtenswert!!, als sie sich verknüpfen lässt mit der auf
■ d. St.
6ö
Victoriate gestellten Preisangabe in dem bekannten genua- tischen Schiedsrichterspruch aus dein Jahre 637, vgl, C. I. L. L, p. 72, Nr. 199, Z..25. Denn erst die Thatsache, dass 15 Jahre vor Marius' Sieg bei Aquae Sextiae in Ligurien nach Victoriaten gerechnet worden ist. lehrt uns verstehen, --halb Qnaestoren des Marias dies Nominal geprägt haben*. Auch der Umstand, dass der Yictoriat von C. Fun- danius, obwohl der jüngste, doch der seltenste ist, wird jetzt vielleicht nicht mehr ganz zufällig erscheinen. Er ist, wie schon erwähnt, nicht allein emittirt, sondern neben einem Denar, der den Triumph feiert und viel häufiger ist. Als Marias' Triumph sicher stand, war das Bedürfniss nach dem eigentlichen städtischen Nominal grösser als nach dem Yictoriat.
II. Die späteren Quinare.
Nr. 203. Jugendlicher Kopf mit Epheukranz (?) M. CATO. Victoria auf einem Sessel sitzend mit Palmzweig in der Linken und Schale in der Rechten, im Abschnitte VI CT RIX- Auf Av. lateinischer, seltener griechischer Münzbuchstabe oder Miinzzitfer oder Beizeichen. Carr. 36, s. Min. 3, Rone. Pal. 9, Aven. 8, Comp. 13, Ossol 1.
Nr. 212. Apollokopf mit Lorbeerkranz, Victoria in schreitender Bewegung mit Palmzweig und Kranz L. PI SO FRVGI Beizeichen oder Mtinzbuchstabe zuweilen mit Punkten oder MünzziH'er häufiger auf Av. als auf Rev. Carr. sehr viele, S. Min. L2, Comp. 1, Rign. 1.
Nr. 214. Brustbild der Victoria. Auffliegender Pegasus 0- TITI(us). Carr. sehr viele S. Min. 4, Pal. 3, Comp. 2.
Alle drei Quinare rühren von gewöhnlichen Monetären her und halten Denare neben sich, Nr. 212 auch Sesterz e
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A. Klügmann: Das römische Klein
Das alte System, dem Quinar die gleichen Typen wie dem Denar zu geben, ist anf einer Münzseite noch beibehalten, bei Nr. 203 und 214 auf dem Rev., bei Nr. 212 auf dem Av. Die abweichenden Typen auf Nr. 212 und 214 zeig das Brustbild, respective die ganze Figur Victorias und insofern auf dem Rv. von 203 auch eine Victoria dargestellt ist, so sehen wir auf allen dreien dieselbe Göttin, von welcher der Victoriat seinen Namen hat, aber in anderen Typen als auf letzterem. Was die entsprechenden Denare betrifft, so hat man Exemplare von Nr. :}12 schon in jenem kleinen von Blacas beschriebenen Schatze ans dem Jahre ()i'4, Exemplare von Nr. 203 und 214 in dem Schatze von Fiesole aus den Jahren 6 gefunden. Bei
der Kleinheit jenes erstgenannten Schatzes darf man indessen daraus, da&s eine Sorte in demselben fehlt, keinen Schluss auf ihr Alter ziehen, vgl. Mommsen a. a. <>.: und in der That scheint Nr. 203 die älteste Emission anter den dreien zu sein, [hr Monetär M. Cato, Vater des Dtii sis ist vor dem Jahre 663, während er sich um die Praetur bewarb, gestorben und wahrscheinlich ging Bein Mttnz- meisteramt seinem Tode um mehrere Jahre voraus, vgl. Mommsen zu Nr. 203. Sein Denar ist von den [talikem im Bundesgenossenkrieg nachgeahmt worden. Auf den Denar von Piso Frugi Nr. 212 werde ich unten zurück- kommen.
III. Victoriat-Quinare.
Nr. 229. Bekränzter Jupiterkopf Victoria das ihr geg
überstehende Tropaeon bekränzend-) CN. LENT(ulus).
8) Nach älteren Abbildungen hält Victoria auf diesen Münzen ausser dem Kranze auch einen Palmzweiar. Damit würde das Her-
□ Jahren 650- ■ CT
67
Carr. sehr viele. S. Min. 5, Pal. 6, Aven. 10, Comp. 1, Valien.
Nr. 218. Bekränzter Apollokopf, derselbe Typus wie Nr, 229, ROMA im Abschnitte lateinische Münzbuchstaben mit oder ohne Punkte oder Punkte allein oder Ziffern oder Beizeichen (die 4 Leuchter?). Carr. viele, Rone., Comp. 2. Ossol 1.
Nr. 219. Derselbe Kopf, derselbe Typus ROMA im Abschnitt, VN I im Mtinzfelde. Valien.
Nr. 184. Derselbe Kopf C. EG N AT VL El (us) C. F. Q. Victoria schreibt auf den Schild des rechts von ihr stehen- den Tropaeon. ROMA im Abschnitt, Q im Felde. Carr. sehr viele, S. Min. 4, Rone, Pal. 8, Rign. 1, Aven. 5, Comp. 1, Valfen 1.
Nr. 228. Bekränzter Neptunskopf mit dem Dreizack DOSSEN(nus). Victoria einen langen Palmzweig in der Linken haltend und die Rechte zurückstreckend, vor ihr ein runder Altar, um welchen sich eine Schlange ringelt L. RVBRI. Carr. sehr viele, S. Min. 4, Pal. 1, Aven. 8, Comp. 1.
Nr. 265. Apollokopf, Biga SATRI(ennus) publicirt vim Neudeck bei Huber Nusmism. Zeitschr. 1870, S. 49.
Drei von diesen Münzen Nr. 228, 229, 265 sind von gewöhnlichen Monetären geselllagen worden, ihnen geben Denare parallel, die ganz andere Typen haben.
Zwei andere Nr. 218, 219 nennen ihre Münzmeister nicht, sondern geben nur den Namen der prägenden
vortreten des gleichen Attributs auf den späteren Victoriabigaten stimmen; allein auf Cohen's Tafeln fehlt dasselbe und wird also wohl nicht auf allen Stempeln dieser .Münzen vorhanden wesen sein.
08
A. Klugmann : Das römh
Gemeinde, dazu Beizeichen wie die frühesten Victoriate, Nr. 218 umfasst die sogenannten Sem i victoriate und Anderthalbsesterzenstücke Borghesi's. Die Bedeutung der Beischrift VNI auf Nr. 219 ist noch unklar, ich möchte indessen glauben, dass sie ein Arbeiterzeichen ist wie das oben besprochene IS- Endlich kommt eine von einem militärischen Qnaestor geschlagene Münze hinzu Nr. 1^4. Der Quaestor hat für seinen langen Namen C. Egnatuleius 0. F. keinen Raum auf dem Rev. gefunden, sondern ihn auf den Av. gesetzt, dabei aber wenigstens seinen Titel Q in der Mitte des Key. wiederholt. Diese Wiederholung Titels ist freilich auffallend, erklärt sieh aber vielleicht dadurch, dass man auf dem Rev. zwischen der Victoria und dem Tropaeon eine Beischrift zu sehen gewohnt war. Keinesfalls möchte ich es für gerathen halten, dem einen Q eine andere Bedeutung beizulegen als dem anderen. Vgl. das doppelte SC auf dem Denar Nr. 2
In Hinsicht des Averstypus stellen sieh Nr. 229 und 228 sehr nahe, der Jupiterkopf des ersteren ist anfiel rein nur durch Beifügung eines Dreizackes zun; Neptuns- kopfe gemacht; die Übrigen zeigen alle den Kopf Apollos. Andererseits haben Nr. 218, 219 und 228 den gleichen Rev., nämlich den des alten Victoriats. Der Quaestor Egnatuleius aber hat diesen alten Typus geändert, und zwar stärker geändert, als die Quaestoren (\c> Marias auf den oben betrachteten Münzen. Die Siegesgöttin ist in einer ganz anderen Handlung dargestellt, sie kränzt nicht, sondern schreibt auf den Schild und steht daher auch zur linken Seite des Tropaeon. Dass an letzterem ein galli- scher Helm und eine Fackel angebracht ist, wie Cavedoni Ripost. p. 258 und Bullet d. Inst. 1841.). p. 185 bemerkt, kann ich weder auf den mir vorliegenden Münzen noch
auf Abbildungen erkennen. Dasselbe muss ich von der Karnvx sagen, welche Blacas erwähnt. Eine Beziehung auf Siege ttberCelten und Germanen Hegt hier, so viel ich
sehen kann, nicht vor. L. Rubrius Dossennns der Monetär von Nr. 258 setzte an die stelle dv* Tropaeon einen Altar, so dass seine Münze keine Beziehung mehr hat auf militä- rische Erfolge. Wer auf Nr. 265 die Biga leitet, ist auf dem einzig vorhandenen Exemplar der Münze nicht mehr zu erkennen, wir dürfen aber auch hier Victoria voraus- setzen. Seihst abgesehen davon, dass sie für die Quinare die typische Göttin geworden, ist auf den römischen Münzen keine Biga auch nur annähernd so häufig, wie die ihrige. - Im Ganzen ist also liier von den Typen des alten Victoriat schon stark abgewichen, aber eine einfache Wie- derholung früherer Typen war bereits lange nicht mehr im Gebrauche. Der einzige Monetär, welcher seinem Quinar ganz das Gepräge eines alten Victoriats gegeben hat, war Cn. Lentulus er muss daher auch an die Spitze dieser Reihe gestellt werden.
Die Denare von Cn. Lentulus und L. Rubrius Dössen- nus Nr. 228 und 229 erscheinen zuerst in dem Schatze von Montecodruzzo, ») dessen Vergrabung in das Jahr 673 verlegt wird, die Denare von P. Satriennus Nr. 265 da- gegen haben sieh erst in dem Schutze von Roncofreddo aus dem Jahre 682 gefunden. Während die übrigen Mone- täre nicht zu den historisch bekannten Personen gehören, hält Borghesi Oeuvr. II, 306 jenen Cn. Lentulus für den
!> Bei Blacas Nr. <J28, 229 ist bemerkt, dass die Denare schon in «lein Schatze von Cingoli gefunden sind, <U<' betreffenden Exemplare gehörten aber zu dem Schatze vonAvenale; vgl. Momm- sen bei Sallet II. s. 56.
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A. Klügmann: Das römische Kleinsilber
Consul von 682 Cn. Lent. Clodianus. Mommsen aber für den Consul von 698 Cn. Lent. Marcellinus, indem er sich besonders auf das Beizeichen der Triquetra beruft, welches Riccio Catal. p. 72 und 76 auf einem As des Cn. Lentulus notirt hat. Da dasselbe sieb auf seinen anderen As nicht wiederholt, so wäre eine erneuerte Prüfling dieses Exem- plars sehr wünschenswerth , zumal da sein Gewicht unge- wöhnlich hoch angegeben wird (*/* Unzen).
Es gilt nun die Zeit des Clodischen Gesetzes, welches die Aenderung des Victoriatus herbeigeführt hat, zu be- stimmen. Borghesi Oeuvr. II. p. 309 und Mommsen II. p. 101 (d. franz. Uebers.) neben, wie schon bemerkt, davon aus, dass das (leset/, älter sei als selbst die frühesten unter den hier behandelten Münzen, und setzen es unge- fähr in das Jahr 650; Borghesi nennt als seinen Urheber M. Claudius Mareellus, Sohn des Consuls von 602 und Vater des Aeserninus, der 662 einer der Legaten von Marius war und im Bundesj ssenkriege sieh 664 an die Samniten ergeben musste; dass er eines der hervorrag deren bürgerlichen Aemter bekleidet, ist nicht überliefert. Blickt man auf die oben beschriebenen Münzen zurück, so stehen freilich die von den Quaestoren zur Zeit von Marius' Cimbernsiege geschlagenen Victoriate an Gewicht den Quinarcn schon gleich und andererseits sieht man auf den von den drei regelmässigen Monetären geprägten Quinaren schon die Victoria, allein die ersteren waren nicht von vorneherein für den Verkehr in Rom bestimmt und auf den letzteren war die Scheidung der Typen des Quinars von denen des Denars noch nicht consequent durchgeführt. Sowohl das eine als das andere trifft erst bei den Münzen der dritten Gruppe zu und so bilden meiner Meinung nach die beiden früheren Gruppen zwar
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Vorstufen, die zum Victoriat-Quinar hinführten, aber erst Cn. Lentulus hat den durch das Clodische Gesetz bestimm- ten Victoriat-Quinar für Rom geschlagen und eben desshalb die alten Victoriatstypen bei seiner Emission gewählt. Jenes Gesetz würde demnach etwa in dem Jahre 671 oder 672 gegeben sein und zum Urheber den C. Claudius Mar- cellus gehabt haben . der im Jahre 674 Praetor war und dann als Proconsul nach Sicilien ging. Das Gesetz ist, soviel ich glaube, nicht gegeben, bevor die Prägung der kleineren Nominale überhaupt wieder aufgenommen wurde, sondern nachher. DerUsus hatte es schon vorbereitet, aber da er zugleich Verwirrung hervorzubringen drohte, so ward ein Gesetz nothwendig. Für eine derartige spätere Datirung des Gesetzes spricht der Zusammenhang, in welchem Plinius seiner erwähnt. Es scheint mir bisher zu wenig beachtet zu sein, dass in Plinius' Notizen über die Geschichte des römischen Kupfer- und Silbergeldes die chronologische Reihenfolge im Allgemeinen durchaus ein- gehalten ist, und insofern hier der Notiz von dem Clodi- schen Gesetze die Worte „Livius Drusus in tribunatu plebei octavam partera aeris argento miscuit", also die Erwähnung eines Ereignisses aus dem bekannten Volks tribunate de* Jahres 663 vorausgeht, so empfiehlt es sich, jenes Gesetz später und nicht trüber als 66*5 anzu- setzen. »°)
io) Man vergleiche die folgenden Daten bei Plinius XXXIII, -l:i ff. : Senilis rex primus ßignavil aes. Antra rudi us<>> Romae Timaeus tradit .. Argentum signatuni anno urbis CCCCLXXXV Ogulnio C. l'.-iiiie cos., quinque nnnis ante primum Pnnicum bel- lum.... Librale autem pondus aeris imminutum est bello Punico primo Postea Hannibale urguente B. Fabio .Maxime dietatore
unciales facti.. Mox lege Papiria seuiunciarii asses facti.
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A. Klügmann : Das römische Kleinsilber
IV. Die Sesterze.
Nr. 212. Apollokopf P ISO, Hferd im schnellsten Laute FRVGI, dabei oit E LP.
Nr. 213. Romakopf ROMA oder E LP. Victoria in der Biga D. SILANVS.
Nr. 233. Kopf des jugendlichen Jupiters mit Blitz EXAP. Geflügelter Knabe reitet auf einem Bocke.
Nr. 234. Jugendlicher Kopf mit Lorbeerkranz, Flügeln an der Schläfe und einem Dreizack. Geflügelter Knabe scheint etwas über seinem Knie zu zerbrechen. EXAP.
Alle vier Sesterze sind von gewöhnlichen Monetären geschlagen, aber nur die Monetäre der beiden früheren Nr. 212 und 213 haben noch ihre Namen auf diese kleinen Münzen gesetzt , hinsichtlich der beiden anderen Lehrt jedoch die Uebereinstimmung der Typen mit denjenigen der Denare von M' Fontejus C. F. und L. Julius Bursio, dass wir sie letzteren zuzuschreiben haben. Die beiden betreffenden Sesterze sind bisher, wie es scheint, nur als Unica bekannt und meist als Quinare aufgefasst worden. ■So hat Borghesi Oeuvr. L p. 31s, die von ihm im Besitze von D. Aless. Motta gesehene Münze Nr. 234 einen Quinar genannt, Cohen alter, der dann der Besitzer wurde, be- zeichnet sie mit Recht als Sesterz, vgl. Cohen, p. 156,
Livius Drusus in tiibunatu plebei oetavam partem aeris argento miseuit. ls qui nunc viel oriatus appellatur lege Clodia percussua
Anten eiiiin hie nummus ex Illyrico advectus niereis loco habebatur. I.>er erste Satz mit antea ist erst aus späterer Lecture nachträglich eingefügt und enthält daher auch den Namen des Autors. Der zweite Satz mit antea betrifft die Geschichte desVictoriats, bevor er in das System des römischen Geldes aufgenommen wurde. Lieber die Zeit der lex Papiria vgl. unten.
Note 1. Julia pl. XX, Nr. 7 (die Abbildung bei Riceio Moi (1. faiu. Suppl. tav. 58, Julia Xr. 1 ist völlig unzuverläss In gleicher Weise ist dann offenbar auch der ganz analoge Sesterz Nr. 233 zu beurtbeilen, dessen Ueberlieferung fttr uns leider nur auf Riceio Mon. di fam. p. 93, tav. 20, 5 beruht, er nennt ihn „quinario possednto dalPaw. 0. Fil. Teti in Sta Maria Maggiore".
Alle vier Sesterze tragen die Bezeichnung des öffent- lichen Geldes an sich. Die Formel EXA-P ist zu ergänzen ex argento publice, und bezeichnet dasselbe wie das Wort ROMA, mit welchem es auf den übrigen von M' Fon- tejus geprägten Nominalen abwechselt, denn es gibt der Münze die Legalisation als „peeunia signata forma publica populi Romani". " i
Die Formel E LP ist von Borghesi Annali d. Inst. XXI. p. 12 mit Punkts' Angabe „lege Papiria semun- ciarii asses facti" in Beziehung gebracht und dem- gemäss e lege Papiria gedeutet worden. Doch ist weder überliefert, dass die lex Papiria sich mit demSilber- gelde beschäftigt hat, noch auch erwiesen, dass die Her- absetzung des Miinzfusses für das Kupfer mit der "Wieder- aufnahme der Sesterzprägung in einer nothwendigen Ver- bindung steht. Andererseits zwingt das mehrfache Vor- kommen eines P oder PV oder PVB auf den Denaren dieser Zeit, vgl. Nr. 177. 191c, 206—211, 215, 233—235,
i«) Vgl. den Aufsatz des Verf, in dieser Zeitschrift 1878 über die Formeln P-P u. s. w.. ans welch' m sich ergibt, dass M'Fontejua und L. .luliiis Bnrsio nicht, wie angenommen wird, als Qnaestoren geprägt haben, sondern gewöhnliche Monetäre waren <H> der erst- genannte identisch ist mit dem von Cicero vertheidigten Kontejus, bleibt iingcwiss, denn auf den Münzen heisst er M', in den M»e Cicero aber M.
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A. Rlntrmann: Das römische Kleins
das P auch in der vorliegenden Formel als Abkürzung von Public us aufzufassen. Beachtet mau dann weiter die Analogie der Formeln EX AP und PP auf Nr. 177, 206 = ex arge nto publice und peeunia publica, so wird man auch das L in E LP in ähnlichem Sinne ergänzen müssen. Dazu bieten sich die beiden Wörter dar. die für Silber- und Goldbarren bei den Römern im Ge- brauche waren: lamina und later. von ihnen scheint aber letzteres den Vorzug zu verdienen, weil es in der literarischen Ueberliefcrung stets mit dem Ausdrucke aerarium in unmittelbaren Zusammenhang gesetzt wird, was bei lamina nicht zutrifft, vgl. An* Fragment aus Varro bei Nonius p. 520 und Pliniug XXXIII, 3,56. Ich lese daher e latere publico and halte diese Bezeich- nung für eine Formel, die nöthig erschien, tun das kleine ungewohnte Nominal als öffentliches Geld zu legalisiren. Alle vier Sesterze haben Denare neben sich, Nr. 212 auch einen Quinar. Da der Grössenunterschied eine Ver- wechslung mit den Denaren ausschloss, ist es begreiflich, dass ihre Typen dem alten römischen Systeme gemäss im Ganzen die gleichen sind wie diejenigen der Denare. Dass der Sesterz Nr. 212 auf dem Rev. ein Rennpferd ohne Reiter, der betreffende Denar ein solelies mit Reiter zeigt, ist eine einfache, leicht verständliche Aenderung; bemer- kenswerther seheint es zu sein, dass für den Sesterz Nr. 284 nicht die Victoriabiga (\<^ Denars, sondern ein ganz anderer Typus gewählt ist. Ich glaube, der Grund liegt darin, dass eine Darstellung der Victoria für den Sesterz unpassend erscheinen musste, weil diese Göttin zur Zeit der Prägung des Sesterz schon für den Victoriat- Quinar typisch geworden war. Allerdings sieht man eine Victoriabiga noch auf dem Sesterz Nr. '2\'2, allein derselbe
J.
75
ist noch vor der Zeit geprägt, in welche dem OL zufolge die lex Clodia zu setzen ist. so dass dir Unter- schied /.wischen den beiden Sesterzen unserer Annahme von der Datirnng dieses (leset/es nach der Prägung von 212, 213 und vor derjenigen von 233, 234 zur Bestätigung dienen kann.
Die Denare Nr. 233, 234 sind zuerst in dem Schatze' von Montecodruzzo , der kurz nach 672 vergraben zu sein scheint, angetroffen, die Denare Nr. 212, 213 dagegen gehören schon zu dem kleinen von Blacas II, p. 526 be- schriebenen Schatze, sind also, wie vorhin bemerkt, in oder vor 664 zu setzen. Nimmt man dies an, so wird freilich die von Borghesi Annali d. Inst. 1849, p. 11 zuerst auf- gestellte, von Mommsen Blacas II, p. 75 weiter begrün- dete Ansicht, dass die lex Papiria über den Halbunzen- f'uss von dem bekannten Tribunen des Jahres 665 C. Carbo herrühre, unhaltbar. Denn beide Monetäre von 212 und 213 C. Piso Frugi und D. Silanus haben bereits Kupfergeld auf den Halbunzenl'uss geprägt. Auch waren sie, wie ich glaube, nicht einmal die ersten, welche dies gethan haben. Efi gibt nämlich Asse von dein gleichen Kusse Nr. 219, welche keinen Namen eines Münzmeisters tragen sondern nur die Formel L*PDAP-, das heisst, wie Mommsen gezeigt hat, lege Papiria de aere publice. Eine solche Bezeichnung, welche das betreffende Gesetz und ihren Inhalt auf dem ( leide selbst angibt, ist gewiss am wenigsten auffallend bei der ersten Emission di** neu- regulirten Kupfergeldes. Indem wir nun auf diese Weise die lex Papiria in ein noch früheres Jahr zurückverlegen, erreichen oder überschreiten wir bereits die Zeil dex \ olkstiibunat von Livius Drusus 663. Dies ist aber inso- fern wichtig, ulsPlinius in seinenNotizen über die römische
76
A. Klügi
.•omische Kleinsi
Münzgeschichte die lex Papiria früher erwähnt als das- jenige, was Livius Drusus in seinem Tribunat gethan hat. Hätten die mehrfach genannten Gelehrten die Reihenfi g der einzelnen Notizen bei Plinius als eine chronologische erkannt, so würden sie die Lex nicht einem Nachfolger, sondern einem Vorgänger von Livius Drusus zugeschrieben haben. Jetzt war es noch nörhig. auf anderem Wege den Nachweis dafür zu liefern, dass die Lex älter ist als »><*>.*5. Es ist aber nun auch das letzte Hinderniss beseitigt, welches sieh der meiner Meinung nach richtigen Auffassung der Hauptstelle über die römische Münzgeschichte entgeg zustellen scheinen konnte. '«)
Der Unterschied in den Typen der beiden kleinen Silbernominale, der oben aus einer Bestimmung der lex Clodia hergeleitet wurde, ist beibehalten worden, auch als man in den Jahren 705 ff. zum dritten Male die Prä- gung derselben wieder aufnahm. Aul' den Victoriat-Qui- naren herrscht Yictori \ auf den Sesterzen findet sie sich niemals. Freilich ist dies Princip hinsichtlich der Quinare noch einer Einschränkung unterworfen, die hier nicht mehr erläutert werden kann, allein an seiner Richtigkeit ist um so weniger zu zweifeln, als der Quinar auch in der Kaiserzeit, so lange er überhaupt geprägt wurde. Namen und Typus von der Victoria behalten hat.
R o m.
i'i Mominsen's scharte Kritik der Pliniusstelle Münzw. > Nr. 14j scheint mir nicht in allen Punkten richtig zu sein, so werden Biga und Quadriga dort keineswegs als die ;'ilt<-sten Silb( bezeichnet, doch erlaubt der Raum nicht, weiter hierauf einzu- gehen.
77
III.
Fund römischer Familien-Denare bei Florenz.
Von Lieutenant 31. Bahrfeldt.
Vor etwa vier Jahren wurde nachstehend verzeich- neter kleiner Schatz bei Florenz entdeckt, doch konnte ich leider seine Zerstreuung- nicht verhindern. In meinen Besitz gingen 21 Denare über, der Rest wurde theils an dortige Sammler verkauft, theils hatten die Finder einiges bei Seite geschafft; was überhaupt gerettet ist — etwa y4 des 1 .unmtfundes — wird hier aufgeführt.
Unter den in meinen Händen befindlichen von diesem Funde herrührenden Stücken befinden sieh vier mit einge- Btempelten Marken, über deren Wesen ich einige Bemer- kungen im Bande IV der Zeitschrift für Numismatik (Dr. A. v. Sallef), p. 238—242 veröffentlicht habe, und deren auch beim Münzfund von ßroos in dieser Zeitschrift im IX. Bande, ]>. 2(.'<> Erwähnung gethan wurde.
Eine Erklärung dieser Zeichen kann auch jetzt trotz zahlreichen Materials noch nicht versucht werden.
Obwohl der kleine Kund an sich nichts Neues bringt und ich desslialb mit der Publication so lange zögerte, habe ich mich trotzdem nun zu derselben entschlossen,
78
Lieutenant M. Bahrfeldt:
da immerhin doch eine Bestätigung- des bis jetzt als richtig Bekannten geliefert und mehr Material gesammelt wird, auf Grund dessen später in der jetzt üblichen chronolo- gischen Liste Correcturen vorgenommen werden können.
5 g
B -
Münzmeister
Erhaltum
68 69 71 76
<7 100
104
106
jo7
ins
119
124
127
128
133
134
140
141
142
145 b
147
156
lös
160
161
162
165
168
170
172
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L. Sauf
Q. Marc Libo
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Cn. Lucr Trio
C. Reni . . M. Ca rix»
Carb
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Q. Minu Ruf. .
M. Fan i'.i
M. Tulli.
- rveili M. i. P. Mae Aar. . M. Pore Laeca .
( 'n. I>om M. Marc 1.. Opeimi M. Opeimi . Q. Pilipua
Q.Max
Q. Falti Labeo
L. Philippus
T. Deidi
P. Nerva
M. Cipi M. f.
L. Lutati q. Cerc
Q. Mai-, C. F., L. R
M. Sergi Silus
L. Lic, Cn. Dom, L. Pom
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P. Laeca
stark vernutzt
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stark wenig
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216 c -227 c
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— e 228 a 229 232 a,
— c. 233 235
2:; 7 240 24 1 246 249
250 a.
25 1 253 25 1
L. Memmi
M' Fontei
X. Fabi Pictor
M. Fouri Pli i li
L. Thorius Bulbus
C. Mall, A. Alb 8. f., L.
Meteil
AI. Herenni
L. Juli L. f. Caesar
Q. Therm AI. f.
L. Pompon Mol<>
AI. Servili C. f
L. Cot
L. Alemuii Gal
AI. Lucili Ruf
L. Piso Frugi
Q.Titi
L. Tituri Sabin
G. Vibi Pansa
L. Censor
P. ( Irepusi
('. Marail Limetan
L. Rubri Dossen
( 'n. Lentul
L. Sulla imp. , L. Alanli
proq
L. Sulla
M\ Fontei C. f
AI. Fan. L. Crit
C. Val Flac iuiperat
C. Licinius L. f. Macer . . .
C. Norbanus
Q
C. Mari C. f. Capil
A. Post A. f. Sp. n.
Albin
L. Rutili Flac
C. Nae Balb
L. Papi
gut stark vernutzt wenig „
gut
wenig vernutzt
n n
gut wenig vernutzt
vernutzt
stark vernutzt wenig „
gut wenig vernutzt
gut
80
Lieutenant M. Bahrfeldt :
Münzmeister
|
|
- |
|
JZ. |
~ |
|
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3 faf |
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w - |
Erhaltuni
256
257
25s 259 b. 202 2G3 a.
2<;i
265 266
267
272 274
276 a.
— b
278
270
280 b
— c
281 c 282
284
2S5 286 a 287 290 a
291
292 a.
L. Procili f.
M. Voltei M. f.
Lent Cur Xfl
L. Farsulei Mensor L. Lucreti Trio . . .
L. Rusti
P. Satrienus
P. Kalb
M. Plactori CesI
Brutus, Aliala) ....
P. Ypsae
Cn. Plancius aed cur A. Plautius aed cur
Caesar. . . .
.M". Accilius III vii Paullus Lepidus .
Libo
Lepidus)
M\ Aquil M'. f. M\ n. III
vir
Q. Cassins •
Longin III vir
Caldus III vir
('. Considi Noniani
P. Fonteius P. f. Capito III
vir
L. Füri Cn. f. Brocchi III
C. Bosidi C. f. Geta III vir
gut
n sehr gut Hs. O wenig vernutzt sehr gut
sehr gut
••
l sehr -
1 wenigvernutzt
sehr gut
gut
\\s. q 1 gut, l wenig ut/.t 2 gut, 1 wenig
vernntzt wenig vernutzt
r> Hs. Q 1 sehr gut,
1 wenig vernutzt atzt
sehr gut
gu t
n sehr gut
wenig vernutzt
2. —
sehr gut 1 sehr gut, 1 gut
Fund römischer Familien-Denare bei I :
=
r S
Münzmeist«
Erhaltung
293 294 295
296 b,
297 a
— b.
298 b, 299 300
( lohen
XX 9
— lo
16 XIV 1
XX17
X 8 XIV 1
2
— 3 XXXIII7
XXXV10 XLI13
I 2
1*. Cras8iis M. t'
L. Torquat III vir
Philippua
( '. .Mcniiiii C. f
Q. Pom Kuli
Q. Pompei Ruf
Q. Pomponi Müsa
('. Postumi Ta
L. Rosci Fabati
( laesar Aeneas)
„ (Tropaeon und Gal- lier)
Caesar (mit j. | \j
('. ( loponius Pr. q. etc.
Cos tert dict iter augur puiit max
T. Carisius
M' Cordius Rufus 111 vir.
r> r> n n ■
« •■> n n ■
Lt. Plautius Plancus
Albinus Bniti f.
('. Vibius C. f. C. ii. Pansa P. Accoleiua Lariscolus .
Summe.
|
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1 8 |
sehr gut
n r>
1 sehr gut, 1 wie
neu
1 sehr gut,
1 wenig vernutzt
stempelfrisch
1 Stempel frisch,
1 wie neu
sehr gut
gut sehr gut
stempelfrisch
wie neu stempelfrisch
wie neu sehr gut
stempelfrisch sehr gut
stempelfrisch
••
wie neu
stempelfrisch
82
Lieutenant M. Bahrfeld t: Fand
Der jüngste vorhandene Denar ist der des P. \ Lariscolus und stempelfrisch, die Vergrabung des kleinen Schatzes wird daher wohl bald nach seiner Prägung den ersten Monaten des Jabres 71! < -
gefunden haben und scheint der Fund gleichaltrig mi< von San Niccolo di Villola bei Oadriano.
Sta d e im December 1878.
83
IV.
Die graecisirenden Umschriften auf den Anto- ninianen des Hostilianus.
Von
•Joseph, von Kolb.
(Hiezu Tafel I.)
Weit entfernt den Heroen der Numismatik von Occo bis Eekhel etc. nahetreten zu wollen, halte ich es doch für eine Pflicht gegenüber der Wissenschaft, Versehen oder Täuschungen richtig zu stellen, welche, durch schlechte Abbildungen entstanden, bei dem Mangel an guten Origi- nalmünzen in früherer Zeit oft wieder die Ursachen irriger Lesearten wurden. «)
Die Umschriften auf den Antoninianen des Hostilian (nicht römischer, vielleicht syrischer? Officin) wurden bisher gewöhnlich wie folgt gelesen :
C OVL OSTIL NIES COVINTVS CAESAR*)
«) Vgl. des Verfassers Arbeit Über die angebliche VICTORIA PONTICA. Num. Z. Bd. IX. p. 123 ff.
2) Cohen, Bd. IV. Nr. 2 u. 38 nach dem brit. Museum; Cohen. Nr. 28, mich Lavy Nr.3680; Cohen Nr. 37, nach dem Pariser Cabinet; Eekhel Cab. Vindob p. 355, Nr. 2; Banduri Tom. I, p. 50. u. a. m.
6*
84
.Joseph v. Kolb: Die graecisirenden Umschriften
C OVAL OSTIL MES COVINTVS CAESAR C OVAL OSTIL NIES COVINTVS CAESAR-
Als Erklärung dieser etwas ungewöhnlichen Um- schriften wird angeführt, s) dass liier die römischen Namen des Hostilian dem griechischen Idiom angepasst, d. h. graeeisirt seien, und zwar:
OVL und OVAL für VALens, OSTIL für HOSTI- Lianus, MES ungeändert wie auf römischen Münzen für Messias und endlich COVINTVS für QVINTVS. Die
Cohen, Bd. IV, Nr. -4 und :»7 nach dem Pariser Cabinet ; Cohen Nr. 30 ohne Angabe der Quelle; Eckhel Cab. Vindob. p Nr. 13; Band Uli Tom. 1. p. li» u. a. in.
4) Cohen Bd. IV. Nr. :i nach dem Wiener Cabinet (Eckhe Nr.19). Tanini y.-2-J oacb Ennery Nr. 1789, Cohen Nr. 7 nach Ennery (Nr. 1791 „avec le titre d'Auguste du cöte de ta teteü . da nun aber das vorhergehende Stück (Nr. lT'.'n, mit c 0N CO RDI A AVGG a geben erscheint, mit welcher Umschrift nur die römische Kopfs Legende bekannt ist, so ist die graecisirende Umschrift, von der der citirte Ennery nichts erwähnt, fraglich, übrigens hat dieses Citat Mr. Cohen aus Tanini entlehnt ohne Ennery einzusehen und Beinen Mittelsmann verschwiegen ; Tauini hat nämlich p. 22 Ennery citirt und das qu. Stück willkürlich ergänzt, («dien Nr. 25 und U> Dach sjalis. : Cohen Nr. 27 nach Ennery (Nr. 1798); Cohen Nr. 39 nach dem Pariser Cabinet; Cohen Bd. VII, Nr. t nach Kollin. Folgende etwas unregelmässil arten kommen wohl nicht weiter in Betracht:
C OVAL HOSTIL COVINTVS CAESAR
C OVAL OSTILIANVS COVINTVS CAESAR Beide bei Bandui i \k 4!» und an.
C OVAL OSTIL COVINTVS NOC. Tanini p. 25.
C OVAL OSTIL MES COVINVS CAESAR. Cohen Bd. VIL Nr. 3 nach Lala nie.
C VAL HOST MES OVINTVS CAESAR. Ehemals Sammlung Elberling.
5) Eckhel, Doct. Num. Vet. Tom. VII. d. :;">:; ff.
Antoniniane llianus.
3
griechischen Formen für Valens and Hostilianus bedürfen wohl keines Commentars, anders steht es mit CO VI NT VS -= QVINTVS.
Zur Erhärtung- des COVINTVS wird KOYINTOC angeführt,«) obgleich die eigentliche Form Kdivrog ist. Da nun dem Verfasser dieser Zeilen ein grösseres epigra- phisches Werk über griechische Inschriften ebensowenig wie eine bedeutendere Sammlung grieehischer Münzen zur Verfügung steht, und derselbe lediglich auf seine Bibliothek beschränkt ist, so möge hier folgen was die Suche nach einschlägigen Schreibarten des Namens Quintus auf grie- chischen Münzen des llostilianus ergab.
Ni k aea Bithyniae. rOYAAEOCTMECCIKYlNTOCK-) T OVAAENT 0CTM€C KVINTOCK*)
r-OYAA BN T- OCT M€CK KOYNTOC K T oYAAANTOCT MEC KYINT- • ••) r 0YAA€N OCT M€C KYNTOC K"i
El aea Aeolidis.
TAI OYAA OCT MEC KYINT'O
r-OYAA OCTIAIANOC KOINTOC KAIC ■»)
«j Eckhel I. c.
'j .Mionnet II, p. t<J.'!. Kr.289. Dann bei Banduii [, p. 54, jedoch ohne K ara Schlüsse.
* Auct. Cat. Rfoustier Nr. 3096, ähnlich bei Sestini-Arigoni p. 58.
»j Sestini descriptio num. vet. ex Mus. Ainslie etc. p. 261.
j'» Lavy Nr. 2053.
*t) Tanini p. 24,
*« Banduri I, j>. .">:;
i») Rasehe Lex. univ. rei num. Suppl. p.738 ad Lex T. 11
ÖO Joseph v. Kolb: Die graecisirenden Un
T OYAA OCTIAIANOC KOYINTOC KAIC i» rOYAAOCTIAMECKOYINTOC KAIC")
Smyrn a Ioniae.
T OYAA OCTIAIAN KYN0CC
M e t r op o 1 i s P h r v g i a e.
OCT KYNTOC KAIC OCTIAI KYINTOC
- Ige Pisidia e. rOVAOCTIAIM€ KVINTOC KAI.
At. talia Pain phy] i a e. • OY OC M KYINTOC K
A nt io ch i a Sy riae.
T-OYAA OCTIAIANOC KYINTOC KCCAP '. r OYAA OCTIAIANOC KYNTOC KCCAP r-OYAAOCTIAIANMCKYNTOC KAIC AP") rOYAOCTIAIANMEKYlNTOC KECAP«)
i*) Banduri 1. c.
15 Rasche T. LI, f>55.
««) Tanini p. 4.~>1 .
17) Tanini p. 24.
18; Banduri 1. c.
19; Auet. Cat. Moustier Nr. .">n«>7.
20) Raimia I. i>. 263.
Banduri I, p. 47 abgebildet; ]». ">.*!. ."»2. Theupoli ]>. TT»*».
Tanini p. 22, Tat". I. 23; .Sostini Arigoni p. 93 'IV. n. 40 Tab. 1-2. Fg. 11". hiezu Correctur p. 134.
24; Tat. Rol.in, Nr. 7066
-7
T OVAAOCTIAIAN M€ KVINTOC K€CAP") T OYAA OCTIAIAN M€ KINTOC KCGAP*«)
Ale xa lid ri a.
r-oYAAoCTIA MCCKYlNToC K- «) OYAAOCTIAIVI€CKYINTOCN^)
T oYAA oCTIA M€C KoINToC ") OYAA • M€C KOYINTOCK
Ohne Angabe der Rückseite, wahrscheinlich nach Antio chi a gehörend :
r OYAA OCTIAIANOC ME KYNTOC KECAP.^)
Wie ersichtlich haben die meisten Umschriften KYINTOC; nur vier, wovon zwei auf Sestini (Ainslie und Arigoni), die andern auf Banduri zurückfuhren, haben KOYINTOC: andere weisen KOINTOC und KOYNTOC auf, letzteres wohl mit ersterem identisch, wieder andere haben KYNTOC. Einmal kömmt der Abwechslung wegen KINTOC vor, und KYN9 gereicht durch besondere Origi- nalität dem betreffenden Erfinder zur Ehre.
Auct. Cat, Moustier Nr. 3098; Bavercamp nummophyl. Reginae Christinae Tab. XXXVI, im Text p. 254, jedoch „KOYIN- TOC-. Banduri I. p. 52, einmal auch ohne ~K€CÄP \ Beger thos. Brandenb. Taf. II. p 734. Tanini ]>. 23. «j Lavy Nr. U91.
«•) Feuardent, Coli. Demetrio p. 227, Nr. 2923, »las .,N- am Schlüsse ist wohl auf einen Druckfehler zurückzufuhren. m Die ad 28 gehörige Abbildung IM. XXXII.
Sestini Arigoni p. 117 II. 25, 425). Eckhel, D. N. V. Tom. IV. )». !»»>, und Zoega p. 296 kennen nur diese Quelle, ebenso Tanini |>. 24.
•:< Ennery Nr. 1031.
88
Joseph v. Kolb: Die graccisirenden Umschriften
Da nun das als Analogen ins Auge geiasste KOYINTOC gar nicht häutig erscheint, wie kömmt es dann, dass bei der Uebersetzung gerade diese Form als Basis für die Schreibung des Namens auf Münzen mit latei- nischer Umschrift gedient haben soll? etwa weil man nichts anderes wusste? Sonderbarer Weise hat doch der dem- selben Stamm angehörende Name Quintillus in der Ueber- tragung auf Alexandriner Münzen die Form KYINTIAAOC erhalten,--) wie --ins einigen Werken hervorgeht. Dies alles würde aber eigentlich gar nichts beweisen, Bondem die Frage vielleicht noch mein- verwirren, denn wer ver- möchte heute die Orthographie des halbbarbarischei Stempelschneiders zu Antiochia, oder sonst wo, zu ergrün- den. Ueberdies sind die oben angefahrten Umschriften denn docli nur liuchraünzen entnommen und diesen trau
wer mag.
Das interessanteste an der Sache aber ist, dass die Umschrift auf vier derartigen Stücken der kleinen Samm- lung des Verfassers gar nicht COVINTVS. Bondern ein deutliches C QVINTVS zeigl bei zwei weiteren Stücken ist das Häckchen des ..Q- wohl nicht ganz so deutlich. Die Form des „0a in OVL oder OVAL und OSTIL verglichen mit jener dv> angeblichen in COVINTVS. ist deutlich wahrnehmbar verschieden, ersteres mehr rund- lich, letzteres mehr oval. Dass c QVINTVS zu les und nicht wie bisher COVINTVS. ist auch dann sicher, wenn das Häckchen durch einen Lapsus Monetär» manch- mal zu zart oder vielleicht hin und wieder ganz ausgefallen
3a) Feuardent, Coli. Demetrio; Cafc Rollin Nr. '.»220. ;!;i) Wie schon aus der rohen Arbeit der Münzen <li«'- r Officio ersichtlich.
3
ist; man kann dann ein ..sie- beisetzen, aber die Bezie- hungen zu K 0 Y I N T 0 C dürften erledigt sein.
Es entsteht nun die Frage, welche Bedeutung ist dem „Cu vor QVINTVS beizumessen, soll „C" eine gutturale Verstärkung des darauffolgenden dem griechischen Idiom fremden ..Q • sein? — Kaum; — das ,.fj- ist ihm nahezu ebenso fremd, auch widersprechen dem jene Münzen des Herennius Etruscus aus derselben Officin, welche folgende Umschriften führen:
HEREN ETRV MES QVDECIVS CAESAR.^)
Hier ist Quintus mit ,,QVU- abgekürzt; nach dem Vor- gange bei Hostilian müsste man etwa vC0V" zu linden erwarten. In der gleichen Officin ist also beide Male trotz des griechischen Idioms correct QVINTVS zu lesen; auf- fallen muss nur. dass es Niemanden beifiel auf diesen Münzen ebenfalls V0V" statt ,,QV" zu lesen. Es sei noch bemerkt, dass die Häekchen der „Qu sowohl auf der Vorder- als Rückseite (in AEQ VITAS) auffallend klein sind, und dass der Buchstabe selbst mit dem in Rede stehenden auf den Münzen des Hostilian übereinstimmt.
Kine weitere zu erörternde Frage, ob ,,CU eine selbst- ständige Abkürzung bilde, wäre wohl, da ausser den bekannten C. Valens Hostilianus Messius Quintus kein weiterer Name dieses Prinzen irgendwo überliefert wird, vorläufig mindestens in suspenso zu lassen, da auf den- selben nur eine der oben augeführten Umschriften (subNr. (.)
»*} Unter dein Brustbilde drei oder vier Punkte. Ks. AEQ VITAS AVG. Sammlung des Verfassers, dieses Stück ruag hier gleich Cohen Nr. 2 ergänzen , wo dasselbe nach Ennery Nr. 1779) unvollständig beschrieben ist.
•"^ Joseph v. Kolb: Die graecisirenden l'mschri:
nach Sestini aus Ainslie, also eine höchst verdächtige Quelle) hinzudeuten scheint.
Da nun „Cu weder zu „QVINTVS" gehört, noch als selbstständige Abbreviatur betrachtet werden kann . - bleibt nur noch eine Annahme übrig, nämlich, das* das .,CU zu dem voranstellenden NIES gehören könnte, dieser Name also MESC geschrieben worden sei.
Hier wären zwei Fälle denkbar, entweder Liegt eine alphabetische Verwechslung oder eine Unkenntniss des Namens von Seite des Graveurs vor. Ersteres insoferne, als das „C" in dem griechischen Alphabet jener Periode dem „Su entspricht. Die Abkürzung hätte ..MESS" sein sollen, der an die griechischen Buchstaben gewöhnte Stempelverfertiger nicht römischer Nationalität stellte durch Versehen statt zweier lateinischer Sigmn ein latei- nisches und ein griechisches (S, C) ein.
Letzteres, die Unkenntniss des Namens, würde die Verwechslung des Gentilicinm Messias etwa mit Mescinius (Mescius ist als Gentilicinm unbekannt) und diese die Ein- stellung der Abbreviatur MESCinius) statt WESS(ius) bedingt haben.
Bemerken 8 werth \<i eine hei Laurentius Keger al bildete Münze mit der Umschrift.
C OVAL HOSTIL MESC QVINTVS CAESAR. >
35) Beger thesaurus Brandenb. Toni. IL p. 735. Rs. PVDICITIA AVG, zu erwähnen wäre hier Banduri )>. 49. COVAL HOSTIL COVINTVS CAESAR. Rs. PVDICITIA AVG. nach Laurent» B< 0})us inscriptum Thesaurus Brandenburgicus selectus. Wenn mau diese Wiederhatte betrachtet, so bekommt einen sonderbaren Begriff nicht nur von der Vertrauenswürdigkeit Banduris, sondern aller Buchniünzen überhaupt.
mf den Antoninianen dos Hostilianus.
91
Abgesehen von dem „H" in HOSTIL ist die Abbil- dung nicht im geringsten zu beanständen, Beger scheint der einzige gewesen zu sein, der richtig C QVINTVS
gelesen hat, trotzdem wird seiner Leseart nirgend Erwäh- nung gethan, nicht einmn] hei Rasche, und dies will etwas gesagt haben.
Wie aus der Abbildung und den Intervallen zu schliessen, hat Beger das „C" zu NIES gezogen. — leider gibt er im schwülstigen Texte keinerlei Aufklärung.
Noch einer Münze mag hier gedacht sein; sie ist bei Cohen. Band IV. Nr. 81 nach Wiczay (p. 198, Nr. 2501 | folgend beschrieben : C VALENS HOSTIL NIES COVIN TVS AVG- Könnte man sich auf diese Beschreibung ver- lassen, so würde hier ein ganz abnormes Stück vorliegen, eine vollkommen römische Umschrift und zwischen NIES und QVINTVS das ominöse „C"; denn, dass so und nicht COVINTVS zu lesen, darüber dürfte wohl kein Zweifel mehr statthaben.
Da dem Verfasser, wie schon erwähnt, keine weiteren Htilfsmittel als eine eigene Bibliothek und auch keine grössere Münzsammlung zur Verfügung stehen, so kann derselbe nur die Thatsache der richtigen Leseart con- statiren und muss das weitere denen überlassen, die dazu mehr berufen sind, als ein einfacher Privatmann.
ürfahr, December 1878.
92
Franz Trau: Erste bisher bekannte S
V.
Erste bisher bekannte Silbermünze ( Siliqua > von Hannibalianus.
I''i':in/ Trau.
[in Herbste 1878 wurde mir von einem fürstlich rumänischen Artillerieoffizier eine Anzahl von Silber- und Goldmünzen angeboten, welche derselbe angeblich von einem Collegeu zum Verkaufe Übernommen hatte; dieselben sollten zumeist aus Bukarest und der nächsten Umgebung dieser Stadt herstammen.
Ks befanden sich darunter 16 stüek ziemlich abge- nutzte römische Consularmünzen, * römische Kaisermünzen von sehr verschiedenen Zeitepochen, alle gelocht, und schienen daher nach der orientalischen Sitte der dortigen Bevölkerung als Schmuck getragen worden zu sein Ferner zwei gold. Byzantiner - Münzen , ein gold. Solidus des Kaisers Konstantin Magnus, Rev. VICTORIA CONSTA N- TINI AVG und 1(> div. Goldmünzen neueren türkischen Gepräges.
(Siliqna) von Hannibalianus.
Unter den üben erwähnten achl römischen Kaiser- mtinzen inSilber befand sich nun die erste bisher bekannte Silbermtinze (siliqua) des Caesar Hannibalianus «) und glaube ich, dass es jedem Münzfreunde willkommen sein
wird, wenn ich dieses höchst interessante Mtinzstück durch Beschreibung und Abbildung zur allgemeinen Kenntniss bringe. Die Münze ist von vollkommen guter Erhaltung, nur ober dem Kopte, beziehungsweise im Rev. im Ab- schnitte, gelocht.
Noch mag erwähnt sein, dass die Münze von unzwei- felhafter Echtheit ist.
Av. FL ANNIBALIANO REGI Das mit dem Diadem geschmückte Brustbild nach der rechten Seite.
Rev. FELICITASPVBLICA. Der nach links sitzende Flussgott (Euphrat), mit der Rechten einen Delphin, mit der Linken ein Ruder haltend. Im Abschnitte: CONS- Gewicht 2*5 < Srm. Hannibalianus, Bruder des Delmatius, Neffe Cou st. Mag. und Grossenke] des Const. Chlor, wurde 335 zum < aesar erwählt.
Zosimus erzählt von Hannibalianus : „er regierte in Gemeinschaft mit seinem Bruder Delmatius; sie trugen ein Purpurkleid mit Gold streifen und hatten von Constantin Mag., um ihre Verwandschaft mit ihm zu ehren, die Würde, dass sie Nobilissimi genannt wurden."
Delmatius erhielt die Herrschaft über Macedonien und Aehaia.
'I Vgl. \. Sallet, Zehschr. f. Num. II. 292, \v<> eine Münze mit ähnlicher Umschrift, aber ohne Angabe von Metall und Nominal mitgetheill
94
l'r. Trau: Erste bekannte Silbermünze Siliqua) v. Ilanni
H an nibali an u s Cappadoeien, Armenien und Pontas : er wurde auch 335 zum Rex Ponti ernannt und bezieht sich die Averslegende: Fl. Annibaliano Regi wahrscheinlich auf seine Herrsehaft in Pontus.
Der im Rev. dargestellte Flussgott ist derselbe, der auf den bekannten Bronzemünzen des Hannibalianus erscheint und auf diesen von Cohen wohl richtig als Euphrat erklärt wurde.
Schliesslich gebe ich noch im Nachstehenden die
Ö
Beschreibung des Eingangs erwähnten Solutus von Con- stantin Magnus :
Av. DN CONSTANTINVS MAXAVG Das mit dem Diadem geschmückte Brustbild des Kaisers im vollen Ornate in der Rechten einen Scepter mit
Adler.
Rev. VICTORIA CONSTANTINI AVG Victoria sitzt
nach rechts gewendet auf einem Panzer, .-in
welchen rechts ein Schild gelehnt ist Die
VOT Victoria schreibt „.,.. au! einen Schild, welcher
ihr von einem geflügelten Genius vorgehalten
wird. Im Abschnitt«" CO NS.
Gewicht 4--"> Grm., bei der vortrefflichsten Krhaltung. ohne Loch; ähnlieh Cohen Nr. L29.
VI. Sterling Kaiser Friedrich II.
Von Dr. A. Missong.
(Abgebildet auf Tafel II.)
Av. * ReX-JRRGDa (RIC)VS. In einem Kreise das gekrönte, vorwärts sehende, jugendliche Brust- bild Friedrichs. Die Locken an den Schläfen sind je durch vier Punkte :: gebildet. Kev. * ROMA- • • RGX. In einem Kreise Zwillings- fadenkreuz mit je vier Punkten :: in jedem Winkel. Vgl. Abbildung auf Taf. II, und dazu Cappe, Kaisermtinzen I, Taf. XVT, Nr. 262, mit den angeblichen Umschriften +R0K PRÖD
RS und * ROWHNVS-K
Wie häufig, und wie bald im Mittelalter eine oder die andere Münzsorte, welche sich durch ihr in die Augen lallendes Gepräge oder ihre Ilnndsamkeit, oder durch das auf derselben erseheinende Münzbild einer allgemeinen Beliebtheit erfreute, in den Nachbarländern nachgeahmt wurde, ist allgemein bekannt. Die englischen Störunge, welche im XIII. Jahrhundert in einem -rossen Theile des Nordens eingebürgert waren, zählen sogar zu jenen
96
Dr. A. •
Geprägen , welche am häufigsten nachgemünzt wurden. Bis gegen den Anfang (\<:± XIII. Jahrhunderts variirte das Gepräge der Sterlinge noch sehr: seit den Tagen König Heinrichs III. (1216—1272) wurde jedoch ein Typus herr- schend, welcher sich weit über die ersten drei Eduarde hinaus bis in die Zeiten Heinrich VII. (1485—1509 erhielt. Demselben entspricht auf der einen Seite der Herrscher- kopf en face, auf der andern Seite das durch das ganze Feld bis in die Umschrift hineinreichende Kreuz mit drei Punkten in jedem Winke]. Eine Uebergangsform hatte zwar schon der Regentenkopf auf der Hauptseite, aber neben diesem einen in die Legende hineinragenden Szepter auf der Rückseite, reicht das Zwillingsfadenkreuz mit vier Punkten in jeder Ecke noch nicht bis in die Umschrift.
Den Ursprung dieses Uebergangstypus haben wir wohl in Deutschland zu Buchen, wo derselbe bereits auf Cölner und Dortmunder Geprägen mit Kaiser Otto'a [V. Titel erscheint, welche zwischen 1209—1218 ausgemünzt sein müssen. Andererseits gibt uns derUmstand, dass die gleiche Darstellung in England nur während «1er Regierungg König Heinrich III. 1216—1272 erscheint einen gentig den Anhaltspunkt, um von König Friedrich III., dem Schönen (1314 bis 1330), abzusehen, auf welchen man unser Stück noch etwa hätte beziehen können.
Zum Schluss sei noch eine Hypothese rücksichtlich der Zahl und Stellung der Punkt« en, aus welchen
nicht nur die Löckchen, sondern auch die Anfangskreuze der Umschriften gebildet wurden, und die wir in gleicher Anzahl (4) auch in den Kreuzwinkeln findet). Wir erblicken darin Emissionszeichen, an welche sich der gemeine Mann bei seiner Unkenntniss dv> Lesens hielt, ähnlich wie man
Sterling Kaiser Friedrieb II.
97
noch in weit späterer Zeit in Russland auf Silberstticke oder : : : : : setzte, um dadurch den Werth von 5,
von 10 Kopeken u. s. w. anzuzeigen. Offenbar war zu einer gewissen Zeit nur der Typus mit vier Punkten gut gangbar, daher man auch diese überall anbrächte, wo es nur halb- wegs anging, später kam dann der Drei -Punktetypus
U. 8. W.
Der Sterling Friedrich IL gehört den ersten Regie- rungsjahren dieses Regenten, jedenfalls (weil der Kaiser- titel fehlt) der Zeit vor 1220 an. Die Prägestätte würde ich im Nordwesten Deutsehlands, etwa in Aachen oder Cöln, am liebsten aber in Dortmund suchen, weil man hier die Sterlinge Kaiser Otto IV. mit Anwendung sehr ähnlicher Huehstabenformen (man vergleiche das dl in Tremonia) ausmünzte.
<J8
Riggauer
VII.
Zur fränkischen Münzkunde.
Hans Risffauer. Hiezu Tafel II.
Im Juni dieses Jahres wurde bei Mittelsteinach, Forst- amtsbezirk Ebrach, in Oberfranken ein Münzfund gemacht, der in den Besitz des erischen Münzkabinetes über-
gegangen ist und uns einer Besprechung an dieser Stelle werth scheint. Dieser Fund zeigi wieder recht deutlich, dass in den meisten Fällen Münzfunde nur in ihrer Inte- grität genügende Basis zu einer wissenschaftlichen Be- handlung geben. Mit Rechl hat daher das königl. bayeri- sche Münzkabinel zum Princip erhoben hei wissenschaft- lich interessanten Münzfunden nicht nur den vollen wahren Werth dem Finder zu bezahlen, sondern auch noch eine der Bedeutung des Fundes entsprechende Prämie zu geben, um der Verheimlichung und Verschleuderung von Funden zu begegnen.
Der Fund umfasst 260 Münzen, die der ersten Hälfte des XIII. Jahrhunderts angehören. Wir schicken der Be- sprechung der Münzen die Aufzählung der Typen voraus.
Zur frünkiscl
Wirzburg: Otto von Lob de bürg 1207 — \'J'J-\.
1. 33 Stück: Reber, Numismat. Zeitung- 1867, p. 7-, Typus I.
2. V» Stück: Reber, Numismat. Zeitung 1867, p. 78, Typus II b.
3. 1 Sttiek: Reber, Numismat. Zeitung 1867, p. Typus V.
Wirzburg: Hermann von Lobdeburg 1225 — 1254.
4. 48 Stück: Leitzmann, Numismat. Zeitung 1847, p. 114, Nr. 58.
5. 1 2 Stück : undeutlich, wahrscheinlich wie die vorigen.
6. 1 Stück: Brustbild des Bischofs mit Kreuz und
Krummstab HERMANVS EP +. R e v. Das Monogramm Brunos WIRCEBVRC Abbildung auf Taf. IL Ausser diesen :
7. 24 Stück: Reber a. a. 0., Typus VI.
8. 2 Stück: Cappe, KaisermünzenIII,p.l48,Nr.679.
9. 1 Stück: .. „ I, p. 152, Nr. 683.
10. 2 Stück: Bischof? undeutlich.
Key. In einem Kreis mit Bogenornament ein Kreuz, aus dessen Ecken LUien hervortreten 2 Varie- täten, welche sich durch mehr oder minder zier- liche Ausführung der Einzelheiten unterscheiden. Abgebildet ist der roher ausgeführte Stempel auf Taf. II.
11. 1 stück: Katalog des German. Museums, Nr. 7
s. Abbildung auf Taf, II.
100
12. 1 Stück: In einem Perlenkreise ein gekröntes
Brustbild; aussen Bogen Ornament mit Lilien ab- wechselnd. Rev. unkenntlich: Bischof und (?)€P, s. Abbildung auf Taf. II.
13. 8 Stück : Unkenntlich.
14. Ausser diesen 143 Münzen finden sich noch 117 meist mittelmässig erhaltene Exemplare des Typus Cappe, Kaisermtinzen L Nr. 633, p. L39, s. Abbildung auf Taf. II.
Die Würzburger Münzen lasx-ii sich weg Erhaltung schwer nach Varietäten ordnen, wie dies R< in der Abhandlung über den Kund von Eifershai (a. a. 0. thani Bei Typus V i>t in der Be-
schreibung Reber's ein unbedeutender lrrthuni. da Bischof links den Krumm stab und rechts die Fahne hält.
Die librigeu Würzburger Münzen geben zu weit« Bemerkungen nicht Veranlassung. Durch Streber'a vortreff- liche Abhandlung über ..die Münzen des Bise] hard von Würzburg a \<\ jeder Zweifel «-in der Deutung Monogramms beseitigt. [Jeher das Schwer! auf den Würz- burger Münzen werden wir uns unten auf Grundlage neuen Materials äussern.
Merkwürdig könnte scheinen, dass an einer Stelle, die ins Territorium des Bamberger Bisthums fällt, so viele Würzburger Münzen getroffen werden. Allein dir Nachbar- schaft der beiden Territorien und ihre vielen, freilich häufig feindlichen, Beziehungen erklären hinreichend d Erscheinung. Unwillkürlich aber fragl man nach der Münze des Territoriums, «lein der Fundort angehörte, nach I prägen des Bisthums Bamberg, das bei seiner Gründung
Zur fränkischen Münzkunde.
101
von Kaiser Heinrich auf das Freigebigste mit Gütern und
Privilegien ausgestattet worden, worunter, wie man wohl mit Recht annimmt, auch das Münzrecht war. Die erste sichere bischöfliche Münze Bambergs ist von Bischof Rupert 1075—1102 (s. Dannenberg, die deutschen Münzen der
sächsischen und fränkischen Kaiserzeit, p. 331). Dann ist eine grosse Pause bis zur Mitte des XIV. Jahrhunderts. In der Zeit von mehr als zwei Jahrhunderten soll eines der reichsten und glänzendsten Bisthümer das Münzrecht, das ihm unzweifelhaft zustand, nicht ausgeübt haben? Dem widerstreitet schon der Umstand, dass das Hochstift gerade in der Zwischenzeit (1242 und 1331) bei den Kai- sern um die Bestätigung des Münzrechtes auf seinen kärnt- nischen Besitzungen einkam. *) Wohl sind bisher Bam- berger Münzen des XII. — XIII. Jahrhunderts weder nach fränkischem noch nach Friesacher Fuss bekannt geworden, allein wir glauben zuversichtlich , dass es noch gelingen wird, diese Lücke auszufüllen, und weisen als ersten Bei- trag hiezu die Münze mit dem Lamm nach Bamberg.
Die fragliche Münze wird ausser bei Cappe (a. a. 0.) unseres Wissens nirgends erwähnt, wenn man sie nicht allenfalls unter den von A. Würfel in seiner Beschreibung der Bracteaten von Offenhausen 1771, p. 38, bei den „zweifelhaften Blechmünzen" erwähnten Lammstypen ver- muthen darf. Bei der Nachforschung nach den sonstigen Fundstätten dieser Münzen fanden wir in der uns mit liebenswürdigster Collegialität zur Verfügung gestellten Sammlung des Bezirksarztes Dr. L. Fikentscher in Augs bürg genügenden Ausschluss. Fikentscher besitzt unter
i) Urkunde von L060 Mon. Boica XXXI l. S. 343, von L242,
u. a. <>.. s. 575 von L331, Lttnig Spicil. eccle*. II. 11. Nr. 1:;.
102
Hans Riggauer:
22 Münzen aus einem auf dem Anger von Gerau. einige Stunden von Mittel stein ach, der Stätte unsers Fundes, im Jahre 1858 gemachten Mtinzfunde, die Lammsmünze drei- mal. Aus dem im Jahre 1864 bei Tauperlitz in der Nähe von Hof gemachten Funde besitzt Fikentscher 38 Münzen, darunter unsere Münze dreimal. Ebenso fand sich im Pot- tensteiner Funde unsere Mtinze. Hier nun im vorliegenden Funde macht die fragliche Münze fasl die Hälfte ans. 1 17 von 200, und ist der weitaus am zahlreichsten vertretene Typus. Alle diese uns bekannten siehern Fundstätten der Lammsmünze liegen im ehemaligen Territorium des l>is- thums Bamberg, es darf darin sicherlich ein geographisch- statistischer Beweis unserer These erblickt werden.
Aber auch die Darstellung- unserer Münze stimmt mit unserem Satz. Die Hauptseite zeigt Lamm mit Kreuz im Perlenkranz. Das Lamm hat bekanntlich Cappe veranlasst, die Münze nach Brixen zu legen. Als Wappenfigur darf wohl, streng genommen, das Lamm in dieser Zeit nicht gefasst werden: das Lamm war für Münzen geistlicher Stifte ein beliebter Typus«) und so kann er auch heim Bisthum Bamberg nicht auffallen.
Die Rückseite stellt ein yierthürmiges Kirchen- gebäude dar, in dessen Mitte unten in einem liegen ein
- Wie verbreitet die Darstellung des Osterlamma als Ab- zeichen geistlicher Corporationeo war. beweist anter Ander m der Umstand, dass die Polen in der für den deutseben Orden ><> ver- derblichen Schlacht von Tannenberg anter einem halben Hundert Fahnen auch zwei mit dem weissen Osterlamm im rothen Felde erbeuteten, welche dem Bischof von Ermeland, beziehungsweise der Comthurei Schlochau gehört hatten, s. Köhne in den Memoires de la Societe d'archeologie etc. de St. PGtersbourg, Vol. IV. Taf, VJ und XI, Nr. 7 und 17.
Zur fränkischen Münzkunde
103
gekrönter Kopf ist. Dannenberg bemerkt zu dem erwähn- ten Denar des Bischofs Rupert, dass die Zeichnung der Münze gewiss ein treues Bild des alten Domes Bei. Der jetzige Dom, der aus dem Ende di^ XU. Jahrhunderts
stammt, zeigt vier Thiirme und so haben wir wie dort eine Abbildung des alten Domes, so hier den Versuch einer Darstellung des jetzigen. Unklar ist der Kopf unten im Bogen und es ist wohl schwierig zu entscheiden, ob wir wie wahrscheinlich, Heinrieh IL oder den Bischof oder selbst die Kaiserin Kunigunde in dem Kopfe zu erblicken haben.
Die Zeit der Münze wird durch den Fund bestimmt. Abgesehen von diesem Typus besteht die Mehrzahl des Fundes aus Münzen Otto I. und Hermann I. von Lobde- burg, die uns also in die erste Hälfte des XIII. Jahrhun- dorts weisen, ein Zeitraum, dem auch der Charakter der Übrigen Münzen entspricht. Nur zwei Exemplare zeigen einen Typus, den Tappe (Kaisermtinzen III, 679) Hein- rich VII. zuweist. Allein bei näherer Untersuchung erweist sieh diese Zutheilung als eine der zahlreichen Willkür- lichkeiten Cappe's. Die Münze ist gleichzeitig mit den übrigen und vielleicht von König Heinrich . dem Sohne Friedrich' 8 IL, geprägt. Wir wissen, dass Heinrich, der
Während der Abwesenheit seines Vaters die Regierung führte, im November 1234 zu WUrzburg sich aufhielt, um sich seiner Anhänger für den bevorstehenden Streit mit seinem Vater zu versichern. Vielleicht ist die Münze da mals geschlagen wurden. Zur selben Zeit nun nahm den bischöflichen Stuhl in Bamberg die ritterliche Gestalt des kämpf- und glanzliebenden Eckbert, Grafen von Andechs,
ein 1203 — 1237. Ihm, dem SpröSSÜng eines der reichsten
Geschlechter jener Zeit, hatte Friedrich 11. auf einem Hof-
HJ<± Hans Kiugauer:
tage zu Frankfurt 1220; auf dem Eckbert selbst anwesend war, wie allen geistlichen Fürsten das Münzrecht bestätigt und es ist nicht zu zweifeln, dass Eckbert dieses Recht ausgeübt. Dass B. Eckbert den Lammtypns wählte, mochte ein Zufall sein, da das Osterlanim. wie schon früher be- merkt, als Abzeichen und nicht als Wappenfigur von den Kirchen im Mittelalter gern angewandt wurde, es besteht jedoch, davon abgesehen, auch die Möglichkeit einer un- mittelbaren Entlehnung.
Brixen erhielt das Mtinzrecht am 16. September 1179 und sicher haben bereits die früheren Brixner Münzen das Lamm getragen, wenn auch die Münzen bei Obermayr (50 — 53) vielleicht mich Passau zu weisen sind. Wenn nun dieser Typus bereits damals in Brixeu heimisch war, bo lässt sich derselbe bei Kckbert sehr wohl erklären. Eckbert war der Solm Berthold IV., Grafen von Andecbs, Mark- grafen von [strien, Herzogs von Dalmatien, Croatien und Menm. Bert hold III.. der Grossvater Eckbert's, besass die Voigtei über (\-.\s Hochstift Brixen. wahrscheinlich von seinem Bruder Otto VI. (E. Oefele, Geschichte der Grafen von Andechs, p. 63 . Ferner war Heinrich [V., ein älterer Bruder Eckbert's, in ihrem Besitze. Bndlich war bereits ein Grossolieini Eckbert's, Otto VI., in Brixen Erwählter 1165 — 117o, von wo er nach Bamberg kam (Domprobst 1174) und den bischöflichen Stuhl dort einnahm 1177 bis IHM). Durch diese nahen Berührungen seines Hauses mit Brixen konnte nun Eckbert immerhin veranlasst weiden, den schönen Typus von Brixen auf seinen fränkischen Geprägen zu wiederholen.
Wie dem sei, auch ohne diesen engen Znsammenhang zwischen Bamberg und Brixen in damaliger Zeit kann das
inzkunck
Lamm auf unserer Münze nichts Auffallendes haben und so wenig es hierzu einem heraldischen Schluss berechtig würde, s«. wenig darf umgekehrt aus dem Vorkommen des
Lammes auf Münzen Bernhards von Kärnthen eine Vo über Brixen für ihn construirt werden, wie dies Welzl thut; denn eine solche hat sicherlich nie bestanden.
Eckbert, bekanntlich derselbe, der in den Verdacht der Theilnahme an der Ermordung König Philipps kam, eine Makel, die neuere Forschung von seinem Namen getilgt, Hess sich 1228, wohl durch Grenzbefestigungen gereizt, zu einer Unterstützung seines Neffen , des Grafen Boppo von Henneberg im Kampfe gegen Bischof Hermann im Würzburg verleiten. An diesem, dem Th. Henner in einer Monographie (Bischof Hermann I. von Lobdeburg, Würzburg 1875) ein herrliches Denkmal gestiftet, fand Eckbert einen durch Besonnenheit und unentwegbare Energie überlegenen Gegner. Im Vertrage von 1230 (Mon. Boic. XXXVII, p. 229 ff.) musste Eckbert eine Entschädi- gung von 1000 Mark Silber zahlen. Sollte diese Zahlung in unserer Münze erfolgt sein?*)
Haben wir nun eine Lücke der Bamberger Münzkunde auszufüllen gesucht, so glauben wir, dass auch die Münzen mit dem Lilienornament im Kreis und mit den aus den
s Ich hatte diese Bemerkungen niedergeschrieben, als ich mich an Herrn Prof. Dr. A. v. Luschin - Ebengreuth wendete mit der Bitte, mir seine Ansicht über die in Rede stellende BiUnze niit- zutheilen. In der Antwort verwirft Luschin die Cappe'sche Zutei- lung nach Brixen, bedauert, nicht hinreichend Material zu besitzen, um die Präge der Zutlieilung selbst zu löseo und erklärt, dass ihm die fragliche Münze der Fabrik nach oberfränkisch zu sein schein.'. Ich treue mich, dass meine Ansicht mit der Vermuthung dieses hervorragenden Forschers übereinstimmt.
106
Kreuzesecken herauswachsenden Lilien *) einst sicher noch nach Bamberg werden gelegt werden können. Auch die Fundstätten dieser Münzen sind ineist in Oberfranken.
Zum Schlüsse noch Einiges über das vielbesprochene Schwert auf den Würzburger Münzen. Auf Grund einer trefflichen Arbeit Theodor Henner's ..über die herzogliche Gewalt der Bischöfe von Wttrzburg", kann diese Frage nunmehr wohl endgiltig entschieden werden. Die beiden verschiedenen Auffassungen, die hauptsächlich in Betracht kommen, sind die von Streber in seiner Abhandlung über ..die Münzen des Bischofs Gerhard von Würzburg" auf- gestellte, dass nämlich die Bischöfe als Herzoge von Franken mit dem Schwerte Bich abbilden Hessen, und die von Leitzmann in seinen „Nachrichten über das älteste Mtinzwesen d^> Bisthums Würzburg" (Nusmism. Zeitung 1846, p. 145i vorgetragene, dass das Schwert jedenfalls nur die den Bischöfen zukommende Gerichtsbarkeit über die Güter i\vv Kirchen, keineswegs aber die Würde eines Herzogs von Franken andeuten soll.
Hennerweist nach, dass unter der herzoglichen Gewalt lediglich eine Titulatur für das Würzburger Hochstift zu verstehen sei. Allerdings war in Pranken die Territorialität besonders früh und reich entwickelt, indem nach dem kurzen Wiederaufleben des fränkischen Herzogthums in den Neffen Heinrieh's V., Konrad von Hohen s taufen, der wiedereingesetzte Bischof Erlang eine ausserordentliche Machtstellung in Ostfranken erlangte, in der nach Henners Annahme echten Urkunde Heinrich'sV. für Würzburg vom 1. Mai 1120 (Mon. Boica XXIX, 1. 238), wohl eine Folge des Uebereinkommens mit dem Papste und den Fürsten
• Xuin. 10 und 11.
Zur fränkischen Münzkunde.
in;
1119 wird die dignitas judiciaria in tota orientali francia restituirt. Hierunter ist die durch den Stiftsvoigt ausgeübte eigenrichterliche Gewalt, die damals sehr wachsen war, durch den Herzog alter gewiss bedeutende Einbusse erlitten hatte, zu verstellen. Int Frankenlande war. wie es scheint, ein Streben nach nationaler Einigung im Herzogthume trotz aller territorialen Zersplitterung immer lebendig geblieben. Das Würzburger Hochstift als mächtigster Grundbesitzer trachtete nach Realisirung dieser Idee durch Gewinnung eines ostfränkischen Dukats. Der Herzogstitel ward endlich durch das Privilegium vom 10. Juli 1168 (Mon. Boica XXIX, 1, 835) erlangt, allein nicht von Ostfranken, sondern nur von Wtirzburg. Sonach ist das Schwert, das in den Händen der Würzburger Bi- schöfe erscheint, bereits unter EiribardBischof(l 088 — 1 104), einfach als Symbol jener dignitas judiciaria zu fassen, der auf das Hochstift beschränkten vom Stiftsvoigt ausgeübten eigen richterlichen Gewalt, die freilich bei den so wenig scharf gezogenen Grenzen, in denen sich das staatsrecht- liche Leben des Mittelalters bewegte, in der Hand ener- gischer Persönlichkeiten und bei geringerer Opposition der andern fränkischen Territorien über das Patrimonium der Würzburger Kirche sich hinauserstrecken, niemals aber zur Höhe einer herzoglichen Gewalt sich erheben konnte.
108
Dr. Carl Schalk: Der Münzfuss der Wiener Pfenningi
VIII.
Der Münzfuss der Wiener Pfenninge vor der Reform Herzog Albrecht IV. vom Jahre 1399.
Dr. Carl Schalk.
Unbeeinflusst durch Blumberger's bestechende Inter- pretation!) von Absatz Nr. 42, p. l.M. dr> von Karajan sogenannten Münzbuehes Albrecbts von Eberstorf*) habe ich diese Stelle einer neuerlichen l Untersuchung unterzogen. Sie bietet genügende Anhaltspunkte, den Münzfuss der im Jahre 1399 geprägten, sowie theilweise den derjenigen Pfenninge zu constatiren, die vor diesem Jahre im Umlaufe waren und nun gegen die neu ausgegebenen „Steinböcke" eingewechselt werden sollten.
Muflat, ;!) auf die Erläuterung Blumberger's gestützt, bietet diesbezüglich zwei Tabellen, p. 1 15 und p. 113. Gegen letztere richten sieb meine Ausführungen. Zunächst aber will ich jene Angaben kurz zusammenstellen, die sich auf die vor dem Jahre 1399 umlautenden Pfenninge
i) Archiv f. K. ö. G. 8. Bd., p. 1:51 u. ff. ») Chmel, Oest. Geschichtsforscher, 1. Bd., 3. Heft. s) Abhandlungen d. bist. Cl. der königl. bair. Akad. d. Wiss. XII. Bd., I. Abth.
'■.
beziehen, die ich in der Folge in Uebereinstimmung mit
der Quelle als die alten bezeichnen will.
1. wenn ain markeh silber gilt vier pfunl pfennig (960
2...sogent allczeitt czwen (der) newn pfennig für drey alt . . .
3. . . . aindleff lot und ain qnintet das mag man ver- chauffen umb czway pfunt sechs Schilling und funfezehen
pfennig (675
4. nu gilt ain Karat golts. . . .sibenezehen lot. . . .ain lot golts czwey pfnntt sechs Schilling und czwelff pfennig (672
Blumberger und nach ihm Muttat gehen zur Eruirung des Feingehalts der alten Pfenninge von Punkt 2 der Stelle aus und scliliessen , dass; weil 400 neue Pfenninge 9 Loth Silber Feingehalt besitzen, ein eben solcher in 600 alten gewesen sein müsse. Dagegen glaube ich einwenden zu können, dass der Inhalt von 2 nicht die innere Feingehalts- relation der beiden Pfenningsorten ausdrückte, sondern nur die Grundlage für einen solchen Austausch der alten Münze gegen die neue bieten sollte, durch welchen Münz- kosten, Gewinn der Hausgenossen und Schlagschatz des Herzogs verborgt waren. leb verweise dafür auf die Ana- logie mit einer andern Stelle im Münzbuche Nr. 08, p. 482. Auch liier handelt es sich um den Austausch zweier Münz- sorten gegen einander, und zwar sind (ich behalte die Bezeichnungen der Quelle bei — ) „neue Pfenning« ilie einzulösende und „Wiener Geld" :>) die auszugehende
*) Muffat, Tab. i». 117. * Muffat. Tab. n. lli».
1 10 Dr. Carl Schalk : Der Münzfuss der Wiener Pfenninge
Münze. Von den „neuen Pfenningen" enthalten 432, vom „Wiener Geld" 675 Stück 9 Loth Feinsilber, so dass 432 neue Pfen. 675 Pfen. Wiener Geld anWerth gleich waren. Die Verordnung der Kammer geht nun dahin, dass ein „neuer Pfenning" gleich l*/8 Pfenningen ..Wiener Geld" angenommen werden soll. Es gehen also 432 neue Pfen. für 648 Pfen. Wiener Geld in den Wechsel, so dass für die Hausgenossen ein Gewinn von 27 Pfenningen auf675Pfen. Wiener Geld oder von ■• ,-„-, Loth auf 9 Loth Feinsilber, das ist = 4 Percent resultirt.
Diese Erwägungen begründen die Vermuthung, dass auch in unserem Falle 600 alte Pfenninge, die geg LOO neue in den Wechsel gegeben werden sollen, mehr Fein- gewicht enthalten haben, als letztere, die auf 9 Loth veranschlagt wurden. Ich glaube darum, dass man vielmehr die sab 1, 3 und 4 gegebenen Bestimmungen, die unter sich im Einklänge stehen, als Grundlage zurEruirung des Fein- gehaltes der alten Pfenninge benutzen müsse, darnach ergäbe sich die auf der folgenden Seite gebotene Tabelle.
Den Nachweis, für deren Richtigkeit werde ich führen :
Erstens durch die in Punkt 1 und 3 gebotenen An- gaben über die Aufzahl der Pfenninge auf die leine Mark, das ist 16 Loth Feinsilber und die damit im Einklänge stehende Aufzahl auf liy4 Loth Feinsilber;
zweitens durch die Untersuchung der Theuerung des Silbers, das heisst des in ungarischen Goldgulden ausgedrückten Preises, zu dem die Bausgenossen im Jahre 1399 Silber einkauften; und
drittens durch Anführung von Angaben über den Courswerth von ungarischen Goldgulden in den Jahren 1394 bis 1398.
111
|
Auf- zahl |
Rauh- gewicht |
Feing |
e wicht |
Heutiger Werthin |
||
|
Lth. Gramme |
Gramme fl. Silber |
|||||
|
960 |
36Vt |
636-48 16 |
- |
25-20»** |
= Feine Mark |
|
|
750 |
28% |
197-25 L2% |
218-755 |
— |
||
|
675 |
26*/7 |
147-52 11' 4 |
196-870 |
— |
||
|
672 |
25% |
145-36 11% |
196004 175-004 |
— |
= 1 Loth Gold |
|
|
600 |
22% |
397-8 10 |
— |
|||
|
148 |
17 |
— |
T7!5 |
L30-675 |
— |
1 Karat Gold |
|
42in/17 |
16 |
280-006 |
7%55 |
122-982 |
— |
= Kau he Mark |
|
L50 |
B% |
99-45 |
2% |
43-751 |
— |
n e ) Eventueller ^ c) / Einkaufspreis \d. Goldgulden .)..)-( Ansitz der \ Kamm ei- |
|
135 |
5% |
89-505 |
2% |
39-376 |
— |
|
|
60 |
2% |
1 |
17-500 |
— |
||
|
1 |
17448 |
0-663 |
Veo |
0-292 0-02625 =2|Nkr. - |
||
Punkt 1 gibt die Auf zahl der neuen Pfenninge auf die feine Mark.
Punkt 2 besagt, dass bei der Einlösung 1 ■ ., alte Pfen ninge gleich einem Neupfenning zu rechnen seien.
Punkt 3, dass man 11* k Loth Silber (das in 500 Denen Pfenningen enthalten ist), um 675 alte Pfenninge verkaufen mag. Hier handelt es sich um Feststellung, wen man unter man als Verkäufer ZU verstehen habe, ich
112
Dr. Carl Schalk: Der Miinzfuss dtr Wienei I
glaube die Provenienz der urkundlichen Angabe, die un- zweifelhaft aus der herzoglieben Kammer stammt, sowie die Situation, die zu der Aufstellung der Berechnung ver- anlasste, g-estatten die Frage nur dahin zu beantworten, dass unter man die Hausgenossen zu verstehen seien. Es wird eine neue Münze geschlagen, die alte Münze soll zwar laut ..Münzbuch" Nr. 43, p. 455, nach dem Rathe der Hausgenossen drei oder vier Jahre im Umlaufe bleiben. - ist aber nicht daran zii denken, dass die Hausgenoss das Silber gegen alte Münze ankauften, weil dadurch die Kniission der neuen und die Einziehung der alten Münze geradezu vereitelt worden wäre. Was den Ausdruck „ver- kauften mag- anbelangt, so glaube ich, dass mag in der Bedeutungvon kann den Sinn hat, dass man 1 1 ■ fcLothSilber um 675 Pfenninge alter Münze hinausgehen könne, weil sie 11 */4 Loth Feinsilber enthalten. Ein solcher Wechsel war jedoch in Hinblick auf Punkt 2 nicht beabsichtigt, weil ja drei alte gegen zwei neue, also 750 alte Pfenninge mit einem Feingewicht von 12* .. Loth Silber gegen 500 neue. mit einem solchen von 11' 4 Loth eingetauscht werden sollten, was ftir die Hau- Jen jeweilig einen Gewinn
von 750- 675 = 75 alten Pfenningen mit einem Fein- gewichte von 1' j Loth Silber oder 10 Percent ausmachte. Line Bestätigung des Gesagten erhalten wir. wenn die Theuerung des Silbers, d. h. der Preis des Silbers in Goldgulden in Betracht gezogen wird. Folgt man Muffat's Angabe, nach welcher 675 alte Pfenninge mit H>< B Loth Feinsilber = 5 Goldgulden gesetzt werden , so hätten die Bausgenossen kaum 2 Loth Feinsilber um einen Goldgulden gekauft, d.h. offenbar mit Verlust gearbeitet , da ja 100 Neupienninge, welche gleichfalls einen Gulden gelten sollten, schon 2*/4 Loth Feingewicht hatten. Der Ansatz
.or der i. recht IV. vom Jal
113
von 675 alten Pfenningen als Theuerung eines Lotbes von 23 karäthigem Gold lässt vielmehr erwarten, dass die Bausgenossen dabei mindestens auf ihre Kosten kommen, d. h. mindestens soviel erzielen wollten, als sie nach dem zweiten Ansätze von 500 Nenpfenningen effectiv an Silber ftir ein Loth Gold zu zahlen bereit waren. Mit anderen Worten, da die Parität der vermünzten Edelmetalle noch 147'.' an 2* t Loth Feinsilber auf einen ungarischen Gold- gulden (== i/5 Loth) betrug«) und die Werthrelation der Edelmetalle zwischen 1399— 1479 ungeändert 1:11-6 blieb, so mussten die Hausgenossen anno 1399 in 675:5=135 alten Pfenningen, welche sie auf einen Goldgulden rechnen, mindestens 2'/4 Loth Feinsilber erhalten. Ein Bück auf die von mir aufgestellte Tabelle zeugt für die Richtigkeit dieser Ausführungen, 675 alte Pfenninge haben ein Fein- gewicht von 11 1/4 Loth Silber, es treffen somit auf den Gulden als den fünften Theil genau 2'/4 Loth.
Allein mit dem Ansatz von 2*/4 Loth = 1 Goldgulden ist, wie schon bemerkt, nur die Parität der vermlinzten Edelmetalle gegeben, bei der effectiven Einlösung alter Pfenninge gegen Gold muss nach den mittelalterlichen Münzeinrichtungen ein bedeutendes Aufgeld in Pruchsilber (nur als solches kömmt die verrufene Münzsorte in Betracht) als Wechselgewinn der Hausgenossen erwartet werden, und in der That habe ich an anderem Orte gezeigt,*) dass die Münze um das Jahr 1437 vorschriftsmässig 2*56 Loth Fein- silber um einen < roldgnlden einlöste. I m gefähr den gleichen Ansatz gewinnen wir auch für das Jahr 1399. Gehen wir nämlieli davon aus, dass um 500 Neupfenninge (= 5 Gold-
» Chmel, Mon. Babsb. L/3, 8. 841, Nr. 1 L9. 7; Numisuaat. Zeitschrift L878, S. 361.
114
Dr. Carl Schalk: Der Miinzfuss der Wiener Pfenninge
gülden) 750 alte Pfenninge mit einem Feingewichte von
12 Va Loth Silber eingelöst werden sollten, so treffen dann
12*5 genau 150 Altpfenninge oder — — = 2-5 Loth Feinsilber
als Einlösungspreis der Hausgenossen auf den Gold- gulden.
Mit unserem Resultate stehen endlich die Angaben über den Verkehrswerth des Guldens in den letzten Jahren vor der Münzreform Herzog Albrecht IV, im besten Einklang. Wir finden nämlich, s) d;i~
1394 = 145 und 150 ,
1395 = 150 ' _. _, .
1396 = 148 , Wiener Pfenninge
1398 = 150 y
auf den ungarischen Goldgulden gerechnet wurden. Werth- messer hätte allerdings die Silbermünze nach ihrem Nomi* nalwerth sein sollen, allein es war der Mttnzgewinn der Kammer zu bedeutend, um vom Verkehr bei einer stabilen Münzsorte, welche thatsächlicli die Oberwährung bildete. unberücksichtigt zu bleiben, d. b. die Goldgulden mussten zu einem Aufgeld kommen, welches durch «Ins Geseta von Angebot und Nachfrage, durch Voll- oder Minder- wichtigkeit U. s. w. im einzelnen Falle bedingt, zwischen dem offiziellen Emissionscourse (1 Goldgulden = 135^ = 2*25 Loth Feinsilber) und dem effectiven Silberwerthe (in unserm Fall 1 Goldgulden = 150 ,t = 2-5 Loth Fein- silber) schwankte, in der Regel jedoch nahe dem Silber- einlösungspreise der herzoglichen Münze blieb.»)
8) Huber im Archiv f. K. d. ö. G., Bd. II. p. 536, Am». 4.
9) Copeybuch Font. Rer.Austr. H/7, p. 201. Di«' Wiener Bürger sagen 48 U £, mit \z Mk. Silbergehalt sind 3y8 fl. werth, der Preis, zu dem die Hausgenossen um das Jahr 437 eine halbe Mk. Feinsilbe ankauften.
vor der Reform Herzog Albrecht IV. vom Jahr.: i 1 0
Es erübrigt noch die Erklärung einer einzigen Stelle, welche unseren Ausführungen zu widersprechen scheint. Es findet sich nämlich Absatz 43, S. 456, des Münzbuches eine Art Motivenbericht, für den Mtinzfuss der neuen Pfen- ninge, in welchem es unter Anderm heisst:
Nota sol man machen pfenning der vierdhalber Schil- ling ain gülden gelten, so chanu die gegenburtig münss mit der newn nicht geleich gen.
Item sol man dann ain halb pfunt für ain gülden machen, das ist dieselbig irrung und wirt der gegenburti- gen munss nahens geleich.
Nach dieser Stelle wird ein Münzfuss, nach dem 135 Pfen. einem Gulden gleich sein sollen, also 2«/4 Loth Silber enthalten, darum als nicht durchführbar erklärt, weil in dem Falle die gegenwärtige, also alte Münze mit der neuen nicht gleich gehen könnte. Gegen eine Münze von der 120 Pfen. 2*/4 Loth Feinsilber enthalten, macht man geltend, dass eine solche der gegenwärtigen nahezu gleich wäre. Nun wissen wir aus urkundlichen Stellen, dass ein Gulden gleich 150 Pfen. gerechnet wurde, welche nach unserer Tabelle 2*/a Loth Feinsilber enthielten. Der erste Antrag, der also lediglich eine Erneuerung des be- stehenden Münzfusses bedeuten würde wie der zweite (der jedenfalls dem Münzfuss wie wir ihn auffassen, näher steht als dem von MutV.it präsumirten) scheinen jedoch nicht die angeführten Grunde, sondern den Umstand gegen sich gehabt zu haben, dass deren Realisirung einen geringeren Gewinn ergeben hätte. <«)
Denn nimmt man die stelle wörtlich so würde sie nicht nur
d unsere, sondern noch mehr gegen Muffat's Tabelle sprechen,
da es im /.weiten Antrage heisst. dass 120 Pfen. mit 2t\ Lth. Fein-
116
Dr. C. Schalk: Münzfuss d. Wr, l'ftn. v. d. Ref. Herz. Albr.
Was die Angaben über die rauhe Mark der von uns besprochenen Pfenninge anbelangt, so gehen bekanntlich Muffat mit 440 Pfen. und Blumberger mit 421 n 17 Pfen. auseinander; lege ich 440 Pfenninge meiner Tabelle zu Grunde, erhalte ich für die Pfenninge einen Feingehalt von
y, und für 42111 ,, Pien. einen solchen von
1000 L000
erstere Annahme entspricht daher besser dem Resultate, das Prof. v. Luschin auf dem Wege von Capellenproben _ wonnen und das da lautet: „die Feuerproben steigen nicht
über efrectiv oder herum*
IUI Ml 1
silber dem gegenwärtigen 1»' stehenden „nahent geleich" wär< . weist meine Tabelle 135 Pf., die Muffa i Pfen. mit 2* 4Lth
Feinsilber auf.
18
960 421H/17
} 9 »*) Wiener Pfenninge p. 24 ).
117
IX.
Ein Goldgulden Kaiser Friedrich IV. Wiener-Neustadt.
Von •Tos«>i>li von Ivolb.
) für
Im verflossenen Monate wurde dem Verfasser nach- stehend beschriebene Münze von dem Besitzer derselben, Herrn Ad. E. Cahn in Frankfurt a. M. zur Ansicht ein- gesandt:
\ 's. Rosette FRIDRIdVSo ROMSR'o IMP
Reichsapfel im Dreipass. Rs. MORGTo R— 0— ROVÖ Ol VI' Der heilige Johannes dw Täufer stellend, von vorne. Das Haupt mit dem Nimbus geschmückt, in härenem Unter- und Langem Obergewande, die Rechte vor der Brust, mit der Linken das Obergewand emporhaltend, Kopf und Ftisse des Heiligen ragen in die Umschrift hinein. Die Umschrift beider- seits zwischen zwei Perlreifcn. Durchm. 22 Mm., Gew. 3*31 Grm.
Ho J. v. Kolb: Ein Goldgulden K. Friedrich IV. (III.) für Wr.-Keuat.
Dieser in der „allezeit getreuen Neustadt •• geschlagene Goldgulden ist, wie es scheint, bisher weder beschrieben noch abgebildet worden, nur eine flüchtige Notiz fand sich in Leitzmann's Wegweiser, dass zu Wiener Neustadt unter Kaiser Friedrich 1470 ausser Groschen auch Goldgulden geschlagen worden seien.
Mögen diese Zeilen zur Vermehrung der Kenntniss unserer vaterländischen Münzkunde dienen; ein Weiteres, speciell über die Münzen Wiener Neustadt' s, behält sich der Verfasser für später vor.
U rfahr, Januar 1879.
II 9
X. Versuch einer systematischen Beschreibung
der
Yenezianer Münzen nach ihren Typen.
Von weiland Carl v. Wächter.
(Schluss von Seite 181» des VIII. Bandes.)
IV. Abschnitt.
Münzen für die überseeischen (ultramarinen) Besitzungen der Republik Venedig.
Dalniatien und Albanien.
223. Tornese für Dalmatien vom Jahre 1410.
Av. + -MONETA-DALMATIAE. En einem Per- lenkreise der Wappenschild der Familie Conta- rini: getheiltes silbernes Feld, in selbem schwarze und goldene Säcke, umgeben von sechs Kugel- chen. Rev. SANTVS- MARCVS. Der stehende Heilige mit ausgebreiteten Händen, das Haupt von Sternen umgeben.
Silber von schlechtem Oehnlt. D. 16 Mm.
120
C. v. Wächter: Systematische Beschreibung der
Dalmatien und Albanien.
224.
Liretta vom Jahre 1664.
Av. Rosette | DALMA | E-T | ALB | Rosette.
Kev. *S*M A R C* (oder • M A R-) V E N* Der sitzende Löwe von vorne. Im Abschnitte XX* . Silber L). 24 Mm.
225. Da Otto vom Jahre 1664.
Wie oben, jedoch im Abschnitte * VIII •■. Silber. D. 19 Mm.
226. Da Quattro vom Jahre 1664. Wie oben, Nr. 2:4. im Abschnitt die Werthzahl »IUP
Silber. I). 15 Mm.
227.
Gazzetta von den Jahren 1690, 1706, 1730.
Av. DALMA- | E-T | ALLAN- oder DALM- ! E-T | ALB; oder DA LMAT- | ET | ALBA- N 1 A ; unten und oben eine Rosette.
Rev. SAN*MARC*VEN* Der geflügelte Löwe bis zum halben Leib von vorne. Im Abschnitt IL Kupfer. D. 30 Mm.
121
Dalmatien und Albanien.
228. Soldovon den Jahren 1690, 1706, 1730. Wie die Gazzetta, jedoch im Abschnitt die Wertb- zahl *I*.
Kupfer. I). 24 Mm.
229. Jlezzo Saldo vom Jahre 1690.
Wie Nr. 227, jedoch im Abschnitt unter dem Löwen *6*. Kupier. D. 20 Mm.
230. Alvise Mocenigo II. Leone vom Jahre 1706, Av. Der sitzende Marcus segnet den vor ihm knieen- den Dogen, welcher ein Stangenkreuz hält. Im Felde DVX im Abschnitt die Münzmeister-Sigle. Umschrift *S*M*V* MO ('ENI.
Rev. DALMAT*ET*ALB* Der nach links zum
Streit gerichtete Flltgellöwe mit Heiligenschein, in der rechten Vorderpranke einen Oehlzweig haltend. Im Felde ein Bergschloss mit aufge- löster Fahne. Im Abschnitt *80*. Silber. D. 33 Mim.
231. Von demselben. Jlezzo Leone Jloeenh/o vom Jahre 1706. Wie der ganze Leone Nr. 230, jedoch im Abschnitt de- Rev. die Werthzalil *40*. Silber. D. 29 Mm.
122
C. v. Wächter: Systematische Beschreibung der
232. Alvise Mocenigo II.
1 4 Leone Mocenigo vom Jahre 1706 und i R Leone Mocenigo vom Jahre 1706.
Aehnlich dem Ganzen, im Abschnitt des Rev. *XX*; beziehungsweise *X*.
Silber. D. 24, resp. 19 Mm.
233. Alvise Pisani. GaUeazza vom Jahre 1736. a) Av. S*M*VENETVS-ALOY:PISANI*D*
,.
Rev.
einem Perlenkreise: Der heilige Marcus, in der Linken das Evangeliumbuch, ertheilt mit der Rechten dem vor ihm mit der Fahne knieenden Dogen den Segen. Im Abschnitt die Jahrzahl »1736*.
PROVINMARITIMIS DATVM. Hin Schiff' auf hoher See mit vollen Segeln. Im Hintergründe Befestigungswerke. Im Abschnitt *L*XII*. Silber. I). 40 Mm.
234. Von demselben.
GaUeazza , ebenfalls vom Jahre 1736.
b) Av. Wie oben.
Rev. PROVINCIJS MARITIMIS DATVM. Ein Schiff mit Rudern (GaUeazza genannt) mit flat- ternder Fahne und gerefften Segeln. Im Ab- schnitt *XII*.
Silber. D. 37 Mm.
Venezianer Münzen nach ihren Typen.
123
235, 236. Von demselben. Mezza und Quarta Galleazza vom Jahre 1736.
Wie Nr. 234, jedoch im Abschnitt *VI*, resp. *III Silber. D. 32, resp. 28 Mm.
Münzen der Städte in Ualmatien.
237. Sebenico. Baaa&tino. 148 5 .
Av. *S-MICAEL SIBENIC (oder SIBINIC). Der stehende heil. Michael, in der Rechten eine Lanze, in der Linken die Erdkugel mit einem Kreuze, unter den Füssen den Drachen. Rev. + S- oder (SANCTVS-) MARCVS (oder MARC) VENETI. Der Marcuslöwe bis zum halben Leibe — zuweilen von einem einfachen Kreise eingeschlossen.
Messing oder Kupfer. D. 16 — 18 Min.
238. Zara.
Bagattino. 1491.
Av. S- S1ME0N- IVSTVS- PROFETA. Brüst- bild des heil. Sinieon mit dem Jesuskinde auf dem rechten Arm.
Rev. +S-MARCVS VENETI. Der sitzende Mar- cuslöwe in einem einfachen Kreise. Messing. D. LS Mm.
124
C. v. Wächter: Systematische Beschreibung der
Einen ähnlichen Bagattino jedoch im Av. mit dem Brustbild des Heiligen und der Umschrift S'SIMEON FESTVS(?) PROFKTA. s. hei Appel IV. 3692.
239. Trau. Bagattino. 1492. Av. S-LAVRENTIVS TRAGVR, auf der linken Seite NM. Der stellende Heilige in der Rechten einen Rost, in der Linken ein Bach.
Rev. * -SANCTVS • MARCVS • VENETI. Der Marcuslöwe in einem Perlenkreise. Kupfer oder Messing. D. 18 Mm.
240. Spalato. Bagattino 1491. Av. S- &0MNIVS- SPALETI. Der stehende Heilige in Bischofsornat, mit Stab und Bnch. Im Felde Buchstaben, die jedoch wechseln. Rev. * SANCTVS- MARCVS' VENETI. Der Marcuslöwe in einem Perlenkreis. Kupfer oder Messing. D, : 8 Mm.
241. Lesina. Bagattino, 1493. Av. g- gTEPHANV g-PONT-LE gINEN >\ g. Der Heilige in bischöflichem Ornate mit Kreuz und Blieb, an den Seiten V < >. Rev. * -SANCTVS • MARCVS VENETI. Der Marcuslöwe in einem einfachen Kreise. Messing oder Kupfer. D. 18 Mm.
laner Münzen nach ihren '1 l —■'>
Münzen der Städte in Albanien.
242. Cattaro Gros8etto. 1423,
Av. In einer Ellipse der stehende Schutzheilige, die Märtyrerpalme in der Rechten. Umschrift: -S- TRIFON-C ART ARES (oder C ATARENS Roy. S-MARCVS-VENETVS. Der sitzende Hei- lige mit aufgesetzter Königskrone, einen Heili- genschein von Perlen um das Haupt, in der Rechten einen Griffel, in der Linken das Evan- geliumbuch.
Silber. 1). 18 Mm.
243. Von derselben. Mezzo Grossetto. Ver Typus. 1548.
Av. Der stehen ie Stadtpatron mit Märtyrerpalme und Kreuz, im Felde die S igle. Umschrift: -S- TRIFON • CARTARI-. Rev. -S-MARCVS-VENETVS (oder VE NE TL).
Der heilige Marcus wie früher (Nr. 242), jedoch vor dessen Knieen der Wappenschild des Rectors der Stadt Cattaro. Silb.-r. D. 16 Mm.
244. Von derselben. Me»»0 Grossetto. 2ter Typus. 1567.
Av. S-TRIFON-CATARI. Der Schutzpatron der
Stadt, stehend, wie oben (Nr. 243).
12G
C. v. "Wächter: Systematische Beschreibung der
Rev. + S MARCVSVENETVS. Der sitzende Marcuslöwe in einem Perlenkreise. Im Abschnitt ein Wappenschild. Silber. D. 16 Mm.
245. Cattaro.
Mezzo Grossetto. 3tei Typus. 1597.
Av. STRIF0N-CATAR1 wie Nr. 243.
Rev. + -SMARCVS-VKNKTVS. Hin Wappenschild mit einem Querbalken, in der Mitte desselben der Marcuslöwe bis zum halben Leibe. Silber. I). 16 Mm.
246. Von derselben.
Mezxo Grossetto. 4ter Typus. 1627.
Av. COMTAg-CATARI. Der h. Triphonius über den gewöhnlichen Perlenkreis emporragend, in der Rechten die Mfirtyrerpalme, in der Linken
ein ('asteil (Symbol der Stadt), an den Seiten gT (sanetus Tryphoniue
Rev. SMARCVS- VENETVS. Der sitzende Hei- lige etwas rechts gewendet, das Evangelium
schreibend, und von einem Perlenkreise umgeben, über welchen das Haupt des Heiligen emporragt. Im Abschnitt ein Wappenschild /wischen den Buchstaben P— M. Silber. D. 1 7 Mm.
127
247. Von derselben.
Quattrino. Ver Typus. 1451.
Av. Der heilige Triphonius mit der Märtyrerpalme an den Seiten (wechselnde) Buchstaben. Um- schrift: SANCTVS-TRIFON.
Rev. S-MARCVS-VENETVS. Der sitzende Mar- cuslöwe in einem Perlenkreise. Billon. D. 16 Mm.
248. Von derselben.
Quattrino. 2ter Typus. 1488.
Av. Der heilige Triphonius, in der Rechten die Palme, in der Linken ein Castell, an den Seiten die Sigle. Umschrift: STRIFONCATARI.
Rev. S-MARCVS-VENETVS. Der sitzende Mar- cuslöwe, unterhalb ein Wappenschild. Billon. D. 18 Mm.
249. Von derselben. Soklo. 1638.
Av. COMTA 2-CATARI. Der heilige Triphonius in langem geistlichen Gewände, in der Rechten die Palme, in der Linken eine Kirche, an den Seiten die Buchstaben g — T. Das Haupt des Hei- ligen reicht oben über den Perlenkreis hinaus.
Rev. g-MARCV g-VENETVg. In einem Perlen- kreise der Heilige stehend, rechts segnend, links
128
C. v. Wächter: Systematik
das Evangeliumbuch. Im Abschnitt Schild
Querbalken, an den Seiten die Sigle Z— M. Billon. D. 20 Mm.
250. Cattaro. Jl'ezzo Soldo.
Wie der ganze Soldo Nr. 249, doch sind alle S in der Umschrift richtig gestellt.
Billon I). 18 Mm.
251. Von derselben.
Tollare. 1569.
a) Av. • S-TRIFON ■ rRIFO •) CATARI.
Der stehende Heilige da« - N in der Linken, an den Seiten Buchstaben.
Kev. In einem Vierecke dvv sitzende Marcuslöwe,
zwischen vier Sternen. In den vier Abschnitten des Münz ran des die Buchstaben S:M*V und ein Wappenschild.
Kupfer. D. 15 Mm.
Doppelter WoUare.
b) Das Museum Corer in Venedig besitzt eine ähn- liche Münze von grösserem Durchmesg (18 Mm.) und grösserem Gewichte (vielleicht ein Doppel-Follare?) mit der Legende 8AKTVS- TRIF 0 N und S • M A RC V S ■ V E N E T V S (1485) mit gothischer Schrift. Neben dem Heili- gen die Sigla L\L, das Wappenschild ist weg- gelassen. Kupfer.
Venezianer Münzen nach ihren Typen.
252. Von derselben.
Scttrfo (Um das Jahr 1600).
Av. Der stehende heilige Tripbonius, in der Rechten die Palme, in der Linken eine Kirche, hinter ihm ein Engel mit einem Oelzweige.
Rev. Der Ritter St. Georg den Drachen erlegend. Silber. «3/sa Loth im Gewichte.
253. Scutari. Grosetto.
Av. g * gTEFANVg • gCVTARENgl (oder gCVTARENSl g). Der in einem Perlenkreise stehende Stadtheilige in geistlichem Gewände, m der Rechten ein Rauehfass, in der Linken ein Buch, an den Seiten die Sigle.
Rev. +g-MARCVSVENETIARVM r-C« oder 1:C.
Silber. I). 20 Mm.
254. Antivari. Bagattino.
Av. s- GEORG-ANTIVARI. Der gerüstete Hei- lige zu Pferd und zu den Füssen der Drache.
Rev. * S-MARCVS-VENETI. Der Marcuslöwe
in einem Perlenkreise. (Auf manchen Exemplaren
ist der Perlenkreis weggelassen.) Kupfer. D. 1 7 Mm.
130
Wacht»
Münzen für die venetianische Levante.
255. Andrea Dandolo. Torne&e auch VessiUifero genannt. lter Typus. 1350.
Av. * ANDR' DANDVL' DVX. In einem ein fachen Kreise ein Kreuz.
Rev. VEXILIFER VENETIAR. In einem ein- fachen Kreise der sitzende Marcuslöwe. Billon. I). 15- 18 Min.
256. Francesco Foscari.
Tornese, 2ter Typus, l 124.
Av. FRA- FOSCARI- DVX. Im Felde ein Lilien kreuz.
Rev. Der sitzende Marcuslöwe. Billon. D. 15 Mm.
257. Agostino Barbadigo.
TorneseUo. :'»" Typus, l 187.
Av. AVG BARBADICO DVX. Innerhalb eines einfachen Kreises ein Kreuz, in jedem Winkel eine Lilie. (Auf manchen Exemplaren ist der Kreis weggelassen. |
Rev. v s • MARCVS • VENETI. Der sitzende Marcuslöwe.
Billon. D. 1 1 Mm.
Venezianer Münzen nacli ihr
131
258. Von demselben. Gro88€tto per i JViaviganM (für die Seefahrer). L498
Av. SMVENETI-AVGBARBADICO. Der stehende und links gewendete Heilige über- gibt dem knieenden Dogen ein Stangenkreuz, im Felde DVX. Rev. GLORIA TIBI- SOLL Der Erlöser auf einem Throne (wie auf dem Marcello des Pietro Moce- nigo). Im Abschnitt -I*P. Silber. D. 21 Mm.
259. Antonio Priuli- JDaSOTornesi P" Typus. 1618.
Av. Umschrift: *ANTONIVS PRIOLVS DVX
VEN. Im Felde von einem Kreise umgeben in zwei Linien: TORNESI TRENTA; ober und unter der Schrift eine Kose und zwei Sterne; zwischen den Zeilen ein Punkt. Rev. SANTVS >MAKrVS>. Der links schrei- tende Löwe gegen ein Bergschloss gewandt. Im Abschnitt eine Rosette zwischen zwei Sternchen. Billon. 1). 24 Mm.
260. Von demselben.
Da 30 Tornesi. 2ter Typus DU 8.
Av. »ANTONIOS 0 IIP 10 ADS AUfH. Im Felde T0PNE2IA TPIANTA, oben drei Sternchen und unterhalb eine Rose zwischen
zwei Sternen.
132
C. v. Wächter: Sys
Kev. 0 ATIO MAPKQ2*.. Der links schreitende Löwe gegen ein Bergschloss gewendet. Im Abschnitt XX zwischen zwei Blümchen. Billon. D. 24 Mm.
261. Giovanni Corner.
Da 30 Tomesi. 1625.
Wie Nr. 260, jedoch als Umschriften *IQAN* KOPNHAIOS 0 AOTE- und 0 AriOS MAPK02.
Billon. D. 24 Mm.
262. Antonio Priuli.
Da :;? Tarnest. 1618.
Av. *ANTßNIOS <> nPIOAOS AOTE- Im Felde Schrift: *** T0PNE2IA TIM AN TA A )' 1.» Rose zwischen zwei Sternchen.
Kev. 0 ATI02 MARK02. Der links schreitende Löwe wie Nr. 2»*»«». Billon. I). 24 Mm.
263. Von demselben. Da 60 Torneel oder 4 SoUM. l-
Av. ANTONIVS-PRIOLDEI-GRAD. Inder Mitte innerhalb einer Verzierung und durch einen Perlenkreis von der Umschrift getrennt * — *VE* — NET. Im Abschnitt: -4«
Kev. SANTVS-MARCVSVENET. Der sitzende Marcuslöwe in einer Arabesken-Verzierung und
.^en nach ihren. Typen. l.>->
durch einen Perlenkreia von der Umschrift getrennt.
Billon. I). 28 Mm.
Eine Variante im königl. Cabinet zu Turin hat im Av. die Umschrift: ANTONIVS;PRIOL-VE- und in der
Mitte DVX-— S.
264. Von demselben.
Da IS Tor nest oder Saldo. 1618.
Wie das Viersoldistttck Nr. 263, jedoch im Ab- schnitt • I •
Billon. D. 20 Mm.
265. Giovanni Corner. Da 60 Tarnest. 1625.
Av. [QAN- («»der -Iß AN-) KOPNHAIOS 0 AVE. Im Felde von einem Perlenkreise einge- schlossen: T0PNE2- (oder T0PN2IA) — EHHNTA; oben eine Kosette zwischen zwei Sternchen, nuten ebenfalls eine Rosette.
Rev. 0 AriOS MAPKOS wie Nr. 260, jedoch im
Abschnitt: *I[II*. Billon. I). 28 Mm.
266. Von demselben. Da :u> Tarnest. 1625.
a) Wie Nr. 265, jedoch im Fehle TOPNE2 1 V TPIANTA und im Abschnitt XX. Billon. D. 20 Mm.
134
C. t. Wächter: Systematische Peschreil ung der
266a. Von demselben. Da lo Tontest' '. L625.
Wie Nr. 265, jedoch im Felde TOPN E 2- AEKAI1 E (oder 0 AEKAI1) und im Abschnitt die Werthzahl *I*. Billon. D. 20 Mm.
267. Francesco Contarini. Piastr«. 1623.
Av. FRANCIgCVSCONTARDVX. Ein Wap- penschild in einem Perlenkreise auf dem in vier Zeilen zu lesen ist: PIAS TRA -VENE TA. Ober dem Wappenschilde die Dogenntütze.
Rev. Der sitzende Marcuslöwe in einem \\\ Doppellilien und Rosen. Silber. D. 40 Mm.
268. Von demselben. Reale. 1623.
Av. F RANCISC VSCON T A R-D V X. Innerhalb eines Perlenkreises ein halbes Wappenschild,
worauf in drei Zeilen zu lesen REAL« VENE — TO. Ober dem Schilde die DogenraUtze.
Rev. Wie Nr. 267,
Silber. D. 4o Mm.
Venezla i nach ihren
135
269. Francesco Erizzo. Reale. 1645.
Av. FRANOERIZZODVXVEN. Der stehende Doge, hinter demselben das Meer, der Vorder- theil eines Schiffes und ein Festungswerk.
Rev. Umschrift : S A N C T V S • M A RC V S • V E NET-
und unten REALE. Der sitzende Marcuslöwe ein Buch in den Vorderpranken.
Silber. I). 40 Mm.
Dieser Reale, welcher sieh einstens in der Sammlung Pinelli befand, und von Abbate Morelli beschrieben wird, ist zwar seither versehollen. Es besitzt jedoch das Museum Correr ein in Silber gegossenes Stück desselben Dogen, das einige Aehnliehkeit hat:
Av. FRANOERIZZODVXVEN. Der stehende Doge, den Blick und die Münde gegen den Himmel zum (leitet gerichtet.
Rev. S- MARCVS - PROTECTOR. Der heilige
Marcus bis zum halben Leib und im Abschnitt * H544*.
Silber. D. 40 Mm.
270. Francesco Morosini. Leone Morosini. 1688.
Av. FRANC-MAVROC. Der heilige Marcus über- gibt dem knieenden Dogen die Fahne; hinter dem Heiligen senkrecht S'M'VENET, Im Abschnitt die Mtinzmeister-Sigle.
1 ob
FIDES ET VICTORIA, i
- • Ittg 3 schein am I
Kopf, in der rechten Pranke ein Krenz and der Linken eine Palm«". Silber. D. 42 Mm.
271. Von demselben.
Mezxo Leone*
Ganz gleich dem Silber. D. • '
272. Von demselben. Quarte dl l
Silber. D. 30 Mm.
273. Von demselben.
iii Leone*
Sill i 26 Mm.
274. Silvestro Valier. Leone,
A\ . I ><t Name dieses I tagen in dei l ms
lieh dem Leone dea l ini.
Rei . i >ie Stellang d >r F i 1*8* \
ändert; die I msebrift: FID1 TOR l.\- II DES und - Silber. D. 12 Mm.
Venezianer Münzen nach ihren Typen. lOi
275. Von demselben. Me&zo Leone.
Wie Nr. 274. Silber. D. 36 Mm.
276. Von demselben. Quarto dl Leone.
Wie Nr. 274. Silber. D. 30 Mm.
277. Von demselben. 1 „ dl Leone,
Wie Nr. 274. Silber. D. 26 Mm.
278. Von demselben. Gazzetta für die Inseln und die Armee, 1688.
A v. In drei Zeilen I S OL E — E T - A R M AT A ober-
und unterhalb eine Rose. Rev. S'MAßCVEN. Der sitzende Marcuslöwe, im Abschnitt *II*.
Kupfer. D. 28 Mm.
279. Von demselben. Soldo, 1688.
Wie Nr. 278, jedoch kleiner, im Abschnitt *l*. Kupfer. D. 24 Min.
J-öö c. v. Wächter: Systematische Beschreibung der
280. Von demselben. Gazzetta für die Armee und Morea» 1688.
Av. In drei Zeilen Schrift. A R M A T A | E : T | MOREA ober- und unterhalb eine Rose.
Rev. Wie Nr. 278. I). 28 Mm.
281. Von demselben.
Soldo.
Wie die Gazzetta Nr. 280, im Abschnitt *I*.
Kupfer. I). 24 Mm.
282. Von demselben. Gazzetta für Corfü, Cefalonia, Zante. 1730.
Av. Schrift: CORFV« oder CEFALONIA oder ZANTE ober- und unterhalb derselben eine Rose.
Rev. Wie Nr. 278. I). l>7 Mm.
283. Von demselben. Solrfo. 1730.
Av. CORF- oder ZEFA oder ZAN mit ver- änderlicher Orthographie, oberhalb und unter der Schrift eine Rose.
Rev. Wie Nr. 27!». D. 21 Mm.
.eii nach ihre« T; I . ».'
284. Francesco Loredan.
Taller o, Mezzo Tallero und Quarto di TaUero.
lter Typus.
Av. FRANCrLAVREDANO DUCK- 1756 (oder ein anderes Jahr). Schild mit dem aufgerichteten geflügelten Löwen mit Kopfschein, der in der
vorderen Pranke das offene Evangeliumbuch hält. Key. *R ES PUBLICA- VENE TA. Das recht« . wendete Brustbild der Venetia. Silber. D. 40 Mm. Der Mezzo Tallero hat 33 Mm., der Quarto 28 Mm. im Durchmesser, dieselben sind aber im LFebrigen mit dem Ganzen übereinstimmend.
285. Alvise Mocenigo IV.
TaUero. 2te'- Typus. 1768.
Av. *ALOYSIO MOCENICO DVCE* ca Der sitzende Marcuslöwe mit gestreckten Flügeln, den Kopf nach rechts gewendet, die linke Vor- derpranke auf dem vor ihm liegenden Buche. Im Abschnitt *1768* (oder eine andere Jahrzahl.) Rev. Wie 284.
D. 4<> Mm.
286. Paolo Renier. Mezzo TaUero. 1780.
Av. «PAULO RAINERIO DUCE». [m Abschnitt
1 780. Im Uebrigen wie Nr. 2S
Silber. D. 33 Mm.
14U C. v. Wächter: Systematische P.t Schreibung d
287. Paolo Renier. ' s di TaMero. 1786.
Wie Nr. 286, jedoch im Abschnitt 178
Silber. I). 24 Mm.
288. Ludovico Manin. Quarto di TaUero. 2fer Typus. 17
LUDOVICO MAXIN DUCE. [m Abschnitt 1790
im l'ebrigen wie Nr. 285. Silber. I). 28 Min.
Münzen fiir (andia.
289. Perpero.
Av. Sitzende weibliche Figur, das Haupt mit einer Zinnenkrone geziert, in der Linken einen Scepter, in der Rechten eine Traube, zu ihren Liissen das Labyrinth des Dädalus. Umschrift: PERPERVSREGNICRETE.
Rev. + S-MARCVSVENETVS. Der geflügelte
Löwe.
Billon. I). '21 Mm.
Das einzige, bisher bekannt gewordene Exemplar dieser Münze befindet sich im Medaillenkabinet der kaiser- lichen Bibliothek zu Paris.
Münzen nach ihren Typen. -» ~* '
290. Francesco Erizzo. Soldini due e mezzo. 1632.
Av. In einer zierlichen Einfassung in drei Zeilen: SOL DIN! *2£ i/t* (Auf einigen Exem- plaren sind die Sternchen weggelassen.)
Kev. Der sitzende Marcuslöwe zwischen zwei Rosen. Im Abschnitt T- in.
Kupfer. 1). Hb Mm.
291. Von demselben. Sohlt ho K)32.
Av. SGL— 1)1X0; oben eine Rosette, unten drei Rosetten.
Rev. Der sitzende Marcuslöwe zwischen zwei Sternen, und im Abschnitt T4; oder *T4*. Kupfer. I). 19 Mm.
292. Von demselben.
Gazzetta dopp ia. 1645.
Av. FRANC1 *ERIZZO*D. Der knieende Doge links gewendet, in einem einfachen Kreise. Im Abschnitt die Münzmeister-Sigle.
Rev. SANCT-MARC-VEN. Der links schreitende, flügelte Löwe mit Beiligenschein. Em Ab- schnitt »IUI*,
Billon. D. 24 Mm.
1 4-£ c. v. Wächter: Systematische Beschreibung der
(andia.
293. Francesco Molin.
Gaxxetta doppia. 1647. Av. FRANC-MOLIN OD- V. Gekrönte weibliche Figur von vorn, in der Rechten die Dogenmütze, in der Unken das Scepter, an ihrer linken Seite der liegende Marcuslöwe; das Ganze unigibt ein Perlenkreis. Im Abschnitt die Miinzineisl Sigle. Rev. SANCT-MARC-VEN. Der sitzende Marcus- löwe in der rechten Pranke ein Schwert, in der Linken das Evangeliumbuch. Im Abschnitt -Uli-. Billou. I). 28 Mm.
294. Von demselben. Gazzetfa (einfache). 1647.
Av. r R A N C-M <> LI N O-D-V- und S A N C T- MARC'VE. Im Abschnitt *II*; im Uebrigen gleich mit Nr. 293.
Billon. I). 28 Mm.
295. Von demselben. Sotffo. 1647.
Av. FRANC -MOL MV. In einem Perlenkreise der links gewendete Marcuslöwe, vor demselben der knieende Doge. Im Abschnitt *12*. Rev. SANCT-MARC-VE. Der Marcuslöwe ein ge- zücktes Schwert in der rechten Pranke, in der Linken das Evangeliumbueh. Billon. D. 20 Mm.
Typen
14:;
296. Moneta Grimani. (Da 2 Soldini e mezzo.) 1646, 1*547.
Av. [OBAP-GRIM-GEftIMP-VEEc/U)asFami- lienwappen der Familie Grimani. (Acht Pfähle von Silber im rothen Felde) bedeckt mit dem Barett des General-Capitains. — Im Abschnitt zwischen der Schrift und dem Wappen: G*10. Rev. SAlflCTVS* MARCVS *VEMETVS- 1546 oder 1(547. Der sitzende Mavcuslöwe einen Schild haltend. Im Abschnitt G*10; wie auf dem Av. Diese Münze galt 2*/, Soldini. Kupfer. J). 25 Mm.
297. Von demselben. Ossidionale da Lire 10,
Av. Schrift in drei Zeilen von einem Kreise und Ver- zierungen umschlossen: FIDES | PVBLICA| L650. Oberhalb ein kleiner, sitzender Löwe; zu beiden Seiten desselben je ein Kügelchen zwi- schen fünf anderen und unten ein Stern. Rev. Der stehende heil. Marcus von vorne, das Evan- geliumbuch in der Linken, mit der Hechten den Segen ertlieilend. An den Seiten: L — X. Kupfer. D. 25- -30 Mm.
298. Von demselben. Ossidionale da Lue ,>.
Wie das 10-Lirestttck, jedoch im Rev. an der Seiten des Heiligen: L — V. — Kupfer.
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C. v. "Wächter : Systematische Beschreibung der
Candia.
299. Moneta Grimani. Gazzetta. 1658.
Av. Im Felde ('AN DIA. Oberhalb und unterhalb je eine Rose zwischen zwei Sternen. Im Abschnitte die Munzmeister-Sigle. Rev. SANCT-MARCVEN. Der Vordertheil d^ Marcuslöwen, ein Schwert in der Rechten, das Evangeliumbuch in der Linken. Im Abschnitte II X. Kupfer. I). 27 Mm.
300. Von demselben. Soldo L653.
Wie Nr. 299, jedoch im Abschnitt I
Kupfer. D. 23 Mm.
Münzen für (vpcrn.
301. Marc Antonio Trevisan. Gar»ia. 1553.
Av. + M-ANTTRIVISA-DVX. In einem ein- fachen Kreise. Kien/ mit vier Flammen in den Winkeln. Kev. * S- MAIM'YS • YKXFTYS. In einem ein- fache . Kreise der links aufgerichtete Löwe, Billon. D. 15 Mm.
Venezianer Münzen nach ihren Typ« D.
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302. Pietro Loredan. Vierfache Garzla. 1568.
Av. P E T R V S-L A V R ET AD V X; sonst wie Nr. 301, wiegt 10 Caratti. Billon. D. 15 Mm,
303. Von demselben. Bisante ossi atonale. 1570.
Av. PRO' REGNIvCIPvPRESIDIOv Der links gewandte sitzende Löwe, unterhalb v 1570. Rev. In vier Zeilen : vV ENTORVvFIDES vIN VI OLABILISv — BISANTEv — vIvFv
Münzmeister- Sigle. Darüber ein fliegender Amor. Kupfer. D. 25—29 Mm.
304—307. Francesco Venier, Lorenzo Priuli, Girolamo Priuli, Pietro Loredan.
GairJa.
Durchwegs vom Typus der Garzia des Marc Antonio Trevisan, Nr. 301.
Billon. D. 15 Mm.
308. Alvise Mocenigo I. "Da Med. 1571.
Av. Schritt in Wer Zeilen: MS ARGE— NTI — •X.
Rev. Der links schreitende Marcuslöwe mit